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Hund alleine lassen – Alleinbleiben lernen

Lernpfote e. V. Blogbeitrag: Alleinbleiben beim Hund

Der Hund ist ein Rudeltier und ist daher nicht gerne allein.
Wir beleuchten, warum eine Trennungsangst trotzdem nicht sein muss und wie dein Hund lernt,
alleine zu bleiben, ohne sich einsam zu fühlen.

Woher kommt das Problem mit dem Alleinbleiben

Die Gründe für das Problem des Alleinbleibens liegen weit zurück. 

Mit der Domestikation wurden aus Wildtieren, unsere Haustiere.
Das Ziel bei Hunden war, eine starke, soziale Anbindung an den Menschen.
So wurde der Hund genetisch darauf ausgerichtet mit uns in einer Gruppe zusammenzuleben
oder sich anderen Artgenossen anzuschließen.

Für unsere Hunde als besonders soziale Lebewesen, ist eine Trennung von seiner sozialen Gruppe,
damit eigentlich nicht vorgesehen. Sie bietet ihm die größte Sicherheit und Gemeinschaft.
So setzt man den Hund durch eine soziale Isolation von seiner Gruppe, immer in gewisser Weise unter Stress,
denn eine solche Situation entspricht nicht seiner Veranlagung.

Deshalb heißt es, dem Hund nicht plötzlich solch eine Aufgabe zu stellen, sondern ihn über ein konsequentes Training dazu zu befähigen, das Alleinbleiben zu lernen und sich in diese für ihn erst einmal unnatürliche Situation, einzufinden.   

Die Ur-Angst des Hundes 

Unter freilebenden Hunden, wird ein Tier nur vom Rudel verlassen, wenn es zu schwach oder krank ist,
um seinen Beitrag für die soziale Gemeinschaft zu leisten. 

Bereits Welpen haben diese Verlust-Wahrnehmung.
Eine Trennung von der Mutterhündin und den Geschwistern bedeutet in der freien Natur,
für sie den sicheren Tod.

Welpen kommen blind und taub auf die Welt. Sie sind nicht in der Lage, ihre Körpertemperatur
selbständig zu halten. Auch ein selbständiges Absetzen von Kot oder Urin ist ihnen nicht möglich.

Obwohl der Welpe zu Beginn hilflos und auch in seinen Bewegungen eingeschränkt ist, sucht er durch seinen Überlebensinstinkt bei seiner Mutter und seinen Wurfgeschwistern, Wärme und Schutz.
Hat sich etwa die Mutterhündin in der Wurfkiste umgebettet und der Welpe fühlt sich kalt und einsam,
beginnt er nach seiner Mutter zu schreien. Er hat Todesangst, denn er spürt instinktiv,
er würde an Unterkühlung sterben.

Eine Trennung vom Menschen, als seine soziale Gemeinschaft, löst beim Hund genau diese Ur-Angst aus.

Der Umgang mit dem Alleinbleiben

Hunde gehen sehr unterschiedlich mit dem Stress um, der bei ihnen aufkommt,
wenn sie nicht mehr mit ihrem Menschen zusammen sein können.

Manchen Hunden fällt das Alleinbleiben so schwer, dass sie stundenlang bellen oder winseln, fiepen und jaulen.
Es gibt auch Hunde, die zerkauen Schuhe, die Fernbedienung des Fernsehers oder beginnen Möbel anzuknabbern.

Lernpfote e. V. Blogbeitrag: Alleinbleiben beim Hund

Andere reagieren mit einer regelrechten Zerstörungswut.
Da wird die Tapete von der Wand gezogen, die Tür zerkratzt oder
gleich das ganze Sofa auseinandergenommen.
Dabei kotet und uriniert der Hund oftmals noch.

Überforderung bedeutet Stress

Als Stress bezeichnet man eine körperliche und psychische Reaktion des Hundes,
auf eine Situation, die er als nicht bewältigbar wahrnimmt.
In solch einer Situation ist der Hund also einer besonderen körperlichen und seelischen Belastung ausgesetzt. 

Vor allem wenn du deine Wohnung verlassen möchtest,
achte auf diese Stressanzeichen:

  • hecheln, damit geht ein erhöhter Herzschlag einher
  • vermehrtes Speicheln
  • Zittern
  • Unruhe
  • Fiepen oder dich anbellen
  • Stressgesicht
  • geduckte Körperhaltung
  • Gähnen
  • bei Rüden: „ausgefahrener“ Penis

Lernpfote e. V. Blogbeitrag: Alleinbleiben beim Hund

Einsamkeit und die damit verbundene hohe Stressbelastung beim Hund,
wirkt sich negativ auf die Gesundheit des Hundes aus.
So kommt es bei langen Phasen des Alleinseins, etwa weil der Halter beruflich sehr eingespannt ist,
zu gravierenden Verhaltensstörungen und Krankheiten.
Diese Hunde jaulen und kläffen bis zur völligen Erschöpfung.
Andere zeigen selbstverletzendes Verhalten und lecken sich wund, beknabbern exzessiv ihre Pfoten oder jagen ihre eigene Rute.

Depression bei Hunden

Je nach Rasse ist das Bedürfnis nach Nähe unterschiedlich stark ausgeprägt.
Während ein Kangal vielleicht gut und auch gerne alleine bleibt,
ist etwa ein Malteser, sehr gerne in der Nähe seines Menschen.  

Lernpfote e. V. Blogbeitrag: Alleinbleiben beim Hund

Ist ein solcher Hund, mit sensiblem Nervenkostüm, häufig zu lange allein, kann aus der Einsamkeit und dem damit verbundenen Stress, eine Depression entstehen.
Vor allem das Alleinbleiben ohne ein vorheriges, kleinschrittiges Training, hinterläßt tiefe Wunden in der zarten Hunde-Seele.

Diagnose „Depression“

Eine mögliche Depression wird durch den allgemeinen Tierarzt oder
durch einen auf Verhalten spezialisierten Tierarzt, diagnostiziert. 

Zunächst werden körperliche Erkrankungen ausgeschlossen,
wie etwa eine Erkrankung der Schilddrüse und der Hund gründlich durchgecheckt.
Alle Krankheiten, die mit Schmerzen oder auch mit motorischen Einschränkungen einhergehen,
können eine depressive Stimmung auslösen.

Wurde hier keine Krankheit festgestellt, widmet sich der Tierarzt nun der Psyche des Hundes. 

Hier werden nun die Lebensumstände und mögliche Herausforderungen und
Schwierigkeiten im Zusammenleben mit dem Hund analysiert.
Sind mögliche Auslöser, wie Stress, Unterforderung oder Einsamkeit ausgemacht,
liegt es jetzt an dir als Hundehalter diese Lebensumstände für deinen Hund, art- und typgerecht, zu verändern.
Hierbei kann dich ein Hundetrainer fachmännisch unterstützen.
Wenn du dazu Fragen hast oder ich dir bei Herausforderungen in der Hundeerziehung helfen soll, schreibe mir gerne oder rufe mich an. www.lernpfote.de/kontakt/

Ebenso gibt es Lebensumstände, die dem Hund allen Lebensmut nehmen.
Etwa wenn der Hund eine außergewöhnliche Bedrohung von Leib und Leben erfährt.
Hier sprechen wir auch von einem Trauma.

Beispiele für Traumata /Traumen beim Hund

  • Tod des Halters
  • Tod eines Familienmitglieds
  • Tod des Zweihundes
  • Verlust des Zuhauses
  • Besitzerwechsel
  • Misshandlungen im Training
  • Eingefangenwerden beim Auslands- und/oder Straßenhund
  • Transport vom Auslands- und/oder Straßenhund
  • Vergewaltigung (der Zuchthündin)
  • Umzug
  • Unfälle
  • Kämpfe (etwa in Auffangstationen, sogenannten Shelter)
  • Tierarztbehandlungen

All dies sind Situationen auf die der Hund mit einer Traumafolgestörung,
wie wir sie etwa beim Menschen schon lange kennen, reagieren kann.

Hier braucht der Hund eine zusätzliche medikamentöse Unterstützung,
um mit diesen Herausforderungen zurechtzukommen, die ihm den Lebensmut nehmen.

Doch nicht bei jeder Depression sind Medikamente erforderlich.
Die Gabe eines Antidepressiva, hängt von vielen Faktoren ab.

Gabe von Antidepressiva beim Hund

Braucht dein Hund eine medikamentöse Unterstützung, wird dein Tierarzt,
je nachdem welchen Schweregrad der Depression er bei deinem Hund feststellt,
zu einem beruhigenden oder stimmungsaufhellenden Medikament raten. 

Zu einer medikamentösen Begleitung, solltest du wissen, dass sich die Wirkung des Antidepressivas,
in vollem Umfang, erst nach einigen Wochen zeigt.
Bis dahin ist es notwendig, dass dein Hund die Tabletten vor allem regelmäßig und pünktlich erhält,
je nach Absprache mit dem Tierarzt.
Die Wirkung der Behandlung setzt im Allgemeinen etwa sieben bis 28 Tage nach Einnahmebeginn ein.
Wie lange das Medikament eingenommen werden muss, bestimmt der Arzt und
ist selbstverständlich abhängig vom Gesundheitszustand deines Hundes und
der Verbesserung seines Befindens unter dem Medikament.

Gleichzeitig solltest du deinen Hund regelmäßig für eine Kontrolle beim Tierarzt vorstellen.
So kann er den Behandlungsverlauf verfolgen, nötige Blutwerte unter der Medikamentengabe beobachten,
wie etwa Leber- und Nierenwerte und frühzeitig eine nötige Anpassung der Medikamente vornehmen.

Der Umgang mit traumatischen Ereignissen

Neben einer guten medikamentösen Begleitung durch den Tierarzt, ist es bei traumatischen Ereignissen wichtig, einen Experten hinzuzuziehen, der dich und deinen Hund, begleitet und das verstörende Erlebnisse des Traumas mit euch aufarbeitet.

Denn gerade für meinen Kunden mit Angsthunden oder einem Auslandshund,
ist die kontinuierliche Arbeit und das Training, mit dem Hund und mit ihnen, das A und O.
Hier braucht es immer eine enge Absprache mit dem Halter und eine Anpassung des Trainings.
Nur so wird man dem jeweiligen Hund, mit seinem Charakter, seinem Lerntempo und mit seinen bisherigen Erfahrungen gerecht.

Wir haben es hier unter Umständen, mit einer Vielzahl von Symptomen zu tun,
die eine besondere Herangehensweise im Training erfordern.

Mögliche Trainingsherausforderungen:

  • eine andauernde Übererregung (Hypervigilanz) 
  • Vermeidung von Situationen, die an schlimme Erlebnisse erinnern
  • drastische Reaktionen, auf schon kleinste Anlässe, die als bedrohlich empfunden werden
  • Probleme bei der Selbstkontrolle bzw. bei der Selbstregulation von Reaktionen und Gefühlen
  • Schreien während des Schlafens und / oder starke Bewegung unter einem Traum
  • zwiespältiges Verhalten gegenüber dem Halters
    – Schwankungen zwischen Nähe und Zurückziehen
    – Übersprungshandlungen bei Nähe, wie etwa:
      * mehr oder weniger gehemmtes Beißen
      * grobes Spiel 

Unter keinen Umständen darf ein solch belasteter Hund, gedrängt oder unter Druck gesetzt werden.
Nur mit viel Ruhe und Geduld, gepaart mit liebevoller Konsequenz und einem gut geplanten Training,
um dazuzulernen, sich auszuprobieren und die alten Verhaltensmuster hinter sich zu lassen,
kann der Weg aus dem Trauma gelingen.

Denkst du, dein Hund könnte von einem Trauma betroffen sein und du möchtest dich einmal mit mir austauschen oder suchst nach einer Möglichkeit deinen Hund, durch ein professionelles Training zu unterstützen, melde dich gerne bei mir, unter: www.lernpfote.de/kontakt/

Trennungsangst

Ohne vorhandene Bewältigungsstrategien, gegen die aufkommende Angst und den damit verbundenen Stress,
in Verbindung mit einem schrittweisen Training, kann kein Hund entspannt alleine bleiben.

So spricht man auch bei störendem Verhalten des Hundes, das in Verbindung mit dem Alleinbleiben auftritt,
von einer trennungsbedingten Störung. 

Trennungsangst ist ein großes Problem, denn der Hund bekommt darunter Panikattacken und leidet.

Der Sinn hinter der Trennungsangst

Trennungsangst kommt bei allen Lebewesen vor, die Brutpflege betreiben.
Eine besonders intensive Brutpflege, hat eine enge Bindung zwischen dem Kind und der Mutter zur Folge.
Egal ob es sich dabei um die Hündin und ihren Welpen handelt oder die Mutter mit ihrem Säugling. 

Mit der Trennungsangst, wie wir sie schon beim Welpen nach der Geburt beobachten können,
soll das Jungtier dicht bei der Mutter gehalten werden.
Fängt der Welpe an zu schreien, steht nicht nur er unter Stress, das Gleiche gilt für die Mutterhündin.
Bei ihr wird die Brutpflege ausgelöst und sie kümmert sich sofort um ihren Welpen.
So wird ein enges Band zwischen beiden geflochten, bei dem sich keiner groß vom anderen
entfernt oder verloren geht.

Symptome einer Trennungsangst:

  • Hund zeigt unruhiges und ängstliches Verhalten, wenn sich der Halter zum Gehen fertig macht
  • Hund zeigt Aggression beim Abschied
  • Hund bellt, jault und/oder winselt, länger als ein paar Minuten, nach dem Weggehen des Halters
  • Hund folgt zu Hause dem Halter, wie ein Schatten
  • Hund liegt an strategisch günstigen Kontrollpunkten, um den Besitzer im Blick zu behalten
  • starkes Sabbern beim Alleinbleiben
  • Erbrechen beim Alleinbleiben
  • Urinieren und Koten beim Alleinbleiben 
  • Zerstörung von allem, was vermeintlich zum Alleinbleiben zwingt:
    – Türen
    – Türrahmen
    – Fensterrahmen
    – Böden
    – Mauern
    – Kindergitter
    – Gitter der Hundebox
  • Hund frisst nicht, wenn er alleine ist, auch nicht bei großem Hunger
  • Hund begrüßt den Halter extrem und ist minutenlang sehr aufgeregt oder wirkt bei seiner Rückkehr völlig erschöpft

Nicht jeder Hund zeigt alle die beschriebenen Symptome.
Genauso wie die Ausprägung der Symptome, je nach Hund, sehr individuell sind.

Zeigt der eine Hund entsprechende Symptome nur, wenn er völlig alleine ist, kann sich ein anderer nicht entspannen, wenn eine bestimmte Person nicht anwesend ist.

Für die Analyse beim Alleinbleiben: Film ab

Um die Hintergründe  und Probleme des Hundes mit dem Alleinsein genau zu analysieren,
ist es hilfreich eine Videokamera einzusetzen und den Hund zu filmen, während du außer Haus bist.

Nehme dich schon beim Verlassen der Wohnung auf und wähle den Standort der Kamera so,
dass du deinen Hund in seinem Verhalten filmst.
Also etwa, dass dein Hund zur Haustür geht, sich versucht auf seinem Platz abzulegen oder
doch viel an der Terrassentür sitzt.
Manchmal ist es dazu nötig, eine weitere Kamera aufzustellen.

Die Arbeit beginnt danach 

Ist der Film im Kasten, beginnt die eigentliche Detektivarbeit.

Jetzt heißt es in einem Protokoll genau festzuhalten, was macht der Hund?
Schau dir an, wie dein Verlassen der Wohnung genau abläuft.

Gibt dein Hund Lautäußerungen, etwa bellen oder winseln, von sich?
Versucht er sich in den Weg zu stellen?
Trinkt oder frisst er, wenn du nicht anwesend bist?
Wie verhält er sich, wenn du zurückkommst?

Jedes Detail ist ein wichtiger Hinweis, auf die mögliche Diagnose und das anschließende Hundetraining. 

Achte auf Auslöser in der Umgebung

Schleicht Nachbars Katze gerade zu diesem Zeitpunkt vermehrt durch den Garten
und setzt sich zum Putzen genau jetzt auf eure Terrasse?
Läuten die Kirchenglocken oder hörst du das Blaulicht von Krankenwagen oder Feuerwehr?
Nimmst du Hundegebell von anderen Hunden wahr?

All das sind mögliche Reize, die deinen Hund stressen und ihn nicht zur Ruhe kommen lassen,
während er alleine bleibt.

Panik oder Langeweile?

Angstzustände, Langeweile und auch Bewegungsmangel sind die häufigsten Gründe,
warum ein Hund, Gegenstände zerstört, wenn er alleine gelassen wird. 

Doch eine trennungsbedingte Störung kann auch durch die Emotionen, Frust oder Wut des Hundes entstehen.
Ebenso wie sie unbeabsichtigt anerzogen und vom Hund erlernt sein kann.

Daher gilt es zunächst immer zu ergründen, warum dem Hund das Alleinbleiben so schwerfällt.
Hat dein Hund wirklich Angstzustände, kompensiert er durch sein Verhalten vielleicht auch Langeweile
oder gibt es andere Gründe, dass dein Hund nicht alleine bleiben kann? 

Oftmals ist das nicht leicht auseinander halten.
Hierzu müssen die eigentlichen Hintergründe für das Handeln des Hundes genau analysiert werden.
Denn auch aus seiner Langeweile heraus, kann der Hund eine Lösung,
in der Zerstörung der kompletten Wohnungseinrichtung, suchen.

Erst durch eine objektive Beurteilung der einzelnen Faktoren, läßt sich die Panik,
von der Langeweile beim Hund differenziert auseinanderhalten.
Davon hängt es ab, wie sich dein Training zum Alleinbleiben, mit deinem Hund, gestaltet.

Langeweile und Unterforderung beim Hund

Hunde sind sehr soziale Lebewesen.
Sie genießen das Zusammensein mit ihrem Menschen, sind neugierig und erkunden gerne ihre Umgebung.
Sie brauchen Aufmerksamkeit, Bewegung und unsere Fürsorge. 

Langweilt sich ein Hund, dann wird ein Teil seiner Bedürfnisse nicht erfüllt.
Die Bedürfnisse des Hundes hängen eng mit seinem Charakter zusammen und
was ihm individuell wichtig erscheint.

So beginnt der Hund seine Unterforderung selbst zu durchbrechen und sucht sich eine Beschäftigung. 

In diesem Zustand der Langeweile, beginnt der Hunde nervös herumzulaufen und findet keine Ruhe.
Über die Bewegung versucht er der Unruhe aus Unterforderung, Herr zu werden.
Unterforderung kann sich auch in verstärktem Bellen äußern, im Beknabbern und
vermehrtem Lecken bestimmter Körperstelle oder Beschädigung der Wohnungseinrichtung.

Hieran siehst du, wie schnell man Hunde zu Unrecht als hyperaktiv bezeichnen kann,
obwohl ihre Unruhe, ihrer ständigen Langeweile und der nicht erfüllten Bedürfnisse geschuldet ist. 

Doch ebenso ist ein lethargisches Verhalten oder Aggressivität, ein Hinweis auf Unterforderung und Langeweile. 

Meine Arbeit als Hundetrainer liegt nun darin, herauszufinden,
worin die Ursache der Verhaltensstörung beim Hund liegt.
Die Herausforderung liegt in der genauen Abgrenzung, ob es sich um eine schlechte Angewohnheit des Hundes, eine bestehende Trennungsangst oder um nicht erfüllte Bedürfnisse des Hundes handelt. 

Maßnahmen gegen Langeweile

Jegliche Form von Aktivitäten, die du mit deinem Hund beginnst,
läßt bei deinem Hund keine Langeweile aufkommen.
Im Gegenteil euer gemeinsames Tun, stärkt die Bindung zwischen euch und schafft ein tieferes Vertrauen.

Bedürfnisse verändern sich im Laufe des Lebens.
So nimmt der Drang nach Bewegung und der Unternehmungsgeist, mit dem Älterwerden des Hund, ab.

Um einer Unterforderung entgegenzuwirken reicht es nicht, den Hund in den Garten zu lassen.
Du selbst muss dich einbringen. Dein Hund braucht dich als Sozialpartner.
Daher habt Spaß zusammen. Renn mit ihm, spiel mit ihm und sei mit ihm ausgelassen.

In den eigenen vier Wänden gebe deinem Hund die Möglichkeit sich auch selbst zu beschäftigen.
Gebe ihm unter deiner Aufsicht, einen Kauknochen oder ein Kauspielzeug.
Befülle ihm seinen Kong und lass ihn genüsslich den Inhalt herausschlecken.

Nutze die Möglichkeit von Suchspielen, um deinen Hund auch geistig zu fordern oder
lerne mit ihm einen neuen Trick.
Gleichzeitig kannst du auch Intellignezspielzeug einsetzen, um deinen Hund glücklich zu machen. 

Brauchst du weitere Inspiration oder interessierst du dich für die Dummyarbeit,
dann nimm gerne mit mir Kontakt auf, unter www.lernpfote.de/kontakt/ .

Beim Alleinbleiben geht es auch um die Rasse

Es gibt Rassen, die das Alleinbleiben grundsätzlich sehr schlecht ertragen.
Dazu zählen der Saarloos-Wolfshund und der Tschechoslowakische Wolfshund und auch deren Kreuzungen.
Diese Wolfsmischungen sind von ihrer Natur her, noch sehr ursprünglich und
auch nach Generationen schlägt das Wolfsverhalten noch durch. 

Noch tiefer ist in ihnen, die Empfindung einer großen Gefahr, die vom Alleinsein ausgeht, verankert.
So versetzt den Wolfshund eine Trennung von seinem Menschen, an den er sich sehr eng bindet, in große Panik. 

Ihre Intelligenz und hohe Kreativität, läßt Wolfshunde alles daransetzen, ihren Menschen zu finden.
Dabei kommt es nicht selten vor, dass sie Türen zerstören und hohe Zäune überwinden oder untergraben.

Hier sollte man bereits den Wolfshundewelpen sorgfältig sozialisieren und auf die Umwelt prägen,
damit er möglichst stressfrei im späteren Alltag zurechtkommt. 

Diese besonderen Einzelfälle, brauchen im Training oft auch Sonderlösungen.
Daher wende dich frühzeitig an einen Trainer, der dich bei Fragestellungen und Herausforderungen,
dieser Art,  unterstützt.

Die Lösung bei Trennungsangst

Die Therapie einer Trennungsangst ist langwierig.
Hier ist vom Halter viel Geduld und ein konsequentes Umsetzen von Trainingsschritten nötig. 

Denn je länger eine Trennungsangst bereits besteht, desto gefestigt ist sie, und mit jeder weiteren und damit wiederkehrenden Panikattacke, verfestigt sich die Trennungsangst, während des Alleinbleibens bei dem Hund.

Die Grundlage

Hunde mit einer Trennungsangst müssen lernen, sich zu entspannen, auch wenn der Halter mit ihnen zu Hause ist.

Die Grundlage, der Behandlung einer Trennungsangst, liegt in einer neuen Gewichtung der Beziehung,
zwischen Hund und Halter. Hier fehlt es oft an einer gesunden Balance.
Zu Beginn eines Alleinbleib-Trainings, ist die Beziehung beider gekennzeichnet durch eine zu starke Bindung des Hundes an seinen Halter. Der Hund ist in einer übermäßigen Abhängigkeit zu seiner Bezugsperson.
Hinzukommt, dass es dem Hund an Selbstvertrauen mangelt. 

Um den Hund zu fördern, gilt es sein Selbstvertrauen zu stärken und seine Unabhängigkeit zu fördern.

Gleichzeitig brauchen gerade diese Hunde für ihre Stabilität, einen geregelten Tagesablauf.

Distanz tut gut 

Zu Hause muss der Hund mehr zur Ruhe finden und sich entspannen. 

Daher solltest du in euren eigenen vier Wänden, ein ständiges Hinterherlaufen deines Hundes verhindern und deinen Hund mehr auf seinem Liegeplatz, zur Ruhe bringen.
Damit dein Hund hier wirklich entspannen kann, sollte sein Körbchen oder seine Decke einen Platz haben,
von dem aus er nicht alles sehen und kontrollieren kann.

Unterstützung durch Entspannungsdüfte

Gleichzeitig kannst du entspannende Düfte für deinen Hund nutzen, um ihm seinen Ruheplatz noch behaglicher zu machen.
Dazu eignet sich Lavendelöl. 

Denke bei der Verwendung von Duftölen, immer an die sehr empfindliche Hundenase. Hunde nehmen Gerüche um ein vielfaches stärker wahr, als wir Menschen.

Daher verwende Duftöle äußerst sparsam.

Anstelle eines Halstuches, mit einigen, wenigen Tropfen des Lavendelöls, ist es immer besser,
Aromaöle über einen Diffuser* zu zerstäuben.

Gute Dienste tut dir dann ein Diffuser* mit 500 ml Fassungsvermögen, in dem du zu dem Wasser noch einige, wenige Tropfen Aromaöl hinzugibst.

Die Nutzung von Aromaölen, hat sich bei Hunden gerade bei der Problematik von Angst und Unruhe sehr bewährt.

Weitere Möglichkeiten deinen Hund zu unterstützen findest du unter dem Punkt:
* Weitere medizinische Hilfsmittel (weiter unten).

Ignorieren aber richtig

Gleichzeitig solltest du als Halter deinem Hund dabei helfen, immer wieder in die Ruhe zu finden. Dafür ist es nötig, dass du auf sein forderndes Verhalten nicht mehr eingehst. Dabei geht es deinem Hund immer wieder um deine Aufmerksamkeit, die du bitte ihm schenken sollst.
So stupst der Hund zum Beispiel den Halter an, um ein Streicheln einzufordern oder er bellt ihn an, weil er gerne spielen will.
Hier muss der Hund lernen, dass er, auch wenn der Halter da ist, nicht ständig etwas von ihm fordern kann.
Aufmerksamkeit, ein Streicheln und Spielen gehen im Training nun rein vom Besitzer aus.

Die Kraft der Rituale

Rituale als wiederkehrende Handlungen. Sie strukturieren unseren Alltag mit unserem Hund.
Rituale schaffen für den Hund, einen übersichtlichen Tagesablauf und ordnen die Beziehung zu seinem Menschen. 

Etwas was immer nach dem gleichen Muster abläuft, macht es für alle Beteiligten vorhersehbar und verläßlich. Jeder weiß, was wann und wie geschieht.

Damit geben Rituale, Hunden das Gefühl von Verlässlichkeit, Vertrautheit und Sicherheit. Denn wenn sie den Ablauf einer Situation kennen, können sie auch mit ihr umgehen.
Das wiederum macht den Hund selbstbewußt und fördert sein Selbstvertrauen.

Rituale helfen auch bei Übergangsphasen, wie hier beim Alleinbleiben.
Gestaltest du diesen Übergang immer auf die gleiche Weise, dann bleibt, die sich verändernde Situation für den Hund trotzdem verlässlich und er fühlt sich weiterhin sicher.
Damit gibt ein Alleinbleiben-Ritual dem Hund Halt und reduziert mögliche Ängst. 

Außerdem setzen Rituale beim Alleinbleiben-Training, Grenzen und helfen dem Hund bestimmte Regeln einzuhalten. 

Denn gezielt eingesetzte, zeigen wiederkehrende Handlungen ihm an, wann mit einem bestimmten Verhalten Schluss ist und wann etwas Neues beginnt.
So lernt der Hund allmählich mit Grenzen umzugehen und diese zu akzeptieren. Du gibst ihm damit die Chance, sich gefühlsmäßig auf die Situation einzustellen. 

Rituale beim Alleinbleiben

Beim Alleinbleiben-Training kannst du dir für deinen Hund verschiedene Dinge als Ritual zu nutze machen. 

So kann etwa eine bestimmte klassische Musik oder eine immer gleiche Entspannungsmusik genutzt werden,
um deinem Hund zu signalisieren, du kümmerst dich jetzt nicht mehr um ihn.
Das ändert sich erst, wenn du die Musik wieder abstellst.

Gleiches gilt für einen Gegenstand, wie etwa ein Kleidungsstück oder Handtuch, dass du deinem Hund gut sichtbar hinhängst und das ihm mit der Zeit signalisiert, dass deine Aufmerksamkeit jetzt nicht mehr auf ihm ruht.
Räumst du den Gegenstand wieder weg, bist du für deinen Hund wieder da. 

Außerdem kannst du auch ein Halstuch verwenden, dass du deinem Hund umlegst, um ihm zu vermitteln:
Ich werde dich, so lange du es trägst, nicht ansehen, ansprechen oder anfassen.
Du darfst entspannen, denn es passiert jetzt nichts weiter. 

Nach einigen Wiederholungen bekommen diese Handlungen für deinen Hund, Signalcharakter. 

Er weiß mittlerweile, dass du dich nicht aus der Reserve locken läßt und er kann zur Ruhe kommen.

So wird deine Zeit des aktiven Ignorierens deines Hundes, ein wichtiger Baustein in deinem Trainingsplan. 

Distanz, braucht es auch bei Nacht

Hunde die Trennungsangst zeigen, sollten auch schrittweise daran gewöhnt werden, alleine zu schlafen.
Das hilft dem Hund tagsüber den Schlafplatz, wenn er alleine bleiben soll, mit der gleichen Ruhe
und Behaglichkeit zu verbinden, die er dort bei Nacht findet.

Medikamentöse Behandlung bei Trennungsangst

Eine Trennungsangst muss immer individuell und umfassend behandelt werden. So kann ein entsprechendes Training nie nach einem Standardprogramm ablaufen, sondern muss immer auf den jeweiligen Hund abgestimmt sein. Gleichzeitig bedeutet ein Hundetraining immer, dass man einen Prozess in Gang setzt, den man flexibel mit jedem Schritt anpassen muss.

Dieses Training zum Alleinbleiben, läßt sich auch durch weitere Maßnahmen unterstützen, etwa durch eine medikamentöse Behandlung.

Über ein Medikament wird hier der Serotoninspiegel im Gehirn zu erhöhen versucht,
was beim Hund seine Angst und Unruhe verringert. Damit verringert sich gleichzeitig sein Stresspegel.
So kann er sich im Training besser konzentrieren und dazulernen.

Auch das Medikament „Zylkene“ kann dein Tierarzt einsetzen.
Es enthält Alpha-Casozepin, ein natürlicher Wirkstoff, der aus dem Milcheiweiß Casein gewonnen wird.
Alpha-Casozepin ist geeignet, Stress zu minimieren, da es eine beruhigende Wirkung hat.
Wir kennen das als Empfehlung, vor dem Schlafengehen ein Glas Milch zu trinken.
Ist dein Hund insgesamt sehr stressanfällig, kann es auch über Monate verabreicht
und mit einem speziellen Training kombiniert werden.

Weitere medizinische Hilfsmittel

Eine weitere wichtige Unterstützung kann dir die Zusammenarbeit mit einem Tierheilpraktiker bieten.

Denn neben Heilpflanzen stehen dir auch homöopathische Arzneimittel, bei der Unterstützung der Trennungsangst, bei deinem Hund, zur Verfügung.  

Heilpflanzen 

Da sind zunächst die Heilpflanzen
Baldrianwurzel, Hopfenzapfen, Kamillenblüten, Melissenblätter, Weißdornfrüchte, Malvenblätter und Passionsblume haben nachweislich eine beruhigende Wirkung.

Folgende Anregungen gebe ich meinen Kunden:

  • Baldrian:
    Baldrian kann deinen Hund ähnlich beruhigen, wie uns Menschen.
    Er wirkt beruhigend und muskelentspannend.
  • Johanniskraut:
    Johanniskraut wirkt angst- und stresslösend.
    Vorsicht:
    Der im Johanniskraut enthaltene Wirkstoff „Hypericin“ löst Allergien aus.
    Jedoch nur in Verbindung mit Sonnenlicht und der damit verbundenen ultravioletten Strahlung.
    Es können auf der Haut dunkle Flecken und auch Blasen mit Juckreiz entstehen.
  • Lavendel:
    Lavendel wirkt ebenfalls beruhigend und angstlösend.
    Er wird gerne in der Aromatherapie angewendet. Das ist eine homöopathische Maßnahme die ich absolut favorisiere.
    Ich rate allerdings davon ab, den Hund direkt mit dem ätherischen Öl zusammenzubringen, etwa das Aufträufeln auf seine Decke oder auf sein Körbchen, weil es für den Hund so zu intensiv ist.
    Meine Empfehlung ist, schafft für Aromaöle einen Aromadefussor an, möglichst mit einem Fassungsvermögen von 500 ml.
    Und dann laßt das mit einigen Tropfen Lavendelöl, verdünnt so durch den Raum wabern. Hier läßt sich die Durftintensität über die Tropfen von Lavendelöl sehr genau auf den Raum und das Wohlbefinden des Hundes anpassen. Viel besser, als wenn der Hund ein Halstuch trägt und wir haben ihm das Aromaöl, unverdünnt unter die empfindliche Nase gerieben. 

Gebe deinem Hund, Heilplanzen und homöopathische Arzneimittel, möglichst frühzeitig, noch bevor er eine starke Angstreaktion zeigt.

In der Homöopathie gibt es eine ganze Reihe von Mitteln, die auf den Hund angstlösend wirken.
Gib deinem Hund ein homöopathisches Arzneimittel in Absprache mit einem erfahrenen Homöopathen.

Hier ist nicht nur die Wahl des Mittels entscheidend, sondern auch die Wahl seiner Potenz, also die Stärke der Wirkung die es entfalten soll.
Hier gilt nicht der Satz „Viel hilft viel.“ !!
Laß dich dementsprechend beraten. 

Wenn du Fragen an mich hast, dann nimm gerne mit mir Kontakt auf:
www.lernpfote.de/kontakt/ 

Homöopathie, Bachblüten und Co.

  • Schüssler Salze
    Da stehen uns die Nr. 5 Kalium phosphoricum oder
    Nr. 22 Calcium carbonicum zur Verfügung.
    Hier müßte man auch wieder individuell schauen, was einen Erfolg bringt
    Viele Halter berichten auch absolut positiv über die Gabe solcher Hilfsmittel. 
  • Bachblüten
    Mit der Gabe von Bachblüten-Mischungen solltest du ebenfalls frühzeitig beginnen.
    * Dazu zählen, Rock Rose, Aspen, Mimulus z.B. Canina Nr. 2
  • Rescue-Tropfen
    Hierbei handelt es sich um die sogenannten „Notfall-Tropfen“,
    die auch wirklich nur für einen Notfall gedacht sind.
    Somit setzt man diese nur ein, wenn der Hund panisch reagiert.
    Etwa weil eine Bezugsperson das Haus verläßt und der Partner mit dem Hund zurückbleibt.
    Diese Notfall Tropfen empfehle ich übrigens jedem Hundehalter, sie immer dabei zu haben.
    Sollte es mal zu einer überaus beängstigenden Situation für den Hund kommen, etwa durch eine Rauferei oder einen Beißunfall, dann kann man diese dem Hund direkt vor Ort schon geben.
     
  • Homöopathika:
    – Belladonna
    – Chamomilla
    – Ignatia
    – Phosphorus
    —> Neurexan von Heel

Grundsätzlich sollte man bei pflanzlichen Mitteln nicht auf fertige Mischungen (z.B. „Angst-Mischungen“) zurückgreifen, sondern sich eine entsprechende Mischung von einem Tierheilpraktiker individuell für seinen Hund ausarbeiten und zusammenstellen lassen.
Ein guter Tierheilpraktiker berät hierzu gerne und hilft dabei, das passende „Mittel“ für den Hund zu finden.
Es ist wenig sinnvoll in Eigenregie „herumzudoktern“ oder irgendetwas auszuprobieren,
was man vom Hörensagen her kennt.
Zumal es auch hier kein naturheilkundliches „Wundermittel für alle Hunde“ gibt.

Mit all diesen Punkt zur Trennungsangst beim Hund, kannst du mit der Herausforderung „Alleinbleiben beim Hund“ sicher schon verständiger umgehen.
Denn gerade wenn der Hund nicht alleine bleiben kann, sorgt dieser Umstand für einen hohen Leidensdruck beim Halter. Sind einem aber die Zusammenhänge bewußt, die sich beim „Alleinbleiben beim Hund“ ergeben, kann man auch Schritt für Schritt ein geeignet Training aufbauen, wenn der Hund noch Probleme mit dem Alleinbleiben hat.

Nahrungsergänzungsmittel

Spricht man von Nahrungsergänzungsmitteln, meint man Produkte, die aus Nährstoffen in konzentrierter Form bestehen. Diese Mittel haben eine ernährungsspezifische oder physiologische Wirkung. 

Lernpfote e. V. Blogbeitrag: Alleinbleiben beim Hund

Diese Nährstoffe, können Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente und  Aminosäuren,
aber auch Ballaststoffe, Pflanzen oder Kräuterextrakte sein.

Nahrungsergänzungsmittel sind von sich aus, nicht dazu bestimmt, Krankheiten zu heilen oder zu verhüten.
Deshalb sollten sie, wie bei der Gabe von Medikamenten, nur in Absprache gegeben werden.

Bei Nahrungsergänzungsmitteln oder bei der Gabe von Heilpflanzen und auch
bei homöopathischen Arzneimitteln, ist es wichtig, sie frühzeitig zu verabreichen. 

Manchmal ist es auch nötig, sie mindestens einmal vorher zu verabreichen, um zu schauen,
wie reagiert der Hund überhaupt auf das Mittel, um dann auch die richtige,
individuelle  Auswahl für deinen Hund zu treffen.

L-Tryptophan

L-Tryptophan ist eine essentielle Aminosäure, die im zentralen Nervensyste
zum Neurotransmitter Serotonin umgewandelt wird.
Serotonin, wird auch als das „Glückshormon“ bezeichnet.
Es kann nicht vom Körper selbst hergestellt werden, sondern wird durch die Nahrung aufgenommen. 

In diesem Zusammenhang kann auch über eine Umstellung der Ernährung nachgedacht werden,
so dass dem Hund dauerhaft mehr Serotonin zur Verfügung steht.
Serotonin hat also Einfluss auf den Schlaf und die Stimmung.

Ganz besonders bewährt hat sich ein Präparat auf der Basis von Molkenprotein.

Das schafft es auch durch die Blut-Hirn-Schranke.
Denn Serotonin als solches kann die Blut-Hirn-Schranke nicht überwinden.
Das heißt, es muss im Zentralen Nervensystem gebildet werden und ist damit abhängig von der Verfügbarkeit
von L-Tryptophan, der wichtigste Baustein für Serotonin.
L-Tryptophan ist  auch bei Nierenpatienten, einer Schilddrüsenunterfunktion und bei Allergikern einsetzbar.

Besprich dich über diese Anwendungsmöglichkeit mit deinem Tierarzt.
Er kann dir das Mittel, Purapep verschreiben.

Freiverkäuflich sind die Mittel:

Zur Anwendung und genauen Dosierung frage deinen Tierarzt oder Tierheilpraktiker.
Oder melde dich bei mir unter: www.lernpfote.de/kontakt/

CBD-Öl

CBD-Öl ist ein Hanföl mit einem sehr hohen Anteil (bis zu 80 %) an mehrfach, ungesättigten Fettsäuren.
Besonders ist das Verhältnis von 3:1 Linolsäure zu alpha-Linolsäure, was ein ernährungsphysiologisch
hochwertiges Verhältnis ist.

Zum jetzigen Zeitpunkt liegen für den Hund, allerdings keine Studien über den Einsatz von CBD-Öl in der Verhaltensmedizin vor.

Die Wirkungen von CBD-Öl sind:

  • entzündungshemmend
  • krampflösend
  • schmerzlindernd
  • beruhigend

Gerade die Verwendung von CBD-Öl muss man sehr genau auf den Hund abstimmen.
Weil für mich alles unter das Stichwort „Medikament“ fällt, auch wenn ich über die Aromatherapie spreche,
ist in meinen Augen, ein CBD-Öl unbedingt als Medikament anzusehen.

Auch wenn es jetzt scheinbar überall zu haben ist, gibt es große qualitative Unterschiede.
Wer sich von mir beraten lassen möchte, dem stehe ich selbstverständlich zur Seite.

Ich arbeite mit einer Firma aus Österreich zusammen, die auch Tierärzte berät und
sehr hochwertige CBD-Öle anbietet.
Melde dich gerne bei mir unter: www.lernpfote.de/kontakt/ wenn ich dich unterstützen soll. 

Freiverkäufliche Anti-Stress-Mittel

Adaptil
In Stresssituationen hat man gute Erfahrungen auch mit Adaptil gemacht.
Adaptil ist ein synthetischer Nachbau des Beruhigungspheromons der Mutterhündin,
das nach der Geburt verströmt wird und emotional entspannend auf die Welpen wirkt.
Der „Nachbau“ dieses Pheromons besitzt ebenfalls diese stressreduzierenden und beruhigenden Eigenschaften,
so dass es auch bei Ängsten eine sehr gute Wirkung hat.

Adaptil gibt es in verschiedenen Ausführungen wie z.B. als:

Keine Selbstmedikation

Es sollte vor der Verabreichung eines Medikamentes eine allgemeine Untersuchung erfolgen.
Denn jedes Medikament kann Nebenwirkungen haben.

Grundsätzlich möchte ich dir auch ans Herz legen, nicht selber mit irgendwelchen Medikamenten,
ob nun Bach-Blüten, homöopathischen Mitteln oder CBD-Öl, zu experimentieren.

Jeder Hund zeigt immer sein persönliches, individuelles Verhalten.
Seine Beweggründe und seine Geschichte läßt sich mit keinem anderen Hund vergleichen.
Damit muss man eine Unterstützung immer auf den jeweiligen Hund, einzeln abstimmen.
Es gibt in Sachen Medikamente, nicht „DAS“ Medikament, das bei jedem Hund gleich hilft.

Ernährung anpassen

Die Ernährung unserer Hunde ist ein weites Feld und die Wahl des Hundefutters eine Wissenschaft für sich.

Unsicherheit, Hyperaktivität und Stress, selbst Aggression hat viele unterschiedliche Erscheinungsformen
und oft zeigt der Hund sie noch als Mischform.
Das macht es alleine schon äußerst kompliziert.
Gleichzeitig ist ein unerwünschtes Verhalten, dass der Hund zeigt, immer auch stark von der
jeweiligen Ursache abhängig.

Daher gilt es sich an dieser Stelle ebenfalls intensiv mit der Ernährung des Hundes auseinanderzusetzen,
um ihn auch hierüber bestmöglich zu unterstützen.  

Einen Punkt sollten wir uns daher genauer ansehen:

Mais im Hundefutter

Mais hat einen schlechten Ruf, wenn es um ihn als Bestandteil im Hundefutter geht.

Denn das Futtermittel „Mais“, hat zwei besondere Eigenschaft, die ihn für die Ernährung von Hunden außergewöhnlich macht.

Mais hat sowohl Auswirkungen auf Hunde die ängstlich sind oder schnell unter Stress geraten und
auch auf Hunde, die ein Aggressionsverhalten zeigen.

Die Wirkungen der Maisfütterung

Mais enthält ein Enzym, dass die Bildung der
Stresshormone, aus dem Nebennierenmark, verlangsamt. 

Zu diesen Stresshormonen, den sogenannten Katecholamine, gehören:

  • Dopamin (Glückshomon)
  • Adrenalin (Fluchthormon)
  • Noradrenalin (Kampfhormon)

Sie alle regulieren das vegetative Nervensystem.

Exkurs:

Das vegetative Nervensystem

Das vegetative Nervensystem, wird auch unwillkürliches bzw. autonomes Nervensystem genannt.
Es regelt, einen Großteil der lebensnotwendigen Körperfunktionen,
ohne eine bewußte Steuerung durch das Gehirn.

Jeder emotionale Zustand, bewirkt eine Veränderung des vegetativen Nervensystems.
Zu diesen emotionalen Zuständen gehören:

  •  Ruhe und Ausgeglichenheit 
  • Aufregung und Nervosität
  • Freude
  • Stolz
  • Kummer
  • Leid
  • Zufriedenheit
  • Trauer
  • Wut
  • Zorn
  • Vorsicht
  • Misstrauen
  • Angst
  • Panik

Zu den lebensnotwendigen Körperfunktionen zählen:

  • Atmung
  • Herzschlag
  • Verdauung
  • Kreislauf
  • Stoffwechsel
  • Blutzuckerspiegel usw.

Das vegetative Nervensystem ist also in der Lage, den Körper ohne eine bewußte Steuerung des Gehirns,
an jeweils unterschiedlichen Situationen anzupassen.

Gleichzeitig besteht immer eine enge Verbindung zum willkürlichen Nervensystem. 

Das willkürliche Nervensystem

Das willkürliche Nervensystem wird auch somatisches Nervensystem genannt.
Es umfasst die bewußte Wahrnehmung von Umweltreizen, ebenso wie die Wahrnehmung
von Reizen aus dem Körperinneren.
Außerdem schließt es die bewusste und willkürliche Steuerung von Bewegungen ein.

Beim vegetativen Nervensystem werden zwei Systeme unterscheiden. 

  1. sympathische System / Sympathikus

Empfindet dein Hund etwas als bedrohlich, dabei kommt es immer auf seine Einschätzung der Situation an, bereitet der Sympathikus den gesamten Organismus deines Hundes darauf vor, zu fliehen oder zu kämpfen. 

Das sympathische Nervensystem wird ausgelöst durch die Hormone:

  • Adrenalin
  • Noradrenalin
  • Kortisol 

Funktion des Sympathikus:

  • hellt das Bewußtsein auf
  • erhöht den Herzschlag
  • erhöht den Blutdruck
  • weitet die Bronchien
  • beschleunigt die Atmung
  • weitet die Pupillen 
  • erhöht die Muskelanspannung
  • hemmt Magen- und Darmtätigkeit
  • hemmt Darm- und Blasenentleerung
  • hemmt den Gallenfluss
  • hemmt die Bauchspeicheldrüsentätigkeit
  • hemmt die Speichelproduktion 
  • stimuliert das Nebennierenmark zur Produktion von
    * Adrenalin und
    * Noradrenalin

Aufregung, Stress, Angst und vor allem Panikattacken führen sofort zu einer Adrenalinausschüttung,
die einhergeht mit heftigen Symptomen des Körpers, wie Herzrasen, beschleunigter Atmung,
Schwitzen an den Pfötchen und/oder Muskelanspannung etc. 

Der Zustand der Angst, geht immer mit einer körperlichen Erregung einher.
Eine körperliche Erregung jedoch ist auch ohne Angst möglich.

Ebenso lösen Wut, Freude und alle anderen beschriebenen Emotionen, eine Aktivierung des Sympathikus aus.
  

Der Gegenspieler dazu, ist das

  1. parasympathische System / Parasympathikus

Der Parasympathikus ist der Gegenspieler des Sympathikus.

Das parasympathische Nervensystem versetzt den Hundeorganismus wieder zurück in den Normalzustand.

Es dient der Ruhe und Erholung.
Gleichzeitig wird die Energie des Körpers wieder aufgeladen. 

Der Parasympathikus aktiviert nur die Funktionen, die zu einem gewissen Zeitpunkt wieder notwendig sind. 

Funktion des Parasympathikus:

  • mindert das Bewußtsein
  • verlangsamt den Herzschlag
  • senkt den Blutdruck
  • verengt die Bronchien
  • verlangsamt die Atmung
  • verengt die Pupillen 
  • reduziert die Muskelanspannung
  • fördert Magen- und Darmtätigkeit
  • fördert Darm- und Blasenentleerung
  • fördert den Gallenfluss
  • fördert die Bauchspeicheldrüsentätigkeit
  • verstärkt die Speichelproduktion 

Alle Entspannungstechniken die man beim Hund ins Training einbindet,
unterstützen die Aktivität des parasympathischen Nervensystems.

Dazu zählen, wenn du es mit einem Hund geübt und gefördert hast:

  • Nutzung des Relaxopet/Relaxodog* nach entsprechendem Training
  • Entspannungsduft, wie etwa Lavendel
  • Tellington Touch (kreisende Massagebewegungen)
  • Thundershirt* 
  • Entspannungsort, wie Hunde-Box* oder Ruhedecke
  • Entspannungs-Signal

Alle entspannenden Maßnahmen, mußt du allerdings aktiv mit deinem Hund üben und
so ein Gefühl der Entspannung bei ihm fördern.

Einflussnahme über die Fütterung 

Mais in der Fütterung

Ist ein Hund sehr durch die Stresshormone (Katecholamine), Dopamin (Glückshomo), Adrenalin (Fluchthormon) und Noradrenalin (Kampfhormon) gesteuert, wie es bei hyperaktiven Hunden der Fall ist,
kann man sich Mais zunutze machen, weil er an dieser Stelle, zu einem ruhigeren Verhalten beiträgt.

Wie schon beschrieben, enthält der Mais ein Enzym, dass die Bildung dieser Stresshormone verlangsamt
und damit zu einer ruhigeren Verhaltensweise führt. 

Einfach Mais aus der Dose?

Möchtest du diese positiven Eigenschaften vom Mais, bei der Fütterung deines Hundes nutzen,
reicht es allerdings nicht aus, dem Hund eine kleine Portion Mais aus der Dose,
zu seinem üblichen Futter mit dazuzugeben.

Lernpfote e. V. Blogbeitrag: Alleinbleiben beim Hund

Das Gebiss des Hundes ist nicht dafür ausgelegt, Nahrungsbrocken zu zerkleinern und
in einen Nahrungsbrei zu verwandeln.
Hunde schlingen ihre Mahlzeit daher eher stückweise herunter.
Auch die Maiskörner würden sie in der Regel nicht kauen, sondern unzerkaut herunterschlucken.
So wird dann der Mais im Verdauungssystem aber nicht verdaut, sondern er kommt wie er abgeschluckt wurde,
im Kot wieder heraus.

Damit kommen seine positiven Eigenschaften, die deinem Hund nutzen sollen, gar nicht in seinem Körper an.

Niedriger Gehalt an L-Tryptophan im Mais

Eine weitere wichtige Eigenschaft von Mais, ist der sehr niedrige Gehalt an L-Tryptophan.

L-Tryptophan hatte ich dir schon unter dem Punkt „Nahrungsergänzungsmittel“ vorgestellt.

Der Hund braucht ausreichend L-Tryptophan, um daraus Serotonin herzustellen.
Serotonin ist der Gegenspieler zum Stresshormon Cortisol. 

Doch der niedrige Gehalt an L-Tryptophan im Mais, bedeutet daher auch, einen niedrigen Spiegel von Serotonin.

Das ist gerade für gestresste oder ängstliche Hunde schlecht.
Denn Serotonin, als „Glückshormon“ trägt zu einem ausgeglicheneren Verhalten und
einer positiveren Stimmung bei.
Damit kommt L-Tryptophan, im Hinblick auf Stressregulierung, Glücksgefühle und mehr innere Gelassenheit,
eine wichtige Rolle zu. 

Damit ist ein maishaltiges Futter für Hunde, die unter Stress stehen, ungeeignet. 

Auch Phenylalanin, beeinflusst Verhalten

Gleichzeitig darf man einen weiteren wichtigen Punkt bei Katecholamine, den Stresshormonen,
nicht außer acht lassen.

Die Grundsubstanz der Katecholamine, ist die Aminosäure Phenylalanin.
Je mehr der Körper von dieser Aminosäure zur Verfügung hat, desto mehr Stresshormone
kann er daraus herstellen.
Somit wird über diese Aminosäure ebenfalls das Verhalten des Hundes beeinflusst. 

Daher sollte die Ernährung von hyperaktiven Hunden und Hunden die schnell überreizt sind, unbedingt angepaßt werden.
Hunde die schnell oder dauerhaft unter Stress stehen,
sollten NICHT mit Innereien, Rind und Wild gefüttert werden,
da in ihnen viel von der Aminosäure Phenylalanin zu finden ist. 

Was nun?

Wie du deinen Hund nun am besten unterstützt, ist vor allem  abhängig von der Ursache,
die hinter seinem Verhalten steckt.
Hinzu kommt die Art seines unerwünschten Verhaltens.  

Diese beiden Punkte stellen für sich schon jeweils eine Herausforderung da.
Erschwerend kommt jetzt noch hinzu, dass die meisten hyperaktiven Hunde,
sowohl psychisch sehr instabil und damit äußerst gestresst sind. 

Dies gilt auch für Hunde, mit einer Stereotypie oder einer komplexen obsessiv-kompulsiven Störung
(Obsessive Compulisive Disorders, abgekürzt OCD).

Lernpfote e. V. Blogbeitrag: Alleinbleiben beim Hund

Die Stereotypie oder OCD, sind beim Hund Ersatzhandlungen, die sich in zwanghaftem und
oft selbstgefährdendem Verhalten ausdrücken.
Hunde versuchen durch diesen Zwang, eine fehlende Balance, zwischen ihrem körperlichen und
seelischen Empfinden, auszugleichen.

Das heißt sie versuchen auf diese Weise, Stress abzubauen und zur Ruhe zu kommen bzw. Schmerzen,
aber auch Juckreiz oder Missempfindungen, zu lindern.

Zu solch einem zwanghaften Verhalten zählt:

  • Dauerlecken an Pfoten
  • Flanken saugen
  • Gliedmaße bekauen
  • Schatten anstarren
  • zwanghaftes Suchen bzw. Schnüffel
  • rhythmisches Bellen 
  • Auf- und Ablaufen
  • Objekte ablecken und ankauen
  • Kreiseln
  • Lichtreflexe jagen
  • Rute jagen
  • übermäßiges Trinken 
  • Sucht des „Balljunkies“
  • und anderes

Gerade Hunde die solch ein Verhalten zeigen, benötigen eine ausreichende Zufuhr an L-Tryptophan.
Dies sollte sichergestellt werden, entweder über ihre Nahrungsaufnahme oder als Nahrungsergänzungsmittel. 

Daher bietet eine auf den Hund, gut abgestimmte Ernährung eine hilfreiche Unterstützung zum Hundetraining.
Das bedeutet allerdings auch, eine nicht optimierte Ernährung, kann das Hundetraining negativ beeinträchtigen. 

Solltest du an dieser Stelle über eine Ernährungsumstellung nachdenken, um deinen Hund in seinem Verhalten
zu unterstützen, suche unbedingt Rat bei einem darin ausgebildeten Hundetrainer
oder einem Hunde-Ernährungsberater.

Ernähungstipps und Dosierungsanleitungen

Ich werde vielfach gefragt, ob ich nicht in meinen Beiträgen genauere Ernährungstipps
oder Dosierungsanleitungen geben könnte.
Dies ist nicht möglich.
Um die Ernährung des Hundes tatsächlich anzupassen, braucht man Informationen über den jeweiligen Persönlichkeitstyp des Hundes und sein Problemverhalten.
Ebenso müssen Botenstoffe und dem Verhalten zugrunde liegende Hormone in eine Beratung mit einfließen.
Nur so kann eine ganzheitliche Therapie vom Hund mit einer Verhaltensproblematik gelingen.

Deinen Hund alleine lassen
 
Immer wieder wird es Situationen geben, in denen du deinen Hund nicht mitnehmen kannst,
etwa zum Arztbesuch oder zum Einkaufen. 

Durch ein schrittweises und vorsichtiges Training, gewöhnen sich die meisten Hunde gut daran,
dass sie manchmal für eine gewisse Zeit alleine bleiben müssen.
Ein Training am Alleinbleiben ist auch unabhängig vom Alter deines Hundes, immer möglich.

11 Tipps wie dein Hund gelassen alleine bleibt

  1. ausgiebige Gassirunde
    Bevor du deinen Hund für einige Zeit allein lassen mußt, mache mit ihm eine ausgiebige Gassirunde.
    Laß ihn rennen und mache mit ihm wenn möglich ein Suchspiel.
    Dazu kannst du den Dummy deines Hundes verstecken oder ihn auch Leckerchen an einem Baum,
    in der Rinde, suchen lassen.
  2. Füttere deinen Hund
    Nach eurer Gassirunde, füttere deinen Hund.
    Wenn nicht mit einer Hauptmahlzeit, dann mit einigen Leckerchen, die er sich zum Beispiel,
    bei einem Trick erarbeiten muss.
    Vom Kopf her ausgelastet, mit den vielen aufgenommen Eindrücken und müden Muskeln,
    findet dein Hund leichter zur Ruhe.

  3. Ausreichend Trinkwasser
    Immer sollte der Wassernapf deines Hundes frei und gefüllt, zugänglich sein.
     
  4. sicherer Rückzugsort
    Dein Hund sollte seinen Schlafplatz als etwas wunderbar Entspannendes empfinden.
    Daher mache ihm seinen Liegeplatz so angenehm wie möglich.
    Dabei ist es egal ob er im Körbchen, auf einer Decke oder in einer Box zur Ruhe kommt.
    Mache es dir zur Regel, ihn immer wieder dort auch aktiv hinzuschicken, derweilen du in der Wohnung beschäftigt bist.
    Liegt er noch bei deiner Rückkehr auf seinem Platz, freue dich und lobe ihn sehr ruhig.
    So kann auch aus dieser Handlung, das Entspannen auf seinem Liegeplatz,
    für euch mit der Zeit ein Ritual werden.
  5. Begrenze seinen Freiraum
    Weite, viel Platz und Raum, geben uns Menschen ein Gefühl von Freiheit.
    Daher ist es für uns schwer, uns in unseren Hund hineinzuversetzen, bei dem mit dem vielen Freiraum, innerhalb der leeren Wohnung, eher das Gefühl der Überforderung aufkommt.
    Denn hat der Hund die ganze Wohnung plötzlich für sich allein, dann stellt sich für ihn sofort die Frage,
    wer für die Sicherheit sorgt.
    Damit fühlt er sich verantwortlich und sieht seine Aufgabe darin, aufzupassen.
    Das setzt ihn unter Stress und angespannt lauscht er allen Geräuschen, die von draußen kommen.
    Daher begrenze den Raum in dem dein Hund sich während deiner Abwesenheit bewegen kann.
    Schließe Türen und auch Fenster, dunkle sie wenn möglich auch ab, so daß er sich weniger verantwortlich fühlt. Außerdem kannst du zur Begrenzung deines Hundes auch ein Kindergitter* nutzen.

  6. Gut Ding will Weile haben
    Übst du mit deinem Hund das Alleinbleiben, dann beginne zunächst mit sehr kurzen Momenten und
    weite die Zeitspanne in denen du nicht anwesend bist, nach und nach aus.
    Verzichte in deinem Training mit deinem Hund, auf jeden Druck, deine zeitliche Abwesenheit,
    mit Macht zu verlängern.
    Gib deinem Hund stattdessen Zeit.
    Damit dein Hund sich darauf einlassen kann, darauf zu vertrauen, dass du wiederkommst,
    braucht er immer wieder die Erfahrung, dass es auch wirklich so passiert.
    Gerät er in Sorge oder gar Panik, machst du dir den bereits erarbeiteten Trainingserfolg wieder zunichte.
    Daher bleibe geduldig und nimm dir die Zeit, die dein Hund braucht.
    Hast du das Gefühl du bist überfordert, dann hole dir unbedingt Hilfe.
    Gerne kannst du dich bei mir melden, unter www.lernpfote.de/kontakt/
  7. Gelassen bleiben
    Das du zunächst außer Haus bist und anschließend wiederkommst, ist für dich ein normaler und
    natürlicher Ablauf.  Genau dieses Gefühl von Normalität solltest du auch deinem Hund vermitteln.
    Daher mache nicht viel Aufhebens von deinem Weggehen und komme mit der gleichen
    Selbstverständlichkeit auch wieder nach Hause zurück.
    Immer natürlich in den entsprechenden Trainingsintervallen.
    Auch wenn es am Anfang erst einmal nur 5 Minuten sind.
    Später ist es auch für deinen Hund alltäglich, dass du nach 30 Minuten wieder daheim bist.
    Zeigst du allerdings beim Gehen oder Zurückkommen ständig deine Nervosität,
    überträgt sich dies auf deinen Hund.
    Er muss dann zwangsläufig vermuten, dass er berechtigter Weise Angst haben muss.

  8. Beschäftigung lenkt ab und beruhigt
    Wie schon besprochen ist nicht immer Angst die treibende Kraft, für die Probleme beim Alleinbleiben.
    Es kann beim Hund auch Langeweile sein.
    Um ihm für diesen Fall eine Beschäftigung zu bieten und ihn abzulenken, biete ihm für die Zeit deiner Abwesenheit, zum Beispiel einen gefüllten Kong* oder ein anderes gefülltes Hundespielzeug an.
    So ist er erst einmal damit beschäftigt, durch Anschubsen und Schlecken, die Füllung oder
    die Leckerchen aus dem Gegenstand herauszubefördern.

  9. Beruhigung durch aufgestellte Kamera
    Ich weiß noch, wie ich mich bei meinen ersten Einkäufen abgehetzt habe, als Lina,
    meine Labrador-Hündin, dass erste Mal, alleine zu Hause geblieben ist.
    Trotz aller Trainingseinheiten und aller Maßnahmen, ihr das Alleinbleiben schön zu gestalten,
    war ich dann im Ernstfall weiterhin unsicher.
    Wenn es dir auch so geht, dann schaffe dir eine Überwachungskamera für Haustiere* an,
    mit dem du den Schlafplatz deines Hundes auch aus der Ferne im Auge behalten kannst.
  10. Nicht schimpfen
    Auch wenn dein Hund anfangs mit Jaulen und Bellen oder gar einem Kratzen an der Tür regiert,
    bleibe gelassen.
    Warte auf den Moment, in dem dein Hund kurz aufhört.
    Vielleicht um Luft zu holen oder nach dem Kratzen zu lauschen, ob er Erfolg hatte und
    dich schon zurückkommen hört.
    Dies ist der richtige Augenblick, wie selbstverständlich zurückzukehren.
    Wie selbstverständlich zurückzukehren, heißt in diesem Fall, ohne jegliche Belohnung und
    ohne großes Aufheben.
    Wichtig ist vor allem, schimpfe nicht mit deinem Hund.
    Er ist gestresst und war in Sorge.
    Er hat nicht wirklich etwas Falsches getan, sondern hatte keine andere Lösung, als nach dir zu rufen
    und für sich einen Ausgang zu finden, um hinter dir her zu gehen.
    Bringe ihn zurück auf seinen Liegeplatz, damit er hier wieder zur Ruhe kommt.
  11. Ritual beim Wiedersehen
    Du verläßt deine Wohnung ohne Worte und Gesten, ganz selbstverständlich.
    Dein natürlicher Umgang mit der Situation, hilft deinem Hund, nicht in Aufregung und Stress zu geraten.
    Er vertraut so ohne Sorge darauf, dass du zurückkommst.
    So ist es auch für deinen Hund hilfreicher, wenn du wiederkommst und erst einmal für einen
    immer gleichen Ablauf sorgst.
    Daher schicke deinen Hund zurück auf seine Decke, wenn dein Hund dich beim Wiederkommen bedrängt.
    Schaffe ein Ritual, indem du zum Beispiel zunächst deine Jacke ablegst und deine Schuhe ausziehst.
    Du wäschst dir erst einmal die Hände und verstaust deine mitgebrachten Einkäufe.
    Erst wenn dein Hund ruhig auf seinem Platz ausgeharrt hat, löst du seine Zeit dort auf und begrüßt ihn, entsprechend ruhig.
    Kuschel ihn jetzt ausgiebig und lobe ihn, dass alles zeigt ihm wie stolz du auf ihn bist und dass er es gut gemacht hat. 

Der Welpe allein zu Hause

Insbesondere für Welpen beginnt im neuen Zuhause eine aufregende und herausfordernde Zeit.
Mit durchschnittlich 10 Wochen muss er zunächst die Trennung von seinen Wurfgeschwistern
und seiner Mama verkraften.
Von einem auf den anderen Tag heißt es für ihn, sich an seine neue Bezugsperson oder
seine neue Familie zu gewöhnen.

Sein neues Zuhause verlangt dem Welpen zunächst viel ab.
Alles ist neu und aufregend, gleichzeitig aber auch beängstigend.
Hier sind alle Gerüche und Geräusche anders, als bei seinem Hunderudel.
Sich auf den neuen und ungewohnten Tagesrhythmus seiner Halter einzulassen, mit allen den unbekannten Stimmen und auch Gegenständen, innerhalb der Wohnung, ist zu Anfang für den Welpen eine große Herausforderung. 

Daher gilt die erste Priorität beim Einzug eines Welpen, dem Vertrauen, dass er zu seinen Menschen fassen soll
und einer sicheren Bindung.
Dazu muss der Welpe seinem Halter zuallererst vertrauen und sich geborgen fühlen.
Erst wenn der „sichere Hafen“ geschaffen ist, kannst du überhaupt darüber nachdenken,
mit ihm auch das Alleinbleiben zu trainieren.

Die natürliche Reaktion aufs Alleinsein beim Welpen 

Auch wenn du deinen Welpen unbedingt behutsam an das Alleinsein gewöhnen solltest,
warte mit den ersten kleinen Schritten, nicht zu lange.

Es ist immer besser, der Welpe hatte genügend Zeit das Alleinsein zu erlernen, als wenn der Alltag
es dann plötzlich von ihm fordert, etwa weil der Urlaub zu seiner Eingewöhnung, vorbei ist. 

Das die natürliche Reaktion eines Welpen auf das Alleinsein, jaulen, fiepen, winseln oder gar schreien ist,
hatte ich zu Beginn des Artikels schon beschrieben.
Er möchte damit seine Mutter auf sich aufmerksam machen, weil er in Panik gerät, wenn er realisiert,
dass er alleine ist. 

Daher ist es verständlich, wenn er jetzt ebenfalls nervös wird, wenn du als Bezugsperson, außer Sicht gerätst
oder sogar ganz das Zimmer verlässt. 

Unsinn-machen, aus emotionaler Überforderung

Realisiert der Welpe plötzlich, dass er alleine ist, verunsichert ihn dies und manch ein kleiner Vierbeiner,
beginnt  zu bellen, um seinem Unmut Luft zu machen.

Lernpfote e. V. Blogbeitrag: Alleinbleiben beim Hund

Unter dieser aufkommenden Unruhe und dem beginnenden Stress, versucht der Welpe nun seine
emotionale Stimmung zu verbessern.
In seiner Not beginnt er Dinge zu tun, über die der Halter überhaupt nicht glücklich ist.
Den Welpen aber lenken sie ab und lassen ihn entspannen.
Etwa das Annagen von allem Möglichen, vielleicht dem erst besten Stuhlbein, einem Schuh oder seinem Körbchen.

 

Das Kauen, Nagen und Schlecken, beruhigt ihn und verbessert damit seine emotionale Stimmung.

Ist schon der Welpe lange und viel alleine zu Hause, kommt es später als Folge davon, häufig zu unerwünschten Verhaltensmustern oder Angststörungen.

Solltest du noch Fragen haben oder Interesse an einem Training, dann melde dich gerne bei mir.

Herzliche Grüße

Stephanie


Dieser Blogbeitrag wurde veröffentlicht am 9. Februar 2021.
Erweitert und bearbeitet am 23. Februar 2021.

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Wenn du an einem weitern Thema rund um das Thema „Angst“ interessiert bist, empfehle ich dir den Blogbeitrag:
„10 Tipps gegen Silvesterstress beim Hund“- Klicke dafür „HIER“.

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deinen Alltag mit ihm leichter zu machen.

 

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