Hund alleine lassen – Alleinbleiben lernen

Lernpfote e. V. Blogbeitrag: Alleinbleiben beim Hund

INHALTSVERZEICHNIS

Der Hund ist ein Rudeltier und ist daher nicht gerne allein.
Wir beleuchten, warum eine Trennungsangst trotzdem nicht sein muss und wie dein Hund lernt,
alleine zu bleiben, ohne sich einsam zu fühlen.

Woher kommt das Problem mit dem Alleinbleiben

Die Gründe für das Problem des Alleinbleibens liegen weit zurück. 

Mit der Domestikation wurden aus Wildtieren, unsere Haustiere.
Das Ziel bei Hunden war, eine starke, soziale Anbindung an den Menschen.
So wurde der Hund genetisch darauf ausgerichtet mit uns in einer Gruppe zusammenzuleben
oder sich anderen Artgenossen anzuschließen.

Für unsere Hunde als besonders soziale Lebewesen, ist eine Trennung von seiner sozialen Gruppe,
damit eigentlich nicht vorgesehen. Sie bietet ihm die größte Sicherheit und Gemeinschaft.
So setzt man den Hund durch eine soziale Isolation von seiner Gruppe, immer in gewisser Weise unter Stress,
denn eine solche Situation entspricht nicht seiner Veranlagung.

Deshalb heißt es, dem Hund nicht plötzlich solch eine Aufgabe zu stellen, sondern ihn über ein konsequentes Training dazu zu befähigen, das Alleinbleiben zu lernen und sich in diese für ihn erst einmal unnatürliche Situation, einzufinden.   

Die Ur-Angst des Hundes 

Unter freilebenden Hunden, wird ein Tier nur vom Rudel verlassen, wenn es zu schwach oder krank ist,
um seinen Beitrag für die soziale Gemeinschaft zu leisten. 

Bereits Welpen haben diese Verlust-Wahrnehmung.
Eine Trennung von der Mutterhündin und den Geschwistern bedeutet in der freien Natur,
für sie den sicheren Tod.

Welpen kommen blind und taub auf die Welt. Sie sind nicht in der Lage, ihre Körpertemperatur
selbständig zu halten. Auch ein selbständiges Absetzen von Kot oder Urin ist ihnen nicht möglich.

Obwohl der Welpe zu Beginn hilflos und auch in seinen Bewegungen eingeschränkt ist, sucht er durch seinen Überlebensinstinkt bei seiner Mutter und seinen Wurfgeschwistern, Wärme und Schutz.
Hat sich etwa die Mutterhündin in der Wurfkiste umgebettet und der Welpe fühlt sich kalt und einsam,
beginnt er nach seiner Mutter zu schreien. Er hat Todesangst, denn er spürt instinktiv,
er würde an Unterkühlung sterben.

Eine Trennung vom Menschen, als seine soziale Gemeinschaft, löst beim Hund genau diese Ur-Angst aus.

Der Umgang mit dem Alleinbleiben

Hunde gehen sehr unterschiedlich mit dem Stress um, der bei ihnen aufkommt,
wenn sie nicht mehr mit ihrem Menschen zusammen sein können.

Manchen Hunden fällt das Alleinbleiben so schwer, dass sie stundenlang bellen oder winseln, fiepen und jaulen.
Es gibt auch Hunde, die zerkauen Schuhe, die Fernbedienung des Fernsehers oder beginnen Möbel anzuknabbern.

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Andere reagieren mit einer regelrechten Zerstörungswut.
Da wird die Tapete von der Wand gezogen, die Tür zerkratzt oder
gleich das ganze Sofa auseinandergenommen.
Dabei kotet und uriniert der Hund oftmals noch.

Überforderung bedeutet Stress

Als Stress bezeichnet man eine körperliche und psychische Reaktion des Hundes,
auf eine Situation, die er als nicht bewältigbar wahrnimmt.
In solch einer Situation ist der Hund also einer besonderen körperlichen und seelischen Belastung ausgesetzt. 

Vor allem wenn du deine Wohnung verlassen möchtest,
achte auf diese Stressanzeichen:

  • hecheln, damit geht ein erhöhter Herzschlag einher
  • vermehrtes Speicheln
  • Zittern
  • Unruhe
  • Fiepen oder dich anbellen
  • Stressgesicht
  • geduckte Körperhaltung
  • Gähnen
  • bei Rüden: „ausgefahrener“ Penis

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Einsamkeit und die damit verbundene hohe Stressbelastung beim Hund,
wirkt sich negativ auf die Gesundheit des Hundes aus.
So kommt es bei langen Phasen des Alleinseins, etwa weil der Halter beruflich sehr eingespannt ist,
zu gravierenden Verhaltensstörungen und Krankheiten.
Diese Hunde jaulen und kläffen bis zur völligen Erschöpfung.
Andere zeigen selbstverletzendes Verhalten und lecken sich wund, beknabbern exzessiv ihre Pfoten oder jagen ihre eigene Rute.

Depression bei Hunden

Je nach Rasse ist das Bedürfnis nach Nähe unterschiedlich stark ausgeprägt.
Während ein Kangal vielleicht gut und auch gerne alleine bleibt,
ist etwa ein Malteser, sehr gerne in der Nähe seines Menschen.  

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Ist ein solcher Hund, mit sensiblem Nervenkostüm, häufig zu lange allein, kann aus der Einsamkeit und dem damit verbundenen Stress, eine Depression entstehen.
Vor allem das Alleinbleiben ohne ein vorheriges, kleinschrittiges Training, hinterläßt tiefe Wunden in der zarten Hunde-Seele.

Diagnose „Depression“

Eine mögliche Depression wird durch den allgemeinen Tierarzt oder
durch einen auf Verhalten spezialisierten Tierarzt, diagnostiziert. 

Zunächst werden körperliche Erkrankungen ausgeschlossen,
wie etwa eine Erkrankung der Schilddrüse und der Hund gründlich durchgecheckt.
Alle Krankheiten, die mit Schmerzen oder auch mit motorischen Einschränkungen einhergehen,
können eine depressive Stimmung auslösen.

Wurde hier keine Krankheit festgestellt, widmet sich der Tierarzt nun der Psyche des Hundes. 

Hier werden nun die Lebensumstände und mögliche Herausforderungen und
Schwierigkeiten im Zusammenleben mit dem Hund analysiert.
Sind mögliche Auslöser, wie Stress, Unterforderung oder Einsamkeit ausgemacht,
liegt es jetzt an dir als Hundehalter diese Lebensumstände für deinen Hund, art- und typgerecht, zu verändern.
Hierbei kann dich ein Hundetrainer fachmännisch unterstützen.
Wenn du dazu Fragen hast oder ich dir bei Herausforderungen in der Hundeerziehung helfen soll, schreibe mir gerne oder rufe mich an. www.lernpfote.de/kontakt/

Ebenso gibt es Lebensumstände, die dem Hund allen Lebensmut nehmen.
Etwa wenn der Hund eine außergewöhnliche Bedrohung von Leib und Leben erfährt.
Hier sprechen wir auch von einem Trauma.

Beispiele für Traumata /Traumen beim Hund

  • Tod des Halters
  • Tod eines Familienmitglieds
  • Tod des Zweihundes
  • Verlust des Zuhauses
  • Besitzerwechsel
  • Misshandlungen im Training
  • Eingefangenwerden beim Auslands- und/oder Straßenhund
  • Transport vom Auslands- und/oder Straßenhund
  • Vergewaltigung (der Zuchthündin)
  • Umzug
  • Unfälle
  • Kämpfe (etwa in Auffangstationen, sogenannten Shelter)
  • Tierarztbehandlungen

All dies sind Situationen auf die der Hund mit einer Traumafolgestörung,
wie wir sie etwa beim Menschen schon lange kennen, reagieren kann.

Hier braucht der Hund eine zusätzliche medikamentöse Unterstützung,
um mit diesen Herausforderungen zurechtzukommen, die ihm den Lebensmut nehmen.

Doch nicht bei jeder Depression sind Medikamente erforderlich.
Die Gabe eines Antidepressiva, hängt von vielen Faktoren ab.

Gabe von Antidepressiva beim Hund

Braucht dein Hund eine medikamentöse Unterstützung, wird dein Tierarzt,
je nachdem welchen Schweregrad der Depression er bei deinem Hund feststellt,
zu einem beruhigenden oder stimmungsaufhellenden Medikament raten. 

Zu einer medikamentösen Begleitung, solltest du wissen, dass sich die Wirkung des Antidepressivas,
in vollem Umfang, erst nach einigen Wochen zeigt.
Bis dahin ist es notwendig, dass dein Hund die Tabletten vor allem regelmäßig und pünktlich erhält,
je nach Absprache mit dem Tierarzt.
Die Wirkung der Behandlung setzt im Allgemeinen etwa sieben bis 28 Tage nach Einnahmebeginn ein.
Wie lange das Medikament eingenommen werden muss, bestimmt der Arzt und
ist selbstverständlich abhängig vom Gesundheitszustand deines Hundes und
der Verbesserung seines Befindens unter dem Medikament.

Gleichzeitig solltest du deinen Hund regelmäßig für eine Kontrolle beim Tierarzt vorstellen.
So kann er den Behandlungsverlauf verfolgen, nötige Blutwerte unter der Medikamentengabe beobachten,
wie etwa Leber- und Nierenwerte und frühzeitig eine nötige Anpassung der Medikamente vornehmen.

Der Umgang mit traumatischen Ereignissen

Neben einer guten medikamentösen Begleitung durch den Tierarzt, ist es bei traumatischen Ereignissen wichtig, einen Experten hinzuzuziehen, der dich und deinen Hund, begleitet und das verstörende Erlebnisse des Traumas mit euch aufarbeitet.

Denn gerade für meinen Kunden mit Angsthunden oder einem Auslandshund,
ist die kontinuierliche Arbeit und das Training, mit dem Hund und mit ihnen, das A und O.
Hier braucht es immer eine enge Absprache mit dem Halter und eine Anpassung des Trainings.
Nur so wird man dem jeweiligen Hund, mit seinem Charakter, seinem Lerntempo und mit seinen bisherigen Erfahrungen gerecht.

Wir haben es hier unter Umständen, mit einer Vielzahl von Symptomen zu tun,
die eine besondere Herangehensweise im Training erfordern.

Mögliche Trainingsherausforderungen:

  • eine andauernde Übererregung (Hypervigilanz) 
  • Vermeidung von Situationen, die an schlimme Erlebnisse erinnern
  • drastische Reaktionen, auf schon kleinste Anlässe, die als bedrohlich empfunden werden
  • Probleme bei der Selbstkontrolle bzw. bei der Selbstregulation von Reaktionen und Gefühlen
  • Schreien während des Schlafens und / oder starke Bewegung unter einem Traum
  • zwiespältiges Verhalten gegenüber dem Halters
    – Schwankungen zwischen Nähe und Zurückziehen
    – Übersprungshandlungen bei Nähe, wie etwa:
      * mehr oder weniger gehemmtes Beißen
      * grobes Spiel 

Unter keinen Umständen darf ein solch belasteter Hund, gedrängt oder unter Druck gesetzt werden.
Nur mit viel Ruhe und Geduld, gepaart mit liebevoller Konsequenz und einem gut geplanten Training,
um dazuzulernen, sich auszuprobieren und die alten Verhaltensmuster hinter sich zu lassen,
kann der Weg aus dem Trauma gelingen.

Denkst du, dein Hund könnte von einem Trauma betroffen sein und du möchtest dich einmal mit mir austauschen oder suchst nach einer Möglichkeit deinen Hund, durch ein professionelles Training zu unterstützen, melde dich gerne bei mir, unter: www.lernpfote.de/kontakt/

Trennungsangst

Ohne vorhandene Bewältigungsstrategien, gegen die aufkommende Angst und den damit verbundenen Stress,
in Verbindung mit einem schrittweisen Training, kann kein Hund entspannt alleine bleiben.

So spricht man auch bei störendem Verhalten des Hundes, das in Verbindung mit dem Alleinbleiben auftritt,
von einer trennungsbedingten Störung. 

Trennungsangst ist ein großes Problem, denn der Hund bekommt darunter Panikattacken und leidet.

Der Sinn hinter der Trennungsangst

Trennungsangst kommt bei allen Lebewesen vor, die Brutpflege betreiben.
Eine besonders intensive Brutpflege, hat eine enge Bindung zwischen dem Kind und der Mutter zur Folge.
Egal ob es sich dabei um die Hündin und ihren Welpen handelt oder die Mutter mit ihrem Säugling. 

Mit der Trennungsangst, wie wir sie schon beim Welpen nach der Geburt beobachten können,
soll das Jungtier dicht bei der Mutter gehalten werden.
Fängt der Welpe an zu schreien, steht nicht nur er unter Stress, das Gleiche gilt für die Mutterhündin.
Bei ihr wird die Brutpflege ausgelöst und sie kümmert sich sofort um ihren Welpen.
So wird ein enges Band zwischen beiden geflochten, bei dem sich keiner groß vom anderen
entfernt oder verloren geht.

Symptome einer Trennungsangst:

  • Hund zeigt unruhiges und ängstliches Verhalten, wenn sich der Halter zum Gehen fertig macht
  • Hund zeigt Aggression beim Abschied
  • Hund bellt, jault und/oder winselt, länger als ein paar Minuten, nach dem Weggehen des Halters
  • Hund folgt zu Hause dem Halter, wie ein Schatten
  • Hund liegt an strategisch günstigen Kontrollpunkten, um den Besitzer im Blick zu behalten
  • starkes Sabbern beim Alleinbleiben
  • Erbrechen beim Alleinbleiben
  • Urinieren und Koten beim Alleinbleiben 
  • Zerstörung von allem, was vermeintlich zum Alleinbleiben zwingt:
    – Türen
    – Türrahmen
    – Fensterrahmen
    – Böden
    – Mauern
    – Kindergitter
    – Gitter der Hundebox
  • Hund frisst nicht, wenn er alleine ist, auch nicht bei großem Hunger
  • Hund begrüßt den Halter extrem und ist minutenlang sehr aufgeregt oder wirkt bei seiner Rückkehr völlig erschöpft

Nicht jeder Hund zeigt alle die beschriebenen Symptome.
Genauso wie die Ausprägung der Symptome, je nach Hund, sehr individuell sind.

Zeigt der eine Hund entsprechende Symptome nur, wenn er völlig alleine ist, kann sich ein anderer nicht entspannen, wenn eine bestimmte Person nicht anwesend ist.

Für die Analyse beim Alleinbleiben: Film ab

Um die Hintergründe  und Probleme des Hundes mit dem Alleinsein genau zu analysieren,
ist es hilfreich eine Videokamera einzusetzen und den Hund zu filmen, während du außer Haus bist.

Nehme dich schon beim Verlassen der Wohnung auf und wähle den Standort der Kamera so,
dass du deinen Hund in seinem Verhalten filmst.
Also etwa, dass dein Hund zur Haustür geht, sich versucht auf seinem Platz abzulegen oder
doch viel an der Terrassentür sitzt.
Manchmal ist es dazu nötig, eine weitere Kamera aufzustellen.

Die Arbeit beginnt danach 

Ist der Film im Kasten, beginnt die eigentliche Detektivarbeit.

Jetzt heißt es in einem Protokoll genau festzuhalten, was macht der Hund?
Schau dir an, wie dein Verlassen der Wohnung genau abläuft.

Gibt dein Hund Lautäußerungen, etwa bellen oder winseln, von sich?
Versucht er sich in den Weg zu stellen?
Trinkt oder frisst er, wenn du nicht anwesend bist?
Wie verhält er sich, wenn du zurückkommst?

Jedes Detail ist ein wichtiger Hinweis, auf die mögliche Diagnose und das anschließende Hundetraining. 

Achte auf Auslöser in der Umgebung

Schleicht Nachbars Katze gerade zu diesem Zeitpunkt vermehrt durch den Garten
und setzt sich zum Putzen genau jetzt auf eure Terrasse?
Läuten die Kirchenglocken oder hörst du das Blaulicht von Krankenwagen oder Feuerwehr?
Nimmst du Hundegebell von anderen Hunden wahr?

All das sind mögliche Reize, die deinen Hund stressen und ihn nicht zur Ruhe kommen lassen,
während er alleine bleibt.

Panik oder Langeweile?

Angstzustände, Langeweile und auch Bewegungsmangel sind die häufigsten Gründe,
warum ein Hund, Gegenstände zerstört, wenn er alleine gelassen wird. 

Doch eine trennungsbedingte Störung kann auch durch die Emotionen, Frust oder Wut des Hundes entstehen.
Ebenso wie sie unbeabsichtigt anerzogen und vom Hund erlernt sein kann.

Daher gilt es zunächst immer zu ergründen, warum dem Hund das Alleinbleiben so schwerfällt.
Hat dein Hund wirklich Angstzustände, kompensiert er durch sein Verhalten vielleicht auch Langeweile
oder gibt es andere Gründe, dass dein Hund nicht alleine bleiben kann? 

Oftmals ist das nicht leicht auseinander halten.
Hierzu müssen die eigentlichen Hintergründe für das Handeln des Hundes genau analysiert werden.
Denn auch aus seiner Langeweile heraus, kann der Hund eine Lösung,
in der Zerstörung der kompletten Wohnungseinrichtung, suchen.

Erst durch eine objektive Beurteilung der einzelnen Faktoren, läßt sich die Panik,
von der Langeweile beim Hund differenziert auseinanderhalten.
Davon hängt es ab, wie sich dein Training zum Alleinbleiben, mit deinem Hund, gestaltet.

Langeweile und Unterforderung beim Hund

Hunde sind sehr soziale Lebewesen.
Sie genießen das Zusammensein mit ihrem Menschen, sind neugierig und erkunden gerne ihre Umgebung.
Sie brauchen Aufmerksamkeit, Bewegung und unsere Fürsorge. 

Langweilt sich ein Hund, dann wird ein Teil seiner Bedürfnisse nicht erfüllt.
Die Bedürfnisse des Hundes hängen eng mit seinem Charakter zusammen und
was ihm individuell wichtig erscheint.

So beginnt der Hund seine Unterforderung selbst zu durchbrechen und sucht sich eine Beschäftigung. 

In diesem Zustand der Langeweile, beginnt der Hunde nervös herumzulaufen und findet keine Ruhe.
Über die Bewegung versucht er der Unruhe aus Unterforderung, Herr zu werden.
Unterforderung kann sich auch in verstärktem Bellen äußern, im Beknabbern und
vermehrtem Lecken bestimmter Körperstelle oder Beschädigung der Wohnungseinrichtung.

Hieran siehst du, wie schnell man Hunde zu Unrecht als hyperaktiv bezeichnen kann,
obwohl ihre Unruhe, ihrer ständigen Langeweile und der nicht erfüllten Bedürfnisse geschuldet ist. 

Doch ebenso ist ein lethargisches Verhalten oder Aggressivität, ein Hinweis auf Unterforderung und Langeweile. 

Meine Arbeit als Hundetrainer liegt nun darin, herauszufinden,
worin die Ursache der Verhaltensstörung beim Hund liegt.
Die Herausforderung liegt in der genauen Abgrenzung, ob es sich um eine schlechte Angewohnheit des Hundes, eine bestehende Trennungsangst oder um nicht erfüllte Bedürfnisse des Hundes handelt. 

Maßnahmen gegen Langeweile

Jegliche Form von Aktivitäten, die du mit deinem Hund beginnst,
läßt bei deinem Hund keine Langeweile aufkommen.
Im Gegenteil euer gemeinsames Tun, stärkt die Bindung zwischen euch und schafft ein tieferes Vertrauen.

Bedürfnisse verändern sich im Laufe des Lebens.
So nimmt der Drang nach Bewegung und der Unternehmungsgeist, mit dem Älterwerden des Hund, ab.

Um einer Unterforderung entgegenzuwirken reicht es nicht, den Hund in den Garten zu lassen.
Du selbst muss dich einbringen. Dein Hund braucht dich als Sozialpartner.
Daher habt Spaß zusammen. Renn mit ihm, spiel mit ihm und sei mit ihm ausgelassen.

In den eigenen vier Wänden gebe deinem Hund die Möglichkeit sich auch selbst zu beschäftigen.
Gebe ihm unter deiner Aufsicht, einen Kauknochen oder ein Kauspielzeug.
Befülle ihm seinen Kong und lass ihn genüsslich den Inhalt herausschlecken.

Nutze die Möglichkeit von Suchspielen, um deinen Hund auch geistig zu fordern oder
lerne mit ihm einen neuen Trick.
Gleichzeitig kannst du auch Intellignezspielzeug einsetzen, um deinen Hund glücklich zu machen. 

Brauchst du weitere Inspiration oder interessierst du dich für die Dummyarbeit,
dann nimm gerne mit mir Kontakt auf, unter www.lernpfote.de/kontakt/ .

Beim Alleinbleiben geht es auch um die Rasse

Es gibt Rassen, die das Alleinbleiben grundsätzlich sehr schlecht ertragen.
Dazu zählen der Saarloos-Wolfshund und der Tschechoslowakische Wolfshund und auch deren Kreuzungen.
Diese Wolfsmischungen sind von ihrer Natur her, noch sehr ursprünglich und
auch nach Generationen schlägt das Wolfsverhalten noch durch. 

Noch tiefer ist in ihnen, die Empfindung einer großen Gefahr, die vom Alleinsein ausgeht, verankert.
So versetzt den Wolfshund eine Trennung von seinem Menschen, an den er sich sehr eng bindet, in große Panik. 

Ihre Intelligenz und hohe Kreativität, läßt Wolfshunde alles daransetzen, ihren Menschen zu finden.
Dabei kommt es nicht selten vor, dass sie Türen zerstören und hohe Zäune überwinden oder untergraben.

Hier sollte man bereits den Wolfshundewelpen sorgfältig sozialisieren und auf die Umwelt prägen,
damit er möglichst stressfrei im späteren Alltag zurechtkommt. 

Diese besonderen Einzelfälle, brauchen im Training oft auch Sonderlösungen.
Daher wende dich frühzeitig an einen Trainer, der dich bei Fragestellungen und Herausforderungen,
dieser Art,  unterstützt.

Die Lösung bei Trennungsangst

Die Therapie einer Trennungsangst ist langwierig.
Hier ist vom Halter viel Geduld und ein konsequentes Umsetzen von Trainingsschritten nötig. 

Denn je länger eine Trennungsangst bereits besteht, desto gefestigt ist sie, und mit jeder weiteren und damit wiederkehrenden Panikattacke, verfestigt sich die Trennungsangst, während des Alleinbleibens bei dem Hund.

Die Grundlage

Hunde mit einer Trennungsangst müssen lernen, sich zu entspannen, auch wenn der Halter mit ihnen zu Hause ist.

Die Grundlage, der Behandlung einer Trennungsangst, liegt in einer neuen Gewichtung der Beziehung,
zwischen Hund und Halter. Hier fehlt es oft an einer gesunden Balance.
Zu Beginn eines Alleinbleib-Trainings, ist die Beziehung beider gekennzeichnet durch eine zu starke Bindung des Hundes an seinen Halter. Der Hund ist in einer übermäßigen Abhängigkeit zu seiner Bezugsperson.
Hinzukommt, dass es dem Hund an Selbstvertrauen mangelt. 

Um den Hund zu fördern, gilt es sein Selbstvertrauen zu stärken und seine Unabhängigkeit zu fördern.

Gleichzeitig brauchen gerade diese Hunde für ihre Stabilität, einen geregelten Tagesablauf.

Distanz tut gut 

Zu Hause muss der Hund mehr zur Ruhe finden und sich entspannen. 

Daher solltest du in euren eigenen vier Wänden, ein ständiges Hinterherlaufen deines Hundes verhindern und deinen Hund mehr auf seinem Liegeplatz, zur Ruhe bringen.
Damit dein Hund hier wirklich entspannen kann, sollte sein Körbchen oder seine Decke einen Platz haben,
von dem aus er nicht alles sehen und kontrollieren kann.

Unterstützung durch Entspannungsdüfte

Gleichzeitig kannst du entspannende Düfte für deinen Hund nutzen, um ihm seinen Ruheplatz noch behaglicher zu machen.
Dazu eignet sich Lavendelöl. 

Denke bei der Verwendung von Duftölen, immer an die sehr empfindliche Hundenase. Hunde nehmen Gerüche um ein vielfaches stärker wahr, als wir Menschen.

Daher verwende Duftöle äußerst sparsam.

Anstelle eines Halstuches, mit einigen, wenigen Tropfen des Lavendelöls, ist es immer besser,
Aromaöle über einen Diffuser* zu zerstäuben.

Gute Dienste tut dir dann ein Diffuser* mit 500 ml Fassungsvermögen, in dem du zu dem Wasser noch einige, wenige Tropfen Aromaöl hinzugibst.

Die Nutzung von Aromaölen, hat sich bei Hunden gerade bei der Problematik von Angst und Unruhe sehr bewährt.

Weitere Möglichkeiten deinen Hund zu unterstützen findest du unter dem Punkt:
* Weitere medizinische Hilfsmittel (weiter unten).

Ignorieren aber richtig

Gleichzeitig solltest du als Halter deinem Hund dabei helfen, immer wieder in die Ruhe zu finden. Dafür ist es nötig, dass du auf sein forderndes Verhalten nicht mehr eingehst. Dabei geht es deinem Hund immer wieder um deine Aufmerksamkeit, die du bitte ihm schenken sollst.
So stupst der Hund zum Beispiel den Halter an, um ein Streicheln einzufordern oder er bellt ihn an, weil er gerne spielen will.
Hier muss der Hund lernen, dass er, auch wenn der Halter da ist, nicht ständig etwas von ihm fordern kann.
Aufmerksamkeit, ein Streicheln und Spielen gehen im Training nun rein vom Besitzer aus.

Die Kraft der Rituale

Rituale als wiederkehrende Handlungen. Sie strukturieren unseren Alltag mit unserem Hund.
Rituale schaffen für den Hund, einen übersichtlichen Tagesablauf und ordnen die Beziehung zu seinem Menschen. 

Etwas was immer nach dem gleichen Muster abläuft, macht es für alle Beteiligten vorhersehbar und verläßlich. Jeder weiß, was wann und wie geschieht.

Damit geben Rituale, Hunden das Gefühl von Verlässlichkeit, Vertrautheit und Sicherheit. Denn wenn sie den Ablauf einer Situation kennen, können sie auch mit ihr umgehen.
Das wiederum macht den Hund selbstbewußt und fördert sein Selbstvertrauen.

Rituale helfen auch bei Übergangsphasen, wie hier beim Alleinbleiben.
Gestaltest du diesen Übergang immer auf die gleiche Weise, dann bleibt, die sich verändernde Situation für den Hund trotzdem verlässlich und er fühlt sich weiterhin sicher.
Damit gibt ein Alleinbleiben-Ritual dem Hund Halt und reduziert mögliche Ängst. 

Außerdem setzen Rituale beim Alleinbleiben-Training, Grenzen und helfen dem Hund bestimmte Regeln einzuhalten. 

Denn gezielt eingesetzte, zeigen wiederkehrende Handlungen ihm an, wann mit einem bestimmten Verhalten Schluss ist und wann etwas Neues beginnt.
So lernt der Hund allmählich mit Grenzen umzugehen und diese zu akzeptieren. Du gibst ihm damit die Chance, sich gefühlsmäßig auf die Situation einzustellen. 

Rituale beim Alleinbleiben

Beim Alleinbleiben-Training kannst du dir für deinen Hund verschiedene Dinge als Ritual zu nutze machen. 

So kann etwa eine bestimmte klassische Musik oder eine immer gleiche Entspannungsmusik genutzt werden,
um deinem Hund zu signalisieren, du kümmerst dich jetzt nicht mehr um ihn.
Das ändert sich erst, wenn du die Musik wieder abstellst.

Gleiches gilt für einen Gegenstand, wie etwa ein Kleidungsstück oder Handtuch, dass du deinem Hund gut sichtbar hinhängst und das ihm mit der Zeit signalisiert, dass deine Aufmerksamkeit jetzt nicht mehr auf ihm ruht.
Räumst du den Gegenstand wieder weg, bist du für deinen Hund wieder da. 

Außerdem kannst du auch ein Halstuch verwenden, dass du deinem Hund umlegst, um ihm zu vermitteln:
Ich werde dich, so lange du es trägst, nicht ansehen, ansprechen oder anfassen.
Du darfst entspannen, denn es passiert jetzt nichts weiter. 

Nach einigen Wiederholungen bekommen diese Handlungen für deinen Hund, Signalcharakter. 

Er weiß mittlerweile, dass du dich nicht aus der Reserve locken läßt und er kann zur Ruhe kommen.

So wird deine Zeit des aktiven Ignorierens deines Hundes, ein wichtiger Baustein in deinem Trainingsplan. 

Distanz, braucht es auch bei Nacht

Hunde die Trennungsangst zeigen, sollten auch schrittweise daran gewöhnt werden, alleine zu schlafen.
Das hilft dem Hund tagsüber den Schlafplatz, wenn er alleine bleiben soll, mit der gleichen Ruhe
und Behaglichkeit zu verbinden, die er dort bei Nacht findet.

Medikamentöse Behandlung bei Trennungsangst

Eine Trennungsangst muss immer individuell und umfassend behandelt werden. So kann ein entsprechendes Training nie nach einem Standardprogramm ablaufen, sondern muss immer auf den jeweiligen Hund abgestimmt sein. Gleichzeitig bedeutet ein Hundetraining immer, dass man einen Prozess in Gang setzt, den man flexibel mit jedem Schritt anpassen muss.

Dieses Training zum Alleinbleiben, läßt sich auch durch weitere Maßnahmen unterstützen, etwa durch eine medikamentöse Behandlung.

Über ein Medikament wird hier der Serotoninspiegel im Gehirn zu erhöhen versucht,
was beim Hund seine Angst und Unruhe verringert. Damit verringert sich gleichzeitig sein Stresspegel.
So kann er sich im Training besser konzentrieren und dazulernen.

Auch das Medikament „Zylkene“ kann dein Tierarzt einsetzen.
Es enthält Alpha-Casozepin, ein natürlicher Wirkstoff, der aus dem Milcheiweiß Casein gewonnen wird.
Alpha-Casozepin ist geeignet, Stress zu minimieren, da es eine beruhigende Wirkung hat.
Wir kennen das als Empfehlung, vor dem Schlafengehen ein Glas Milch zu trinken.
Ist dein Hund insgesamt sehr stressanfällig, kann es auch über Monate verabreicht
und mit einem speziellen Training kombiniert werden.

Weitere medizinische Hilfsmittel

Eine weitere wichtige Unterstützung kann dir die Zusammenarbeit mit einem Tierheilpraktiker bieten.

Denn neben Heilpflanzen stehen dir auch homöopathische Arzneimittel, bei der Unterstützung der Trennungsangst, bei deinem Hund, zur Verfügung.  

Heilpflanzen 

Da sind zunächst die Heilpflanzen
Baldrianwurzel, Hopfenzapfen, Kamillenblüten, Melissenblätter, Weißdornfrüchte, Malvenblätter und Passionsblume haben nachweislich eine beruhigende Wirkung.

Folgende Anregungen gebe ich meinen Kunden:

  • Baldrian:
    Baldrian kann deinen Hund ähnlich beruhigen, wie uns Menschen.
    Er wirkt beruhigend und muskelentspannend.
  • Johanniskraut:
    Johanniskraut wirkt angst- und stresslösend.
    Vorsicht:
    Der im Johanniskraut enthaltene Wirkstoff „Hypericin“ löst Allergien aus.
    Jedoch nur in Verbindung mit Sonnenlicht und der damit verbundenen ultravioletten Strahlung.
    Es können auf der Haut dunkle Flecken und auch Blasen mit Juckreiz entstehen.
  • Lavendel:
    Lavendel wirkt ebenfalls beruhigend und angstlösend.
    Er wird gerne in der Aromatherapie angewendet. Das ist eine homöopathische Maßnahme die ich absolut favorisiere.
    Ich rate allerdings davon ab, den Hund direkt mit dem ätherischen Öl zusammenzubringen, etwa das Aufträufeln auf seine Decke oder auf sein Körbchen, weil es für den Hund so zu intensiv ist.
    Meine Empfehlung ist, schafft für Aromaöle einen Aromadefussor an, möglichst mit einem Fassungsvermögen von 500 ml.
    Und dann laßt das mit einigen Tropfen Lavendelöl, verdünnt so durch den Raum wabern. Hier läßt sich die Durftintensität über die Tropfen von Lavendelöl sehr genau auf den Raum und das Wohlbefinden des Hundes anpassen. Viel besser, als wenn der Hund ein Halstuch trägt und wir haben ihm das Aromaöl, unverdünnt unter die empfindliche Nase gerieben. 

Gebe deinem Hund, Heilplanzen und homöopathische Arzneimittel, möglichst frühzeitig, noch bevor er eine starke Angstreaktion zeigt.

In der Homöopathie gibt es eine ganze Reihe von Mitteln, die auf den Hund angstlösend wirken.
Gib deinem Hund ein homöopathisches Arzneimittel in Absprache mit einem erfahrenen Homöopathen.

Hier ist nicht nur die Wahl des Mittels entscheidend, sondern auch die Wahl seiner Potenz, also die Stärke der Wirkung die es entfalten soll.
Hier gilt nicht der Satz „Viel hilft viel.“ !!
Laß dich dementsprechend beraten. 

Wenn du Fragen an mich hast, dann nimm gerne mit mir Kontakt auf:
www.lernpfote.de/kontakt/ 

Homöopathie, Bachblüten und Co.

  • Schüssler Salze
    Da stehen uns die Nr. 5 Kalium phosphoricum oder
    Nr. 22 Calcium carbonicum zur Verfügung.
    Hier müßte man auch wieder individuell schauen, was einen Erfolg bringt
    Viele Halter berichten auch absolut positiv über die Gabe solcher Hilfsmittel. 
  • Bachblüten
    Mit der Gabe von Bachblüten-Mischungen solltest du ebenfalls frühzeitig beginnen.
    * Dazu zählen, Rock Rose, Aspen, Mimulus z.B. Canina Nr. 2
  • Rescue-Tropfen
    Hierbei handelt es sich um die sogenannten „Notfall-Tropfen“,
    die auch wirklich nur für einen Notfall gedacht sind.
    Somit setzt man diese nur ein, wenn der Hund panisch reagiert.
    Etwa weil eine Bezugsperson das Haus verläßt und der Partner mit dem Hund zurückbleibt.
    Diese Notfall Tropfen empfehle ich übrigens jedem Hundehalter, sie immer dabei zu haben.
    Sollte es mal zu einer überaus beängstigenden Situation für den Hund kommen, etwa durch eine Rauferei oder einen Beißunfall, dann kann man diese dem Hund direkt vor Ort schon geben.
     
  • Homöopathika:
    – Belladonna
    – Chamomilla
    – Ignatia
    – Phosphorus
    —> Neurexan von Heel

Grundsätzlich sollte man bei pflanzlichen Mitteln nicht auf fertige Mischungen (z.B. „Angst-Mischungen“) zurückgreifen, sondern sich eine entsprechende Mischung von einem Tierheilpraktiker individuell für seinen Hund ausarbeiten und zusammenstellen lassen.
Ein guter Tierheilpraktiker berät hierzu gerne und hilft dabei, das passende „Mittel“ für den Hund zu finden.
Es ist wenig sinnvoll in Eigenregie „herumzudoktern“ oder irgendetwas auszuprobieren,
was man vom Hörensagen her kennt.
Zumal es auch hier kein naturheilkundliches „Wundermittel für alle Hunde“ gibt.

Mit all diesen Punkt zur Trennungsangst beim Hund, kannst du mit der Herausforderung „Alleinbleiben beim Hund“ sicher schon verständiger umgehen.
Denn gerade wenn der Hund nicht alleine bleiben kann, sorgt dieser Umstand für einen hohen Leidensdruck beim Halter. Sind einem aber die Zusammenhänge bewußt, die sich beim „Alleinbleiben beim Hund“ ergeben, kann man auch Schritt für Schritt ein geeignet Training aufbauen, wenn der Hund noch Probleme mit dem Alleinbleiben hat.

Nahrungsergänzungsmittel

Spricht man von Nahrungsergänzungsmitteln, meint man Produkte, die aus Nährstoffen in konzentrierter Form bestehen. Diese Mittel haben eine ernährungsspezifische oder physiologische Wirkung. 

Lernpfote e. V. Blogbeitrag: Alleinbleiben beim Hund

Diese Nährstoffe, können Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente und  Aminosäuren,
aber auch Ballaststoffe, Pflanzen oder Kräuterextrakte sein.

Nahrungsergänzungsmittel sind von sich aus, nicht dazu bestimmt, Krankheiten zu heilen oder zu verhüten.
Deshalb sollten sie, wie bei der Gabe von Medikamenten, nur in Absprache gegeben werden.

Bei Nahrungsergänzungsmitteln oder bei der Gabe von Heilpflanzen und auch
bei homöopathischen Arzneimitteln, ist es wichtig, sie frühzeitig zu verabreichen. 

Manchmal ist es auch nötig, sie mindestens einmal vorher zu verabreichen, um zu schauen,
wie reagiert der Hund überhaupt auf das Mittel, um dann auch die richtige,
individuelle  Auswahl für deinen Hund zu treffen.

L-Tryptophan

L-Tryptophan ist eine essentielle Aminosäure, die im zentralen Nervensyste
zum Neurotransmitter Serotonin umgewandelt wird.
Serotonin, wird auch als das „Glückshormon“ bezeichnet.
Es kann nicht vom Körper selbst hergestellt werden, sondern wird durch die Nahrung aufgenommen. 

In diesem Zusammenhang kann auch über eine Umstellung der Ernährung nachgedacht werden,
so dass dem Hund dauerhaft mehr Serotonin zur Verfügung steht.
Serotonin hat also Einfluss auf den Schlaf und die Stimmung.

Ganz besonders bewährt hat sich ein Präparat auf der Basis von Molkenprotein.

Das schafft es auch durch die Blut-Hirn-Schranke.
Denn Serotonin als solches kann die Blut-Hirn-Schranke nicht überwinden.
Das heißt, es muss im Zentralen Nervensystem gebildet werden und ist damit abhängig von der Verfügbarkeit
von L-Tryptophan, der wichtigste Baustein für Serotonin.
L-Tryptophan ist  auch bei Nierenpatienten, einer Schilddrüsenunterfunktion und bei Allergikern einsetzbar.

Besprich dich über diese Anwendungsmöglichkeit mit deinem Tierarzt.
Er kann dir das Mittel, Purapep verschreiben.

Freiverkäuflich sind die Mittel:

Zur Anwendung und genauen Dosierung frage deinen Tierarzt oder Tierheilpraktiker.
Oder melde dich bei mir unter: www.lernpfote.de/kontakt/

CBD-Öl

CBD-Öl ist ein Hanföl mit einem sehr hohen Anteil (bis zu 80 %) an mehrfach, ungesättigten Fettsäuren.
Besonders ist das Verhältnis von 3:1 Linolsäure zu alpha-Linolsäure, was ein ernährungsphysiologisch
hochwertiges Verhältnis ist.

Zum jetzigen Zeitpunkt liegen für den Hund, allerdings keine Studien über den Einsatz von CBD-Öl in der Verhaltensmedizin vor.

Die Wirkungen von CBD-Öl sind:

  • entzündungshemmend
  • krampflösend
  • schmerzlindernd
  • beruhigend

Gerade die Verwendung von CBD-Öl muss man sehr genau auf den Hund abstimmen.
Weil für mich alles unter das Stichwort „Medikament“ fällt, auch wenn ich über die Aromatherapie spreche,
ist in meinen Augen, ein CBD-Öl unbedingt als Medikament anzusehen.

Auch wenn es jetzt scheinbar überall zu haben ist, gibt es große qualitative Unterschiede.
Wer sich von mir beraten lassen möchte, dem stehe ich selbstverständlich zur Seite.

Ich arbeite mit einer Firma aus Österreich zusammen, die auch Tierärzte berät und
sehr hochwertige CBD-Öle anbietet.
Melde dich gerne bei mir unter: www.lernpfote.de/kontakt/ wenn ich dich unterstützen soll. 

Freiverkäufliche Anti-Stress-Mittel

Adaptil
In Stresssituationen hat man gute Erfahrungen auch mit Adaptil gemacht.
Adaptil ist ein synthetischer Nachbau des Beruhigungspheromons der Mutterhündin,
das nach der Geburt verströmt wird und emotional entspannend auf die Welpen wirkt.
Der „Nachbau“ dieses Pheromons besitzt ebenfalls diese stressreduzierenden und beruhigenden Eigenschaften,
so dass es auch bei Ängsten eine sehr gute Wirkung hat.

Adaptil gibt es in verschiedenen Ausführungen wie z.B. als:

Keine Selbstmedikation

Es sollte vor der Verabreichung eines Medikamentes eine allgemeine Untersuchung erfolgen.
Denn jedes Medikament kann Nebenwirkungen haben.

Grundsätzlich möchte ich dir auch ans Herz legen, nicht selber mit irgendwelchen Medikamenten,
ob nun Bach-Blüten, homöopathischen Mitteln oder CBD-Öl, zu experimentieren.

Jeder Hund zeigt immer sein persönliches, individuelles Verhalten.
Seine Beweggründe und seine Geschichte läßt sich mit keinem anderen Hund vergleichen.
Damit muss man eine Unterstützung immer auf den jeweiligen Hund, einzeln abstimmen.
Es gibt in Sachen Medikamente, nicht „DAS“ Medikament, das bei jedem Hund gleich hilft.

Ernährung anpassen

Die Ernährung unserer Hunde ist ein weites Feld und die Wahl des Hundefutters eine Wissenschaft für sich.

Unsicherheit, Hyperaktivität und Stress, selbst Aggression hat viele unterschiedliche Erscheinungsformen
und oft zeigt der Hund sie noch als Mischform.
Das macht es alleine schon äußerst kompliziert.
Gleichzeitig ist ein unerwünschtes Verhalten, dass der Hund zeigt, immer auch stark von der
jeweiligen Ursache abhängig.

Daher gilt es sich an dieser Stelle ebenfalls intensiv mit der Ernährung des Hundes auseinanderzusetzen,
um ihn auch hierüber bestmöglich zu unterstützen.  

Einen Punkt sollten wir uns daher genauer ansehen:

Mais im Hundefutter

Mais hat einen schlechten Ruf, wenn es um ihn als Bestandteil im Hundefutter geht.

Denn das Futtermittel „Mais“, hat zwei besondere Eigenschaft, die ihn für die Ernährung von Hunden außergewöhnlich macht.

Mais hat sowohl Auswirkungen auf Hunde die ängstlich sind oder schnell unter Stress geraten und
auch auf Hunde, die ein Aggressionsverhalten zeigen.

Die Wirkungen der Maisfütterung

Mais enthält ein Enzym, dass die Bildung der
Stresshormone, aus dem Nebennierenmark, verlangsamt. 

Zu diesen Stresshormonen, den sogenannten Katecholamine, gehören:

  • Dopamin (Glückshomon)
  • Adrenalin (Fluchthormon)
  • Noradrenalin (Kampfhormon)

Sie alle regulieren das vegetative Nervensystem.

Exkurs:

Das vegetative Nervensystem

Das vegetative Nervensystem, wird auch unwillkürliches bzw. autonomes Nervensystem genannt.
Es regelt, einen Großteil der lebensnotwendigen Körperfunktionen,
ohne eine bewußte Steuerung durch das Gehirn.

Jeder emotionale Zustand, bewirkt eine Veränderung des vegetativen Nervensystems.
Zu diesen emotionalen Zuständen gehören:

  •  Ruhe und Ausgeglichenheit 
  • Aufregung und Nervosität
  • Freude
  • Stolz
  • Kummer
  • Leid
  • Zufriedenheit
  • Trauer
  • Wut
  • Zorn
  • Vorsicht
  • Misstrauen
  • Angst
  • Panik

Zu den lebensnotwendigen Körperfunktionen zählen:

  • Atmung
  • Herzschlag
  • Verdauung
  • Kreislauf
  • Stoffwechsel
  • Blutzuckerspiegel usw.

Das vegetative Nervensystem ist also in der Lage, den Körper ohne eine bewußte Steuerung des Gehirns,
an jeweils unterschiedlichen Situationen anzupassen.

Gleichzeitig besteht immer eine enge Verbindung zum willkürlichen Nervensystem. 

Das willkürliche Nervensystem

Das willkürliche Nervensystem wird auch somatisches Nervensystem genannt.
Es umfasst die bewußte Wahrnehmung von Umweltreizen, ebenso wie die Wahrnehmung
von Reizen aus dem Körperinneren.
Außerdem schließt es die bewusste und willkürliche Steuerung von Bewegungen ein.

Beim vegetativen Nervensystem werden zwei Systeme unterscheiden. 

  1. sympathische System / Sympathikus

Empfindet dein Hund etwas als bedrohlich, dabei kommt es immer auf seine Einschätzung der Situation an, bereitet der Sympathikus den gesamten Organismus deines Hundes darauf vor, zu fliehen oder zu kämpfen. 

Das sympathische Nervensystem wird ausgelöst durch die Hormone:

  • Adrenalin
  • Noradrenalin
  • Kortisol 

Funktion des Sympathikus:

  • hellt das Bewußtsein auf
  • erhöht den Herzschlag
  • erhöht den Blutdruck
  • weitet die Bronchien
  • beschleunigt die Atmung
  • weitet die Pupillen 
  • erhöht die Muskelanspannung
  • hemmt Magen- und Darmtätigkeit
  • hemmt Darm- und Blasenentleerung
  • hemmt den Gallenfluss
  • hemmt die Bauchspeicheldrüsentätigkeit
  • hemmt die Speichelproduktion 
  • stimuliert das Nebennierenmark zur Produktion von
    * Adrenalin und
    * Noradrenalin

Aufregung, Stress, Angst und vor allem Panikattacken führen sofort zu einer Adrenalinausschüttung,
die einhergeht mit heftigen Symptomen des Körpers, wie Herzrasen, beschleunigter Atmung,
Schwitzen an den Pfötchen und/oder Muskelanspannung etc. 

Der Zustand der Angst, geht immer mit einer körperlichen Erregung einher.
Eine körperliche Erregung jedoch ist auch ohne Angst möglich.

Ebenso lösen Wut, Freude und alle anderen beschriebenen Emotionen, eine Aktivierung des Sympathikus aus.

Der Gegenspieler dazu, ist das

  1. parasympathische System / Parasympathikus

Der Parasympathikus ist der Gegenspieler des Sympathikus.

Das parasympathische Nervensystem versetzt den Hundeorganismus wieder zurück in den Normalzustand.

Es dient der Ruhe und Erholung.
Gleichzeitig wird die Energie des Körpers wieder aufgeladen. 

Der Parasympathikus aktiviert nur die Funktionen, die zu einem gewissen Zeitpunkt wieder notwendig sind. 

Funktion des Parasympathikus:

  • mindert das Bewußtsein
  • verlangsamt den Herzschlag
  • senkt den Blutdruck
  • verengt die Bronchien
  • verlangsamt die Atmung
  • verengt die Pupillen 
  • reduziert die Muskelanspannung
  • fördert Magen- und Darmtätigkeit
  • fördert Darm- und Blasenentleerung
  • fördert den Gallenfluss
  • fördert die Bauchspeicheldrüsentätigkeit
  • verstärkt die Speichelproduktion 

Alle Entspannungstechniken die man beim Hund ins Training einbindet,
unterstützen die Aktivität des parasympathischen Nervensystems.

Dazu zählen, wenn du es mit einem Hund geübt und gefördert hast:

  • Nutzung des Relaxopet/Relaxodog* nach entsprechendem Training
  • Entspannungsduft, wie etwa Lavendel
  • Tellington Touch (kreisende Massagebewegungen)
  • Thundershirt* 
  • Entspannungsort, wie Hunde-Box* oder Ruhedecke
  • Entspannungs-Signal

Alle entspannenden Maßnahmen, mußt du allerdings aktiv mit deinem Hund üben und
so ein Gefühl der Entspannung bei ihm fördern.

Einflussnahme über die Fütterung 

Mais in der Fütterung

Ist ein Hund sehr durch die Stresshormone (Katecholamine), Dopamin (Glückshomo), Adrenalin (Fluchthormon) und Noradrenalin (Kampfhormon) gesteuert, wie es bei hyperaktiven Hunden der Fall ist,
kann man sich Mais zunutze machen, weil er an dieser Stelle, zu einem ruhigeren Verhalten beiträgt.

Wie schon beschrieben, enthält der Mais ein Enzym, dass die Bildung dieser Stresshormone verlangsamt
und damit zu einer ruhigeren Verhaltensweise führt. 

Einfach Mais aus der Dose?

Möchtest du diese positiven Eigenschaften vom Mais, bei der Fütterung deines Hundes nutzen,
reicht es allerdings nicht aus, dem Hund eine kleine Portion Mais aus der Dose,
zu seinem üblichen Futter mit dazuzugeben.

Lernpfote e. V. Blogbeitrag: Alleinbleiben beim Hund

Das Gebiss des Hundes ist nicht dafür ausgelegt, Nahrungsbrocken zu zerkleinern und
in einen Nahrungsbrei zu verwandeln.
Hunde schlingen ihre Mahlzeit daher eher stückweise herunter.
Auch die Maiskörner würden sie in der Regel nicht kauen, sondern unzerkaut herunterschlucken.
So wird dann der Mais im Verdauungssystem aber nicht verdaut, sondern er kommt wie er abgeschluckt wurde,
im Kot wieder heraus.

Damit kommen seine positiven Eigenschaften, die deinem Hund nutzen sollen, gar nicht in seinem Körper an.

Niedriger Gehalt an L-Tryptophan im Mais

Eine weitere wichtige Eigenschaft von Mais, ist der sehr niedrige Gehalt an L-Tryptophan.

L-Tryptophan hatte ich dir schon unter dem Punkt „Nahrungsergänzungsmittel“ vorgestellt.

Der Hund braucht ausreichend L-Tryptophan, um daraus Serotonin herzustellen.
Serotonin ist der Gegenspieler zum Stresshormon Cortisol. 

Doch der niedrige Gehalt an L-Tryptophan im Mais, bedeutet daher auch, einen niedrigen Spiegel von Serotonin.

Das ist gerade für gestresste oder ängstliche Hunde schlecht.
Denn Serotonin, als „Glückshormon“ trägt zu einem ausgeglicheneren Verhalten und
einer positiveren Stimmung bei.
Damit kommt L-Tryptophan, im Hinblick auf Stressregulierung, Glücksgefühle und mehr innere Gelassenheit,
eine wichtige Rolle zu. 

Damit ist ein maishaltiges Futter für Hunde, die unter Stress stehen, ungeeignet. 

Auch Phenylalanin, beeinflusst Verhalten

Gleichzeitig darf man einen weiteren wichtigen Punkt bei Katecholamine, den Stresshormonen,
nicht außer acht lassen.

Die Grundsubstanz der Katecholamine, ist die Aminosäure Phenylalanin.
Je mehr der Körper von dieser Aminosäure zur Verfügung hat, desto mehr Stresshormone
kann er daraus herstellen.
Somit wird über diese Aminosäure ebenfalls das Verhalten des Hundes beeinflusst. 

Daher sollte die Ernährung von hyperaktiven Hunden und Hunden die schnell überreizt sind, unbedingt angepaßt werden.
Hunde die schnell oder dauerhaft unter Stress stehen,
sollten NICHT mit Innereien, Rind und Wild gefüttert werden,
da in ihnen viel von der Aminosäure Phenylalanin zu finden ist. 

Was nun?

Wie du deinen Hund nun am besten unterstützt, ist vor allem  abhängig von der Ursache,
die hinter seinem Verhalten steckt.
Hinzu kommt die Art seines unerwünschten Verhaltens.  

Diese beiden Punkte stellen für sich schon jeweils eine Herausforderung da.
Erschwerend kommt jetzt noch hinzu, dass die meisten hyperaktiven Hunde,
sowohl psychisch sehr instabil und damit äußerst gestresst sind. 

Dies gilt auch für Hunde, mit einer Stereotypie oder einer komplexen obsessiv-kompulsiven Störung
(Obsessive Compulisive Disorders, abgekürzt OCD).

Lernpfote e. V. Blogbeitrag: Alleinbleiben beim Hund

Die Stereotypie oder OCD, sind beim Hund Ersatzhandlungen, die sich in zwanghaftem und
oft selbstgefährdendem Verhalten ausdrücken.
Hunde versuchen durch diesen Zwang, eine fehlende Balance, zwischen ihrem körperlichen und
seelischen Empfinden, auszugleichen.

Das heißt sie versuchen auf diese Weise, Stress abzubauen und zur Ruhe zu kommen bzw. Schmerzen,
aber auch Juckreiz oder Missempfindungen, zu lindern.

Zu solch einem zwanghaften Verhalten zählt:

  • Dauerlecken an Pfoten
  • Flanken saugen
  • Gliedmaße bekauen
  • Schatten anstarren
  • zwanghaftes Suchen bzw. Schnüffel
  • rhythmisches Bellen 
  • Auf- und Ablaufen
  • Objekte ablecken und ankauen
  • Kreiseln
  • Lichtreflexe jagen
  • Rute jagen
  • übermäßiges Trinken 
  • Sucht des „Balljunkies“
  • und anderes

Gerade Hunde die solch ein Verhalten zeigen, benötigen eine ausreichende Zufuhr an L-Tryptophan.
Dies sollte sichergestellt werden, entweder über ihre Nahrungsaufnahme oder als Nahrungsergänzungsmittel. 

Daher bietet eine auf den Hund, gut abgestimmte Ernährung eine hilfreiche Unterstützung zum Hundetraining.
Das bedeutet allerdings auch, eine nicht optimierte Ernährung, kann das Hundetraining negativ beeinträchtigen. 

Solltest du an dieser Stelle über eine Ernährungsumstellung nachdenken, um deinen Hund in seinem Verhalten
zu unterstützen, suche unbedingt Rat bei einem darin ausgebildeten Hundetrainer
oder einem Hunde-Ernährungsberater.

Ernähungstipps und Dosierungsanleitungen

Ich werde vielfach gefragt, ob ich nicht in meinen Beiträgen genauere Ernährungstipps
oder Dosierungsanleitungen geben könnte.
Dies ist nicht möglich.
Um die Ernährung des Hundes tatsächlich anzupassen, braucht man Informationen über den jeweiligen Persönlichkeitstyp des Hundes und sein Problemverhalten.
Ebenso müssen Botenstoffe und dem Verhalten zugrunde liegende Hormone in eine Beratung mit einfließen.
Nur so kann eine ganzheitliche Therapie vom Hund mit einer Verhaltensproblematik gelingen.

Deinen Hund alleine lassen
 
Immer wieder wird es Situationen geben, in denen du deinen Hund nicht mitnehmen kannst,
etwa zum Arztbesuch oder zum Einkaufen. 

Durch ein schrittweises und vorsichtiges Training, gewöhnen sich die meisten Hunde gut daran,
dass sie manchmal für eine gewisse Zeit alleine bleiben müssen.
Ein Training am Alleinbleiben ist auch unabhängig vom Alter deines Hundes, immer möglich.

11 Tipps wie dein Hund gelassen alleine bleibt

  1. ausgiebige Gassirunde
    Bevor du deinen Hund für einige Zeit allein lassen mußt, mache mit ihm eine ausgiebige Gassirunde.
    Laß ihn rennen und mache mit ihm wenn möglich ein Suchspiel.
    Dazu kannst du den Dummy deines Hundes verstecken oder ihn auch Leckerchen an einem Baum,
    in der Rinde, suchen lassen.
  2. Füttere deinen Hund
    Nach eurer Gassirunde, füttere deinen Hund.
    Wenn nicht mit einer Hauptmahlzeit, dann mit einigen Leckerchen, die er sich zum Beispiel,
    bei einem Trick erarbeiten muss.
    Vom Kopf her ausgelastet, mit den vielen aufgenommen Eindrücken und müden Muskeln,
    findet dein Hund leichter zur Ruhe.

  3. Ausreichend Trinkwasser
    Immer sollte der Wassernapf deines Hundes frei und gefüllt, zugänglich sein.
     
  4. sicherer Rückzugsort
    Dein Hund sollte seinen Schlafplatz als etwas wunderbar Entspannendes empfinden.
    Daher mache ihm seinen Liegeplatz so angenehm wie möglich.
    Dabei ist es egal ob er im Körbchen, auf einer Decke oder in einer Box zur Ruhe kommt.
    Mache es dir zur Regel, ihn immer wieder dort auch aktiv hinzuschicken, derweilen du in der Wohnung beschäftigt bist.
    Liegt er noch bei deiner Rückkehr auf seinem Platz, freue dich und lobe ihn sehr ruhig.
    So kann auch aus dieser Handlung, das Entspannen auf seinem Liegeplatz,
    für euch mit der Zeit ein Ritual werden.
  5. Begrenze seinen Freiraum
    Weite, viel Platz und Raum, geben uns Menschen ein Gefühl von Freiheit.
    Daher ist es für uns schwer, uns in unseren Hund hineinzuversetzen, bei dem mit dem vielen Freiraum, innerhalb der leeren Wohnung, eher das Gefühl der Überforderung aufkommt.
    Denn hat der Hund die ganze Wohnung plötzlich für sich allein, dann stellt sich für ihn sofort die Frage,
    wer für die Sicherheit sorgt.
    Damit fühlt er sich verantwortlich und sieht seine Aufgabe darin, aufzupassen.
    Das setzt ihn unter Stress und angespannt lauscht er allen Geräuschen, die von draußen kommen.
    Daher begrenze den Raum in dem dein Hund sich während deiner Abwesenheit bewegen kann.
    Schließe Türen und auch Fenster, dunkle sie wenn möglich auch ab, so daß er sich weniger verantwortlich fühlt. Außerdem kannst du zur Begrenzung deines Hundes auch ein Kindergitter* nutzen.

  6. Gut Ding will Weile haben
    Übst du mit deinem Hund das Alleinbleiben, dann beginne zunächst mit sehr kurzen Momenten und
    weite die Zeitspanne in denen du nicht anwesend bist, nach und nach aus.
    Verzichte in deinem Training mit deinem Hund, auf jeden Druck, deine zeitliche Abwesenheit,
    mit Macht zu verlängern.
    Gib deinem Hund stattdessen Zeit.
    Damit dein Hund sich darauf einlassen kann, darauf zu vertrauen, dass du wiederkommst,
    braucht er immer wieder die Erfahrung, dass es auch wirklich so passiert.
    Gerät er in Sorge oder gar Panik, machst du dir den bereits erarbeiteten Trainingserfolg wieder zunichte.
    Daher bleibe geduldig und nimm dir die Zeit, die dein Hund braucht.
    Hast du das Gefühl du bist überfordert, dann hole dir unbedingt Hilfe.
    Gerne kannst du dich bei mir melden, unter www.lernpfote.de/kontakt/
  7. Gelassen bleiben
    Das du zunächst außer Haus bist und anschließend wiederkommst, ist für dich ein normaler und
    natürlicher Ablauf.  Genau dieses Gefühl von Normalität solltest du auch deinem Hund vermitteln.
    Daher mache nicht viel Aufhebens von deinem Weggehen und komme mit der gleichen
    Selbstverständlichkeit auch wieder nach Hause zurück.
    Immer natürlich in den entsprechenden Trainingsintervallen.
    Auch wenn es am Anfang erst einmal nur 5 Minuten sind.
    Später ist es auch für deinen Hund alltäglich, dass du nach 30 Minuten wieder daheim bist.
    Zeigst du allerdings beim Gehen oder Zurückkommen ständig deine Nervosität,
    überträgt sich dies auf deinen Hund.
    Er muss dann zwangsläufig vermuten, dass er berechtigter Weise Angst haben muss.

  8. Beschäftigung lenkt ab und beruhigt
    Wie schon besprochen ist nicht immer Angst die treibende Kraft, für die Probleme beim Alleinbleiben.
    Es kann beim Hund auch Langeweile sein.
    Um ihm für diesen Fall eine Beschäftigung zu bieten und ihn abzulenken, biete ihm für die Zeit deiner Abwesenheit, zum Beispiel einen gefüllten Kong* oder ein anderes gefülltes Hundespielzeug an.
    So ist er erst einmal damit beschäftigt, durch Anschubsen und Schlecken, die Füllung oder
    die Leckerchen aus dem Gegenstand herauszubefördern.

  9. Beruhigung durch aufgestellte Kamera
    Ich weiß noch, wie ich mich bei meinen ersten Einkäufen abgehetzt habe, als Lina,
    meine Labrador-Hündin, dass erste Mal, alleine zu Hause geblieben ist.
    Trotz aller Trainingseinheiten und aller Maßnahmen, ihr das Alleinbleiben schön zu gestalten,
    war ich dann im Ernstfall weiterhin unsicher.
    Wenn es dir auch so geht, dann schaffe dir eine Überwachungskamera für Haustiere* an,
    mit dem du den Schlafplatz deines Hundes auch aus der Ferne im Auge behalten kannst.
  10. Nicht schimpfen
    Auch wenn dein Hund anfangs mit Jaulen und Bellen oder gar einem Kratzen an der Tür regiert,
    bleibe gelassen.
    Warte auf den Moment, in dem dein Hund kurz aufhört.
    Vielleicht um Luft zu holen oder nach dem Kratzen zu lauschen, ob er Erfolg hatte und
    dich schon zurückkommen hört.
    Dies ist der richtige Augenblick, wie selbstverständlich zurückzukehren.
    Wie selbstverständlich zurückzukehren, heißt in diesem Fall, ohne jegliche Belohnung und
    ohne großes Aufheben.
    Wichtig ist vor allem, schimpfe nicht mit deinem Hund.
    Er ist gestresst und war in Sorge.
    Er hat nicht wirklich etwas Falsches getan, sondern hatte keine andere Lösung, als nach dir zu rufen
    und für sich einen Ausgang zu finden, um hinter dir her zu gehen.
    Bringe ihn zurück auf seinen Liegeplatz, damit er hier wieder zur Ruhe kommt.
  11. Ritual beim Wiedersehen
    Du verläßt deine Wohnung ohne Worte und Gesten, ganz selbstverständlich.
    Dein natürlicher Umgang mit der Situation, hilft deinem Hund, nicht in Aufregung und Stress zu geraten.
    Er vertraut so ohne Sorge darauf, dass du zurückkommst.
    So ist es auch für deinen Hund hilfreicher, wenn du wiederkommst und erst einmal für einen
    immer gleichen Ablauf sorgst.
    Daher schicke deinen Hund zurück auf seine Decke, wenn dein Hund dich beim Wiederkommen bedrängt.
    Schaffe ein Ritual, indem du zum Beispiel zunächst deine Jacke ablegst und deine Schuhe ausziehst.
    Du wäschst dir erst einmal die Hände und verstaust deine mitgebrachten Einkäufe.
    Erst wenn dein Hund ruhig auf seinem Platz ausgeharrt hat, löst du seine Zeit dort auf und begrüßt ihn, entsprechend ruhig.
    Kuschel ihn jetzt ausgiebig und lobe ihn, dass alles zeigt ihm wie stolz du auf ihn bist und dass er es gut gemacht hat. 

Der Welpe allein zu Hause

Insbesondere für Welpen beginnt im neuen Zuhause eine aufregende und herausfordernde Zeit.
Mit durchschnittlich 10 Wochen muss er zunächst die Trennung von seinen Wurfgeschwistern
und seiner Mama verkraften.
Von einem auf den anderen Tag heißt es für ihn, sich an seine neue Bezugsperson oder
seine neue Familie zu gewöhnen.

Sein neues Zuhause verlangt dem Welpen zunächst viel ab.
Alles ist neu und aufregend, gleichzeitig aber auch beängstigend.
Hier sind alle Gerüche und Geräusche anders, als bei seinem Hunderudel.
Sich auf den neuen und ungewohnten Tagesrhythmus seiner Halter einzulassen, mit allen den unbekannten Stimmen und auch Gegenständen, innerhalb der Wohnung, ist zu Anfang für den Welpen eine große Herausforderung. 

Daher gilt die erste Priorität beim Einzug eines Welpen, dem Vertrauen, dass er zu seinen Menschen fassen soll
und einer sicheren Bindung.
Dazu muss der Welpe seinem Halter zuallererst vertrauen und sich geborgen fühlen.
Erst wenn der „sichere Hafen“ geschaffen ist, kannst du überhaupt darüber nachdenken,
mit ihm auch das Alleinbleiben zu trainieren.

Die natürliche Reaktion aufs Alleinsein beim Welpen 

Auch wenn du deinen Welpen unbedingt behutsam an das Alleinsein gewöhnen solltest,
warte mit den ersten kleinen Schritten, nicht zu lange.

Es ist immer besser, der Welpe hatte genügend Zeit das Alleinsein zu erlernen, als wenn der Alltag
es dann plötzlich von ihm fordert, etwa weil der Urlaub zu seiner Eingewöhnung, vorbei ist. 

Das die natürliche Reaktion eines Welpen auf das Alleinsein, jaulen, fiepen, winseln oder gar schreien ist,
hatte ich zu Beginn des Artikels schon beschrieben.
Er möchte damit seine Mutter auf sich aufmerksam machen, weil er in Panik gerät, wenn er realisiert,
dass er alleine ist. 

Daher ist es verständlich, wenn er jetzt ebenfalls nervös wird, wenn du als Bezugsperson, außer Sicht gerätst
oder sogar ganz das Zimmer verlässt. 

Unsinn-machen, aus emotionaler Überforderung

Realisiert der Welpe plötzlich, dass er alleine ist, verunsichert ihn dies und manch ein kleiner Vierbeiner,
beginnt  zu bellen, um seinem Unmut Luft zu machen.

Lernpfote e. V. Blogbeitrag: Alleinbleiben beim Hund

Unter dieser aufkommenden Unruhe und dem beginnenden Stress, versucht der Welpe nun seine
emotionale Stimmung zu verbessern.
In seiner Not beginnt er Dinge zu tun, über die der Halter überhaupt nicht glücklich ist.
Den Welpen aber lenken sie ab und lassen ihn entspannen.
Etwa das Annagen von allem Möglichen, vielleicht dem erst besten Stuhlbein, einem Schuh oder seinem Körbchen.

 

Das Kauen, Nagen und Schlecken, beruhigt ihn und verbessert damit seine emotionale Stimmung.

Ist schon der Welpe lange und viel alleine zu Hause, kommt es später als Folge davon, häufig zu unerwünschten Verhaltensmustern oder Angststörungen.

Der Einstieg zum Alleinbleiben beim Welpen

Eine erste wichtige Übung für deinen Welpen, ist die Selbstverständlichkeit, mit der du ins Badezimmer gehst.

Hierfür ist es wichtig, deinen Welpen nicht ständig zu beachten.
Je mehr Beachtung du ihm schenkst, desto schneller wird er deine Aufmerksamkeit und deinen Zuspruch, vermissen. 

Zu Beginn wird dir dein Welpe noch hinterherlaufen. Er möchte die Anbindung an dich nicht verlieren. Außerdem ist es in deiner Nähe nicht nur schön, sondern auch sehr spannend.

Hier nutze sein Lieblingsspielzeug oder einen Kauknochen, um deinen Welpen für deinen Gang ins Badezimmer zu beschäftigen.
Vertieft er sich in sein Spiel, nutze diesen Moment, um ohne Aufhebens aus dem Zimmer zugehen.
Ebenso selbstverständlich kommst du wieder zurück.
Schenke deinem Welpen jetzt keine besondere Beachtung.
Dein Kommen und Gehen gerade innerhalb deiner Wohnung, muss für deinen Welpen zur Selbstverständlichkeit werden.

Die erste spielerische Übung zum Alleinbleiben beim Welpen

Lecken und kauen sind beim Hund natürliche Strategien, um den Stress zu regulieren und Situationen besser zu bewältigen. Nutze diese beruhigende Wirkung von lutschen, schlecken, beißen und nagen, auf deinen Welpen, für die erste leichte Erfahrung mit dem Alleinbleiben. 

Lasse deinen Welpen mit etwas spielen, was ihm richtig viel Freude macht, weil er genau dabei etwas findet, was ihn zufrieden stimmt. Fülle ihm dazu einen Kong* mit etwas Frischkäse oder Nassfutter.

So mit seinem leckeren Kong* beschäftigt, verläßt du kurz den Raum.

Auf keinen Fall sollte dein Welpe beginnen, dich zu vermissen.
Er sollte in der Zeit deiner kurzen Abwesenheit, eine gute Emotion haben, weil er mit etwas Tollem beschäftigt ist, was einfach gute Laune macht. 

Nur so verknüpft der Welpe mit der Zeit, dein Weggehen, mit dem Spaß des Snack-Spielzeugs „Kong*“.

Komme wie selbstverständlich zurück und nehme deinem Welpen zunächst unaufgeregt wieder ab, womit er bisher beschäftigt war.

So rettest du sein gutes Gefühl in deine nächste Übungseinheit. Dein Welpe wird zunächst enttäuscht sein, wenn sein leckeres Futterspielzeug nicht mehr zur Verfügung steht.

Wiederhole diese Übung oft und dehne die Zeit eurer Trennung langsam und stetig immer mehr aus.
Achte jedoch darauf, dass die Füllung des Kongs* lange genug ausreicht.

Je selbstverständlich du mit den alltäglichen Situationen umgehst, desto selbstverständlicher sind diese auch für deinen Welpen.

Du gibst ihm schon durch einen strukturierten Tagesablauf, keinen Grund sich Sorgen zu machen. 

Wie lange darf ich meinen Hund alleine lassen?

Auf diese sehr wichtige Frage, gibt es leider keine allgemein-gültige Antwort.

Es hängt immer stark vom Charakter des jeweiligen Hundes und seines Alters ab. Gleichzeitig natürlich vor allem, wie er das Alleinbleiben überhaupt verträgt. 

Daher lautet die Grundregel: 

Lasse deinen Hund nie lange alleine!

Wie lange kann ich meinen Welpen alleine lassen?

Meine Empfehlung für deinen Welpen ist:
Lasse deinen Welpen bis er etwa ein halbes Jahr alt ist, nur kurz alleine. 

Trainiere mit ihm, sobald er sich in seinem neuen Zuhause eingelebt hat, konsequent das Alleinbleiben,
damit es für ihn, mit der Zeit selbstverständlich wird.

Thema „Stubenreinheit“ nicht außer Acht lassen

Grundsätzlich haben Welpen einen kurzen Schlaf-Wach-Rhythmus und danach müssen sie sich unbedingt lösen, das heißt, Kot und Urin absetzen.

Die Grundregel zur Stubenreinheit lautet: 

Deinen Welpen bringst du sofort raus,
nach dem:

  • Schlafen
  • Spielen
  • Fressen
  • Trinken
  • bzw. alle 2 Stunden

Lernpfote e. V. Blogbeitrag: Alleinbleiben beim Hund

Wird der Welpe nun in deiner Abwesenheit wach, wird er in die Wohnung machen müssen.
So lernt er jedoch keine Stubenreinheit. Dauerhaft führt das „In-die-Wohnung-machen-müssen“, zu einem dauerhaften Problem. 

Oft können Hunde erst mit ungefähr eineinhalb Jahren, längere Zeit entspannt alleine zu Hause bleiben.
Bis dahin musst du die Zeit deiner Abwesenheit, in kleinen Schritten, immer mehr ausdehnen und mit deinem Hund weiter trainieren. 

Doch bis dein Welpe erwachsen ist, solltest du ihn nie über Stunden zu Hause zurücklassen.

Alleinbleiben beim Junghund und erwachsenen Hund

Deinen jungen Hund, lasse nicht länger als zwei Stunden am Tag alleine. 

Erst wenn der Hund ausgewachsen ist, kann er auch mal für eine längere Zeit alleinbleiben.
Doch auch für einen erwachsenen Hund gilt, ein tägliches Alleinbleiben, über die lange Zeit eines täglichen Arbeitstages, ist nicht artgerecht.

Kommt der erwachsene Hund mit dem Alleinbleiben zurecht, solltest du ihn nicht länger als höchstens 5 Stunden zu Hause alleine lassen.

Bedenke, dass sich dein auch Hund lösen muss. Er braucht seine regelmäßigen Gassi-Runde und die damit verbundene Bewegung für eine intakte Verdauung und sein Wohlbefinden.
Da ist ein Hundeklo in der Wohnung, um das Alleinbleiben für den Hund irgendwie praktikabel zu machen,
keine Alternative. 

Der Arbeitsalltag mit Hund

Bist du berufstätig und erledigst, deine beruflichen Verpflichtungen nicht dauerhaft von Zuhause aus,
schaue dich nach einem geeigneten Hundesitter um.
Bist du in einen langen Arbeitsalltag eingebunden, solltest du einen Hundesitter nicht nur als Übergangslösung dafür sehen, dass dein Hund erwachsen wird.

Für sein Wohlbefinden, braucht der Hund die Anbindung an den Menschen.

Die Alternative zu einem Hundesitter, ist auch eine HuTA (Hundetagesstätte), in der dein Hund tagsüber oder wenn du lange unterwegs bist, betreut wird.

Der Hund am Arbeitsplatz

Immer mehr Arbeitgeber sehen die vielen Vorzüge auch in der Anwesenheit von Hunden am Arbeitsplatz.

Lernpfote e. V. Blogbeitrag: Alleinbleiben beim Hund

Der Bundesverband Bürohund e.V. macht sich schon lange stark für mehr Bürohunde am Arbeitsplatz.
Die unabhängige Interessengemeinschaft, möchte mit ihrer Initiative dem dramatischen Anstieg von Burnout und psychischen Erkrankungen im Arbeitsleben entgegenwirken. 

Mehr Infos dazu, findest du hier: Bundesverband Bürohunde e.V.

Fragen kostet nichts

Bei der Frage, darf der Hund mit an den Arbeitsplatz, bespreche dich zunächst mit deinem Vorgesetzten.
Dein Arbeitgeber hat in seinen Räumen das Hausrecht und muss dir daher eine Erlaubnis, für den Hund am Arbeitsplatz, erteilen.

Bringst du deinen Hund eigenmächtig, ohne jegliche Absprache, mit ins Büro, kann das zu einer Abmahnung und bei mehrmaligem Verstoß gegen das Verbot, auch zu einer Kündigung führen. 

Hat dein Chef oder deine Chefin, deinem Hund am Arbeitsplatz zugestimmt, dann besprich dich trotzdem mit deinen Kolleginnen und Kollegen.
Sorge weiterhin für ein gutes Betriebsklima, in dem du offen mit möglichen Sorgen deines Teams, was die Anwesenheit deines Hundes angeht, umgehst.
Denn es gibt vielleicht durchaus Bedenken, wegen einer bestehenden Tierhaarallergie, der Hygiene oder der schlichten Angst vor Hunden.

Erst nach diesen Gesprächen mit deinen Kolleginnen und Kollegen, wäge für dich ab, ob es für alle Beteiligten eine gute Entscheidung ist, den Hund mit an den Arbeitsplatz zu bringen. 

Darauf solltest du beim Alleinbleiben, unbedingt noch achten!

Bellen ist nur das Symptom

Ich habe dir bereits aufgezeigt, dass einige Hunde, durch den erheblichen Stress und ihre Panik beim Alleinsein, dazu neigen zu bellen.

Das Bellen aus Angst:

  • hoch 
  • schrill bis hysterisch
  • endet oft in einem Heulen

Damit verbunden ist eine starke Rastlosigkeit des Hundes.

Verstehe dies als Hilferuf deines Hundes.
Einen so verängstigten Hund muß man ernst nehmen und ihm beistehen. Der Hund braucht an dieser Stelle unbedingt mehr Unterstützung und darf nicht in seiner Angst allein gelassen werden.

Das Bellen aus Frustration oder Langeweile:
* monoton bzw. stereotyp
* Bellen hört sich traurig an oder wie emotionslos

Der Hund versucht mit dem Bellen seine Situation erträglicher zu machen.
Durch sein Bellen kommt es in seinem Körper zu einer Endorphinausschüttung, wodurch sich der Hund besser fühlt.

Gleichzeitig aber, wird er süchtig nach diesen „Glückshormonen“.

Hier liegt die Motivation zum Bellen, oft in einer Unterforderung und Langweile des Hundes.
Das Bellen dient dem Stressabbau.
Auch eine Stereotypie, wie das exzessive Lecken, etwa der Pfote, verfolgt den gleichen Zweck.
Es dient der Beruhigung und sorgt ebenfalls für eine Endorphinausschüttung.

Der Umgang mit Bellverhalten

Bellen ist ein natürliches Verhalten beim Hund. Es ist seine Sprache.
Es ist unmöglich ein Bellen komplett zu unterdrücken und sollte daher nie versucht werden.
Wichtig ist, Bellen frühzeitig in die richtigen Bahnen zu lenken.

Für die Erarbeitung einer Lösung, braucht es immer:
* Identifizierung des Klangbildes
  Wie hört sich das Bellen des Hundes an?
* Ursachenforschung
   Warum bellt der Hund? Was ist seine Motivation?
* ein gezieltes Training
  Melde dich gerne bei mir, wenn du Fragen hast oder ich dich
  unterstützen soll, unter www.lernpfote.de/kontakt/

Möchtest du mehr zum Thema „Bellen beim Hund“ erfahren,
findest du dazu Blogbeiträge und die entsprechende Podcast-Folgen, auf unserer Webseite.

Blogbeiträge:

Podcast-Folgen:

 

Elektroschock, Sprühhalsbänder und Co.

Als schnelle und kostengünstige Lösung, mit sicherem Trainingserfolg, werden immer wieder in Facebook-Gruppen und unter Hundehaltern, sogenannte „Anti-Bell-Halsbänder“ empfohlen.

Solch ein Halsband wird durch das Bellverhalten des Hundes, aber auch durch sein Knurren oder Jaulen, selbständig ausgelöst, so daß der Halter nicht einmal anwesend sein muss.

Das Halsband sorgt in der entsprechenden Situation für einen Sprühstoß entweder einer Flüssigkeit, wie etwa Wasser oder eines Gases, mit einem für den Hund zum Beispiel unangenehmen Geruch nach Zitrus.
Zusätzlich ist der Sprühstoß, mit einem „Zisch“-Geräusch verbunden ist.

Durch Symptombehandlung feiert man keine Erfolge

Da Bellen zur natürlichen Kommunikation des Hundes gehört, ist sein Bellverhalten und ein mögliches Knurren oder Jaulen, nur ein Punkt seines Verhaltensrepertoires.

Nimmt das Bell-Verhalten beim Hund, ein unerwünschtes Ausmaß an,
stell dir dies immer nur als die kleine Spitze des Eisbergs, der eigentlichen Problematik, vor.
Bellen ist hier lediglich ein Symptom, für eine ernstzunehmende und weitreichende Problembewältigung des Hundes.
Wird das Bellen des Hundes nun durch einen Schreckreiz, über das Anti-Bell-Halsband reduziert oder abgestellt, kann der Hund trotzdem davon nicht besser Alleinbleiben.

Wo bleiben fairer Umgang und partnerschaftliches Miteinander? 

Wenn mir jemand aus heiterem Himmel eine Ohrfeige versetzt, kann ich die Ursache dafür im besten Falle nur erahnen.
Hätte ich die Person nicht ansehen dürfen oder mehr lächeln müssen, hätte mich mehr Distanz vor der Ohrfeige bewahrt oder eine andere Kleidung, ein anderer Haarschnitt?
Die für mich richtige Lösung, bleibt im Dunkeln.

So ungefähr muss es dem Hund ergehen, der plötzlich in seinem Verhalten über ein
Anti-Bell-Halsband beeinflusst wird.
Anonym und ohne Vorwarnung, wird er mit einer äußerst heftigen Korrektur konfrontiert.
Es gibt für ihn keinen Hinweis darauf, warum das geschieht.
Er hat damit auch keine Anleitung, wie er hätte die Situation besser lösen können.
Dies alles führt beim weiteren Alleinsein des Hundes, meist zu einer noch stärkeren Verunsicherung.

In den eigenen vier Wänden, die für Schutz und Geborgenheit stehen, ebenso wie für Wärme und Wohlbefinden, erzeugt man beim Nutzen eines Anti-Bell-Halsbandes und den ausgelösten Schreckreiz,
beim Hund ein Gefühl der Unsicherheit und des Unbehagens.
Nichts davon hilft dem Hund dabei, mit dem Gefühl des Alleinseins besser zurechtzukommen oder
unterstützt ihn dabei ein anderes Verhalten als Alternative zu zeigen.
Er bleibt mit einem noch höheren Stresslevel weiterhin alleine zurück.

Das eigentlich bestehende Problem des Alleinbleibens, zeigt sich dem Halter irgendwann nicht mehr über das Symptom „Bellen“. Er glaubt sich auf dem richtigen Weg und erkennt nicht mehr, dass er aktiv werden müßte,
um seinem Hund dauerhaft beim Alleinbleiben, zu helfen.

Daher meine Bitte:
Benutze KEINE technischen Hilfsmittel, wie Antibell-Halsbänder!
Im Gesetz, § 3 Nr. 11 TierSchG heißt es:
„Es ist verboten, ein Gerät zu verwenden, das durch direkte Stromeinwirkung das artgemäße Verhalten eines Tieres, insbesondere seine Bewegung, erheblich einschränkt oder es zur Bewegung zwingt und dem Tier dadurch nicht unerhebliche Schmerzen, Leiden oder Schäden zufügt, soweit dies nicht nach bundes- oder landesrechtlichen Vorschriften zulässig ist.“

Der Gesetzgeber hat an dieser Stelle leider keine Definition für „nicht unerhebliche Schmerzen“ oder „erhebliches Leiden“ formuliert.

Der 3. Senat des Bundesverwaltungsgerichtes urteilte in einem Leitsatz (BVerwG, Urteil vom 23.02.2006 – 3 C 14.05, (bverwg.de/230206U3C14.05.0) wie folgt:

„Der Einsatz von Elektroreizgeräten, die erhebliche Leiden oder Schmerzen verursachen können, für Zwecke der Hundeausbildung ist gemäß § 3 Nr. 11 TierSchG verboten. Dabei kommt es nicht auf die konkrete Verwendung der Geräte im Einzelfall, sondern darauf an, ob sie von ihrer Bauart und Funktionsweise her geeignet sind, dem Tier nicht unerhebliche Schmerzen zuzufügen.““

Laut dem Bundesverwaltungsgericht handelt es sich bei dem Verbot des § 3 Nr. 11 TierSchG um ein generelles Verbot. Dies wurde bereits im Februar 2006 so vom Bundesverwaltungsgericht bestätigt. Das Bundesverwaltungsgericht sagt hierzu, dass es nicht auf die konkrete Verwendung des Teleimpulsgeräts im Einzelfall ankommt. Vielmehr kommt es darauf an, ob das Teleimpulsgerät dem Tier durch seine Bauart keine unerheblichen Schmerzen zufügt.

Lese hierzu auch das Merkblatt, der Tierärztlichen Vereinigung für Tierschutz e.V.:

– Merkblatt Nr. 50 – Elektrische Hunderziehungshilfen z.B. „Telereizgeräte“ (Stand: Sept. 2014)

http://www.tierschutz-tvt.de/index.php?id=50&no_cache=1&download=TVT-MB_51_Elektrische_Hundeerziehungshilfen__Sept._2014_.pdf&did=8

Die Tierärztliche Vereinigung für Tierschutz e.V. geht in ihrem Merkblatt, zum tierschutzwidrigen Zubehör für Hunde und Katze, noch einen Schritt weiter.

– Merkblatt Nr. 70 -Tierschutzwidriges Zubehör für Hunde und Katzen (Stand: 1999)

http://www.tierschutz-tvt.de/index.php?id=50&no_cache=1&download=TVT-MB_70_Tierschutzwidriges_Zubehör_für_Hunde_und_Katzen__1999_.pdf&did=16

Die Tierärztliche Vereinigung für Tierschutz e.V. bezeichnet sämtliche Bell-Stop-Geräte, die auf elektrischer, chemischer, geräuscherzeugender oder luftstoßerzeugender Grundlage funktionieren, als tierschutzwidriges Zubehör.
Sie seien abzulehnen, weil sie die natürliche Kommunikationsform des Hundes, nämlich sein Bellen, unterdrücken wollen.

Ein Tier soweit zu verängstigen und unter Druck zu setzen, dass es sein natürliche Verhalten nicht mehr zeigt, geht gegen die Natur des Hundes und ist ein Verstoß gegen das Tierwohl.

Allerdings wurde am 20.12.2007 vom Bundesrat eine Änderung des Waffengesetzes (WafG) beschlossen.
Hier wurde der Artikel 1 Nr. 32 WafG konkretisiert.

„In Artikel 1 Nr. 32 Buchstabe a Doppelbuchstabe bb Dreifachbuchstabe ddd sind in Anlage 1 Abschnitt I Unterabschnitt 2 Nr. 2.2 nach dem Wort „Tierhaltung“ die Wörter „oder bei der sachgerechten Hundeausbildung“ einzufügen.“

Begründung: In der Hundeausbildung durften bisher Elektroreizgeräte (Teletakt) eingesetzt werden. Die Geräte haben sich bewährt. Ein Verbot wäre unverhältnismäßig. Die Einfügung stellt klar, dass der Einsatz dieser Geräte weiterhin erlaubt ist.“

Die genaue Stellungnahme des Bundesrates findest du hier.

Auch der Europäische Jagdverband „FACE“ (The European Federation of Associations for Hunting & Conservation) spricht sich für eine ordentliche Handhabung von E-Halsbändern aus.
Der Verband äußerte sich in einem Newsletter vom Mai 2010 zu den elektronischen Halsbändern wie folgt:

„Auf Einladung einer speziellen Arbeitsgruppe des Council for Animal Welfare, einem offiziellen Beratungsorgan des belgischen Federal Ministry for Public Health & Environment, hielt FACE SG/SPA am 27. Mai 2010 eine Präsentation zur Bedeutung von ordentlich ausgebildeten Hunden für die Jagd. Mit durchschnittlich einem Hund pro Jäger, das heißt rund 7 Millionen Sport- und Jagdhunden in Europa, ist es verständlich, dass viele Jäger tief besorgt über die Versuche der Tierschutzbewegung sind, den Einsatz sogenannter elektronischer bzw. E-Halsbändern für die Ausbildung von Hunden zu verbieten. Oft werden diese Halsbänder gewollt als „Schockhalsbänder bzw. „elektrische“ Halsbänder beschrieben, obwohl sie bei ordnungsgemäßer Handhabung vollständig mit der Europäischen Konvention zum Schutz der Haustiere vereinbar sind.
Jüngere Studien haben nicht nur gezeigt, dass diese nicht zu Verletzungen oder anderen physischen Schäden bei Hunden, sondern sogar für höhere Lerneffekte und weniger Stress als bei anderen Trainingsmethoden führen. Eine Bedingung ist, dass die Halsbänder die von dem European Collar Manufacturers Association, ECMA (siehe auch www.ecma.eu.com) niedergelegten Erfordernisse einschließlich eindeutiger technischer Standards genügen (z.B. die Leistung von 100 mA niemals überschreiten) erfüllen. “

Es gibt Geräte, die genauso aussehen, aber ohne Strom arbeiten. Die sind tatsächlich erlaubt. Die vibrieren nur und geben Ton- oder Lichtsignale.

Für taube Hunde finde ich die Vibrationshalsbänder sehr gut geeignet und nutze sie hier auch, wenn es dem Hund eine Hilfe werden kann.
Der Vorteil liegt in der großen Distanz in der es funktioniert.
Hierfür braucht es ein gutes Training, um den Hund daran zu gewöhnen und um ihn nicht durch einen unkontrollierten, Direkt-Einsatz zu verunsichern. Gleichzeitig ist es besonders für taube Hunde wichtig, ihnen exakt beizubringen, was sie nach einer gespürten Vibration tun sollen. 

Solltest du bei der Problematik des Bellens, des Alleinseins deines Hundes oder bei der Erziehung und dem Umgang mit einem tauben Hund, nicht alleine zurechtkommen, unterstütze ich dich!
Nimm dafür Kontakt zu mir auf unter: www.lernpfote.de/kontakt/

Der Einsatz eines Antiball-Halsbandes, um dem Hund sein natürliches Verhalten abzuerziehen, darf nie eine Option sein!

Das schlechte Gewissen beim Hund

Du kommst wieder nach Hause und bist noch nicht ganz in den  Flur getreten, da entdeckst du schon, dass dein Hund den Mülleimer ausgeräumt, den Teppich angenagt oder das Sofakissen zerfetzt hat. 

Sofort drehst du dich zum vermeintlichen Übeltäter um.
Dein Hund macht sich klein, legt die Ohren an und wendet verschämt seinen Kopf ab. Es sieht so aus, als könnte er uns nicht mehr in die Augen sehen und wüßte genau, was er da falsches getan hat.

Leider wird genau dieses Verhalten noch immer als schlechtes Gewissen des Hundes interpretiert. 

Immerhin sieht es so aus, als sei der Hund sich seiner Schuld genau bewußt. 

Doch hier wird die Körpersprache des Hundes völlig missverstanden und falsch gedeutet.

Ein schlechtes Gewissen ist es nicht!

In keiner bisher gemachten Studie gab es eindeutige Hinweise darauf, dass Hunde ein schlechtes Gewissen haben, wenn sie etwas falsch gemacht haben. 

Die Reaktion des Hundes ist in diesen Situationen scheinbar vielmehr davon abhängig, welche Reaktion er von seinem Menschen erwartet. 

Der Hund erkennt an unserer Haltung, an den Gesten, an der Stimme, am angehaltenen Atem und sicher auch über unseren Geruch, in welcher emotionalen Stimmungslage wir uns gerade befinden. 

Sein Fehlverhalten, ist für den Hund längst Geschichte.
Doch auf das Verhalten des Menschen und die Signale die er aussendet, reagiert er jetzt hündisch.

Um nicht noch mehr zu provozieren, macht er sich klein, schaut weg und zeigt sich unterwürfig. 

So versucht er mit Hilfe von Beschwichtigungssignalen, seinen Halter zu besänftigen.

Beschwichtigungssignale können sein:

  •  Licking Intension (Schlecken über die Nase)
  • Zusammenkneifen der Augen / Blinzeln
  • Kopf zur Seite wenden
  • Gähnen
  • sich ganz abwenden
  • langsamere Bewegungen
  • am Boden schnüffeln
  • Bogen laufen
  • Vorderkörper-Tiefstellung (hier ist es keine Spielaufforderung!)

Wie du am Besten mit solchen Situationen umgehst

Niemals solltest du deinen Hund bestrafen oder ihn ausschimpfen!
Übergehe den angenagten Teppich.
Räume den Müll kommentarlos ein oder packe das zerfetzte Kissen weg.

Er kann keinen Bezug mehr von deiner Strafe oder deinem Schimpfen, zu seinem Fehlverhalten herstellen.
Jetzt würde den Hund dein Verhalten nur verunsichern.

Der Hund will sich rächen

Natürlich gibt es eine Vielzahl von Gründen, warum der Hund in die Wohnung macht. 

An Rache, Trotz, oder die Absicht, den Halter zu ärgern, denkt der Hund allerdings in keinem Moment.

Doch gerade beim Thema „Alleinbleiben“ hält sich der Irrglaube, der Hund wolle seinem Mensch eins auswischen, weil er ihn allein zurückgelassen hat und würde daher aus Trotz oder Rache, absichtlich in die Wohnung machen.  

Doch Hunde leben im Hier und Jetzt. Sie versuchen mit all ihrem Verhalten ihre Situation zu verbessern und haben keine moralischen Vorstellungen von Gut oder Böse.

Der Hund weiß nicht, dass es unangebracht ist, auf den guten Läufer zu pinkeln, Katzenfutter zu fressen, sich durch den Hausmüll zu wühlen oder das Sofa-Kissen zu zerpflücken.
Mit all diesem Verhalten, versucht er sich besser zu fühlen und seinen Gefühlen wieder Herr zu werden.

Bleibt dein Hund alleine in der Wohnung und du findest bei deiner Rückkehr, Kot oder Urin vor, dann ist das ein Zeichen dafür, dass dein Hund mit dem Alleinbleiben nicht zurechtkommt.

Natürlich pinkeln Hunde aus unterschiedlichen Gründen in die Wohnung. Bespreche dich daher zunächst mit deinem Tierarzt.

Gründe für einen Kot- und/oder Urinabsatz können sein: 

  • Angst bzw. Panik
  • emotionale Probleme
  • beim Welpen: sie können nicht so lange einhalten
  • bei älteren Hunde: sie können ebenfalls nicht mehr so lange einhalten
  • Gesundheitsproblem, etwa eine Blasenentzündung
  • zu lange alleingelassen

Was tun?
Egal welchen Grund es bei deinem Hund für sein Verhalten gegeben hat, um sich in der Wohnung zu lösen,
Rache war es ganz sicher nicht. 

Ihn jetzt mit Schlägen oder Nase „reintunken“ zu bestrafen, wird an seinem Verhalten nichts mehr ändern.
Im Gegenteil, es schürt nur seine Angst vor deiner Gegenwart.
Denn da wo er jetzt Sicherheit und Wohlbefinden sucht, trifft er auf Aggression.

Der Hund lebt immer in der Gegenwart und kann keine Verknüpfung mehr herstellen, zu deinem Ärger und seinen Hinterlassenschaften in der Wohnung.

Gebe deinem Hund, Halt und Unterstützung.
Er kam mit der Situation des Alleinseins nicht zurecht. Das hat er deutlich gemacht.
Daher wische das Malheur kommentarlos auf und arbeite mit deinem Hund an der Ursache, damit er dieses unerwünschte Verhalten nicht mehr zeigen muss und ihm das Alleinbleiben mit der Zeit immer leichter fällt. 

Weitere Maßnahmen beim Alleinbleiben-Training

Das T-Shirt für mehr Wohlbefinden

Manch einem Hund hilft es, wenn er seine Bezugsperson weiterhin intensiv riechen kann, auch wenn sie längst die Wohnung verlassen hat.
Der vertraute Geruch nach ihr, tröstet über das Gefühl von Alleinsein hinweg.
Dafür trage ein T-Shirt am besten über Nacht oder lege ein Handtuch über Nacht neben dich.
So verbindet sich dein individueller Geruch, mit diesen Geruchsträgern und du kannst es deinem Hund am nächsten Tag geben, bevor du weggehst. 

Hunde sind Nasentiere. Ihre Welt erschließt sich über Gerüche.
Dazu haben sie sogar ein eigenes, fein ausgebildetes, zusätzliches Riechorgan. Das sogenannte Jacobson-Organ oder auch Jacobsonsches Organ.

Gerüche verarbeitet der Hund nicht wie andere Sinneswahrnehmungen in der Großhirnrinde, sondern im sogenannten Mandelkern des limbischen Systems.
Vereinfacht ausgedrückt, liegt hier der Sitz der Emotionen.
Damit sind Emotionen und Stimmungen sehr stark mit Gerüchen verbunden. 

Der weiche Stoffe eines T-Shirt oder eines Handtuches, mit dem Geruch seines Menschen, macht es dem Hund leichter, sich in der Zeit des Alleinseins weniger Sorgen zu machen.

Seine Bezugsperson ist ja irgendwie doch nah bei ihm. 

Hintergrundmusik beruhigt

Reagiert dein Hund stark auf Geräusche außerhalb der Wohnung, vielleicht auch weil er viel lauscht ob du zurückkommst, kann es ihm helfen diese Reize zu übertönen. 

Stelle ihm das Radio an oder nutze entspannende Musik, um ihm seine Aufgabe: „Ich kümmere mich um alles was draußen vor sich geht.“, herauszuhelfen. 

Gerade Entspannungsmusik beruhigt Hunde und in einer immer wiederkehrenden Reihenfolge, zeigt sie auch eine tröstende Wirkung auf den Hund.

Hundefernsehen in Abwesenheit

Lernpfote e. V. Blogbeitrag: Alleinbleiben beim Hund

Weniger hilfreich ist es, in deiner Abwesenheit stattdessen den Fernseher für den Hund laufen zu lassen. 

Hunde sehen unsere Welt ungefähr wie ein Mensch mit Rot-Grün-Blindheit.
Außerdem sehen Hunde wesentlich undeutlicher als Menschen.
Ihre Sehschärfe ist etwa 6mal geringer. Das hindert sie keinesfalls, hervorragend zu jagen und sich zu orientieren.

Gleichzeitig können sie gerade bei Dämmerung viel besser sehen als wir Menschen.
Der Unterschied liegt im Augenhintergrund, der beim Hund wie „verspiegelt“ ist. Der Grund ist eine besondere Schicht, das sogenannte Tapetum lucidum. Von ihr wird das einfallende Licht reflektiert und fällt ein weiteres Mal auf die Lichtrezeptoren.
Diese Schicht sieht man vor allem bei Dunkelheit wenn auf die Augen von Hund oder Katze, Licht fällt. 

Hinzukommt ein weiterer wichtiger Unterschied zum Sehen des Menschen.
Hunde sehen „schneller“. Sie nehmen Bewegungen besser wahr, weil sie eine andere Flickerfrequenz haben, als wir Menschen.
Diese Frequenz beschreibt, wie oft ein gesehenes Bild, im Auge auf- und abgebaut wird.

Bei uns liegt die Flickerfrequenz bei ungefähr 50 Hertz.
Daher reicht es, wenn beim Fernsehen, das Bild innerhalb einer Sekunde, 50 mal auf- und abgebaut wird.
In dieser Abfolge, nehmen wir Bewegungen als kontinuierlich wahr. 

Bei Hunden allerdings, liegt diese Frequenz bei 75 Hertz.
Damit Hunde auf dem Fernseher eine durchgehende Bewegung sehen, brauchen sie also eine höhere Bildfrequenz als wir Menschen. 

Neuere Fernseher, mit einer hohen Wiedergabefrequenz, sind daher in der Regel für unsere Hunde plötzlich interessant.

Hunde nehmen allerdings ihre Umwelt wesentlich stärker über den Hörsinn wahr, als über das bloße Sehen.
Wenn Hunde also das Geschehen auf dem Bildschirm mit Interesse verfolgen, sind für sie vor allem die Geräusche hochspannend. 

Ihr Interesse gilt vor allem:

  •  Bellen
  • Winseln
  • Quietschgeräuschen, etwa von Spielzeugen
  • Interaktion von Menschen mit Hunden

Gleichzeitig sind Hunde Experten darin, Stimmungen wahrzunehmen.
Daher ist auch immer die Reaktion des Halters auf die laufende Sendung entscheidend. Hunde orientieren sich sehr stark an unseren Emotionen.

Wühlt uns ein Fernsehfilm besonders auf, etwa bei einem traurigen Film, wollen Hunde sehr oft unsere Stimmung verbessern, indem sie versuchen uns zu trösten. Die Handlung innerhalb der Sendung haben sie dabei gar nicht verstanden.

Viele Hunde reagieren gerade bei anderen Tieren im Fernsehen mit Anspringen des Bildes oder lautstarkem Bellen. Auch wenn sie dieses Verhalten auf täglichen Gassirunden nicht zeigen. 

Hier ist dein Hund mit der Situation überfordert und brauchte eine klare Führung.
Diese kannst du aber nicht geben, wenn er alleine mit dem Fernseher zurückbleibt.

Daher nutze die beruhigende Wirkung einer angenehmen und entspannenden Musik, die du abspielst, um Geräusche von außen zu übertönen, nicht jedoch das Fernsehprogramm.

RelaxoDog
Eine wertvolle Unterstützung kann dagegen auch der RelaxoDog sein.

Das kleine RelaxoDog-Soundmodul* arbeitet über Schallwellen, mit speziellen, auf den sensiblen Hörsinn von Hunden abgestimmten Soundversionen.

Diese lassen den Hund entspannen.

Zunächst muss dein Hund die ruhige Musik, mit einem Zustand der Entspannung verknüpfen. 

Training:

Stelle die ruhige Musik des RelaxoDogs an, wenn dein Hund schon in einem entspannten Zustand ist.
Zum Beispiel, wenn du nach einem ausgiebigen Spaziergang mit ihm, nach Hause zurückkehrst und er sich schlafen legt.

So verbindet er automatisch die Musik mit seiner entspannten Gemütslage.

Später löst die Musik des RelaxoDogs unbewußt Entspannung bei deinem Hund aus und läßt sich dann einsetzen, wenn dein Hund alleine bleiben soll, um ihn in seiner Ruhe zu fördern. 

Hunde-Diebstahl in Zeiten der Corona-Pandemie

Aufgrund der Corona-Pandemie hat neben dem illegalen Welpenhandel auch der Hunde-Diebstahl zugenommen. Die grosse Nachfrage nach Hunden wird dazu genutzt, gestohlene Tiere gewinnbringend zu verkaufen.

Daher lauten die Grundregeln:

  • Leine deinen Hund niemals unbeaufsichtigt vor Geschäften an. Auch nicht für wenige Minuten.
    Ein Diebstahl dauert nur wenige Sekunden!
  • Lasse deinen Hunde nicht alleine im Auto zurück.

Wie lange darf ich den Hund im Auto alleine lassen?

Hundehaltern ist meist noch klar, den Hund im Sommer, auch nicht für ein paar Minuten im warmen Auto zurückzulassen.
Doch im Winter? 

Lernpfote e. V. Blogbeitrag: Alleinbleiben beim Hund

Trotz ihres dicken Winter-Fells, macht Hunden die Zeit im eiskalten Auto zu schaffen. Dabei macht natürlich die Kälte einem Bernhadiner, Husky oder Leonberg sehr viel weniger aus, als einer kurzhaarigen Rasse, wie Weimaraner, Magyer Vizsla oder einem Windhund.

Gleichzeitig hängt die Kälteempfindlichkeit, auch vom
* gesundheitlichen Allgemeinzustand,
* der Größe des Hundes,
* seinem Alter und nicht zu letzt
* seinem Körperfettanteil ab.

Auf gemeinsamen Spaziergängen bleibt der Hund, durch die Bewegung warm und kühlt weit weniger schnell aus.
Doch gerade kleine Rassen und Hunde mit kurzem Fell, frieren auch auf der Gassirunde schneller.
Daher achte darauf, sie gegebenenfalls mit einem Hundemantel auszustatten und eure Ausflüge kurz zuhalten.

Auch wenn der Hund im Auto auf einer Decke liegt, bietet sie ihm nur wenig Schutz und Wärme.
Durch den Bewegungsmangel kühlen Hunde im Auto sehr schnell aus und es kommt zu gesundheitlichen Problemen.

Aus all diesen Gründen, sollten Hunde auch im Winter, nicht alleine im Auto bleiben.
Auch nicht für eine kurze Dauer.

Im Hundetraining, etwa beim Mantrailing, muss der Hund oftmals im Auto warten, bis er an der Reihe ist.
Dann ist er zwar nicht alleine, doch kalt wird ihm durch die fehlende Bewegung auch.
Hier haben sich Wärme-Kissen* bewährt, die den Hund über die Wartezeit warmhalten. 

Alleine sollte du deinen Hund im Auto niemals lassen! 

Solltest du noch Fragen haben oder Interesse an einem Training, dann melde dich gerne bei mir.

Herzliche Grüße

Stephanie

Quellenangabe: 


Dieser Blogbeitrag wurde veröffentlicht am 9. Februar 2021.
Erweitert und bearbeitet am 23. Februar 2021.
Zu letzt erweitert und bearbeitet am 9. März 2021

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Wenn du an einem weitern Thema rund um das Thema „Angst“ interessiert bist, empfehle ich dir den Blogbeitrag:
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Denn unser Ziel ist es, dein Zusammenleben mit deinem Hund zu verbessern und
deinen Alltag mit ihm leichter zu machen.

 

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