BlogErziehung & Training

Übermäßiges Bellen abgewöhnen

 5 Tipps gegen häufiges Bellen.

Im Blog-Beitrag „Hund bellt übermäßig – Diese Auslöser stecken dahinter“;
ging es um 5 mögliche Auslöser für ein unerwünschtes Bellen deines Hundes.

Wenn du den Auslöser für das übermäßige Bellen kennst, kannst du ein gezieltes Training beginnen. 

Ob rassebedingt, aus Langeweile, Freude, Angst oder mangelnde Aufmerksamkeit,
– es gibt viele mögliche Gründe für das unangemessene Bellverhalten deines Hundes.

Grundsätzliches
zum Training gegen übermäßiges Bellen:

Fange so früh wie möglich an, deinem Hund unerwünschtes Verhalten abzugewöhnen.
Ist dein Hund noch im Welpenalter, lernt er jetzt schnell und spielerisch.
Gerade in der Prägephase, zwischen der 4. – 7. Woche, stellen sich die Weichen
für das Verhalten und den Charakter deines Hundes.
Ist ein Welpe dann bei dir eingezogen, meist ab der 8 Woche, beginnt seine Sozialisierungsphase.
Diese Phase geht von der 8. – 16. Woche.

Sozialisierungsphase:

  • Die Kommunikation mit Artgenossen wird in dieser Phase spielerisch erlernt, um später im Ernstfall gut vorbereitet zu sein.
  • Der Kontakt zu anderen Welpen, Menschen, aber auch neuen Geräuschen, unterschiedlichen Bodenbelägen, anderen Tieren etc. ist unerlässlich.

Jetzt solltest du klare Regeln aufstellen und diese liebevoll, aber mit Konsequenz einfordern.

Grundsätzlich benötigst du für jedes Training viele Übungswiederholungen und eine große Portion Geduld!
Nur so erreicht ihr gemeinsam das gewünschte Ziel.

Hier kommen die 5 Tipps für ein Training, gegen übermäßiges Bellen:

1. Aufgrund ihrer Veranlagung bellen einige Hunde häufiger.

Sie wurden zu Hüte- oder Wachhunden gezüchtet.
Das Bellen ist in ihren Genen verankert.

Hierzu gehören:

Ein Hund dieser Rasse, der sich übermäßig in ein Bellen hineinsteigert, 
ist oft unsicher und fühlt sich nicht beschützt.
Dein Hund traut dir nicht zu, dass du ihn beschützt und dass er sich auf dich verlassen kann.
Deshalb übernimmt er die Rolle des Beschützers.
Damit der Hund richtig gefährlich wirkt, kläfft er böse, laut und wild.

Umso wichtiger ist es, daß du als Halter klare Regeln aufstellst und diese konsequent durchsetzt.
Wir als Menschen, müssen für unseren Hund ein Gefühl des Dazugehörens schaffen.
Die Rolle in unserem Mensch-Hund-Team muss klar verteilt sein, 
bevor der Hund eine Rolle,
wie die des Beschützers selbständig einnimmt.

Gib deinem Hund klare Regeln

Zu Hause sollte dein Hund die Haustüre nicht bewachen, um Geräusche im Treppenhaus oder auf der Straße anzuzeigen.
Dafür richtest du ihm am Besten einen Schlafplatz weit ab vom Geschehen ein.
Schließe mögliche Zwischentüren und lasse einen Radio-Sender spielen.
So sind Schritte im Hausflur oder Geräusche der Außenregion wesentlich abgemildert und
nicht mehr das Einzigste, was dein Hund hört.

Weil diese Hunderassen übertrieben wachsam sind, ist es wichtig,
dem Hund zu verdeutlichen, daß er nicht jeden Vorgang melden muss.
Hauptsächlich muß der Hund lernen, daß ein kurzes Anzeigen, 
von etwas Ungewöhnlichem genügt.
Der Hund soll sich nicht hineinsteigern und weiter bellen.

Dein Training:

  • Überlege dir ein Abbruch-Signal, mit dem du das Bellen deines Hund beenden möchtest.
    Bei uns ist es das Wort „Ruhe“. Aber auch Worte wie: „Still!“ oder „Klappe!“ sind möglich.
    Das Kommando sollte kurz sein und nicht mit anderen Befehlen verwechselt werden.
  • Für ein gut ausgeführtes Kommando, halte hochwertige Leckerchen bereit, um seine Motivation hochzuhalten
    und ihn in seinem positiven Verhalten zu bestärken.
  • Jetzt gilt es eine Situation abzuwarten, in dem dein Hund anfängt zu bellen.
    Lasse deinen Hund ein bis zwei Mal, höchstens drei mal bellen 
und gib ihm dann das neue Abbruch-Signal.
    Sage es ruhig, aber bestimmt und mit Nachdruck.

      • Das Abbruch-Signal: laut, bestimmt und mit Nachdruck!
        Loben: mit einem Lächeln, Überschwang und viel Freude! —> Leckerchen nicht vergessen!
  • Hört dein Hund mit dem Bellen auf, und wenn auch nur zum Luftholen,
    —> Lobe ihn überschwänglich und gib ihm ein Leckerchen.
  • Diese Situation:
    dein Hund bellt, es folgt das Abbruch-Signal -> Hund hört auf = loben + Leckerchen,
    solltest du nun so oft wie möglich üben.
  • Reagiert dein Hund nicht auf das Abbruch-Signal, – bleibe ruhig!
    Mit Härte und Stränge erreichst du deinen Hund nicht.
    Im Gegenteil: Durch Schimpfen bestätigst du sein Verhalten.
    Der Hund denkt: 
„Gut dass ich aufpasse. 
Wenn mein Mensch sich so aufregt, dann war es wirklich ernst.“
  • Bellt er an der Haustüre, so schicke ihn auf seinen Platz, 
an dem er sich auch sonst tagsüber aufhält.
    Dies fordere mit der nötigen Konsequenz ein.
    Weiteres Bellen ignoriere für den Moment.

Ignorieren heißt:

  • Nicht anfassen!
  • Nicht ansprechen!
  • Nicht ansehen!

Beschäftige dich erst wieder mit deinem Hund, wenn er ruhig ist!

Einmal tief durchatmen! 
Und bei der nächsten Gelegenheit probiere es erneut.

Entwickle hier den längeren Atem und fordere deine Regel konsequent ein.
Führe ein regelmäßiges Training mit einer abwechslungsreichen und hochwertigen Belohnung durch.
Dein Hund versteht schnell, daß es sich lohnt sich zurückzunehmen und das Anzeigen von Ungewöhnlichem zu minimieren.

Flog bei dir schon eine halbe Frikadelle als Jackpot für etwas richtig Gut-Gemachtes?
Nein? – 
Na dann los …. !
Dein Hund wird dich lieben und gerne etwas für dich ausführen,
was ihm eigentlich schwer fällt.
Führt er später das Kommando wie selbstverständlich aus, kannst du die Belohnung langsam ausschleichen.

2. Bellen vor Freude und Erregung. 



Hier gilt Ähnliches wie oben in Punkt 1, über den Hüte- und Wachhund, beschrieben:

  • Beschränke das Bellen und lobe deinen Hund für sein Schweigen.

Auch hier gilt:
Je hochwertiger dein Leckerchen, desto lieber führt dein Hund das Kommando aus.
Es muss sich für ihn lohnen! – Immer! –

3. Hund zeigt durch ständiges Bellen seine Angst und Unsicherheit.

Fürchtet sich der Hund oder ist ihm eine Situation nicht geheuer, 
dient sein Bellen der Forderung nach Distanz.
Der Hund signalisiert damit: „Bis hierher und nicht weiter!“

Versetze dich in die Lage eines kleinen Hundes.
Aus seiner Sicht kann das Getümmel in der Stadt oder auf dem Bürgersteig 
bedrohlich wirken.
Die Menschen schauen aus seiner Sicht riesig aus.
Sie bedrängen ihn von allen Seiten.
Kinderwagen sausen an ihm vorbei, Rollatoren kommen auf ihn zu, Radfahrern überholen ihn.
Jetzt wird klarer, warum er sich fälschlicherweise bedroht fühlt.
Hier ist es an dir, die nötige Sicherheit zu vermitteln.

Dein Training:

  • 
Suche unterschiedliche Plätze und Orte auf, an denen Aktivität herrscht.
  • Lege deinen Hund ins „Platz“ oder „Down“ ab und lasse ihn lange Zeit das Geschehen beobachten.
    Natürlich angeleint, als Sicherheit.
    Zuerst außerhalb. Mit weiteren Besuchen, immer näher am Geschehen.
    Mache deinen Hund langsam und mit Geduld, mit neuen Umgebungen vertraut.
    Gib deinem Hund die Chance, die Situation lange Zeit auf sich wirken zu lassen.
    Schütze ihn dabei gut und vermittle ihm Sicherheit, damit er sich ablegen und entspannen kann.
  • Es gilt im ersten Schritt, die Möglichkeit zu schaffen, daß der Hund von dir geschützt daliegt.
    Dein Hund soll die Situation lange Zeit nur in sich aufnehmen, ohne daß du mit ihm unterwegs bist.
    Beende die Übung wenn dein Hund eingeschlafen ist oder das Treiben nicht mehr angespannt verfolgt.
    Dein Hund ist entspannt, wenn sein Popo zur Seite kippt und er seinen Kopf ablegt.
  • Wichtig ist, daß du ihm Ruhe vermittelst.
    Die Situation ist etwas Selbstverständliches.
    Du erhebst keinen Anspruch an deinen Hund, unter diesen Gegebenheiten etwas zu tun.
    Sorge nur dafür, daß dein Hund auf dem zugewiesenen Platz bleibt 
und ignoriere wie unter Punkt 1 beschrieben,
    jegliches weitere Bellen.
  • Leine deinen Hund grundsätzlich an.
    Die Leine vermittelt dem Hund die nötige Sicherheit
    und gilt als dein verlängerter Arm.
    Du bestrafst ihn nicht durch die Leine, sondern vermitteltst deinem Hund, 
du beschützt ihn.

    Merke:
    Ein Hund an der Leine, trifft keine Entscheidung! 

  • Ist der Hund angeleint, läuft er auf Spaziergängen hinter dir.
    So vermittelst du deinem Hund, daß du die Lage im Griff hast und 
grundsätzlich schützend vor ihm stehst.
    Auf Spaziergängen laufe ruhig und zielstrebig von A nach B.
    Zwischendurch hälst D U an, damit der Hund sich lösen und schnüffeln kann.
    Anschließend setzt du deinen Gang fort.
    Beachte, daß nicht dein Hund das Kommando übernimmt.
    E R, läuft hinter dir!
    Gebe keine Kommentare ab, während ihr unterwegs seit, sondern ignoriere deinen Hund wie in Punkt 1 beschrieben.
    Bist du mit einer gelösten Situation zufrieden, darfst du ihn loben und bestätigen.
    Mit diesem Training entspannt dein Hund schnell.
    Er hört mit dem Bellen auf, weil du ihn beschützt und du die Lage im Griff hast.
  • Sozialkontakte an der Leine sind tabu.
    Lese hierzu gerne meinen Artikel:6 Tipps für den Hundespaziergang “ .

4. Mangelnde Aufmerksamkeit

Dein Hund bellt dich an, damit du ihn beachtest.

Er teilt dir mit seinem häufigen Bellen mit, daß du zum Beispiel:

  • mit ihm Spielen sollst,
  • ihm Futter geben sollst,
  • du sollst ihm die Gartentür aufmachen, damit er raus kann.

Kommst du seinem auffordernden Bellen nach, belohnst du ihn.

Hat der Hund sein Erfolgserlebnis, wiederholt er sein Bellen.
Bis du ihn endlich wieder beachtest.
Jetzt beginnt der Kreislauf erneut.

Dein Training:

Dieses Bellen, mit Aufforderungs-Charakter ignoriere.

Ignorieren heißt:

  • Nicht anfassen !
  • Nicht ansprechen !
  • Nicht ansehen !

Egal zu welcher Höchstform dein Hund aufläuft.

Das Ignorieren ihres Hundes, fällt vielen Hundebesitzern am Anfang schwer.
Das Nichtbeachten des eigenen Hundes, empfindet der Halter als verletzendes Verhalten.
Das gezielte Nicht-beachten, setzt er mit der Ablehnung des ganzen Hundes gleich.

Dieses schlechte Gefühl beruht auf unseren Erfahrungen, in Situationen, 
mit einer menschlichen Verhaltensweise.
Menschen setzen ein Ignorieren gegenüber anderen Menschen, als Ausdruck von Ärger, Enttäuschung und Wut ein.
Beim Menschen zählt dieses Verhalten zur seelischen Aggressivität.
Deshalb gilt im Umgang mit Menschen, eine Nichtachtung als extrem unhöfliches Verhalten.
Wir sprechen hier aber nicht über den Umgang von Menschen untereinander,
sondern über den Umgang vom Menschen mit seinem Hund.

Lernpfote; Übermäßiges Bellen abgewöhnen

Orientiere dich an den Wölfen: 

Vielfach hilft das Bild des Wolfsrudels:
Wölfe erziehen ihren Nachwuchs genauso.
Sind die jungen Wölfe aufdringlich und fordernd,
wird ihr Verhalten von den älteren Wölfen ignoriert.
Das Ignorieren, gehört beim Hund zu den normalen Mitteln seiner Verständigung.

 

Ich ignoriere nur das unerwünschte Verhalten!
– Nicht den ganzen Hund! –
Mein Ignorieren, hat nichts mit Aggressivität zu tun.
Im Gegenteil, ein Ignorieren des Hundes zeugt von Ruhe und Souveränität.

Bellt dein Hund auffordernd, ignoriere ihn.
Ihm gegenüber aufmerksam sein oder dich mit ihm beschäftigen, tust du nur, 
wenn er ruhig ist.

Merke:
Ignoranz kann sich nur der Ranghöhere leisten!

Auch wenn du jetzt weißt, wie du ein Ignorieren deines Hundes 
einordnest und umsetzt, musst du es üben.
Du darfst deinen Hund nicht beachten.
Das ist manchmal gar nicht so einfach.

Dein Hund lernt aus Ignorieren, daß er nicht immer die Hauptrolle spielt.

Durch das Ignorieren des unerwünschten Verhaltens deines Hundes,
bringst du automatisch Ruhe in deine Beziehung zu deinem Hund.
Du verfällst beim Ignorieren, nicht in Gefühle wie Wut, Ärger oder Genervt-sein.

Vielmehr entspannst du die Situation.
Du schimpfst nicht und reißt nicht an der Leine oder ähnliches,
 um deinem Hund klar zu machen,
daß du dieses Verhalten nicht möchtest.
Mit solch einem Verhalten befeuerst du nur weiter die angespannte Situation.
Du beachtest deinen Hund und dein Schimpfen bestätigt ihn in seinem Bellen.
Die Situation ist damit nicht gelöst und 
dein Hund hat nicht die Möglichkeit zu verstehen, was du eigentlich von ihm erwartest.

Er zieht aber aus deinem Verhalten des Nicht-beachtens, die entsprechenden Schlüsse.
Diese Art der Verständigung ist ihm vertraut.
Für ihn ist sie selbstverständlich, normal und neutral.
So löst du die Situation besonnen, klar und mit Übersicht.

Genau dieses Verhalten läßt den Hund zu dir aufblicken.
Er erwartet von dir klare, verständliche Regeln, die er einhalten kann und von denen er weiß,
daß du sie mit Konsequenz durchsetzen wirst.
So hat dein Hund eine klare Orientierung an dir als Teamleiter.

5. Langeweile



Manche Hunde reagieren auf Langeweile mit langanhaltendem Bellen.

Oft unterschätzt der Mensch, wieviel Zeit es kostet einen Hund artgerecht zu halten
und ihn zufrieden und glücklich zu machen.
Es reicht nicht, für Futter zu sorgen und ihn dreimal am Tag spazieren zu führen.

Hunde brauchen eine ausreichende Beschäftigung.
Ein ausgefülltes Leben für deinen Hund, erfordert seine geistige und körperliche Auslastung.

Kann er sich nicht genug bewegen, nicht lernen und wird er nicht gefordert,
fördert dies beim Hund das Bellen aus Langeweile.
Ein Hund liebt es zu rennen, zu toben, zu spielen und zu lernen.
– So entdeckt er seine Welt. –

Bellt dein Hund aus Langeweile, beschäftige ihn mehr körperlich und geistig.
Je mehr hochwertig Zeit du mit deinem Hund verbringst, desto weniger Grund hat er, 
aus Langeweile zu bellen.

Dein Training: 

Beschäftige deinen Hund:

Laste seinen Körper aus:
– mit einfachen Spaziergängen und „Bällchen-schmeißen“, ist es nicht getan. –

Auslastung bedeutet, die angeborenen und angezüchteten Fähigkeiten des Hundes
in vollem Umfang zu gebrauchen und einzusetzen.

Berücksichtige alle vier Bereiche seiner Fähigkeiten:
– geistige
– körperliche
– soziale und
– rassespezifische

Ich konzentriere mich hier auf die körperliche und geistige Auslastung.
Meine Hinweise sind allgemein gültig, ohne auf eine rassetypische Besonderheit oder den Einzelfall einzugehen.
Ich gehe von einem guten Gesundheitszustand deines Hundes aus.

Möglichkeiten der Auslastung: 

  • 

Laste ihn körperlich aus:
    viel Bewegung.
    Mache mit deinem Hund ausgedehnte Spaziergänge, bei denen du eure Gassi-Runde oft variierst und wechselst.
    Das bietet deinem Hund immer wieder neue und unbekannte Eindrücke.
    ausgelassenes Toben und Spielen.
    Zusammen albern sein, scherzen und herumkullern, im Garten oder auf dem Teppichboden.
    Selbst dieser unbefangene Spaß verfolgt einen Zweck.
    Der Hund verbessert spielerisch sein Gleichgewicht, seine körperliche Ausdauer, seine Koordinations- und Wahrnehmungsfähigkeit.
    Gleichzeitig stärkt und verbessert die gemeinsame Aktivität eure Bindung.
    betreibe mit deinem Hund einen Hundesport.
    So bietest du ihm eine sinnvolle Möglichkeit seinem Bewegungsdrang und seiner Lernfreude nachzukommen.
    Gleichzeitig stärkst du auch hiermit eure Bindung.
    Informiere dich über die verschiedenen Möglichkeiten des Hundesportes.
    Von Agility, über Degility, Zugsport, Obedience, Dogdance und Treibball,
    gibt es zig Möglichkeiten deinen Hund körperlich auszulasten.
    Du findest sicher etwas, was euch beiden Spaß macht.
  • 

Laste ihn geistig aus:
    Bei geistiger Auslastung fallen den meisten Hundebesitzern sofort
    spezielle Suchspiele ein.
    Suchspiele sind für den Hund anstrengend, weil er sich nur noch auf seinen Geruchssinn konzentrieren kann.
    Somit sind Schnüffelspiele eine tolle Möglichkeit auf die aussergewöhnliche Fähigkeit des Hundes einzugehen
    und diesen Bereich zu fördern und zu trainieren.
    In der Wohnung bieten sich einfache Suchspiele an, wie zum Beispiel, das Verstecken von Leckerchen oder Spielzeug.
    Doch auch:
    das Lernen eines Kommandos gehört hierzu.
    Auch der Erwerb des Grundgehorsams mit „Sitz“, „Platz“ und „Bleib“ fordert deinen Hund.
    Du lastest deinen Hund nicht nur über das Spielen aus, sondern auch in dem du ihn erziehst.
    Hat er dein Signal-Wort gut verknüpft und zeigt das entsprechende, erwünschte Verhalten,
    ist dein Hund bereit hinzulernen.
    Natürlich kannst du ihm den ein oder anderen Trick beibringen.
    So kommt der Spaß nicht zu kurz und ihr beide habt eure Freude.
    – und spezielle Nasenarbeit.
    In der Dummyarbeit, beim Mantrailing und bei der Fährtenarbeit fordert der Hund seine Nase besonders.
    Dieses Fokussieren auf die Nase, lastet deinen Hund körperlich und geistig aus.
    Bei diesen Sportarten arbeitest du mit deinem Hund eng zusammen, was wiederum eure Bindung stärkt.
    Ist dein Hund dementsprechend ausgelastet, freut er sich nach getaner „Arbeit“ auf sein Körbchen und ruht sich aus.
    Er schläft, um die gesammelten Eindrücke zu verarbeiten und freut sich auf das nächste Zusammensein mit dir.
    Diese Erlebnisse machen ihn zufrieden und glücklich und 
ein ausgeglichener Hund, bellt weniger.
    Finde eine Balance zwischen aktiver Zeit und Phasen der Ruhe.

    Weiterführende Artikel: 

    Lese hierzu gerne die Artikelreihe:

    Glücklicher Hund – wie geht das?
    Glücklicher Hund – Lösung 1 – Der Hund und seine Grundbedürfnisse
    Glücklicher Hund – Lösung 2 – Was hat das alles mit Sicherheit zu tun?
    Glücklicher Hund – Lösung 3 – Soziale Bedürfnisse
    Glücklicher Hund – Lösung 4 – Bedürfnisse nach Anerkennung und Wertschätzung

    So bitte nicht:

    Strebe keine gemanagte Auslastungszeit für deinen Hund an.

    Es ist zu viel,

  • ihn 
montags zum Agility
  • dienstags zum Dogdance
  • 
mittwochs zum Kurs für Dummyarbeit
  • 
donnerstags zum Mailtraining
  • 
freitags zum Longieren
  • samstags auf die 10 Kilometer Jogginingrunde 
mitzunehmen!

 

Lernpfote; Übermäßiges Bellen beim Hund

Versuchst du so deinen Hund auszulasten, geht es in die falsche Richtung.
1 – 2 Trainingseinheit pro Woche sind meist ausreichend.
Beobachte deinen Hund.
Ist er ausgeglichen und freudig, hast du eine gute Balance zwischen euren Aktivitäten und seinen Ruhepausen gefunden.

Nun kennst du die Möglichkeiten, auf die 5 häufigsten Ursachen für übermäßiges Bellen zu reagieren

und deinem Hund sein übermäßiges Bellen abzutrainieren.

Vergiss bei all dem nicht: 

Ein Hund bleibt immer ein Hund.

Der Hund macht sich über sein Bellen verständlich.
Das ist seine Form der Lautäußerung.
Versuche nicht, das Bellen bei deinem Hund vollständig zu unterdrücken.

Wichtig ist es, früh Einfluss auf sein Bellverhalten zu nehmen.

Was du grundsätzlich vermeiden solltest ist:

  • ungeduldig, zornig und nachtragend sein. Dieses Verhalten versteht dein Hund nicht.
    Damit setzt du deinen Hund unter Stress und er weiß nicht, wie er mit der Situation
 umgehen soll.
    Stress verstärkt das Problem, weil dein Hund nicht begreift, was du von ihm erwartest.
  • Schreie deinen Hund nicht an. Deine Wut und deine Entrüstung, wirkt auf deinen Hund anfeuernd.
    Er sieht darin ein gemeinsames Bellen und fühlt sich in seinem Tun bestärkt.
  • Belohne deinen Hund nicht für sein Bellen, indem du ihn beachtest.
    Beachtest du ihn, streichelst ihn, spielst mit ihm oder belohnst ihn gar, bestätigst du sein Bellen.
    Dieses Vorgehen, bringt deinen Hund keineswegs zur Ruhe.
  • Animiere deinen Hund nicht zum Bellen.
    Ausrufe, wie: „Jaaaaa, wer ist denn daaaaaaa?“, 
bringen deinen Hund in einen hohen Erregungszustand.
    Um diesen abzubauen, beginnt er zu bellen.
  • Eine Bitte habe ich noch:

    Benutze KEINE technischen Hilfsmittel, wie Antibell-Halsbänder!

    Im Gesetz, § 3 Nr. 11 TierSchG heißt es:
    „Es ist verboten, ein Gerät zu verwenden, das durch direkte Stromeinwirkung das artgemäße Verhalten eines Tieres, insbesondere seine Bewegung, erheblich einschränkt oder es zur Bewegung zwingt und dem Tier dadurch nicht unerhebliche Schmerzen, Leiden oder Schäden zufügt, soweit dies nicht nach bundes- oder landesrechtlichen Vorschriften zulässig ist.“

    Lese hierzu auch das Merkblatt Nr. 51, der Tierärztlichen Vereinigung für Tierschutz e.V.:
    Merkblatt Nr. 51 – Elektrische Hunderziehungshilfen z.B. „Telereizgeräte“ (Stand: Sept. 2014)



    Die Tierärztliche Vereinigung für Tierschutz e.V. geht in ihrem Merkblatt Nr. 70, (hier als PDF herunterzuladen)
    noch einen Schritt weiter :

    Merkblatt Nr. 70 -Tierschutzwidriges Zubehör für Hunde und Katzen (Stand: 1999) (Merkblatt ist zur Zeit in Überarbeitung!!)

    Sie bezeichnet sämtliche Bell-Stop-Geräte, die auf elektrischer, chemischer, geräuscherzeugender
    oder luftstoßerzeugender Grundlage funktionieren, 
als tierschutzwidriges Zubehör.
    Sie seien abzulehnen, weil sie die natürliche Kommunikationsform des Hundes, 
nämlich sein Bellen, unterdrücken wollen.

Solltest du alleine nicht zurechtkommen, suche dir professionelle Hilfe.
Das Benutzen eines Antibell-Halsbandes ist nie eine Option!

Nun kennst du unsere 5 Tipps, um deinem Hund sein häufiges Bellen abzugewöhnen.
Hast du noch Fragen? Schreibe mir gerne!
Ich freue mich auch über eine Mail, wie du zurechtkommst und ob es Probleme gibt.
Wir finden zusammen eine Lösung.

Kläre gesundheitliche Fragen abschließend mit deinem Tierarzt.


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One thought on “Übermäßiges Bellen abgewöhnen

  1. Das probiere ich aus. Unser Krümel ist ein Cocker Mix und 4 Jahre alt. Er ist seit Dienstag bei uns. Und ich darf ihn jetzt erziehen. Das ist bei Krümel nämlich versäumt worden.

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