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10 Tipps gegen Silvester-Stress beim Hund

Lösungsansätze für die Silvester-Angst deines Hundes

Silvester ohne Feuerwerk?
Das ist in Deutschland, im Moment, noch nicht vorstellbar.

Alleine im letzten Jahr (2018) wurden ca. 42.800 Tonnen an Feuerwerkskörpern eingeführt. Das entspricht einem Wert von 103,6 Millionen Euro.

Am Rande sei hier erwähnt, dass in der Silvesternacht in Deutschland, durch das Abbrennen der Feuerwerkskörper, in wenigen Stunden 5.000 Tonnen Feinstaub freigesetzt werden. Diese freigesetzte Feinstaubmenge in der Silvesternacht,  entspricht etwa 17 Prozent, der Feinstaubmenge, die jährlich im Straßenverkehr entstehen.

Für die meisten Menschen, ist das Silvester-Feuerwerk, der Höhepunkt des Silvester-Abends.
Das neue Jahr wird begrüßt und nach altem Brauchtum böse Geister vertrieben.

Zum Leitwesen mancher Hundebesitzer beginnt das Abfackeln der Feuerwerkskörper schon weit vor Silvester und hält auch nach dem Silvester-Abend noch einige Tage an.

Gerade für Hunde, die regelrecht in Panik geraten und ein starkes Angstverhalten zeigen,
sind die Tage um Silvester herum, die reinste Tortour.

Denn sowohl die Knallgeräusche, als auch das laute Zischen der Feuerwerkskörper oder die grellen Lichtblitze am Nachthimmel durch die Silvester-Raketen, sind für viele Hunde, Angstauslöser.

Angst sichert das Überleben

In der biologischen Entwicklung eines Lebewesens, ist es zunächst sinnvoll, auf Geräusche direkt zu reagieren.

Es ist wie ein Alarmsystem, dass dem Schutz des Tieres dient.
Natürlich auch dem unserer Hunde.

Das Gehirn deines Hundes, ist darauf ausgerichtet, auf plötzliche und intensive Geräusche mit den Reaktionen:

  • Alamiertheit
  • Anspannung
  • Vorsicht und
  • Fluchtverhalten

zu reagieren. 

Diese Angstreaktion ist angeboren, vollkommen normal und sogar überlebensnotwendig.
 
Ebenso ist eine individuelle Sensibilität angeboren.
Zum Beispiel sind Hütehunde auf leichte Hemmbarkeit selektiert.
Daher sind sie anfälliger, eine Geräuschangst zu entwickeln.

Wie sensibel dein Hund auf den Silvester-Krach reagiert, hängt zusätzlich noch von folgenden Faktoren ab:

  • seine allgemein, gemachten Erfahrungen
  • seinen Lernerfahrungen in ähnlichen Situationen
  • seinem aktuellen Stressniveau
  • seinem aktuellen Wohlbefinden 
  • und hat er eine Strategie, um sich in stressigen Situationen, besser zu fühlen.

Funktion des Hörsinns

Der Hörsinn, hat bei der Geräuschangst, eine tragende Rolle.

Gewöhnlich werden fünf Sinne unterschieden:

  • Hören
    Das Ohr nimmt den Schall wahr, hauptsächlich den von Klängen, Tönen und Geräuschen.
  • Riechen
    Die Riechschleimhaut in der Nase, nimmt Riech- und Duftstoffe auf.
    Gerade die Geruchswahrnehmung wird im Gedächtnis stark mit Emotionen verknüpft.
  • Sehen
    Über das Auge werden visuelle Reize, wie Bewegung, Räumlichkeit, Helligkeit, Farbe, Form und Kontrast wahrgenommen. 
  • Schmecken
    Hier nehmen die Geschmacksknospen der Zunge, die chemische Qualität der Nahrung wahr.
  • Tasten
    Dabei nehmen alle Tast-, Kälte- und Wärmerezeptoren, der Haut, diese Sinneswahrnehmungen auf.

Diese Sinneskanäle können in Fernsinne (Hörsinn, Sehsinn, Geruchssinn) und Nahsinne (Tasten und Schmecken) unterschieden werden.

Liegt eine Schädigung der Fernsinne vor, bezeichnet man dies auch als Sinnesbehinderung, denn die Fernsinne sind die wichtigsten Informationsüberträger. 

Die große Bedeutung der Fernsinne, liegt in der Verarbeitung der Sinneseindrücke.
Diese über den Hörsinn, Sehsinn und Geruchssinn, gemachten Sinneseindrücke, werden außerhalb des Körpers aufgenommen und vom Gehirn verarbeitet.
Kein Lebewesen sieht, „auf den Augen“ oder hört „im Ohr“. 

Anders ist es bei den Nahsinnen.
Hier werden die gemachten Sinneseindrücke direkt mit dem Organ verknüpft.
Das Lebewesen schmeckt „auf der Zunge“ und „fühlt mit der Haut“. 

Der Funktion des Hörsinns, als Fernsinn, kommt also eine besondere Funktion zu.
Gehörtes wird analysiert und interpretiert.

  • Er dient der Kommunikation mit Artgenossen.

Durch den Hörsinn, kann der Hund: 

  • seine Beutetiere orten und
  • Gefahren erkennen und entsprechend reagieren.

Je schneller ein Tier auf schwache Geräusche mit dem Hörsinn reagiert, desto größer sind seine Überlebenschancen.

Die Reaktionskette auf Geräusche

Ebenso wie beim Menschen, werden Geräusche auch beim Hund über den Hirnstamm aufgenommen und an den Sympathikus weitergeben.

Gerade:

  • laute, intensive Geräusche und/oder
  • plötzlich auftretende Geräusche

Diese Geräusche:

  • aktivieren den Schreckreflex und 
  • lösen die Ausschüttung der Stresshormone Adrenalin und Noradrenalin aus.

Das Hormon Adrenalin, dient der Vorbereitung auf Flucht oder Abwehrverhalten.
Unter dem Einfluss der Stressfaktoren, wird auch Cortisol produziert.
Cortisol wird ausgeschüttet, um den Körper im Notfall auf erforderliche Handlungen vorzubereiten. 

Damit schlägt das Herz schneller und der Blutdruck steigt. 

Du erkennst diese Reaktion bei deinem Hund, wenn er anfängt:

  • stark zu hecheln,
  • er seine Augen angstvoll, weit aufgerissen hat,
  • er unruhig umherläuft und
  • er kein Futter mehr annimmt. 

Denn in diesem Zustand, wird die Verdauung belanglos.

Der ganze Hundekörper wurde in Alarmbereitschaft versetzt.

Dunkelheit verstärkt die Angst

Grundsätzlich reagieren Hunde bei Dunkelheit noch empfindlicher auf Geräusche.

Jegliche Reize, auf die sich der Hund am Tag verlassen kann, um Dinge einzuordnen,
sind in der Finsternis deutlich reduziert.

Ebenso ist im Dunkeln das Sichtfeld des Hundes begrenzt. 

Durch eben diese Reduzierung der Geräusch- und Sichtkulisse, treten nun andere Reize (wie die eines Silvester-Feuerwerks) umso deutlicher hervor und der Hund nimmt sie umso stärker wahr.

Das Silvester-Feuerwerk bei Nacht, ist also für geräuschempfindliche Hunde, besonders dramatisch.

Was den Jahreswechsel zusätzlich schwierig macht

Wir Menschen glauben, mit dem Beginn der Vorweihnachtszeit, würde sich wie jedes Jahr, ein bekanntes Ritual wiederholen.
Für uns tut es das auch. 

Wir stellen den Christbaum auf und schmücken ihn festlich.
Das Weihnachtsessen wird gekocht und die Familie kommt zusammen, um zu feiern.
Die Vorweihnachtszeit und der heilige Abend, mit den anschließenden Weihnachtsfeiertagen sind für uns eine ganz besondere Zeit.
Viele Menschen haben in dieser Zeit Urlaub und genießen die Zeit mit der Familie und Freunden.
Doch wirkliche Ruhe stellt sich nicht ein.

Die gewohnte Welt deines Hundes wird an diesen Tagen auf den Kopf gestellt.
Sein Tagesablauf verändert sich.
Trotz freier Zeit, hast du weniger Zeit für ihn. 

Stattdessen besuchen euch vielleicht Familienmitglieder oder Freunde die dein Hund sonst selten sieht.
Oder ihr macht Besuche, bei Menschen, bei denen dein Hund sonst nicht so oft oder gar nicht ist.

Statt seiner gewohnten Ruhe, seiner Alltagsstruktur und der gewohnten Orientierung,
verliert dein Hund während dieser Tage seine Sicherheit und kommt weniger zur Ruhe. 

  • Diese Belastung durch Stressoren (wie oben beschreiben),
  • wenn er mitten in seiner Jugendentwicklung steht oder
  • zu altern beginnt
  • und wenn dein Hund zusätzlich krank ist

—> Dies alles, sind Voraussetzung für die Entwicklung einer Geräuschangst!
Kommt jetzt ein Reizauslöser dazu, tritt ein zuerst unterschwellige Angst deines Hundes, plötzlich offensichtlich zu Tage.

Unter diesen Voraussetzungen, ist dein Hund anfälliger dafür, eine Geräuschangst zu entwickeln. 

Die Angst an Silvester, die eine Geräuschangst ist, kann also bei jedem Hund entstehen. 

Auch wenn dein Hund bisher keinerlei Probleme in dieser Richtung hatte.

Stress öffnet das Tor für Geräuschangst!!

Die Emotion „Angst“

Wir schauen jetzt noch einmal genauer auf die „Angst“ deines Hundes.

Angst ist eine negative Emotion, die sich für deinen Hund nicht gut anfühlt.

Emotionen sind angeboren und unwillkürlich, also nicht steuerbar.

Emotionen lösen eine Bewertung der Situation und damit ein Verhalten beim Hund aus. 

Die Aufgabe des Angstverhaltens ist die Gefahrenvermeidung.

Der Hund empfindet in einer Situation Angst und reagiert sofort mit einer Gefahrenvermeidung, in dem er die Distanz zum angstauslösenden Reiz vergrößert. Er wird in solch einer Situation vermutlich fliehen.
So versucht er die Situation für sich zu verbessern.

An Silvester und den Tagen davor und danach, ertönen die Knallgeräusche, Zischlaute und Lichtblitze der Feuerwerkskörper, ohne ein zeitliches Muster.
– Das Läuten der Kirchenglocken, hat z. B. ein Muster. – 

Dein Hund kann bei einem Feuerwerk, nicht einschätzen, wann es knallt.
Gleichzeitig verschwinden die Geräusche nicht wieder, sondern sind für deinen Hund über lange Zeit wahrnehmbar. 

Zu den beliebtesten Feuerwerken zählen das Batteriefeuerwerk und die traditionellen Raketen.
Bei Batteriefeuerwerken, wird einmal die Lunte angezündet und automatisch werden Feuerwerkskörper in den Himmel geschossen und das mit ganz unterschiedlichen Effekten.
Es gibt Böller und farbige Feuersterne, farbige Raketen mit anschließendem Knister-Effekt und Heulpfeifen.

An Silvester, hat dein Hund keine Möglichkeit seine Situation zu verbessern, indem er Distanz schafft.
Im Gegenteil dein Hund hat das Gefühl von Unberechenbarkeit und dem Verlust der Kontrolle über die Umwelt.  

Gleichzeitig mit den lauten Geräuschen und Lichtreflexen, geht mit dem Feuerwerk immer auch ein intensiver Geruch nach Rauch und Feuer einher.
Beides Komponenten, die die angeborene Emotion „Angst“ auslösen und den Hund eigentlich mit einem Fluchtverhalten reagieren lassen.
Dein Hund hat zudem noch eine viel feinere und empfindlichere Nase.
Er nimmt also den Geruch nach Rauch und Feuer viel intensiver wahr.
Gleichzeitig, ich hatte es schon ausgeführt, wird die Geruchswahrnehumg im Gedächtnis stark mit Emotionen verknüpft und somit stark verankert.

Wie ebenfalls schon beschrieben, werden mit der Schreckreaktion auf das plötzliche und vielleicht laute Geräusch, die Stresshormone Adrenalin und Noradrenalin ausgeschüttet. 

Das Stresshormon Adrenalin gehört zu den Substanzen, die die Gedächtnisleistungen am besten fördern, deshalb werden dann vor allem solche Erfahrungen am besten behalten, die in einem Zustand der erhöhten Aufmerksamkeit gemacht werden.

Es kommt zu einer zunehmenden Empfindsamkeit

Empfindet dein Hund also Angst, ist sein Gehirn während dieses emotionalen Zustands, besonders aktiv.

In diese Alarmbereitschaft versetzt, beginnt der Hundekörper, über seine Sinnesorgane, nun möglichst viele Informationen, über die angstauslösende Situation zu sammeln und das Gehirn speichert alle gemachten Daten ab.

Es erfolgt eine permanente Verknüpfung zwischen einem Reiz und einer Reaktion,
auch klassische Konditionierung genannt.

So erhalten für den Hund bisher, völlig unbedeutende Reize, unter der Bedrohung eine völlig neue, nämlich auch negative und angstauslösende Bedeutung.
Der Hund beginnt also, zeitnah auftretende Reize, mit der Angst zu verknüpfen.
Diese Reize lösen dann beim Hund ebenfalls Angst aus.

Und auch hier beginnt der Hundekörper wieder mit dem sammeln von Informationen über die angstauslösende Situation, um sich vermeintlich zu schützen.
So entwickelt sich ein Teufelskreis, bei dem Hund immer häufiger Angstreaktionen zeigt
und diese immer schneller ausgelöst werden.

Jetzt ist sicher verständlich, warum sich eine Geräuschangst immer schneller ausweitet. 

Es tritt keine Gewöhnung an Knall-Geräusche oder Lärm ein!
Im Gegenteil, der betroffene Hund wird immer empfindlicher gegenüber Geräuschen.

Er reagiert immer sensibler gerade auf ähnliche Geräusche.
Aber auch auf andere Geräusche und auf andere Dinge.
Seine Angst weitet sich förmlich aus.

Die Arbeit an Emotionen, wie hier bei der Geräuschangst an Silvester, beinhaltet immer den Faktor Zeit.
Das heißt, wenn du mit deinem Hund an seiner Geräuschangst arbeiten möchtest, brauchst du eine möglichst lange, entspannte Zeitspanne, um mit deinem Hund zu trainieren. 

Es gibt keine Heilung!

Nur eine Reduktion der Geräuschangst.
Der Hund lernt mit Geräuschen wieder besser umzugehen. 

Die Angst deines Hundes erkennen

Es ist für dein Training besonders wichtig, dass du erkennst, wann dein Hund Angst hat.

Effektiv an seiner Geräuschangst trainieren kannst du mit deinem Hund nur, wenn er noch keine Anzeichen von Stress zeigt.

Mögliche Verhaltensänderungen bei Stress können sein: 

  • Ängstliches oder aggressives Verhalten
  • Fluchtverhalten
  • Untypische Reaktion gegenüber anderen Hunden, Personen oder Lärm
    (Beispiele: Hund wird „kuscheliger“ und weicht dem Halter nicht von der Seite oder „kuscheliger“ Hund möchte nur noch alleine sein.)
  • Aufsuchen von Orten, die er sonst nicht aufsucht
    (anderes Stockwerk, Badezimmer, hinterste Zimmerecke)
  • Nervosität und Unruhe
    (Beispiele: aus dem Schlaf aufschrecken; hektisches Herumschauen, hektische Bewegungen, Einfrieren der Körperbewegungen)
  • übermäßiges Gähnen
  • übermäßiges Lecken von Pfoten oder über die Letzen 
  • Konzentrationsprobleme
  • häufiges und hartnäckiges Bellen, Jaulen und / oder Jammern
  • Zerstören von Gegenständen
  • Entwicklung oder Verschärfung zwanghafter Verhaltensweisen wie Schwanz- oder Schattenjagd
  • Hund möchte das Haus nicht verlassen. (Vier-Pfoten-Bremse)
  • Beißen in die Leine

Mögliche körperliche Veränderungen bei Stress können sein:

  • Zittern und /oder vermehrtes Schütteln
  • Starkes Hecheln bis zum Hyperventilieren (blaue Zunge!)
  • starkes Sabbern
  • aufgerissene Augen
  • Ohren liegen eng am Kopf an
  • eingeklemmte Rute
  • geduckte Körperhaltung
  • übermäßiges Jucken und Kratzen
  • Muskelverspannungen
  • kann kein Futter mehr aufnehmen
  • Verdauungsprobleme
  • Exzessives Trinken
  • Vermehrtes Wasserlassen
  • Aufstellen der Rücken- und Nackenhaare

So hilfst du deinem Hund durch die Silvesternacht:

Nimm die Angst deines Hundes ernst

Angst ist für ihn genauso schrecklich wie für uns Menschen.

Früher hieß es:
„Ignoriere die Angst deines Hundes.
Gehst du auf seine Angst ein, verstärkst du sie, denn der Hund glaubt, seine Angst sei berechtigt.“
Das ist Blödsinn!!
Doch immer noch ist es eine Aussage, die sich hartnäckig in den Köpfen von Hundehaltern hält.

So handeln sie gegen ihre Intuition und kümmern sich nicht um ihren Hund, in Tagen und Stunden seiner höchsten Not.

Der Hund ist ein soziales Wesen und braucht deine Unterstützung.
Versuche nicht ihn tu trösten und ihm gut zu zu reden.
Es macht einen Unterschied, ob du deinem Hund vermittelst:
Es ist alles in Ordnung, ich bin bei dir!
oder
Ach du armer, armer Hund …. .

Zuwendung tut ihm jetzt gut. Sei einfach für deinen Hund da.

Für diese „soziale Unterstützung“ gibt es einen Fachausdruck, „Social Support“.
Social Support bedeutet, Gruppenmitgliedern in stressigen Situationen, durch körperliche Nähe und Zuwendung zu helfen.

Diese sozio-positive Interaktion durch eine Annäherung, demonstriert die eigene friedliche Absicht und dient dem Knüpfen oder Aufrechterhalten sozialer Beziehungen in einem Rudel. Dieses sozio-positive Verhalten, beschrieben nach Feddersen-Petersen, zeigt die Bereitschaft zur sozialen Interaktion, wie Körperkontakt und Putzen.

Das bedeutet, diese „soziale Unterstützung“ senkt den Blutdruck, die Herzfrequenz und den Spiegel der Stresshormone.

Gib deinem Hund das Gefühl, du bist für ihn da und
er muss mit der Situation nicht alleine fertig werden.

Kuschelt dein Hund sich an dich, kuschel mit ihm.
Halte ihn ruhig oder massiere ihn mit ruhigen Bewegungen. Bleibe gelassen.
Auch in dieser Situation gilt:
Sei für deinen Hund ein starker Partner, an dem er sich orientieren kann.
Sei für ihn der Fels in der Brandung.

Möchte er sich lieber zurückziehen, dann hilft ihm vielleicht einfach deine Nähe.
Nähe gibt Sicherheit und schafft Vertrauen. 

Das Ignorieren oder Wegschicken eines verängstigten Hundes,
beschädigt immer die Beziehung zwischen Mensch und Hund. 

Biete deinem Hund einen Rückzugsort

Ist dein Hund an eine Hundebox gewöhnt, kann sie für deinen Hund eine geeignete Höhle sein.

Manche Hunde möchten sich gerne verkriechen.
Sie suchen geschützt Orte auf, sei es im oder unter dem Bett, im Keller oder der Dusche im Badezimmer.

Gerade Orte mit einer geringen Fensterfläche bieten dem Hund dann einen idealen Rückzugsort, weil hier der Schall nicht ungehindert in den Raum eindringen kann.

Gleichzeitig hilft es deinem Hund, in den übrigen Räumen, die Rolladen an den Fenstern zu schließen.

Gewähre deinem Hund den Zugang und mache es ihm an seinem Rückzugsort gemütlich.

Bekommst du an Silvester Besuch, ist es besonders wichtig, dass dein Hund sich zurückziehen kann.
Viele Menschen, ein ständiges Kommen und Gehen und der Lärm stressen deinen Hund stark.
Er brauch einen sicheren Ort um sich zu entspannen.
Verwehre anderen Menschen den Zugang zum Rückzugsort deines Hundes, damit er wirklich die Ruhe findet, die er braucht.

Möchtest du deinen Hund an ein weiteres Körbchen gewöhnen?
Vielleicht weil er Ruhe, an seinem gewohnten Rückzugsort, zu Silvester nicht finden wird?
Dann mache ihn mit dieser weiteren Option schon jetzt, vor dem Silvesterfeuerwerk, vertraut.
Dein Hund muss erst einmal lernen, mit diesem neuen Ort, Entspannung, Ruhe und Behaglichkeit zu verknüpfen.

Wichtig ist, dass dein Hund selbst entscheidet, diesen Rückzugsort aufzusuchen.

Schickst du deinen Hund auf diesen Platz, wird er sich nicht entspannen.
Er hätte vielleicht etwas anderes gebraucht und fühlt sich in dieser Situation alleine gelassen.
Er fühlt sich unwohl, was seine Angst nur noch verstärkt. 

Spaziergänge jetzt nur noch mit Leine

An den Tagen um Silvester, lasse deinen Hund sicherheitshalber bei Spaziergängen an der Leine.
Die Leine ist dein verlängerter Arm und schützt deinen Hund, wenn er erschrickt und in Panik davonrennen will.
Laß deinen Hund ein ausbruchsicheres Geschirr tragen.
Spaziergänge nur mit der Sicherung über ein Halsband sind jetzt besonders gefährlich, auch wenn dein Hund sonst im Alltag, an der lockeren, durchhängenden Leine läuft.
Erschrickt dein Hund, springt er wohlmöglich ruckartig in die Leine.
Am Hals des Hundes liegen wichtige Organe, wie die Schilddrüse, der Kehlkopf, die Luftröhre und die großen Halsgefäße. Auch die empfindliche Halswirbelsäule wäre von seitlichen Beschleunigungen betroffen.
Trägt der Hund ein Halsband, wirken über die Leine, erheblichen Kräfte auf wenige Quadratzentimeter des Halsbereiches ein.
Ein Geschirr verteilt die einwirkenden Kräfte günstiger.

Löseplatz-Training

Tipps zur Vier-Pfoten-Bremse und dein Hund verläßt das Haus nicht mehr.

Wenn du jetzt schon weißt, dass dein Hund in der Zeit um Silvester, das Haus nicht mehr verläßt, weil er zu große Angst hat, dann beginne jetzt schon mit dem „Löseplatz“-Training.

Das bedeutet, du suchst für den Hund nur seinen Löseplatz auf:

  • am Haus
  • auf dem Parkplatz

Das Aufsuchen, des Löseplatzes steht nicht in Verbindung mit einem Spaziergang!

Dein Hund soll nur diese Stelle an der er sich lösen kann, positiv verknüpfen.
Danach gehst du wieder zurück ins Haus.
So lernt der Hund: „Ich habe draußen kurz die Gelegenheit mich zu lösen, dann darf ich sofort wieder zurück in die sicheren, vier Wände.“

So bleibt dein Hund entspannt. Er erhält durch dich die Sicherheit, weil er die Abfolge dieser Handlung kennt.

Orientiere dich hier am Rhythmus deines Hundes.
Müßte er eigentlich raus um sich zu lösen, weil es „seine Zeit“ wäre, dann warte noch 15 Minute.
(Welpen bringe bitte sofort zum Lösen nach draußen.)
Dann suchst du sofort den Löseplatz deines Hundes auf und gehst anschließend wieder zurück ins Haus.

Schnüffel- und Suchspiele kannst du auch zu Hause oder im Garten machen.

Auch eine Indoor-Toilette, wie es sie für Welpen gibt, kann gute Dienste leisten.
Gerade ältere Hunde, die vielleicht unter einer Inkontinenz leiden, erhalten so noch einmal Lebensqualität.  

Laste deinen Hund an Silvester gut aus 

Mache am Silvestertag mit deinem Hund lange Spaziergänge.
Fahre mit deinem Hund dazu in abgelegene Gebiete oder in den Wald.
Hier in der Stille könnt ihr das Zusammensein genießen.
Power deinen Hund richtig aus. Mache Such- und Apportierspiele mit ihm.
Sichere ihn jedoch bei all deinen Unternehmungen immer mit der Leine.
Hier tut eine Schleppleine, am Geschirr gute Dienste.

Halte das Ende der Schleppleine, an der Handschlaufe, immer gut fest.
Trage Handschuhe, wenn dein Hund an der Schleppleine läuft, so vermeidest du bei einem Spurt deines Hundes, Hand-Verletzungen.

Geräusche von Böllern sind weithin hörbar und sind für den Hund mit seinem guten Gehör noch auf weite Distanz gut wahrnehmbar.
Auch bisher unerschrockene Hunde können sich plötzlich erschrecken und voller Panik fliehen wollen. 

Auslastungsspiele kannst du mit deinem Hund natürlich auch zu Hause oder im heimischen Garten durchführen.

Nutze die Situation positiv

Wenn es draußen knallt und dein Hund merkt auf, nutze die Situation.
Lobe und belohne deinen Hund mit einem Leckerchen.
So verknüpft er den Knall positiv mit dem Leckerchen. 

Hier verknüpfst du einen Reiz (den Knall) mit etwas Positivem, einem schmackhaften Leckerchen.
Die positive Emotion die das Leckerchen bei deinem Hund auslöst, überträgt sich auf das laute Geräusch, den Knall. 

Dies kannst du mit allen lauten Geräuschen üben.
Im Alltag, mit einer zuschlagenden Tür, ein geräuschvoll zugeklapptes Buch, ein in die Hände klatschen oder der heruntergefallene Topfdeckel.
Der Hund soll verknüpfen: „Das Geräusch war unangenehmen, aber es passiert etwas Schönes. Das Geräusch ist nicht schlimm!“

Biete keine Fluchtmöglichkeit

Schliesse die Haustür und auch das Gartentor sorgfältig.
So kann dein Hund bei einer Schreckreaktion nicht versuchen zu fliehen.
Sorge dafür, dass dein Hund zu identifizieren ist, sollte er trotz aller Sorgfalt doch entwischen.

Ist dein Hund noch nicht bei Tasso e.V. registriert, hole es kostenlos nach.

Außerdem ist es möglich, deinen Hund kostenlos bei FindeFix – das Haustierregister des Deutschen Tierschutzbundes zu registrieren. 

Beide Organisationen engagieren sich dafür, jedes entlaufene Tier so schnell wie möglich wieder zu seinem Halter zurückzubringen. 

Vermeide zusätzlichen Stress

Wie ich oben schon ausgeführt habe:

Stress öffnet das Tor für Geräuschangst.

Sorge schon vor Silvester für so wenig Stress wie möglich. Stress sammelt sich an.
Es reicht dann ein Tropfen, der das Fass zum Überlaufen bringt.

Dämpfe die Außenreize. Schließe die Fenster und mache die Rollladen, Jalousien und Vorhänge zu.
Auch kleinste Lichtreflexe von draußen, lösen die Angstzustände aus.

Der Hund hat die verschiedenen Reize des Feuerwerkes miteinander verknüpft:
– Leichter Brandgeruch, Knallgeräusche, Zischen und die leuchtenden Farben der Rakete – .
Folglich ist der einzelne Reiz, ein Auslöser seiner Angst.

Außerdem alles was er noch an Reizen mit dem Angstauslöser verknüpft hat.

Mildere Außengeräusche

Ein CD-Player, auf dem du entspannende Musik abspielst,
ein Streaming-Dienst den du nutzt, um Meditationsmusik abzuspielen oder
der eingeschaltete Fernseher, bei mittlerer Lautstärke, in dem eine ruhige Sendung ausgestrahlt wird,
helfen ebenfalls, die Knallgeräusche des Silvester-Feuerwerks, zu mildern.

Sorge für Kauvergnügen

Kurz vor Mitternacht, noch bevor es draußen richtig knallt, zischt, pfeift und blitzt, gönne deinem Hund ein tolles Kauleckerchen. Vielleicht schenkst du ihm ein großes Rinderohr oder seinen mit Hüttenkäse gefüllten KONG.

Beim Kauen und Lecken werden Glückshormone freigesetzt.
Das beruhigt deinen Hund automatisch.

Du kannst auch mit ihm sein Lieblingsspiel spielen oder er darf dir alle seine Tricks zeigen, während draußen das Feuerwerk hochgeht.
Sei ausgelassen und belohne ihn spendabel mit Leckeren.
Denn Denken schützt vor Panik.
Dein Hund ist beschäftigt und abgelenkt.

Sein Gehirn kann nicht zwei gegensätzliche Dinge, gleichzeitig verarbeiten.
Also auf der einen Seite stark emotional reagieren und in Angst verfallen,
aber gleichzeitig logisch denken, also z.B. seinen Dummy suchen oder „Männchen-machen“.
Lasse deinen Hund also nicht alleine, sondern bleib ihm Haus und kümmere dich um ihn.

Bist du gleichzeitig bester Stimmung und es „regnet“ Leckereien,
hälst du die Ängste deines Hundes bestmöglich in Schach. 

Entfliehe dem Silvester-Stress

Wenn dein Hund gerne Auto fährt, fahre mit ihm vor dem Beginn des Feuerwerkes, an einen abgelegenen Ort oder fahre über die Autobahn.
Lasse das Radio mit ruhiger Musik laufen und fahre erst zurück, wenn die größte Knallerei vorbei ist.

Möchtest du über den Jahreswechsel in den Urlaub fahren?
Dann suche dir einen Ort aus, an dem ein Abbrennverbot für Feuerwerkskörper gilt.

Meine Tipps sind:

Nordsee:
In Orten mit vielen Reetdächer-Häusern gilt ein verschärfter Brandschutz.
Auf der Insel Sylt gilt ganzjährig ein Abbrennverbot für Feuerwerkskörper.
Ebenso auf der Insel Amrum.
Auf der Insel Föhr gilt ebenfalls das Abbrennverbot für die gesamten Insel.
Eine Ausnahme bietet dort der Wyker Hafenstrand.
Nur hier darf an Silvester geknallt werden.

Ostsee:
Auf der Halbinsel Fischland-Darß-Zingst, darf ebenfalls nur noch am Strand
und dies auch nur bei „ablandigem Wind“ geknallt werden.

Auch in einigen Städten gilt das Abbrennverbot für Feuerwerkskörper.
So zum Beispiel in den Städten Goslar und St. Peter Ording.

Allgemein gilt:
Suche dir ein Feriendomizil abseits von Orten und in der Nähe großer Waldgebiete.
Gänzlich werdet ihr der Knallerei leider nicht entgehen.

Einen weiteren Tipp möchte ich dir noch geben, der noch nicht sehr bekannt ist.

Über die Reiseplattfom „Secret Escapes“ kannst du für Silvester, nach einem Hotel in der Nähe eines Flughafens suchen. Diese Zimmer verfügen über spezielle Schallschutz-isolierte-Fenster.

Das heißt du kannst dich im Spa- und Wellness-Bereich entspannen und verwöhnen lassen,
derweilen dein Hund gut auf dem Hotel-Zimmer entspannen kann. 

Den Silvester-Abend verbringt ihr dann relaxt zusammen, vielleicht bei einem Serien-Abend-Programm. 

 

Welche Erlebnisse hattest du schon an Silvester?
Schreib mir gerne!
Du würdest gerne an der Geräuschangst deines Hundes etwas ändern?
Auch dann setzte dich gerne mit mir in Verbindung. 

Hab eine gute Zeit,
deine Stephanie

(Alle Angaben ohne Gewähr.)

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