Wasser – überlebenswichtig!

Lernpfote; Wasser überlebenswichtig

Wasser ist Leben!

Ohne Wasser überleben Lebewesen nur wenige Tage,
denn Wasser ist der Hauptbestandteil des Körpers.

Warum betone ich das so? 

Haben Hunde ein Viertel oder bis zur Hälfte ihres Körpergewichts verloren, ist der Allgemeinzustand zwar sehr schlecht, sie bleiben aber am Leben.
Hunde überleben ohne Futter, bei fast vollständigem Verlust des Körperfettes.

Ein Wasserverlust von 10 % des Körperwassers ist lebensbedrohlich.
Beim Welpen ist daher eine Durchfallerkrankung sehr ernst zunehmen.
Wasser macht zwei Drittel des Körpergewichtes aus.
Bei einem 20 kg schweren Hund ca. 13 kg.

Wo steckt das Wasser?

Vor allem das Plasma im Blut, die Lymphflüssigkeit, das Gehirn, die Leber, die Muskelzellen
und die Haut enthalten viel Wasser.

Warum wird soviel Wasser benötigt?

Im Blut wird das vorhandene Wasser, für den Transport von Nährstoffen und Hormonen in die Zellen gebaucht.
In Gefäßen und Nieren werden Abbauprodukte und Salze abtransportiert und ausgeschieden.
All diese Stoffe sind in einer genauen Konzentration im Wasser gelöst.
Deshalb ist es wichtig, dass ausreichend Flüssigkeit im Körper vorhanden ist.

Ausgeschieden wird das Wasser vorwiegend beim Hund über die Lungen in Form von Wasserdampf, durch sein Abhecheln.
Durch die Nieren in Form von Urin und über den Darm.

Was ist mit der Haut?

Ob ein Hund körperlich beansprucht, erregt, gestresst und ob hohe Außentemperaturen herrschen, das Gehirn steuert die Körpertemperatur.

Das Gehirn gibt dem Körper das Signal auf Hochtouren zu laufen, um die überschüssige Körperwärme abzugeben.
Menschen fangen in solchen Situationen an zu schwitzen.

„Ich denke Hunde schwitzen nicht.“

Das Hunde nicht schwitzen ist ein Mythos!
Hunde schwitzen „unsichtbar“.
Der einzige Bereich am Körper des Hundes, wo Schweißdrüsen Schweiß abgeben, befindet sich vor allem zwischen den Zehen. Der Pfotenbereich ist jedoch so klein, dass er nicht ausreicht, um den gesamten Organismus herunterzukühlen.

Um seine Körpertemperatur zu regulieren, setzt der Hund andere Mechanismen ein.

Wie kühlt der Hund seinen Körper?

Die Körperoberfläche

Der Hund gibt überschüssige Körperwärme über die Körperoberfläche ab.
Der Körper erweitert die äußeren Adern und Venen der Haut.
Das warme Blut kommt an die kühle Oberfläche und der Körper gibt die Wärme nach außen ab.
Die Körperoberfläche ist jedoch mit Fell bedeckt, das erschwert den Prozess.
Um das Wohlbefinden deines Hundes zu steigern, kannst du ihn durch regelmäßiges Bürsten von überflüssiger Unterwolle befreien und abgestorbenes Deckhaar entfernen.

Die Nase

Der Hund sorgt auch durch die Verdunstung die beim Hecheln entsteht, für ein wenig Abkühlung.

Die Außentemperatur muss kälter sein, als die Luft die der Hund ausatmet.
Das kann das Auto, ebenso wie Wohnwagen, Wohnmobil und Wintergärten oder Gewächshäuser zum Todeskäfig machen.
Auch nicht vorhandener Sonne kann ein Fahrzeug schnell aufheizen.
Für den innensitzenden Hund ist nicht mehr gewährleistet, dass die einzuatmende Luft kühl ist. Der Hund überhitzt sich und es kommt zu einem Hitzekollaps oder einem Hitzschlag – mit Todesfolge.

Die Körpertemperatur deines Hundes liegt mit 37,5 bis 39 °C deutlich höher, als deine.
Das Gehirn des Hundes überhitzen schon bei einem Anstieg der Temperatur um 1 bis 2 °C und es kommt zu migräneartigen Kopfschmerzen.
Ab einer Körpertemperatur von 41 °C kann das Nervensystem Schäden erleiden.
Ab 44 °C kommt es zum Kreislaufversagen und der Hund schwebt in Lebensgefahr.

Das Außergewöhnliche – die Hundenase

In der Nase kommt der Wärmeregulierung eine besondere Bedeutung zu.
Der Hund sorgt in erster Linie für die Kühlung des Gehirns, sein wichtigstes Organ.
Erst an zweiter Stelle für den restlichen Körper.
Große Hitze schädigt alle Zellen, vor allem die des Gehirns und des Zentralen Nervensystems. Im restlichen Körper wird zeitweise eine höhere Temperatur toleriert.

Der Naseninnenraum des Hundes hat eine viel größere Oberfläche als die beim Menschen. Die Oberfläche beim Hund ist größer als seine Körperoberfläche!
Kühlt sich der Mensch durch das Verdunsten des Schweißes über den gesamten Körper.
Funktioniert das Abkühlen des Hundes, größtenteils über das Verdunsten des Nasensekrets.

Unmittelbar hinter dem Nasen-Mund-Bereich verläuft ein dichtes Netz an Blutgefäßen mit den großen Adern, die das Gehirn mit Blut versorgen.
Das Hecheln kühlt das Blut um bis zu 3 °C herunter, bevor es zum Gehirn gelangt.
Die Temperatur im Gehirn senkt sich und es überhitzt nicht.
Gleichzeitig hat es den Vorteil, dass der Körper weniger Wasser und Salz verliert.

Der Mensch, kühlt immer seinen gesamten Körper und hat einen erheblich höheren Wasser- und Salzverlust.

Warum ist Wasser dann für den Hund so wichtig?

Der Hund hat zwar durch das Hecheln einen wesentlich geringeren Wasserverlust als du. Trotzdem muss er seinen Gesamtwasserhaushalt im Gleichgewicht halten.
Steht dem Hund zu wenig Wasser zur Verfügung, beginnt der Körper die nötige Flüssigkeit für die Kühlung aus dem Blutplasma zu entnehmen. Das Blut verdickt und wird schlechter mit Sauerstoff versorgt. In so einem Fall unterlässt der Hund das Hecheln.
Nun beginnt er zu überhitzen und du kannst dir ausmalen, wohin das führt.

Dieses Zusammenspiels in der Nase, verdeutlicht welches Ausmaß die Extremzucht für die kurzschnäuzigen Rassen wie beispielsweise Mops, Pekinese oder Bulldogge hat. Hier sind die Funktionen Riechen, Atmen und die Regulierung der

Körpertemperatur in ihrer Funktion entweder massiv eingeschränkt oder völlig zerstört.

Lernpfote; Wasser ist Leben.
Kurznasige Hunde.

Nun ist verständlich, warum Hunde mit extrem kurzen Schnauzen und platten Nasen, auch ohne Atemnot bei hohen Temperaturen, extrem hecheln. Sie haben die Fähigkeit die innere Temperatur herunterzukühlen verloren.
Wir helfen ihnen, indem wir Maßnahmen ergreifen, die ihre Körper-Temperatur senken und die Sauerstoffzufuhr des Hundes verbessern.

Der Hund braucht also ausreichend Wasser um seine Schleimhäute feucht zu halten.

Wieviel Wasser braucht mein Hund?

Der Hypothalamus steuert die Nahrungs- und Wasseraufnahme des Hundes.
Er steuert die Wassermenge im Körper und paßt sie an Belastung und Hitze an.
Der Hypothalamus hält somit die Gesamtwassermenge im Körper immer konstant.
Der Hund „weiß“, wie viel er an Wassermenge zusätzlich trinken muss.

Wichtig für dich:

Ein gesunder Hund nimmt nie im Übermaß Wasser zu sich.
Für die Gesundheit unseres Hundes ist sein Trinkverhalten ein wichtiges Indiz.
Besonders, wenn sich keiner der einflussnehmenden Faktoren verändert hat.

Die Wassermenge eines Hundes ist abhängig von seinem Körpergewicht, der Länge der Belastung, der Temperatur, der Luftfeuchtigkeit und der Atemfrequenz.
Außerdem von der Fütterungsart.
Bekommt er Trockenfutter oder feuchtes Dosenfutter, nimmt er unterschiedliche Wassermengen zu sich.

Für einen gesunden Hund liegt der Richtwert mit Trockenfutter bei:

  • täglich 30 – 70 ml Wasser je Kilogramm Körpergewicht

Fazit:

Wasser ist für Hunde lebenswichtig, daher immer

  • ausreichend frisches Wasser in Haus und Garten bereitstellen
  • für Unterwegs: Trinkflasche und Wassernapf mitnehmen

Der gesunde Hund reguliert seinen Wasserbedarf selbstständig.
Deshalb kann die Trinkmenge ein Hinweis auf eine Krankheit sein.

 


Hinweis: Kläre gesundheitliche Fragen, abschließend mit deinem Tierarzt.


Diesen Artikel kannst du dir auch kostenlos im Lernpfote-Podcast anhören.

Wie? Klicke einfach „Hier„.

Im Podcast erscheinen regelmäßig neue Themen rund um den Hund.

Am besten abonnierst du ihn jetzt gleich, um keine Folge zu verpassen.