INHALTSVERZEICHNIS
Der Baum steht, die ersten Nadeln liegen auf dem Teppich, und dein Hund schnuppert neugierig an allem, was plötzlich neu im Wohnzimmer ist. Spätestens wenn er etwas davon im Maul hat, stellst du dir die Frage, die sich jedes Jahr Tausende Hundehalter stellen: Ist das jetzt gefährlich, oder mache ich mir umsonst Sorgen?
Die ehrliche Antwort lautet: manches ja, vieles weniger, als man im Internet liest. Damit Weihnachten mit Hund entspannt bleibt, ordne ich dir in diesem Artikel die typischen Gefahrenquellen der Adventszeit ein, vom Weihnachtsbaum über Plätzchen bis zum Besuch, der deinen Hund überfordert. Und ich sage dir, wann du nicht abwarten solltest.
Das Wichtigste in Kürze
- Tannennadeln sind für Hunde nicht im eigentlichen Sinn hochgiftig. Sie reizen Maul und Magen, und in größeren Mengen können sie stecken bleiben oder verletzen.
- Wirklich gefährlich sind an Weihnachten vor allem Schokolade, Rosinen, Xylit (Birkenzucker), Zwiebeln und Knoblauch, roher Hefeteig, gegarte Knochen und verschluckte Bänder.
- Hat dein Hund Xylit oder Rosinen gefressen, wartest du nicht auf Symptome, sondern rufst sofort in der Praxis an.
- Kohletabletten, Hausmittel oder selbst ausgelöstes Spucken ersetzen keine tierärztliche Hilfe und können schaden.
- Viele Hunde brauchen an den Festtagen vor allem eines: einen Platz, an dem sie wirklich in Ruhe gelassen werden.
Sind Tannennadeln giftig für Hunde? Was am Weihnachtsbaum wirklich zählt
Kurz gesagt: Die Nadeln von Nordmanntanne, Fichte oder Kiefer sind für Hunde nicht so giftig, wie oft behauptet wird. Laut der amerikanischen Pet Poison Helpline reizen sie Maul und Magen, sodass dein Hund sabbert, sich übergibt oder Durchfall bekommt (Flint, Pet Poison Helpline). Dass Nadeln zu schweren Vergiftungen führen, ist dagegen nicht zu erwarten.
Das eigentliche Problem ist mechanisch. Nadeln sind spitz, und sie werden kaum verdaut. Frisst ein Hund viele davon, oder kaut er an Zweigen, kann das Maul, Rachen und Speiseröhre verletzen, und im schlimmsten Fall kann ein Knäuel aus Nadeln einen Darmverschluss verursachen. Das betrifft junge Hunde oft stärker, weil sie noch alles ins Maul nehmen.
Hund hat Tannennadeln gefressen: was jetzt?
Ein paar Nadeln, die beim Spielen mitgefressen wurden, gehen meist unauffällig mit dem Kot ab. Beobachte deinen Hund trotzdem ein, zwei Tage lang.
In die Praxis gehört er, wenn er wiederholt würgt oder sich übergibt, nicht mehr frisst, einen harten, angespannten Bauch hat, beim Kotabsatz presst und nichts kommt, oder wenn du Blut im Maul oder im Kot siehst. Dasselbe gilt, wenn du weißt, dass er eine große Menge Nadeln oder ganze Zweige gefressen hat.
Damit der Baum stabil steht und das Wasser tabu bleibt

Das Wasser im Christbaumständer ist meist harmloser als sein Ruf. Laut Pet Poison Helpline führt es auch mit Frischhaltemittel in der Regel nur zu leichten Magen-Darm-Beschwerden. Weil darin aber Bakterien, Schimmel und Rückstände stehen können, deckst du den Ständer am besten ab, etwa mit einem Tuch oder einer Baumdecke.
Wichtiger ist, dass der Baum stabil steht: ein schwerer Ständer und eine Schnur zur Wand verhindern, dass er umkippt. Kehre Nadeln regelmäßig zusammen, und lass deinen Hund in den ersten Tagen nicht unbeaufsichtigt mit dem Baum allein.
Weihnachtssterne, Mistel und Amaryllis: welche Pflanzen gefährlich für Hunde sind
Giftige Pflanzen sind nicht alle gleich gefährlich, und die Unterschiede sind groß.
- Der Weihnachtsstern gilt vielen als hochgefährlich. Das ist ein Mythos. Sein Milchsaft kann Schleimhautreizungen hervorrufen, dazu kommen Speicheln oder ein empfindlicher Magen, mehr ist laut Pet Poison Helpline nicht zu erwarten.
- Mistel und Stechpalme machen in kleinen Mengen meist Magen-Darm-Beschwerden. Bei sehr großen Mengen Mistel sind Herz- und Nervenzeichen möglich, aber selten.
- Die Amaryllis ist vor allem in der Zwiebel gefährlich. Frisst dein Hund sie, können Zittern, Schwäche und Krampfanfälle folgen.
- Die Eibe, die gern in Gestecken und Kränzen steckt, ist dagegen für Hunde giftig, schon in kleinen Mengen, und kann das Herz angreifen (ASPCA). Sie gehört nicht in einen Haushalt, in dem ein Hund an Deko knabbert.
- Der Weihnachtskaktus gilt als ungiftig.
Was heißt das für dich? Pflanzen und Gestecke sollten grundsätzlich außer Reichweite stehen, und bei Eibe und Amaryllis-Zwiebeln rufst du an, sobald dein Hund davon gefressen hat.
Glitzernde Deko: was beim Spielen zur Gefahr wird
Für viele Hunde ist die Dekoration vor allem eines: neues Spielzeug. Was glänzt, rollt oder baumelt, lädt zum Spielen ein, und gerade was zerbrechlich ist, landet schnell im Maul.
Christbaumkugel, Lametta und Lichterketten
Eine Christbaumkugel aus Glas, die zu Boden fällt oder auf die dein Hund beißt, hinterlässt feine Splitter. Eine zerbrochene Kugel kann Maul und Pfote verletzen, verschluckte Splitter auch den Darm. Häng Glaskugeln deshalb in die oberen Zweige und unten lieber Plastikkugeln oder Anhänger aus Holz, Filz oder Stroh. Ist doch eine Kugel zu Bruch gegangen, saug die Scherben gründlich auf, bevor dein Hund wieder ins Zimmer darf.
Lametta ist heute meist nicht mehr aus Blei, aber seine langen Fäden können sich im Darm verfangen wie ein Geschenkband. Für Lichterketten gilt: Kabel so befestigen, dass dein Hund nicht daran kaut, zum Beispiel in einem geschlitzten Schutzrohr aus dem Baumarkt oder hoch genug in den Zweigen.
Knopfzellen und Salzteig
Zwei Gefahren, an die kaum jemand denkt: Viele kleine Lichter, Kerzen mit Batterie und blinkende Anhänger laufen mit Knopfzellen. Verschluckt ein Hund eine solche Batterie, kann sie in der Speiseröhre innerhalb von 15 bis 30 Minuten die Schleimhaut zerstören (Tanaka et al., 1998). Das ist ein Notfall, auch wenn dein Hund noch fit wirkt.
Selbst gebackene Anhänger aus Salzteig enthalten sehr viel Salz. Frisst ein Hund größere Stücke davon, kann das eine Salzvergiftung auslösen, mit Durst, Schwäche, Zittern bis hin zu Krampfanfällen (Pet Poison Helpline, Play Dough).
Neben der brennenden Kerze: Duftöle, Räucherkerzen und Schneespray
Echte Kerzen brennen nur, wenn du im Raum bist, denn ein wedelnder Schwanz fegt ein Teelicht schnell vom Tisch. Am Weihnachtsbaum sind LED-Kerzen die sichere Wahl.
Ätherische Öle sind konzentriert und reizen Schleimhäute, vor allem, wenn ein Hund sie aufleckt, und seine feine Nase nimmt jeden Geruch viel stärker wahr als wir. Verzichte deshalb auf Duftlampen mit Duftölen und auf Räucherkerzen in dem Raum, in dem er liegt. Schneespray und Kunstschnee sind keine Leckerei, aber auch kein Grund zur Panik: Was dein Hund davon abgeleckt hat, ist meist eine kleine Menge. Halte die Fensterbank trotzdem außer Reichweite, und bei größeren Mengen oder Beschwerden rufst du an.
Geschenkpapier und Bänder, die herumliegen

Beim Auspacken landet viel auf dem Boden: Geschenkpapier, Schleifen, Bänder, Folien. Papier richtet meist wenig an. Gefährlich sind Bänder und Schnüre. Verschluckt ein Hund das Ende eines Bandes, kann er es oft nicht mehr loswerden und schluckt immer weiter. Im Darm zieht sich das Band dann wie eine Raffschnur zusammen und kann die Darmwand verletzen.
Siehst du ein Band aus dem Maul oder aus dem After hängen, zieh nicht daran. Was dir harmlos vorkommt, kann innen großen Schaden anrichten. Schneide das sichtbare Ende nicht ab, sondern fahr direkt in die Praxis.
Am einfachsten hältst du beim Auspacken eine Tüte für alles bereit, was weg kann.
Weihnachtsleckereien: was in kleinen Mengen schon gefährlich ist
Plätzchenteller, Stollen, Pralinen: In der Vorweihnachtszeit sind Süßigkeiten allgegenwärtig, und sie stehen oft genau auf Nasenhöhe deines Hundes. In vielen Haushalten lauern hier die meisten Notfälle dieser Tage.
Schokolade
Eine britische Auswertung aus 229 Tierarztpraxen zeigte, dass Hunde an Weihnachten fast fünfmal so häufig wegen Schokolade vorgestellt werden wie an gewöhnlichen Tagen (Noble et al., 2017). Der Grund ist schlicht: Es liegt mehr herum, verpackt unter dem Baum, im Adventskalender, als Baumschmuck.
Gefährlich ist das Theobromin aus dem Kakao. Hunde bauen es sehr langsam ab, deshalb wirkt es lange nach. Je dunkler die Schokolade, desto mehr steckt darin: Zartbitter und Backkakao sind viel gefährlicher als Vollmilch, weiße Schokolade enthält kaum etwas. Mögliche Zeichen sind Unruhe, Durst, Herzrasen, Zittern und Durchfall und Erbrechen, sie können erst Stunden später einsetzen (Merck Veterinary Manual).
Ob die gefressene Menge für deinen Hund kritisch ist, hängt von Sorte, Menge und Gewicht ab. Das kann die Praxis am Telefon in einer Minute einschätzen. Hol die Verpackung, schätz ab, wie viel fehlt, und ruf an.
Neben Schokolade: Rosinen, Xylit, Macadamia und Zwiebeln
Diese vier sind in der Weihnachtsküche häufig und werden oft unterschätzt (Cortinovis und Caloni, 2016).
- Rosinen und Weintrauben stecken in Stollen, Früchtebrot und manchen Plätzchen. Sie können bei Hunden ein Nierenversagen auslösen. Als Ursache gilt heute die Weinsäure (Wegenast et al., 2022). Manche Hunde vertragen sie scheinbar, andere werden schwer krank, und eine sichere Menge gibt es nicht. Deshalb rufst du schon bei einem Verdacht an.
- Xylit, auch Birkenzucker genannt, steckt in zuckerfreiem Gebäck, Kaugummi, manchen Zahnpasten und Süßwaren für Diabetiker. Beim Hund lässt es den Blutzucker rasch abstürzen, meist innerhalb einer halben Stunde, bei Kaugummi auch erst nach vielen Stunden, und es kann die Leber schädigen (Merck Veterinary Manual). In einer Auswertung von 95 Hunden hing der Leberschaden nicht von der Menge ab (Lovell et al., 2025). Jede Menge ist deshalb ein Notfall.
- Macadamianüsse machen Schwäche, Zittern und Fieber, oft schon wenige Stunden nach dem Verzehr. In einer Fallserie erholten sich alle Hunde innerhalb von ein, zwei Tagen (Hansen et al., 2000). Ruf trotzdem an, denn in Pralinen und Gebäck stecken sie selten allein.
- Zwiebeln, Knoblauch und Lauch schädigen die roten Blutkörperchen, auch gekocht, getrocknet oder als Pulver in der Bratensoße. Die Folgen zeigen sich oft erst Tage später, mit blassem Zahnfleisch und Schwäche.
Bei Zimt und Lebkuchen ist das Gewürz selbst kaum das Problem, sondern was drumherum steckt: Schokoladenglasur, Nüsse, Zucker und Fett.
Roher Hefeteig, gegarte Knochen und rohes Wildschwein
Roher Hefeteig geht im warmen Hundemagen weiter auf, dehnt ihn und bildet dabei Alkohol. Hat dein Hund an der Teigschüssel genascht, ruf an.
Gegarte Knochen vom Gänse- oder Entenbraten splittern leicht und können Maul, Speiseröhre und Darm verletzen oder stecken bleiben. Gräten vom Weihnachtskarpfen ebenso. Knochen und Reste kommen deshalb direkt in einen verschlossenen Mülleimer.
Rohes Wildschwein kann das Virus der Aujeszkyschen Krankheit übertragen, die für Hunde immer tödlich verläuft. Hausschweine in Deutschland gelten seit 2003 als frei davon, von ihrem Fleisch geht hier also kein Risiko aus, in Wildschweinen kommt das Virus aber weiter vor (FLI, 2021). Wenn du an den Festtagen Wildschwein zubereitest, gehören rohes Fleisch und Abschnitte nicht in den Napf.
Darf mein Vierbeiner etwas vom Festessen? Was ihm gut bekommt
Das Problem ist selten das eine Stück vom Festtagsbraten, sondern die Summe: hier ein Häppchen vom Gast, dort ein Rest vom Teller, dazu Soße und knusprige Haut.
In einer Studie mit fast 400 Hunden hatten Hunde mit einer Bauchspeicheldrüsenentzündung häufiger kurz vorher Tischreste oder ungewohnte Dinge gefressen oder den Mülleimer geplündert (Lem et al., 2008). Ob dabei allein der Fettgehalt entscheidet, ist heute weniger klar, als lange angenommen wurde (Yamka et al., 2026, eine Übersichtsarbeit von Autoren, die zum Teil bei einem Futterhersteller arbeiten). Für dich heißt das: Nicht das Festliche ist das Risiko, sondern viel Fremdes auf einmal.
Was deinem Hund gut bekommt, ist eine kleine Festportion von dem, was er kennt. Ein paar Stücke ungewürztes, gegartes Fleisch ohne Haut und Knochen, abgezogen von seiner normalen Tagesration, sind für einen gesunden Hund kein Problem. Hundegerecht heißt hier: ohne Salz, Zwiebeln, Knoblauch und Soße.
Und sag es deinen Gästen vorher. Die meisten Häppchen unter dem Tisch kommen nicht von dir, sondern von lieben Menschen, die es gut meinen.
Wenn dein Hund einen empfindlichen Darm hat
Für Hunde mit chronischen Magen-Darm-Beschwerden verändert sich an den Festtagen vieles gleichzeitig: Fütterungszeiten, Ruhe, Menschen im Haus, und plötzlich gibt jeder ein Leckerchen.
Steckt dein Hund gerade in einem Futterversuch, also einer Ausschlussdiät, kann schon ein einziges Stück Gans oder ein Plätzchen das Ergebnis von Wochen verfälschen, auch wenn er danach keine Beschwerden zeigt. Sprich vorher mit allen in der Familie.
Bekommt dein Hund nach den Festtagen Durchfall, liegt es nahe, sofort das Futter zu verdächtigen. Oft kommt aber mehreres zusammen. Interessant ist dabei eine Studie an 20 gesunden Hunden: Kurzer Stress durch Autofahrten oder Trennung veränderte dort weder den Kot noch die Darmflora (Patel et al., 2024, durchgeführt von einem Futterhersteller). Für gesunde Hunde ist das beruhigend. Ob es für einen Hund mit empfindlichem Darm und mehreren Tagen Trubel genauso gilt, sagt die Studie nicht.
Schreib dir deshalb auf, was sich in diesen Tagen verändert hat, bevor du am Futter etwas umstellst. Wie du einen Durchfall einordnest und wann er in die Praxis gehört, liest du in meinem Artikel über Durchfall beim Hund, und wie du ihn in den Tagen danach fütterst, in meinem Artikel über Schonkost für Hunde.
Wenn der Bauch nach den Festtagen nicht zur Ruhe kommt
Vielleicht kennst du das: Jedes Jahr nach Weihnachten ist der Bauch deines Hundes wieder durcheinander, und du weißt nicht, ob es am Essen lag, am Trubel oder an etwas, das schon länger in ihm steckt. Genau das lässt sich an seinem Verlauf ablesen.
Du hast mit mir noch nicht kostenlos über deinen Hund gesprochen? Dann ist jetzt ein guter Moment, es nachzuholen. Ich nehme mir 30 Minuten Zeit für euch und schaue mit dir gemeinsam, wo dein Hund gerade steht.
Entspannte Weihnachten mit Hund: Tipps für stressfreie Feiertage
Weihnachten ist für uns Menschen eine besinnliche Weihnachtszeit. Für viele Hunde ist es eher ein Tohuwabohu: Besuch, laute Musik, Kinder, fremde Gerüche und späte Abende bringen den gewohnten Tagesablauf durcheinander. Viele Hunde stecken das weg, aber nicht alle.
Was deine Fellnase an den Festtagen verunsichern kann

Nicht jeder Hund reagiert gleich darauf, und das Wesen eines Hundes entscheidet mehr als sein Alter. Manche genießen den Trubel, andere ziehen sich zurück, und wieder andere werden unruhig, bellen mehr oder kommen abends nicht zur Ruhe. Woran du merkst, dass es deinem Hund zu viel wird, ist selten ein einzelnes Zeichen, sondern ein Bild aus mehreren: Er wendet den Kopf ab, geht weg, gähnt, leckt sich über die Schnauze, hechelt ohne Wärme oder Anstrengung, wird steif oder sucht sich einen Platz unter dem Tisch. Ein Gähnen allein heißt nichts. Mehrere solcher Zeichen in einer Situation, und vor allem eine Veränderung gegenüber seinem üblichen Verhalten, sagen dir: Er braucht jetzt Abstand.
Viele Halter rufen ihren Hund dann zurück in die Runde. Mein Tipp als Hundetrainerin ist das Gegenteil: Lass ihn gehen. Ein Hund, der sich zurückzieht, regelt gerade selbst sein Stresslevel.
Was hilft, ist ein Rückzugsort, an dem ihn wirklich niemand stört: sein Körbchen in einem ruhigeren Raum, eine Box, ein Platz hinter dem Sofa. Ein Rückzugsort ist nur dann einer, wenn auch die Gäste und Kinder wissen, dass der Hund dort in Ruhe gelassen wird. Dazu helfen ein ruhiger Spaziergang vor dem Besuch, feste Fütterungszeiten und genug Schlaf, denn genau der fehlt an den Festtagen oft.
Kinder und Hund: drei Regeln
Kinder und Hunde können wunderbar miteinander sein. Gleichzeitig sind Kinder die Gruppe, die am häufigsten von Hunden gebissen wird, und Hunde zeigen in Gegenwart von Kindern teils mehr Stress (Giraudet et al., 2022). Gerade an Weihnachten, mit aufgedrehten Kindern und einem Hund, der schon den ganzen Tag Besuch hatte, lohnen sich drei klare Regeln:
- Kinder und Hund nie allein lassen, auch nicht kurz, auch nicht beim gutmütigsten Hund.
- Nicht umarmen, nicht hochheben, nicht bedrängen. Kinder dürfen den Hund ansprechen und zu sich kommen lassen, nicht umgekehrt.
- Der Rückzugsort ist tabu. Wer im Körbchen liegt oder frisst, wird nicht gestört.
Notfall in der Weihnachtszeit: was du vorbereitest und was du lässt

Viele Praxen haben zwischen den Jahren geschlossen oder nur Notdienst. Wer im Ernstfall erst suchen muss, verliert wertvolle Zeit. Deshalb lohnt es sich, jetzt schon vorzusorgen:
- Kläre, wann deine Praxis über die Festtage erreichbar ist und welcher Notdienst in deiner Gegend Dienst hat.
- Notiere dir die nächste Tierklinik mit 24-Stunden-Notdienst und wie du dorthin kommst.
- Leg dir die Angaben zurecht, die am Telefon gebraucht werden: Gewicht deines Hundes, Vorerkrankungen und Medikamente.
Hat dein Hund etwas Gefährliches gefressen, hilft dieser Ablauf:
- Ruhig bleiben und den Rest sichern. Nimm ihm weg, was noch da ist, und heb Verpackung oder Reste auf.
- Abschätzen: Was war es, wie viel könnte es gewesen sein, wann ist es passiert?
- Sofort anrufen, bevor Zeichen auftreten. Bei Xylit, Rosinen, Knopfzellen oder Schnüren zählt jede Stunde.
- Nichts auf eigene Faust: Gib keine Kohletabletten, löse kein Spucken aus, und gib weder Milch noch Öl noch Salz, solange die Praxis es dir nicht ausdrücklich sagt. Kohle bindet zum Beispiel Xylit kaum, und gerät sie beim Schlucken in die Luftröhre, kann sie in die Lunge geraten (Caudill et al., 2019). Ob Spucken sinnvoll ist, hängt vom Gift ab und davon, wann es gefressen wurde. Das entscheidet die Praxis.
Damit du im Ernstfall nicht suchen musst, habe ich dir ein Notfallblatt zum Ausdrucken und Ausfüllen zusammengestellt. Darauf ist Platz für die Nummern deiner Praxis und des Notdienstes und für die wichtigsten Angaben zu deinem Hund. Dazu kommen Stichworte für das Telefonat, die Normalwerte zum Eintragen und eine Liste für die Notfalltasche.
Notfallblatt für deinen Hund herunterladen (PDF)
Was du bei Verletzungen, Kreislaufproblemen und anderen Notfällen tun kannst, erfährst du in meinem Artikel zur Ersten Hilfe am Hund.
Ein Geschenk, das dein Vierbeiner behalten darf
Natürlich bekommt auch der Hund etwas unter den Weihnachtsbaum. Damit die Freude nicht in der Praxis endet, lohnt ein kurzer Blick auf das Geschenk:
- Spielzeug sollte zur Größe deines Hundes passen und keine Teile haben, die er abkauen und verschlucken kann, etwa aufgenähte Augen, Nasen oder Noppen. Stofftiere mit Füllwatte gibst du nur unter Aufsicht.
- Kauartikel sind nie ganz ohne Risiko. Wähle sie so groß, dass dein Hund sie nicht im Ganzen schlucken kann, und lass ihn nur kauen, wenn du dabei bist. Hat dein Hund einen empfindlichen Darm, ist Weihnachten nicht der Moment, etwas Neues auszuprobieren.
- Beschäftigung ist oft das schönste Geschenk: ein Futterball oder eine Schnüffeldecke, bei denen dein Vierbeiner daran arbeitet, sein Futter zu bekommen. Das macht müde und zufrieden.
Und das allerwichtigste Geschenk kostet nichts: Zeit mit dir, ein langer Spaziergang am ersten Feiertag, wenn die Wege leer sind.
Häufige Fragen zu Weihnachten mit Hund
Was ist an Weihnachten gefährlich für Hunde?
Für Hunde giftig und am gefährlichsten sind Schokolade, Rosinen und Weintrauben, Xylit, Zwiebeln und Knoblauch, roher Hefeteig, gegarte Knochen, Eibe und Amaryllis-Zwiebeln, Knopfzellen sowie verschluckte Bänder und Lametta. Tannennadeln, Weihnachtsstern und Baumwasser reizen eher Maul und Magen.
Soll ich meinen Hund mit auf den Weihnachtsmarkt nehmen?
Für die meisten Hunde ist ein Weihnachtsmarkt kein Vergnügen: enge Gänge, Füße auf Augenhöhe, laute Musik, heruntergefallenes Essen und Glühweinflecken auf dem Boden. Das Warten am Glühweinstand ist für einen Hund oft Stress pur. Ist dein Hund gelassen und kennt volle Einkaufsstraßen, kann ein kurzer Besuch zu ruhigen Zeiten gehen. Sonst bleibt er lieber zu Hause.
Ich verreise über Weihnachten mit Hund: woran denke ich?
Kläre vorher, ob die Unterkunft Hunde wirklich willkommen heißt und Platz für einen ruhigen Rückzug bietet. Pack sein gewohntes Futter für die ganze Zeit ein, seine Medikamente und seine Decke, und such dir den nächsten tierärztlichen Notdienst am Urlaubsort heraus.
Was kann ich an Weihnachten mit meinem Hund unternehmen?
Lange Spaziergänge an ruhigen Orten, Schnüffelspiele in der Wohnung, ein Ausflug in den Wald am Morgen, bevor der Besuch kommt. Alles, was ihn ausgeglichen macht, hilft euch beiden.
Was ist die 3-3-3-Regel für Hunde?
Das ist eine Faustregel aus dem Tierschutz für Hunde, die neu einziehen: drei Tage, um anzukommen, drei Wochen, um den Alltag kennenzulernen, und drei Monate, bis sich der Hund wirklich zu Hause fühlt. Wissenschaftlich festgelegt ist das nicht, aber es zeigt gut, warum ein Hund kein Geschenk unter dem Baum sein sollte. Zieht ein Hund kurz vor dem Fest bei dir ein, halte den Besuch in den ersten Tagen klein.
Wie bleibt es an Silvester ruhig mit Hund?
Für viele Hunde ist der Jahreswechsel viel belastender als Weihnachten. Was du jetzt schon vorbereiten kannst, findest du in meinem Artikel über ein stressfreies Silvester mit Hund.
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Dieser Artikel ordnet ein und gibt dir Orientierung. Er ersetzt keine tierärztliche Untersuchung und stellt keine Diagnose. Wenn es deinem Hund schlecht geht, ist der Weg in die Tierarztpraxis immer richtig.
Quellen
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- Pet Poison Helpline. Play Dough (Homemade). petpoisonhelpline.com/poison/homemade-play-dough
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