Ressourcenverteidigung beim Hund Teil 2

Umgang mit der Ressourcenverteidigung
deines Hundes 

Im zweiten Teil meines Beitrages zur Ressourcenverteidigung, geht es um das gezielte Training mit deinem Hund. Durch gezieltes Üben, helfe ich dir beim Umgang von aggressivem Verhalten
gegenüber Gegenständen, Menschen und Artgenossen.

Trotzdem meine Bitte an dieser Stelle, lasse dich professionell unterstützten.
Meine Anregungen, geben nur eine grobe Richtung vor.
Hundetraining muss immer individuelle erfolgen.
Es macht einen Unterschied ob der Hund dich verteidigt oder den Futterdummy, den du dabei hast.
Oder ob es wirklich um das Bett geht oder um dich als Bezugsperson, die du im Bett liegst.
Deine Sicherheit hat oberste Priorität.

Ein Hundetrainer unterstützt dich nicht nur mit den richtigen Übungen, um zum Erfolg zu gelangen, sondern bei der Durchführung auch im richtigen Timing.
Um das richtige Verhalten deines Hundes zu bestärken, damit er dieses immer öfter zeigt.

Wenn ich dich dabei unterstützten darf, freue ich mich über eine Mail an lernpfote@web.de .

Was du bei einer Ressourcenverteidigung tust

Leider höre ich, unter Hundehaltern, noch oft den Tipp:
„Dein Hund ist viel zu dominant.
Du musst dich da mehr durchsetzen.
Du wirst dich doch wohl von deinem Hund nicht anknurren lassen.
Ein Hund muss sich ohne Probleme alles wegnehmen lassen.
Egal ob seinen Kauknochen oder seine Spielzeug.
Meinem lasse ich das nicht durchgehen. Dem nehme ich alles ab.“

Ich empfehle dir so ein Vorgehen, dem Hund einfach alles abzunehmen, nicht!
Im Gegenteil, ich halte es für verhängnisvoll!

 

Ein grobes Durchsetzen gegenüber deinem Hund,
ist kein Erziehungsmittel was zum Ziel führt.
Im Gegenteil, dein Hund wird immer mehr versuchen, ihm wichtige Dinge, für sich zu behalten.
So beginnt ein Teufelskreis.

Was bedeutet Dominanz bei Hunden?

Im oben genannten Dialog zwischen den Hundehaltern,
beschreibt der Begriff „Dominanz“ eine Eigenschaft des Hundes.
Mit „Dominanz“ im alltäglichen Sprachgebrauch, wird beschrieben:
– sich gegenüber einem schwächeren durchzusetzen. 

 Die Psychologie spricht auch von Dominanzverhalten.
Damit wird das Verhalten eines Individuums beschrieben, das eines oder mehrerer anderer Individuen beherrschen bzw. kontrollieren möchte.

Das Wort „Dominanz“ beschreibt immer, das Verhältnis zweier Lebewesen zueinander. 

Mit „Dominanz“ wird keineswegs,
das Wesen oder der Charakter eines einzelnen Tieres oder Menschen dargestellt.

Allgemein ist festzuhalten:

  • Zu einer Dominanzbeziehung gehören zwei Lebewesen.
    Eines, das dominiert und eines, das sich dominieren läßt.
  • Wollen zwei Lebewesen, eine Ressource, entsteht ein Konflikt.
    Konflikte müssen immer geklärt werden.
  • Dominanz ist keine Eigenschaft, sondern der Umgang zweier Lebewesen miteinander. 

Unterscheiden werden zwei Formen der Dominanz.
Die formale und die situative Dominanz.

An dieser Stelle geht es um die situative Dominanz.

Die Bedeutung der situativen Dominanz bei der Ressourcenverteidigung

Bei der situative Dominanz, geht es in der Auseinandersetzung um Ressourcen. 

Wie im ersten Teil der Artikelreihe beschrieben, sind Ressourcen alles mögliche.
Kurz umrissen sind es: 

  • Futter
  • Wasser
  • Spielzeug
  • Liegeplatz
  • Mauseloch
  • Territorium
  • Halter
  • Lieblingspinkelstelle     etc. 

Die situative Dominanz ist also nur in Situation gegeben, wenn es um eine Ressource geht.
Somit ist sie kurzzeitig.Wer sich in dieser Situation durchsetzt, ist für diese Situation das dominante Tier.
Diese Form der Dominanz ist unabhängig von Alter, Geschlecht oder Rang.
Es gewinnt nicht nur der ältere, nicht immer nur der Rüde und auch nicht ausschließlich der Ranghöhere.
Auch rangniedrigere Tiere zeigen durch ihr Verhalten, wie wichtig ihnen eine bestimmte Ressource ist.
Diese Verhaltensweisen beachtet der Ranghöhere auch.
Er kooperiert und entscheidet in der Situation. 

Ganz wichtig:
Dominanz hat nichts mit Aggressivität zu tun!

Dem Hund einfach alles wegnehmen?
Was ist von diesem Tipp zu halten?

Stelle dir bitte folgende Situation vor:
Du bist bei deinen Freunden eingeladen.
Ihr feiert in gemütlich Runde.
In der Küche gibt es allerhand Köstlichkeiten, von denen sich jeder bedienen darf.
Du füllst dir deinen Teller und suchst dir einen gemütlichen Sitzplatz.
Gerade beginnst du mit dem Essen, da kommt jemand und beginnt von deinem Teller zu essen.
Zuerst wäre ich irritiert und ich würde sauer.
Richtig wütend würde ich, wenn derjenige dann noch an meine Handtasche ginge, um sich an meinem Portemonnaie zu bedienen.

Wie wirkt diese Situation auf dich?
Meine Reaktion hat nichts mit Dominanz zu tun.
Sondern wäre ein, der Situation angemessenes, normales Verhalten. 

Deinem Hund geht es genauso.
Wie kann ich von ihm erwarten, daß er es gut findet, wenn ich an Dinge gehe, die ihm etwas bedeuten?

Also, erst einmal heißt das für dich:
Finger weg, von seiner Ressource!

Dein Hund hat bereits als Welpe gelernt, dass es sich lohnt zu knurren und zu schnappen.
Er musste sich gegenüber seinen Welpengeschwistern durchsetzen, wenn es um Spielzeug oder Futter ging.
Anschließend übertragen die jungen Hunde dieses Verhalten auf ihre Bezugsperson.
Einfach, weil sie es bis dahin noch nicht anders gelernt haben.
Das Verhalten führte bis dato zum Erfolg.
Eine Ressourcenverteidigung ist ein normales Verhalten.

Grundsätzlicher Umgang mit der Ressourcenverteidigung

Nimm deinem Hund eine Ressource nie einfach ab! 

Dabei lernt dein Hund nur eines: 

  • du bist bedrohlich.

Setzt du dich gegenüber deinem Hund durch, weil du ihm körperlich noch überlegen bist oder bestrafst sein normales Verhalten, entsteht beim Hund in erster Linie eine hohe Frustration.
Gleichzeit verbindet er die Situation mit Wut oder Angst. 

Er erfährt in dieser Situation: 

  • wenn ich meine Ressource abgebe, werde ich bestraft, weil sie verschwindet.
    Also entsteht in dieser Situation, Frustration.

Zweite Möglichkeit:

  • setzte ich mich zur Wehr, werde ich erst recht bestraft.
    Hier erfährt dein Hund Wut über die Bestrafung oder Angst davor.

So setzt du unbeabsichtigt ein ressourceverteidigendes Verhalten in Gang und der Teufelskreis beginnt.

Der Welpe wird seine Ressource immer mehr verteidigen.
Er knurrt, bellt … beißt vielleicht irgendwann zu.

Der Hund wird älter, damit auch größer und stärker.
Es wird schwieriger für dich, dich zu behaupten.
Ihm eine Ressource abzunehmen, wird irgendwann nur noch ein Versuch bleiben
und du hälst schließlich Abstand.
An diesem Punkt hat dein Hund gelernt, dass seine Strategie, sich mit Abschnappen und Knurren durchzusetzen zum Erfolg führt.

Was sich an Verhalten für deinen Hund lohnt, wird er immer öfter zeigen.
So wird dein Hund diese Vorgehensweise weiterhin anwenden.

Wie läßt sich dieser Teufelskreis vermeiden?

Schon dem Welpen solltest du beibringen, daß er und seine Ressource nichts zu befürchten haben.
Es muss sich für ihn lohnen, mit dir zu kooperieren.

Hunde, die für sie wichtige Dinge verteidigen, sehen in erster Linie ihre Ressource in Gefahr.
Sie versuchen durch die Verteidigungshaltung, diese zu schützen.
Er möchte sie unbedingt für sich behalten.

Aber es ist auch so, dass der Hund sich manchmal selbst schützt, weil er immer wieder erfahren hat,
dass der Mensch oder andere Hunde für ihn selbst gefährlich sind, weil sie z.B. Schmerzen verursachen.

Im Training arbeitest du deshalb in erster Linie an den Emotionen deines Hundes.
Die Gefühle von Frustration, Wut und Angst schwächen sich ab oder verschwinden sogar ganz.

Es ist wichtig, den Hund in eine positive Stimmung zu versetzen.
Er soll sich wohlfühlen und in einem Gefühl der freudigen Erwartung sein.
Ist der Hund im Stress, kann er sich auf neue Impulse nur schwer oder gar nicht einlassen.
Lernen erfolgt nur unter einer positiven Grundstimmung.
Ohne den Gefühlen von Angst, Frustration oder Wut.
Stress behindert das Lernen.

Das „sich-nicht-zur-Wehr-setzten“ lohnt sich für deinen Hund nur in zwei Situationen:
Erstens der Hund darf seine Ressource behalten.
Zweitens die Bedrohung entfernt sich von der Ressource.

Im Training bringst du deinem Hund also erst einmal bei, freundlich und neutral zu bleiben.
Er soll nichts bedrohlich empfinden.

  • Kein Näherkommen.
  • Kein Verschwinden einer Ressource.

Das kannst du bei einer Ressourcenverteidigung
konkret tun 

Strategie 1: – Du bietest ein Tauschgeschäft  – 

Vermeide es, deinen Hund zu frustrieren und ihn für seinen Gehorsam zu bestrafen,
in dem du die tolle Beute verschwinden läßt. 

Dein Hund stellt immer eine Kosten-Nutzen-Analyse an.

Er wägt ab:

  • lohnt sich das, was mein Mensch von mir verlangt?  

Es ist wichtig, beim Hund ein positives Gefühl auszulösen und Vertrauen zu schaffen.
Gut gestimmt und entspannt lernt er besser, was du in einer Situation von ihm forderst.
Gleichzeitig läßt er sich eher auf ein Training ein.

Deshalb bringt es nichts, mit deinem Hund zu schimpfen, ihn anzuschreien oder
mit ihm um die Ressource zu kämpfen.
All das verschlimmert die bestehende Situation und setzt immer wieder erneut
den Ressourcenverteidungs-Teufelskreis in Gang. 

Den gilt es zu durchbrechen.

Das Wichtigste: 

Für deinen Hund darf es nicht von Nachteil sein, wenn er etwas hergibt,
dem er eigentlich viel Bedeutung beimisst! 

Daher: Tausche! – Immer! – 

Das gilt schon beim Welpen.
Bringe ihm von klein auf bei, dir gefundene Dinge zu bringen. 

Freu dich. Mach dich klein. Locke deinen Hund mit hoher Stimme zu dir
—> und belohne ihn für das Bringen der „Beute“. 

Auch der junge Hund soll freudig zu dir kommen.
Er soll dir vertrauen und dir sein Fundstück zeigen.
Er muss darauf vertrauen, daß du dich mit ihm freust und etwas Tolles für ihn dabei herausspringt. 

Tausche gerade am Anfang für alles und immer. 

Natürlich ist es am Anfang noch möglich dem Welpen einfach etwas abzunehmen.
Er ist kleiner und noch tollpatschig unterwegs. Gleichzeitig völlig unerfahren.
Doch mit jedem Mal, in dem du dich ihm gegenüber einfach durchsetzt,
lernt dein Hund:

  • „Wenn ich etwas Tolles habe, wird es gefährlich wenn sich mein Mensch mir nähert.“

Lernen tut dein Hund aus jeder Situation.
Was wird schließlich seine Reaktion sein?
Er läuft bei deinem Anblick davon oder
er schluckt das Gefundene hastig ab, damit er seine Beute nicht abgeben muss. 

Das kann gefährlich werden. 

Besonders brisant wird es, wenn er bei deinem Näherkommen die Zähne bleckt und
nicht zögern würde zuzubeißen, um seine Ressource zu verteidigen. 

Dies alles gilt ebenso für den älteren Hund.
Auch sein braves Verhalten musst du belohnen. 

Du setzt also für das Überlassen des Spielzeug, ein anderes Spielzeug ein.
Mit diesem beginnst du dann ein neues Spiel. 

Oder dein Hund kommt mit einem Stück Müll zu dir.
Dann erhält er im Tausch ein tolles Leckerchen, zum Beispiel das Stück einer Frikadelle. 

Belohnst du deinen Hund, gilt hierbei, variiere deine Belohnung
Mal gibst es ein hochwertiges Leckerchen, mal ein anderes Spielzeug.
Ist die Belohnung für den Hund undurchschaubar, bleibt sie zusätzlich spannend. 

Die Belohnung muss natürlich hochwertig sein, denn es ist ein Tauschgeschäft.
Finde heraus, was dein Hund besonders gerne mag, um es ihm als Tauschgeschäft anzubieten
und so zum Erfolg zu gelangen.

Manchmal höre ich den Einwand:
„Dann muss ich aber immer etwas als Belohnung dabeihaben.“ 

Vielleicht sagt dir das Pareto-Prinzip etwas.
Es ist auch bekannt als 80/20-Regel.
Ich wende es hier für dich vereinfacht auf das Tauschgeschäft mit deinem Hund an: 

  • Tauschst du in 80% aller Situationen mit deinem Hund,
    sind die 20%, in denen du kein Tauschobjekt hast, kein Problem. 

Doch in erster Linie muss es sich für den Hund lohnen!

– Immer!! –

Hin und wieder ist der Hund so clever, dass er seinem Menschen auch einige Haushaltsdinge anschleppt.
Etwa eine Taschentücherpackung oder einen Pantoffel.
Einfach weil er gelernt hat, dass es sich für ihn lohnt, dir etwas zu bringen.

Freue dich über sein Verhalten und bleibe gelassen.
Sei stolz, dass sein Vertrauen so stark zu dir ist.
Er hat gelernt, dass er keine Angst haben muss zu dir zu kommen.
Er kommt in freudiger Erwartung zu dir gelaufen, in der Gewissheit, dass du dich freust und natürlich,
dass es sich für ihn lohnt und eine tolle Belohnung für ihn dabei herausspringt.

In dieser Situation muss es nicht immer die Frikadelle, also eine sehr hochwertige Belohnung sein.
Hier reicht die pure Freude und ein Lob und nur hin und wieder gibt es ein tolles Leckerchen.

Strategie 2: – Du bringst etwas Gutes mit! – 

Verteidigt dein Hund bereits sein Futter, ist diese Übung wichtig, um Vertrauen aufzubauen. 

Durch dein Verhalten zeigst du dem Hund, dass du keine Gefahr für ihn und seine Ressource bist.
Du erzielst damit den Effekt, daß er lernt, wenn du dazukommst, gibt es zusätzlich noch etwas Schmackhaftes.

Verknappst du sein Futter, indem du es ihm wegnimmst,
gerät er unter Stress und wird hektisch.
Kommt Leckeres jedoch hinzu, ist dein Hund entspannt und gelöst.
Du möchtest diese entspannte Grundstimmung, damit Veränderung eintreten kann.

Die Mahlzeit deines Hundes gestalte grundsätzlich so, daß sie entspannt und ohne Stress abläuft.
Am Anfang ist es wichtig, ein Kommando einzuführen, auf das dein Hund fressen darf.
So vermeidest du hektisches an dir Hochspringen, um an die Futterschüssel zu kommen.
Ebenso wie gieriges Hinunterschlingen, die Futterschüssel hat noch nicht ganz den Boden berührt.
Lasse deinen Hund auf das Kommando warten, mit dem du sein Futter freigibst.
Hierbei ist es wichtig, dass du mit dem Kommando der Freigabe, etwa „Friss!“,
keine unnötige Spannung aufbaust.
Sorge nur für eine geordnet, ablaufende Fütterung.

Setzt dein Hund diese Verhaltensweise gut um, gehst du einen Schritt weiter. 

Jetzt näherst du dich deinem fressenden Hund.
Gibst oder wirfst etwas Fressbares zusätzlich in seinen Napf. 

Achte in diesem Moment auf das Verhalten deines Hundes, wenn du dich ihm näherst.
Beginnt er hektisch zu werden, vergrößere den Abstand zu ihm.
Du kannst auch aus einiger Entfernung etwas in den Napf werfen oder im Vorbeigehen etwas hineinfallen lassen.
Wichtig ist, dass sich dein Hund in deiner Nähe wohlfühlt und keinen Anlass hat,
dich als bedrohlich zu empfinden.
Deshalb entferne dich anschließend und lasse ihn in Ruhe zu Ende fressen. 

Mit der Zeit wird er deine Nähe mehr tolerieren.
Er hat verstanden, daß du dich näherst, weil du etwas Hochwertiges und Leckeres mitbringst. 

Steigern kannst du die Übung, in kleinen Schritten wie folgt: 

  • Klappt es auf die Entfernung gut, verringerst du mit der Zeit den Abstand zum Napf.
  • Klappt auch das, berührst du kurz die Futterschüssel und legst ein Leckerchen hinein, um dich anschließend sofort zu entfernen. 
  • Einen Schritt weiter kannst du gehen, wenn du deinem Hund kurz über die Seite streichelst.  Dabei lege das Leckerchen in die Futterschüssel.
    Entferne dich danach wieder von deinem Hund. 
  • Ebenso kannst du die Futterportion in mehrere Häppchen aufteilen und diese nacheinander füttern. 
  • Toleriert dein Hund deine Nähe, nimmst du den Futternapf hoch.
    Lege dein mitgebrachtes Leckerchen hinein, stelle den Napf ab und lasse deinen Hund in Ruhe zu Ende fressen. 

Es gilt mit Ruhe, kleinschrittig und nur hin und wieder daran zu arbeiten.
Lasse deinen Hund überwiegend in Ruhe fressen.
Es gilt bei deinem Hund immer wieder die gelassene und gute Grundstimmung herzustellen.
Druck und Stress, durch dauerndes Üben oder vom Hund zu schnell mehr zu erwarten, führt zu Rückschritten.

Ist dein Hund stark angespannt und zeigt er einen höhen Erregungslevel,
desto schneller reagiert er aggressiv.
Es reicht ein kleiner Funke zur Eskalation.

Es geht in erster Linie darum, die Grundstimmung deines Hundes hin zum Positiven zu verändern.
Schaffe eine Basis für Vertrauen und zur Kooperation.
Er soll dich nicht bedrohlich finden.

Auch bei dieser Übung darfst du gerne variieren.
Mal kommt etwas Köstliches in den Futternapf.
Ein anderes Mal, wirfst du deinem Hund noch ein extra Leckerchen zu,
wenn er gerade an seiner Kaustange nagt.
Immer wieder entfernst du dich danach.

Strategie 3: – Der Masterplan! – 
So unterbrichst das Verhalten deines Hundes.

Du wirst Situationen erleben, in denen es nötig ist, schnell zu reagieren.
Gerade, wenn dein Hund im Welpenalter, kein Tauschgeschäft gelernt hat.
Hier brauchst du eine verläßliche Strategie, um seine alten Verhaltensmuster zu unterbrechen. 

Angenommen, dein Hund beginnt eine halbe Pizza von der Straße zufressen oder er schnappt sich vom Wohnzimmertisch die Fernbedienung, deine Brille  oder das Handy.
In diesem Moment ist es vorteilhaft, dein Hund gibt auf das Kommando „Aus“ oder „Pfui“,
Dinge verlässlich und schnell ab. 

 

Zu einem richtigen Masterplan gehört noch mehr.
Zu ihm gehören neben dem Kommando „Aus“, auch Kommandos wie:
„Sitz“, „Schau hier“ und der sichere Rückruf. 

Diese Kommandos unterbrechen alle das gezeigte Verhalten deines Hundes.
Statt das gefundenen Pizzastück wegzutragen, führt er dein Kommando aus.
Gleichzeitig arbeitest du an seiner Impulskontrolle.
Das heißt, der Hund nimmt sich zurück.
Seine Selbstkontrolle muss so groß sein, daß er keine Ressourcenverteidigung zeigt.
Stattdessen bleibt er sitzen oder kommt auf den Rückruf zu dir zurück. 

Beim Erlernen dieser Kommandos, „Sitz“, „Schau hier“ etc., verknüpfst du sie positiv.
Das heißt, dein Hund wird sofort mit einem Leckeren belohnt
sobald er das Kommand (z.B. „Sitz“), richtig ausführt.
Da er freudig seine Belohnung erwartet, führt er die genannten Kommandos des Masterplans,
ohne Angst und Frustration aus.
Egal ob es sich um Situationen mit Ressourcen handelt.
Vorausgesetzt, dein Hund hat das Kommando soweit verinnerlicht, dass er es in 99 % der Fälle ausführt. 

Um deinen Masterplan durch ein gezieltes Training, Schritt für Schritt umzusetzen, lasse dich professionell begleiten.
Denn jedes Kommando muss einzeln, kleinschrittig und mit steigendem Schwierigkeitsgrad trainiert werden. 

Gleichzeitig unterstützt dich ein Hundetrainer beim Deuten der Körpersprache deines Hundes,
um gezielt an der Ressourcenverteidigung zu arbeiten.
Beim Training an einer Ressourcenverteidigung gilt es auf viele Komponenten zu achten.
Das ist neben der Bedeutung der einzelnen Ressource, auch die Distanz zur Ressource
und hier fließt in das Training das Lesen der Körpersprache mit ein.
Je nach Hund und individueller Situation gilt es verschiedene Sachverhalte richtig einzuschätzen,
um einen guten Trainingsplan zu erstellen.
Daher solltest du dir bei diesem Thema unbedingt Hilfe an deine Seite holen.

Wichtig ist, dass du auch daran denkst:

  • Hunde generalisieren schlecht. 

Das heißt, sie verallgemeinern nicht. 

Ich weiß zum Beispiel, ich kann mich auf alles setzen, was mein Gewicht hält.
Dies kann ein Schaukelstuhl sein, ein Hocker, das Sofa oder ein Gymnastikball. 

Der Hund kann das nicht!

Er zeigt erlerntes Verhalten nur verlässlich, wenn ihm die Situation und Umgebung vertraut ist.
Daher ist es wichtig, Übungen in

  • unterschiedlichen Umgebungen und
  • verschiedenen Situationen zu trainieren.

Deshalb muss auch jede Ressource einzeln trainiert werden. 

Für dein Training ist es sinnvoll eine Liste aller Ressourcen zu machen, die dein Hund verteidigt.
Überlege auch, wie wichtig ist die einzelne Ressource für deinen Hund.
Stelle ein Ranking auf, von besonders wichtig, bis nicht so wichtig.
So baust du zusammen mit deinem Hundetrainer, das Training ganz systematisch und gezielt auf. 

Wenn ich dich dabei unterstützten darf, freue ich mich über eine kurze Mail an lernpfote@web.de .

Außerdem freue ich mich auch über deine Anregungen zu neuen Themen und
eine Zuschrift über deine besonderen Erlebnisse, die du mit deinem Hund gemacht hast. 

 


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