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Kind und Hund – Teil 2 – Regeln für ein stressfreies Miteinander

Lernpfote e. V. Blogbeitrag: Kind und Hund - Teil 2 - Regeln für ein stressfreies Miteinander

Für viele gehört ein Hund mit zum Bild einer kompletten Familie.

Und fast jedes Kind wünscht sich ein Haustier – meist am liebsten einen Hund.

Mit einem Hund verbinden Kinder, einen treuen Begleiter, mit dem sie kuscheln und toben können.

Doch viele Eltern sehen im Zusammenleben von Kind und Hund auch eine große Herausforderung.

Die Lernpfote verrät dir hier im zweiten Teil, wie Kind und Hund durch Regeln zum Dream-Team werden!

8 Regeln für ein stressfreies Miteinander zwischen Kind und Hund

1. Niemals ohne Aufsicht

Lernpfote e. V. Blogbeitrag: Kind und Hund - Teil 2 - Regeln für ein stressfreies Miteinander

Lasse ein Kind mit einem Hund niemals unbeaufsichtigt zusammen sein.
Egal wie gut du diesen Hund zu kennen meinst und
egal wie gutmütig er im Zusammenleben sonst erscheint.

Hierbei ist auch gleichgültig, wie vernünftig das Kind sonst ist.
Lasse dein Baby, dein Kleinkind oder auch ein Kind im Alter zwischen 8 – 12 Jahren,
nicht ohne deine Aufsicht mit dem Hund alleine zusammen sein.

Du solltest die Situation immer im Blick behalten.

Schon früh solltest du dem Kind vermitteln, der Hundekorb oder die Hundedecke sind für dich tabu.
Außerdem wird ein schlafender Hund nicht erschreckt.

Ebenso ist es verboten, an den Futternapf des Hundes zu gehen.
Der Hund wird niemals beim Fressen gestört und
das Kind sollte auch nicht versuchen, ihm das Futter wegzunehmen.

Du solltest daher unbedingt über eine „kindersichere“ Fress- und Ruhezone für deinen Hund nachdenken.
Der Hund braucht einen Ort, an den er sich immer wieder ungestört zurückziehen kann.
Denn ebenso, wie der Hund ein Bedürfnis nach Kontakt und Nähe hat,
braucht er ebenso Abstand und Ruhe.
Das schaffst du etwa mit einem Absperrgitter und einer Hundebox.

Gleichzeitig tut vielleicht auch ein Türgitter für das Kinderzimmer einen guten Dienst,
um das Kind und dessen Bereich zunächst für den Hund zur Tabu-Zone zu erklären.

Ebenso erlaube deinem Hund nicht, mit den Spielsachen deines Kindes zu spielen,
wie auch das Kind, nicht mit dem Spielzeug deines Hundes spielen darf.
Natürlich ist hier auch ein Aspekt die Hygiene,
aber auch damit es nicht zu gefährlichen Situationen kommt.

Bietet hingegen das Kind dem Hund Futter an, etwa ein Leckerchen, sollte es nie seine Hand wegziehen.

2. Hunde sind anders – Kinder auch!

Damit aus zwei so unterschiedlichen Lebewesen eine innige Gemeinschaft wird,
müssen beide um die Bedürfnisse des jeweils anderen wissen.

Die Bedürfnisse des Kindes:
* beständige, liebevolle Beziehungen
* körperliche Unversehrtheit und Sicherheit
* individuelle und entwicklungsgerechte Erfahrungen
* Grenzen und Struktur
* stabile und unterstützende Gemeinschaften

Die Bedürfnisse des Hundes:
* Grundbedürfnisse:
– Futter, Wasser, Schlaf, Bewegung, Möglichkeit sich zu lösen
* Sicherheit:
– Bezugsperson, geregelte Tagesabläufe, Rückzugsmöglichkeit
* Selbstverwirklichung:
– alles, was für einen Hund von Interesse ist;
  rennen, toben, buddeln, schwimmen

Hier sieht man, dass die Bedürfnisse von Kind und Hund nicht unbedingt gleich sind.
Kinder müssen daher lernen, dass ein Hund nicht nach dem Willen eines Menschen funktioniert.

Mit Regeln und Grenzen zur innigen Freundschaft

Beide, Kind wie Hund, müssen sich an bestimmte Regeln halten.

Erst Regeln sorgen für ein entspanntes Miteinander.
Doch diese Regeln müssen aus dem Verständnis für einander erwachsen
und den gegenseitigen Respekt widerspiegeln.

Hunde sind ein Teil unserer Familie.
Auf sie gilt es genauso zu achten, deren Grenzen zu respektieren
und Rücksicht zu nehmen, wie auf andere Mitglieder der Familie auch. 

In Punkto Familie, gibt es immer noch den Irrglauben, dass das Kind „im Rudel“ über dem Hund steht.
Daher wird vielfach angenommen, der Hund müsste sich aufgrund dessen, vom Kind alles gefallen lassen.

Da der Mensch mit dem Hund jedoch kein Rudel bildet, wird es mit dem Gedanken der Rangordnung schwierig.

Exkurs:

Das Rudel besteht aus: Vater, Mutter, Welpen und evtl. noch Tanten, Onkel

Hunde und Menschen leben dagegen als Sozialpartner zusammen.
Sie bilden KEIN Rudel.
Daher muss der Mensch auch keine Rangordnung durchsetzen. 

Für ein harmonisches Miteinander von Mensch und Hund,
sorgen klare Regeln und ein konsequentes Training.

Daher versuchen wir mit unserer Ausbildung zum FamilyDog, die Weichen schon ab dem 6. Monat,
nach der Welpenerziehung, auf ein harmonisches Miteinander zu stellen. 

Vermitteln von Regeln

Hier macht es einen Unterschied, ob das Kind noch sehr jung ist, oder bereits in die Schule geht.
Je älter das Kind wird, desto leichter ist es, ihm die Bedürfnisse des Hundes zu erklären. 

Einem älteren Kind, kann man schon die Körpersprache des Hundes erläutern,
aus denen sich für das Kind anschließend wieder Verhaltensregeln ergeben.

Denn eine Kameradschaft von Kind und Hund ist kein Zufallsprodukt!
Sie ist nicht abhängig von der Rasse des Hundes oder dem Alter des Kindes.
Das harmonische Miteinander von Kind und Hund, ist die Folge einer konsequenten Erziehung
– mit klaren Regeln und Grenzen, sowohl für das Kind, als auch für den Hund!

Denn DEN Familienhund gibt es nicht.
Hunde müssen lernen Familienhunde zu werden und das von Anfang an.

Daher gibt es klare Verhaltensregeln

Für den Hund bedeutet das:

  • Kinder nicht anspringen
  • Kinder nicht anrempeln oder bedrängen
  • Kinder nicht jagen
  • Kinder nicht im Kinderzimmer besuchen – das ist tabu!

Für das Kind bedeutet das:

  • Hund nicht jagen
  • Hund nicht anstarren
  • Hund nicht beim Fressen stören
  • Hund nicht beim Schlafen stören
  • Hund nicht treten 
  • Hund zu nichts zwingen
  • Keine Zieh- oder Zerrspiele mit dem Hund veranstalten

 

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Auch der VDH hat dazu die Broschüre „12 Regeln für den Umgang mit Hunden“ herausgegeben.
Zum Link, gelangst du „Hier“.

PURINA die Initiative „Liebe fürs Leben – Tierschutzunterricht für Schulkinder“,
hat dazu zwei Kinderbücher herausgebracht, um Kindern früh
Respekt und Verantwortung gegenüber Tieren zu vermitteln.

Das Kinderbücher „Lisa und Salto“ zum Downloaden, findest du „HIER“.

3. Erziehung ist Elternsache!

Mit dem neuen Familienmitglied Hund wird oftmals viel verbunden.
Alle möchten sofort loslegen, mit Spielen, Toben, Kuscheln, Spazierengehen,
Ticks lernen und vielem mehr.

Zunächst jedoch braucht der Hund erst einmal ein paar Tage der Eingewöhnung.
Hier muss der Erwachsene sehr darauf achten, dass der Hund viel Ruhe erhält und nicht überfordert wird.
Es beginnt die Erziehung.
Hund wie Kind, brauchen klare Regeln und Grenzen.

Du solltest dir am besten schon im Vorfeld, Gedanken darüber machen, was dein Hund darf.

Darf der Hund: 

  • auf die Couch,
  • ins Bett
  • ins Kinderzimmer
  • in die obere Etage, wenn dort die Schlafräume sind etc. ??

Ist der Hund in seinem neuen Zuhause angekommen, beginnt die Erziehung.
Hier geht es nicht um das Erlernen von Kommandos, wie „Sitz“, „Platz“ und „Bleib“,
sondern der Hund bekommt Regeln und Grenzen gezeigt,
damit er in  unserer Menschenwelt zurechtkommt.

Er muss unsere Spielregeln kennenlernen, damit ein harmonisches Zusammenleben möglich wird.

Und diese Arbeit ist Sache der Eltern.

Kinder können mit dem Hund spielen, toben und ihm auch ein Kommando beibringen.

Dem Hund aber Grenzen aufzuzeigen und auf das Einhalten von Regeln zu bestehen,
ist Sache der Erwachsenen. 

4. Körpersprache Schritt für Schritt

Ein Hund ist kein Spielzeug, sondern ein Lebewesen.
Daher ist es wichtig, dem Kind frühzeitig die Sprache der Hunde zu erklären
und ihm den artgerechten Umgang mit dem Hund beizubringen.

Mit fremden Hunden fängt es an –

Schon im Kleinkindalter ist es wichtig, dem Kind zu erklären,
seine Hand nicht einfach nach einem fremden Hund auszustrecken um ihn zu streicheln.
Erst fragt man den Hundehalter, ob man den fremden Hund anfassen darf.

Auch sollte das Kind lernen, einen fremden Hund nicht oben über den Kopf zu streicheln,
denn das mögen die wenigsten Hunde.

Außerdem sollte dein Kind sich nicht von oben über einen Hund beugen,
ihn nicht anstarren und ihn auch nicht umklammern und zu küssen versuchen.

Ein Hund ist kein Kuscheltier.

– beim eigenen Hund geht es weiter

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Ein Kind muss lernen, dass der Hund ein Lebewesen ist, mit dem es freundlich umgehen muss. 

Einen Hund zieht man nicht an den Ohren oder am Fell.
Man packt ihn nicht am Schwanz oder bewirft ihn mit Gegenständen, etwa Legosteinen oder tritt nach ihm.

Eine Puppe oder Teddybär hält dies aus, aber ein Hund ist kein Spielzeug und mag dies alles überhaupt nicht.

Streicheln aber richtig

Zeige deinem Kind, wie man einen Hund richtig anfasst und streichelt.
Erkläre ihm was erlaubt ist und was es nicht tun darf.

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Denn heftige Umarmungen mögen Hunde nicht und empfinden sie,
wenn nicht gleich als Bedrohung, dann doch als sehr unangenehm und bedrängend.

Vielleicht kannst du dazu einen Stoffhund verwenden und daraus ein Spiel machen.
Denn Kinder drücken ihre Liebe zum Hund gerne über Körperlichkeit aus.
Doch Streicheln will gelernt sein!

Das Kind muss lernen, ruhige Streichelbewegungen zu machen, die der Hund als angenehm empfindet. 

Damit es nicht zu Missverständnissen beim Hund kommt, finde zusammen mit deinem Kind heraus,
was euer Hund gerne mag und was ihm vielleicht unangenehm ist.

Die meisten Hunde haben Kitzelfüße.
Sie mögen es nicht, an den Pfoten gekitzelt zu werden.
Die meisten Hunde mögen es aber, wenn man ihnen über die Flanken streichelt oder den Hals krault.
Das sind gute Möglichkeiten, deinem Kind den Unterschied zu demonstrieren und ihm zu zeigen,
wie es ist, wenn der Hund sich wohlfühlt.

Am Besten können Kinder einen Hund im Stehen, von der Seite streicheln. 

Der Kopf, besonders die Ohren und die Nase, sind für das Kind tabu.

Das Kind darf den Hund, wenn er das möchte und der Hund den Kontakt gesucht hat,
ab dem Halsband streicheln und das bis zum Rückenende.

Den Schwanz zu berühren, ist dann wieder nicht erlaubt, denn Hunde sind dort empfindlich
und viele Hunde mögen es nicht, wenn man sie dort anfaßt.

Wichtig:
Hunde möchten nicht immer und auch nicht überall gerne gestreichelt werden.
Kinder müssen deshalb lernen, dass Hunde Freiraum brauchen und entscheiden dürfen,
wann es ihnen genug ist. 

Das Kuschelhormon Oxytocin

Beide, Kind wie Hund, sollten sich in der Situation wohlfühlen.
Das Streicheln des eigenen Hundes, hat eine starke, beruhigende Wirkung.
Nach einem stressigen Tag, den Hund zu knuddeln und zu streicheln, sein Fell zu fühlen
sorgt direkt für ein gutes, entspanntes Gefühl.

Solch eine entspannte Situation sorgt dafür, dass das Stresshormon Cortisol reduziert wird
und der Körper, die Ausschüttung des Hormons Oxytocin erhöht.

Daher spricht man auch vom Kuschelhormon.

Somit wird durch das entspannte Zusammensein, die Bindung zwischen Hund und Kind,
gefördert und intensiviert.

Die Kehrseite – der Beißvorfall

Bei all den schon besprochenen, positiven Kriterien und Studien zum Thema Kind und Hund,
im Teil 1 dieser Beitrags-Reihe, kommt es immer wieder auch zu Beißvorfällen gegenüber Kindern.

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In einer Langzeitstudie von Medizinern der Kinderchirurgie der Medizinischen Universität Graz wurden Beißvorfälle, bei Kindern unter 17 Jahren untersucht.
Für diese Studie („Analysis of Dog Bites in Children“, in Pediatrics 2006; 117:374-379) wurden die Krankengeschichten von 341 gebissenen Kindern, im Alter von unter 17 Jahren, die die Grazer Universitätsklinik für Kinderchirurgie aufsuchten, ausgewertet.
Das Durchschnittsalter der Kinder 341, lag bei 5,9 Jahren.

Umstände die zum Beißvorfall führen

Spielen mit dem Hund Vorbeigehen am Hund Schmusen mit dem Hund Füttern des Hundes Versuch raufende Hunde zu trennen Mit dem Fahrrad am Hund vorbeigefahren Kind störte Hund beim Fressen  Erschrecken vom Hund Kind zog Hund am Schwanz Umstände unbekannt
28 % 14 % 10 % 8 % 2 % 4 % 4 % 2 % 2 % 26 %

 

Damit entstehen ca. 68 % der Hundebissverletzungen im eigenen Haushalt.

Diese Auswertung macht auch deutlich: Die eine Ursache gibt es nicht!!
Immer kommen verschiedene Faktoren zusammen.

Ein Hund beißt in der Regel nicht aus dem Stegreif zu.
Er zeigt lange vorab verschiedene Verhaltensweisen, um deutlich zu machen,
dass er sich nicht mehr wohl fühlt und gerne Abstand hätte.

Wurde aber früher die Kommunikation des Hundes, etwa ein Knurren unterbunden
oder werden andere Formen der Kommunikation vom Hund nicht beachtet,
ist das Beißen, sein letztes Mittel, um sich Gehör zu verschaffen. 

Schule dich zunächst selbst im Ausdrucksverhalten des Hundes

In Punkt 1, habe ich schon darauf hingewiesen, wie wichtig deine Anwesenheit ist,
wenn Kind und Hund zusammen sind.
Und Anwesendsein, bedeutet nicht nur dabei zu sein,
sondern aufmerksam darauf zu achten, wie Kind und Hund miteinander umgehen.

Das ist immer noch die wichtigste, präventive Maßnahme um ein Risiko,
für Kinder im Zusammenleben mit dem Hund, zu reduzieren.

Gleichzeitig ist es wichtig, das Eltern wissen, wie ein Hund sich ausdrückt und
wie mögliche Stresssignale beim eigenen Hund aussehen.
Denn hier reagiert jeder Hund individuell!
Erst so können Eltern sicher darauf reagieren und die Kenntnisse auch ans Kind weitergeben. 

Leider nehmen viele Menschen noch immer an:

  • Ein wedelnder Hund, ist ein freundlicher Hund.
  • Hunde, die bellen, beißen nicht.
  • Lass den Hund erst schnuppern, bevor du ihn streichelst.
  • Labrador- und Golden Retriever sind die geborenen Familienhunde
    und machen wenig Arbeit bei der Erziehung.

Das alles, sind große und gefährliche Irrtümer, die schnell zu Missverständnissen
und gefährlichen Situationen führen können.

Hundekommunikation ist komplex und immer ist der Gesamteindruck des Hundes
und die jeweilige Situation entscheidend.

Das Wedeln mit dem Schwanz, zeigt zunächst nur eine hohe Erregung, also die Aufregung des Hundes.
Das hat nicht zwangsläufig etwas mit dem Gefühl der Freude zu tun.

Ausdrucksverhalten des Hundes

Zum Ausdrucksverhalten des Hundes zählen eine Vielzahl von Komponenten. 

Diese müssen, wie schon beschrieben, in der Gesamtheit gesehen werden
und unter den rassespezifischen Besonderheiten des Hundes.

Zum Ausdrucksverhalten des Hundes zählen:

  • Kopfhaltung
  • Ohrenhaltung und Ohrenstellung
  • Schwanzhaltung und Schwanzbewegung
  • Art und Weise der Körperbewegung
  • Körperspannung
  • Körperhaltung und Beinhaltung
  • aufgestelltes oder angelegtes Nacken- oder Rückenfell
  • Mimik (Maulöffnung, Mundwinkel, Stirnrunzeln, Naserunzeln)
    – um nur einige Komponenten zu nennen.

Ein Kind sollte seinem Alter entsprechend mit der Körpersprache des Hundes vertraut gemacht werden. 

Das Kind sollte zunächst grob unterscheiden können,
wann ist ein Hund:

  •  ängstlich
  • aufmerksam
  • bereit für ein Spiel
  • Und wann droht er! 

Mögliche Stresssignale beim Hund

Lernpfote e. V. Blogbeitrag: Kind und Hund - Teil 2 - Regeln für ein stressfreies Miteinander

Stresssignale des Hundes sind für dich das Indiz,
deinen Hund aus stressigen Situationen herauszuholen und
ihn nicht weiter mit der Situation zu belasten.

Zunächst wird der Hund immer versuchen, die Situation zu deeskalieren,
in dem er Beschwichtigungssignale zeigt. 

Beschwichtigungssignale beim Hund sind:

  • Blinzeln
  • Kopf abwenden
  • über den Fang lecken (licking Intention)
  • Gähnen
  • Kratzen
  • Pfoten anheben
  • Bewegungen vom Hund werden langsamer
  • am Boden schnüffeln
  • Hecheln
  • Erstarren
  • Rammeln

Manche dieser Handlungen, zeigt ein Hund auch, wenn er nicht in einer stressigen Situation ist.

Er wird gähnen, wenn er müde ist und sich kratzen, wenn es ihn juckt.
Doch wenn es sich um ein Beschwichtigungssignal handelt,
dann erscheint die Handlung des Hundes in dieser Situation unpassend.

Zeigt dein Hund eines dieser Signale, dann helfe ihm aus der Situation heraus.
Warte nicht, bis er „deutlicher“ werden muss!

Der Hund knurrt das Kind an

Prinzipiell zeigt der Hund zunächst diesen Ablauf eines Verhalten,
um eine für ihn unangenehme Situation zu lösen:

—> Beschwichtigungssignale —> Einfrieren —> Knurren —> Zähne fletschen —> Schnappen

  • erst wenn all dieses Verhalten keine Wirkung gezeigt hat, —> beißt der Hund zu.

Um die normale Reaktion eines Hundes, in einer für ihn unangenehme Situation besser zu verstehen,
stellst du dir am besten eine Treppe vor.

Im Hundetraining wird an dieser Stelle immer von einer Eskalationsleiter gesprochen.

Auf den untersten Stufen der Eskalationsleiter, gibt es die grüne Zone:

  • dort zeigt der Hund erst einmal keine Reaktion bzw. ein neutrales Verhalten
  • dann ist der Hund in einer Konfliktsituation und zeigt geringe Beschwichtigungssignale, wie
  • Blick abwenden, gähnen, zwinkern etc.
  • im nächsten Schritt würde der Hund, wenn es die Situation erlaubt, weggehen

Jetzt ändert sich die Farbe auf der Eskationsleiter von grün, hin zu gelb:

Der Hund zeigt jetzt in einer weiterhin bestehenden, unangenehmen Situation für ihn, noch stärkere Beschwichtigungssignale:

  • Kopf / Körper abwenden, sich hinsetzen etc.

Anschließend würde der Hund in Abwehraktivitäten übergehen:

  • Er zeigt Ersatzhandlungen, wie z.B. in die Leine beißen, ins Gras beißen oder in Situationen mit dem Kind, vielleicht in die Decke beißen
  • Rute einziehen
  • „welpiges“ Verhalten

Auf der nächste (strahlend gelben!) Stufe, zeigt der Hund:

  • Abducken
  • Einfrieren
  • Bellen

Danach geht der gelbe Bereich in den orangefarbenen Bereich über.

Der Hund zeigt im orangefarbenen Bereich, immer noch Signale, ohne zuzubeißen!

Hier nutzt er als Kommunikationsmittel: 

  • Knurren
  • Drohhaltung
  • Steifwerden

Führt auch dieses Verhalten, den Hund nicht zu seinem gewünschten Ziel,
zum Beispiel nach Ruhe und mehr Abstand:

  • zeigt er jetzt seine Zähne

Auf den letzten drei Stufen, sind wir im roten Bereich angekommen:

  • Hier zeigt der Hund erst noch eine drohende Körperhaltung
  • Er schnappt schließlich ab, ohne Verletzungen zu erzeugen

und beißt anschließend auf der letzten, roten Stufe bzw.
am Ende der Eskalationsleiter, zu.

Nicht immer verläuft ein Verhalten des Hundes, genau nach diesem Schema! 

Hat der Hund eine hohe Reizschwelle, durchläuft sein Verhalten vielleicht diesen Idealfall. 

Doch schon bei niedrigerer Reizschwelle und im Zusammenspiel mit anderen Einflussfaktoren,
kann der Verlauf eine Situation zu lösen, anders aussehen.

Manche Hunde haben die Erfahrung gemacht, dass Beschwichtigungsgesten nichts nutzen.
Aus diesem Grund setzten sie sie nicht mehr ein, sondern überspringen einige Stufen der Eskalationsleiter
und steigen gleich auf einer höheren Stufe ein. 

Dann ist vielleicht eine Veränderung des Verhaltens nicht zu beobachten
und der Hund beißt ohne Vorwarnung zu.

Also: „Liebe das Knurren!“

Denn bevor die Reaktion deines Hundes heftiger wird, warnt er dich in der Regel vor.
Er vermittelt dir damit: „Stop!! Bis hierher und nicht weiter!!“

Versuchst du das Knurren deines Hundes zu unterbinden, wäre es so,
als würdest du aus einem Feuermelder die Batterien entfernen. 

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Stattdessen ist es sinnvoller, deinen Hund ernst zu nehmen.
Dein Hund knurrt nicht ohne Grund.

Erst wenn viele Signale vom Hund nicht beachtet und übergangen wurden, fängt der Hund an zu knurren.

Da es häufig um das Zusammenspiel verschiedener Komponenten geht,
ist auch hierbei die Vorausschau besonders wichtig.
Achte also immer auf die Frühwarnzeichen, die dein Hund aussendet. 

Das Knurren gehört zur natürlichen Kommunikation eines Hundes und ist zunächst kein Grund zur Panik.

Erkennst du eine Situation, in dem es deinem Hund unwohl wird,
nimm dein Kind zügig aus der Situation heraus, am besten beiläufig.
Analysiere in Ruhe, was passiert ist und wie es dazu kam,
um in Zukunft solche Situationen zwischen Hund und Kind, nicht entstehen zu lassen.

Deinem Kind erkläre, warum der Hund jetzt in Ruhe gelassen wird und warum er die Nähe nicht mehr möchte.

Die Situation ist für beide damit gut gelöst.
Das Kind lernt immer mehr dazu und der Hund weiß, dass du seine Warnung verstehst und sofort reagierst.
Er muss nicht heftiger werden.
Dein Hund lernt, dass du die Situation für ihn löst und alles im Griff hast.
Somit wirst du sehr verlässlich für deinen Hund.

5.  Kinder brauchen klare Regeln

 

14 Grundregeln für Kinder im Umgang mit dem Hund

14 Grundregeln für Kinder

Diese Regeln gelten für eigene, ebenso wie für fremde Hunde!

  1. Fasse keine fremden Hunde an.
    Auch nicht im Vorbeigehen!
    Auch keine fremden Hunde, die irgendwo angeleint sind.
    Frage immer erst den Besitzer, ob du den Hund streicheln darfst.
  2. Störe den Hund nicht in seinem Körbchen, auf seiner Hundedecke oder wo er sich sonst hingelegt hat. 
  3. Störe einen Hund niemals beim Fressen.
    Ziehe deine Hand nicht weg, wenn du ihm Futter, wie etwa Leckerchen anbietest. Das ist für den Hund das Signal, deiner Hand zu folgen und sich das Futter zu holen.
    Gib dem Hund die Leckerchen, wenn ein Erwachsener dich dabei unterstützen kann. Dann legst du das Leckerchen auf deine flache Handfläche und hältst sie dem Hund hin, damit er sich das Leckerchen davon nehmen kann.
  4. Fremde Hunde werden niemals gefüttert.
    Auch den eigenen Hund füttere nicht, wenn andere Hunde in der Nähe sind. 
  5. Gehe nicht an das Spielzeug eines Hundes. 
  6. Ziehe einen Hund niemals an den Ohren, am Fell oder an seinem Schwanz. 
  7. Vermeide schnelle Bewegungen und laute Geräusche.
    [ * Toben und Schreien beim Spielen,  löst beim Hund häufig Stress aus.
    Auch der Lärm eines lauten Spielzeugs, etwa einem Polizeiauto kann den Hund überfordern.
    Ebenso wie ein lautes Krakeelen oder das Weinen eines Kindes.
    Aus unruhigen Situationen, die durch Kinder, laut und wuselig sind, sollte der Hund immer herausgenommen werden. ]
  8. Vermeide ebenso ein schnelles und hektisches Weglaufen vom Hund.
    [ * Rennt das Kind vom Hund weg, kann das seinen Jagdinstinkt wecken. Unter Umständen verfolgt der Hund das Kind, springt es an und wirft es um.
    Kinder sollten sich daher in der Nähe eines Hundes ruhig verhalten und dazu angehalten werden, langsam zu laufen und sich nicht schnell zu bewegen. ]
  9. Nähere dich einem Hund ruhig und so, dass er dich hört.
    Ein Hund wird niemals erschreckt.
  10. Streichle einen Hund immer seitlich oder an der Brust.
    Streichle Hunde niemals „von oben“.
    Der Kopf des Hundes ist für dich als Kind tabu.
  11. Schaue einem Hund nicht starr in die Augen.
    Hunde mögen es nicht angestarrt zu werden und er könnte dies bereits als bedrohlich deuten.
  12. Nähere dich nicht mit großen Gegenständen dem Hund. Er könnte sich auch hier bedrängt und bedroht fühlen. 
  13. Umarme den Hund nicht. Hunde kennen keine Umarmung und er fühlt sich vielleicht dadurch bedroht, besonders wenn er sich der Umarmung nicht entziehen kann.
  14. Lege dich nicht auf den Hund, um dich auszuruhen oder mit ihm zu kuscheln. Hunden ist diese Nähe oft unangenehm und er könnte diese Nähe als Bedrohung empfinden.

Diese Grundregeln, die für Kinder im Zusammenleben mit dem Hund wichtig sind,
findest du zum Runterladen, als PDF-Datei, auf  dieser Webseite unter dem Reiter „Downloads“ oder du klickst „HIER“.

6.  Auch Hunde haben Dummheiten im Kopf

Vielfach wird der eigene Hund unterschätzt.
Das ergab eine Befragung des Instituts für Tierhaltung und Tierschutz der Vetmeduni Vienna aus dem Jahr 2016. https://www.vetmeduni.ac.at/de/infoservice/presseinformationen/presseinformationen-2016/bissvorfall/

Die Untersuchung machte deutlich,  dass die teilnehmenden Hundehalter, einen großen Unterschied zwischen fremden und vertrauten Hunden machen.

Etwa 50 Prozent der Befragten ließen Hund und Kind unbeaufsichtigt zusammen.
Eindeutige Gefahrensituationen wurden von den Hundebesitzern, beim eigenen Hund unterschätzt und ein Einschreiten in der Situation als nicht nötig angesehen. 

Die Studienleiterin Christine Arhant meint dazu:
„Das gesunde Mißtrauen gegenüber fremden Hunden scheint beim eigenen Familienhund nicht gegeben zu sein. Man vertraut dem eigenen Hund und schließt einen Beißvorfall mit ihm aus.“

Doch ca. 68% der Hundebissverletzungen entstehen im eigenen Haushalt.

So entstand in über fünf Jahren Entwicklungsarbeit, das länderübergreifende Projekt „Der Blaue Hund“.

„Der Blaue Hund“, wurde von einem interdisziplinären Team aus Kinder- und Tierärzten, Psychologen, Pädagogen, Ethologen, Kommunikationswissenschaftlern und Mitarbeitern der Kunstakademie Ghent, entwickelt.
Die Figur, „Der Blaue Hund“, soll über eine altersentsprechende Aufklärung, wie Kinder sich gegenüber Hunden verhalten sollten, helfen, Bissverletzungen bei Kindern zwischen 3 und 6 Jahren, zu verhindern.
So lernen Kinder mit ihren Eltern, in einer interaktiven Computergeschichte und dem dazugehörigen Begleitbuch, wie man mit dem eigenen Hund richtig und gefahrlos umgeht. 

Eine Studie zur Wirksamkeit, die mit drei- bis sechsjährigen Kindern an der Universität von Lincoln, UK, durchgeführt wurde, zeigte, dass alle Altersgruppen effektiv von der interaktiven CD mit dem „Blauen Hund“ lernen.
Kinder, die dabei von den Eltern unterstützt wurden, schnitten besser ab als Kinder, die das Programm allein durchspielten.

Alle Informationen zum Blauen Hund,  findest auf der Internetseite des DVG.
Deutsche Veterinärmedizinische Gesellschaft e.V. 

Neben der CD, ist „Der Blaue Hund“ mittlerweile auch als App im Google Play Store und im Apple App Store erhältlich.

Wichtig ist, schon kleinen Kinder frühzeitig zu vermitteln, was es darf und wann der Hund lieber seine Ruhe haben möchte.
Je jünger das Kind, umso schwerer fällt es ihm zu verstehen, dass ein Hund nicht ständig angefaßt werden möchte.

Ein Kind nimmt einen Hund völlig anders wahr.
So wird von einem Kleinkind, ein Zähne fletschender Hund, eher als lächelnder Hund wahrgenommen, als eine Bedrohung.

Spätestens hier wird deutlich, wieviele gefährliche Möglichkeiten in den unterschiedlichen Situationen liegen können.

Doch neben dem Kind, muss auch der Hund viele Regeln in unserer Menschenwelt lernen. 

Dazu sollte der Hund zunächst sehr viel Kennenlernen.

Gleichzeitig braucht er deine Unterstützung, sich in der Menschenwelt zurechtzufinden und
deine Anleitung, wie er Situationen begegnen soll. 

Junghunde und natürlich auch Welpen, sind zunächst sehr temperamentvoll.
Vor lauter Übermut beißen sie noch spielerisch in die Schnürsenkel und ziehen daran,
auch der Pullover oder das Hosenbein sind vielfach, nicht vor ihnen sicher.
Mit unter steigern sie sich noch und beißen in Hände und Füße.
Auch rennen sie ungehemmt umher und beginnen oftmals damit an Erwachsenen und Kindern hochzuspringen.

Erster Schritt: – frühzeitig eingreifen –

Es ist wichtig, dass du hierbei frühzeitig eingreifst.
Der Hund muss ein ruhiges Verhalten üben, denn seinen Überschwang und seine Power bringt er bereits mit,
das brauchst du ihm nicht beibringen.
Doch seine Gelassenheit gilt es zu fördern und auch einzufordern.
Dies alles natürlich immer dem Alter des Hundes entsprechend!

Frühzeitig eingreifen

Das gilt gerade auch für Begrüßungs-Situationen.
Hierbei muss der Hund alle seine vier Pfoten auf der Erde lassen.
Belohne und lobe ihn, für sein ruhiges, entspanntes Verhalten. 

Dies sind Situationen, in denen du als Erwachsener dabei sein musst, um helfend einzuschreiten
und die Lage zu entspannen. 

 

 

Dein Kind wäre mit solch einen Situation überfordert.
Es kann sich gegenüber dem Hund nicht durchsetzen und wird vom Hund nicht ernst genommen.
Der Hund wird daher mit seinem Verhalten nicht aufhören.
Im Gegenteil!

Oftmals empfindet der Hund eine Zurechtweisung durch ein Kind, eher als Anfeuerung
und wird sein Verhalten verstärken.

So kann eine Situation schnell außer Kontrolle geraten. 

Du siehst, auch wenn sich Kinder an ihre Verhaltensregeln gegenüber dem Hund halten,
sorgt eine unterschiedliche Wahrnehmung möglicherweise für eine Entgleisung von Situationen.

Daher muß der Hund immer wieder durch verschiedene Situationen von dir, als Erwachsener geführt werden,
um aus ihnen die gewünchte Lösungsstrategie zu lernen.

Neben der CD, „Der Blaue Hund“, kann ich dir außerdem noch folgende Bücher empfehlen, um Kindern den richtigen Umgang mit dem Hund zu vermitteln: 

7.  Kinderbesuch & Kindergeburtstag mit dem Hund gut planen

Kinder, die wenig Kontakt zu Hunden haben, wissen nicht, wie sie sich gegenüber einem Hund richtig verhalten.

Gleichzeitig ist der Hund, bei den eigenen Kindern oft sehr viel toleranter,
was ihr Verhalten ihm gegenüber angeht.
Er kennt ihr Stimmen und auch ihr Bewegungsmuster.

Bei fremden Kindern dagegen, knurrt er vielleicht.

Kinderbesuch mit Hund

Wichtig ist, dass du deinen Hund in solchen Situationen sehr genau beobachtest.
Wirkt er auf dich gestresst, dann bringe ihn an einen ruhigeren Ort.
Richte ihm hier schon vorab ein gemütliches Plätzchen ein, wo er schlafen und entspannen kann. 

Kinder die nur zu Besuch sind, wie Enkelkinder, Neffen und Nichten, oder auch die Freunde deiner Kinder, lasse nie unbeaufsichtigt mit deinem Hund allein.

Für die Dauer des Besuches, bespreche mit den Kinder, dass sie nicht an dem Hund vorbeirennen dürfen
und nicht vor ihm davonlaufen sollen.

Außerdem gelten natürlich auch für Kindern, die nur zu Besuch kommen, die Regeln aus Punkt 5.

Dein Kind ist selbst eingeladen

Sprich mit deinem Kind durch, wie es sich verhalten soll, wenn der Freund oder die Freundin,
einen Hund zu Hause hat.
Bestärke dein Kind vor allem darin, dir oder seinem Freund oder natürlich auch dessen Eltern,
Bescheid zu geben, wenn ihm eine Situation, Sorgen, Ängste oder Unbehagen macht.

Im Umgang mit dem fremden Hund, sollte dein Kind neben den schon besprochenen Regeln,
noch folgendes beachten:

  1. Bellt der Hund des Freundes bei der Ankunft?
    Dein Kind sollte immer warten, bis man ihm sagt, dass es hereinkommen kann.
    Vielleicht ist es notwendig den Hund erst in sein Körbchen oder in seine Box zu schicken.
  1. Dein Kind, sollte den Hund nicht stören, egal ob der Hund nur döst oder an einem Knochen nagt.
  2. Wird mit einem Ball gespielt und der Hund nähert sich dem Kind, sollte es den Ball einfach liegen lassen und langsam weggehen.
    Niemals den Ball verteidigen und darum mit dem Hund kämpfen.
    Der Hund sollte auch nicht zum Mitspielen eingeladen werden.
    Hier sollten die Kinder einen Erwachsenen holen, der den Hund mitnimmt.
  3. Der Hund sollte grundsätzlich nicht zum Mitspielen eingeladen werden.
    Weder mit dem Ball, noch zu wilden Rennspielen.

Lasse dir ausgiebig von dem Besuch bei dem Freund deines Kindes berichten. 

Du hast jetzt das nötige Wissen, um Gefahren mit Kind und Hund abzuschätzen.
Wissen das die Eltern des Freundes deines Sohnes oder deiner Tochter auch?
Sorgen sie für die Sicherheit der Kinder, weil sie anwesend sind und die Kinder , ebenso wie den Hund im Auge haben?

Hast du einen anderen Eindruck, suche das Gespräch. 

Verweise gerne auf diesen Blockbeitrag oder unsere Podcast-Folge.
Damit einfach noch mehr Hundehalter wissen, worauf sie achten müssen und
was im Zusammenleben mit dem Hund wichtig ist.

8.  Der richtige Zeitpunkt

Hund und Baby

Für Eltern ist es die größte Herausforderungen sich gleichzeitig, um ein Baby und einen Welpen zu kümmern.

Ein Baby bedeutet eine einschneidende Veränderung.
Das ist bei einem Hundewelpen nicht anders.
Beide müssen in diesem Alter, stark umsorgt und betreut werden.
Das ist für die Eltern in dieser Phase, doppelter Stress.  

Einfacher ist es da, wenn ein Welpe in die Familie kommt und das Kind schon etwa drei Jahre alt ist.

Hund und Baby, ungefährlich oder no-go?

Die meisten Hundehalter sagen über ihren Hund:
„Er ist kinderlieb und völlig ungefährlich im Zusammensein mit Kindern.“

Hund und Baby

Trotzdem kommt es überwiegend im direkten Umfeld, zu Beißattacken durch Hunde.
Das heißt, im eigenen Haushalt (64%) oder bei Freunden und durch Hunde aus der Nachbarschaft. 

In 79,5 % der Fälle, ist der Hund, dem Kind bekannt.
Doch verläßliche Zahlen oder gar Statistiken gibt es nicht, denn viele dieser Vorfälle werden nicht gemeldet.

 

Das liegt vermutlich daran, dass sich Aufsichtspersonen nicht selbst belasten oder
ein mögliches Mitverschulden nicht eingestehen wollen.
Daher wird angenommen, dass die Zahl von Beißunfällen bei Kindern noch höher ist.

Häufige Unfallursachen mit Hunden in diesem Zusammenhang sind:

  • wildes Spielen (häufig Zerrspiele)
  • Wegnehmen von Spielzeug
  • Stören beim Fressen oder Schlafen
  • Streicheln
  • Necken und Quälen

Der Hund war zuerst da

Wird ein Baby geboren und der Hund ist bereits Teil der Familie,
ist dies nicht nur für die frisch-gebackenen Eltern,
sondern auch für den Hund eine sehr gravierende Veränderung im Zusammenleben mit seinen Haltern.

Du solltest ihn daher frühzeitig auf diese neue Lebenssituation vorbereiten.
Denn sein Leben und auch die Bindung zu seinen bisherigen Bezugspersonen,
ändern sich für ihn, von einen auf den anderen Tag, sehr radikal.

Machst du ihn rechtzeitig mit den Veränderungen vertraut,
kann sich dein Hund besser in die neuen Verhältnisse einfinden, weil er sie nicht als stressig empfindet.
So machst du es ihm sehr viel leichter, sich auf die neuen Begebenheiten einzustellen. 

Die neue Situation früh vorbereiten

Bereite deinen Hund langsam und mit Bedacht, auf die Veränderung in eurem Zusammenleben vor.
So machst du ihm die Ankunft des Babys und die damit verbundene Umstellung leichter.

Als werdende Eltern, beginnt daher frühzeitig, die enge Bindung zur zukünftigen Mutter zu lockern.
Ihre Aufmerksamkeit dem Hund gegenüber sollte langsam abnehmen und der Partner fängt dies durch eigene Freizeitgestaltung mit dem Hund auf.

Alle typischen Aufgaben, wie Füttern, Fellpflege, Spiel- und Gassi-Runden,
gehen schrittweise auf den Partner über und er verbringt immer mehr Zeit mit dem Hund.

Besonders Suchspiele bieten sich für eine intensive Beschäftigungs-Zeit mit dem Hund an.
Denn dabei darf er seiner Passion nachgehen und das macht ihn glücklich und gleichzeitig auch zufrieden,
weil es ihn fordert und anstrengend ist. 

Reduziere deine Aufmerksamkeit 

Aber aufgepaßt, insgesamt solltet ihr eure Aufmerksamkeiten,
die ihr eurem Hund normalerweise schenkt, reduzieren.

Achtet im Vorfeld einmal darauf, bei welchem Blick, Seufzer oder Stupser von eurem Hund,
ihr auf ihn reagiert und ihm Aufmerksamkeit schenkt.

Aufmerksamkeit ist ein großes Privileg für den Hund und er fordert sie oft mit Erfolg ein.

Doch ist das Baby da, wird sich das sehr plötzlich für ihn ändern.
Daher ist es jetzt schon wichtig, nicht mehr auf alles zu reagieren, was der Hund an Aufmerksamkeit einfordert.
So gewöhnt ihr ihn schon frühzeitig an die Zeit, wenn das Baby auf der Welt ist und das eure Familie komplett macht.

Entscheidungen liegen immer bei dir

Du triffst die Entscheidungen für euer Zusammenleben. 

Hast du Lust zu spielen und mit deinem Hund zu knuddeln, ist das wunderbar.

Bist du jedoch gerade mit anderen Sachen beschäftigt, dann ist er jetzt nicht dran.
Du triffst die Entscheidung und setzt Prioritäten.
Für deinen Hund bedeutet das, deine Entscheidung zu respektieren.

Solche klaren Vorgaben rütteln nicht an deiner Beziehung zu deinem Hund.
Im Gegenteil!
Diese Strukturen machen dich für deinen Hund klar und berechenbar.
Eine gute Basis für Vertrauen und Respekt.

 Weg mit dem Spielparadies

Oft haben Hunde einen Berg an Spielsachen.

Bälle, Kuscheltiere, Kauknochen, Zergel, Quietschtiere, von der Beißwurst bis zu Frisbee ist alles vorhanden.

Der Hund hat alles zur freien Verfügung und darf nach Herzenslust mit ihnen spielen und sie beknabbern.

Schließlich soll es dem Hund an nichts fehlen.
Und vor allem soll sich der Hund wohlfühlen.

Doch all diese Spielsachen, sind wichtige Ressourcen für den Hund.

Viel reizvoller ist es, alles Spielzeug spannend zu halten und erst auszuteilen, wenn du es möchtest. 

Schon bist du wieder spannend für deinen Hund.
Denn erst wenn du ihm diese wichtigen Ressourcen zuteilst, wird gekaut, gespielt und herumgebalgt.
Man hat Zeit füreinander und beide Seiten, Hund wie Mensch,
genießen diese wertvollen Minuten in vollen Zügen. 

Daher räume alle Kauknochen und alles Spielzeug nach und nach weg, noch bevor das Baby auf der Welt ist.
Ansonsten kann es dir passieren, dass der Hund diese Umstellung mit dem Baby verknüpft.

Weg mit dem Spielparadies

Diese Klarheit macht auch das spätere Zusammenleben von Kind und Hund einfacher.
Denn liegt Hundespielzeug nicht mehr herum, hast du diese Gefahrenquelle schon ausgeschaltet.
Du musst nicht permanent aufpassen, ob das Kind vielleicht an das Kuscheltier oder den Kauknochen
vom Hund geht und er eventuell Besitzansprüche anmeldet.

Ohne große Mühe, sorgst du im Vorfeld schon für klare Strukturen und bringst so in euer Zusammenleben,
Ruhe und Klarheit hinein.
Da lohnt es sich, diese Regeln frühzeitig zu etablieren.
So hat der Hund genug Zeit sich in die neue Situation einzufinden und sie als gegeben anzunehmen.

Beim Hund kommt gar nicht erst das Gefühl eines großen Umbruchs auf, sondern er hat schon vorher viele neue und positive Erfahrungen, mit der neuen Quality-Time und dir oder deinem Partner gemacht. 

Grundkommandos jetzt unbedingt festigen

Vor der Ankunft des Babys ist es wichtig, dass dein Hund zuverlässig zu dir kommt
und sich auch auf seine Decke oder in sein Körbchen schicken läßt und er dort auch bleibt.

Außerdem ist es wichtig, dass du mit ihm regelmäßig trainierst, Dinge loszulassen.

Grundkommandos festigen auch mit Kinderwagen

Ist der Kinderwagen bereits angeschafft, ist es auch sinnvoll, in kurzen Einheiten den Hund daran zu gewöhnen, ruhig am Kinderwagen mitzulaufen.
Jetzt kannst du dich noch ganz auf den Hund und diese Lerneinheiten konzentrieren.

So machst du es dir und auch dem Hund leicht sich darauf einzulassen.

Auf euren gemeinsamen Spaziergängen mit dem Kinderwagen, kannst du jetzt ebenfalls weiter an seinem Grundgehorsam trainieren.
Ebenso wichtig ist es, jetzt ganz gezielt auch den Abruf deines Hundes üben.

Da der Hund situationsabhängig lernt, muss er erst begreifen, dass es auch mit dem Kinderwagen,
beim Rückruf heißt: „Jetzt aber zurück!“.

Auch hier lohnt es sich frühzeitig zu beginnen.
Lernschritte lassen sich nicht abkürzen, dein Hund braucht Zeit,
Situationen zu verinnerlichen und Erlerntes zu verankern.

So kann dir dein Hund schließlich sicher folgen und bleibt in unterschiedlichen Situationen ansprechbar.

Gewohnte Rituale durchbrechen, um flexibel zu bleiben 

Euer Tagesablauf wird sich durch die Wickel- und Stillzeiten
oder auch die Schlafenszeiten vom Baby verändern.
War früher noch alles in einem gewohnten Rhythmus:

  • morgens um 6.30 Uhr,
  • mittags um 13 Uhr,
  • abends um 19 Uhr
  • und die letzte Gassirunde um 23 Uhr getaktet, 

werden sich mit der Ankunft des Babys, Gassi-Runden immer mal nach hinten oder auch nach vorne verschieben. 

Daher solltest du deinen Hund, auch hier schon früh auf diese Umstellung,
seiner liebgewordenen Gewohnheiten vorbereiten. 

Verändere schon jetzt zeitlich eure Hundespaziergänge.

Damit bleibt dein Hund, auch mit der Ankunft des Babys, flexibel und eine Veränderung der Gassi-geh-Zeiten werden für ihn kein bitterer Einschnitt.

Denn wie der Mensch, ist auch der Hund ein Gewohnheitstier und liebt es,
wenn er sich durch einen gewohnten Tages-Rhythmus entlang hangeln kann.
Struktur und Vorhersehbarkeit, geben Sicherheit.

Daher ist es für den Hund wichtig, solche Rituale behutsam aufzuweichen, um ihn an neue Gegebenheiten zu gewöhnen.

Kürzen, für die neue Situation des Anfangs

Vielleicht ist es auch sinnvoll über verkürzte Gassi-Runden nachzudenken.

Gerade die Anfänge mit dem Neugeborenen lassen vielleicht noch keine ausgiebigen Spaziergänge zu. 

Dies wird ja nicht für immer so bleiben, sondern beschreibt eine Übergansphase, bis sich alles schließlich eingespielt hat.

Doch der Spaziergang mit uns, ist für unseren Hund ein echtes Tages-Highlight.

Fangen wir an, diese liebgewonnene, gemeinsame Zeit zu beschneiden, geht dem Hund Lebensqualität verloren. Daher ist es überaus sinnvoll, ihn jetzt schon, mit neuen Gegebenheiten vertraut zu machen.
Ein Hund ist sehr flexibel und stellt sich meist schnell auf Veränderungen ein.
Doch er braucht die Zeit, mit ihnen zurechtzukommen und diese müssen wir am Anfang für ihn einplanen.

Als Ausgleich schaffe vielleicht ein anderes Ritual. 

Viel Freude haben Hunde beim Suchen.

Daher nutze für euch den Schnüffelteppich, aus dem er Leckerchen erschnüffeln kann.
Oder er darf einen gefüllten Kong auslecken, wenn die Gassirunde mal kürzer ausfiel. 

Einen Schnüffelteppich für deinen Hund, findest du „HIER“. *

Einen Kong, den du mit etwas Frischkäse oder Leckerchen füllen kannst, findest du „HIER“. *

Verändertes Gassi-Gehen – verändertes Füttern

Mit der Veränderung von Gassi-Geh-Zeiten, ändern sich vielfach auch die Fütterungszeiten des Hundes.
Das eine bedingt das andere. 

Gestaltest du jetzt die Gassirunden deines Hundes flexibler, gewöhne ihn auch an seine veränderten Fütterungszeiten.

Beim Hund wird Magensäure gebildet, wenn der Hund weiß, gleich gibt es Futter.
Daher ist die Produktion der Magensäure nicht unbedingt an die tatsächliche Fütterung gebunden.
Hunde haben oft gelernt bestimmte Tageszeiten mit Futter zu verbinden,
etwa nach dem Heimkommen von der Gassirunde.
So beginnt bereits bei leerem Magen, die Produktion von Magensaft und Magensäure.
Eine Überkonzentration von Magensäure kann Erbrechen auslösen.

Daher tut es der Gesundheit deines Hundes gut, ihn an die veränderten Fütterungszeiten zu gewöhnen.

Noch mehr mögliche Änderungen im Alltag deines Hundes

Bald ist das Baby auf der Welt.
Der Alltag wird sich dann für euch, als Eltern und auch für den Hund, völlig neu gestalten.
Ihr solltet euch als werdende Eltern ebenfalls frühzeitig überlegen, ob bisherige Regeln und Privilegien,
für den Hund noch Bestand haben oder verändert werden sollten.

Neue Regeln oder die Veränderung seiner Privilegien, müssen von euch zunächst aufgestellt
und anschließend auch durchgesetzt werden. 

Diese Fragen, helfen euch dabei, Bisheriges noch einmal zu reflektieren:

  • Darf der Hund weiterhin auf dem Sofa liegen, wenn dies möglicherweise am Tag,
    der feste Stillplatz der Mama werden soll?
  • Darf der Hund immer noch ins Bett, wenn die Mama dort nachts, vielleicht dann den Säugling stillt?
  • Darf der Hund weiterhin während der Mahlzeiten unter dem Tisch liegen?
    Später krabbelt das Baby vielleicht zum Hund unter den Tisch und ihr habt beide nicht mehr im Blick.
  • Darf der Hund noch in alle Zimmer und Etagen?

Raumverwaltung schafft klare Strukturen im Zusammenleben

Oft ist es gut manche Räume für den Hund zum Tabu zu erklären. 

Das gilt auch für bestimmte Bereiche des Hauses, etwa die obere Etage, wo meist die Schlafräume und Kinderzimmer liegen. 

Dem Hund den Zutritt ins Kinderzimmer zu verbieten, ist überaus sinnvoll, denn das ist der Bereich des Kindes.

Hier sollte es später immer ungestört spielen können.
Hier dürfen Spielzeug, Kleinteile und Spielsteine herumliegen und werden nicht zur Gefahr für den Hund.

Und auch wenn das Baby hier von dir gewickelt, angezogen und schlafengelegt wird,
ist das Baby-Bett und der Wickeltisch für den Hund, absolut tabu. 

Schon jetzt, solltet ihr mit dem Hund üben, dass er dieses Zimmer nicht betreten darf und draußen bleiben muss. 

… und diese vielen neuen Anschaffungen

Nicht nur der Kinderwagen ist für den Hund neu.

Die Zeit der Schwangerschaft wird natürlich dazu genutzt, alles für das Baby einzurichten und anzuschaffen.
Dazu gehört selbstverständlich das Babybett und eine Wickelkommode.
Aber auch die Krabbeldecke, mit dem Spielzeugbogen, die Babywippe und der Maxi-Cosi,
warten auf den Einzug des Babys.

Anschaffungen für das Baby

An all diese Gegenstände muss sich der Hund gewöhnen.
Doch vor allem ist es wichtig, daß er weiß, wie er mit all den neuen Anschaffungen umgehen soll.

Daher ist es jetzt schon gut, all diese neu angeschafften Gegenstände, im Wohnbereich zu platzieren und damit anzufangen, dem Hund klar zu verbieten, daran zu schnuppern und sich mit ihnen näher zu beschäftigen.

 

Der Hund muß wissen, was du von ihm erwartest.
Nur so lernt er, mit der Situation in deinem Sinne, richtig umzugehen.  

So hat er schon vor der Ankunft des Babys gelernt, sich nicht in die Tragetasche des Kinderwagens
oder auf die Babydecke zu legen, nicht das Babybett zu bewachen oder sich nicht mit dem Spielzeugbogen und den daran befestigten Spielzeugpuppen und Rasseln zu beschäftigen.

….. und dann diese lauten Geräusche … 

Viele Hundehalter unterschätzen den Stress, den gerade neue Geräusche beim Hund auslösen können. 

Daher ist es wichtig, den Hund schon im Vorfeld an das Weinen und Gebrabbel des Babys zu gewöhnen. 

Nutzte dazu eine Geräusche-CD.

Möchtest du für ein Training mit deinem Hund, eine entsprechende CD anschaffen, klicke „HIER“.* 

Spiele diese CD zunächst sehr leise ab und steigere die Lautstärke in kleinen Schritten.
Wichtig ist, deinen Hund nicht zu überfordern.
Er sollte diese, für ihn neuen Geräusche, positiv wahrnehmen und keine Anzeichen von Stress zeigen.

Während also die CD läuft und man Babyweinen oder Glucksen hört: 

  • kraule und streichle deinen Hund, 
  • spiele mit ihm,
  • sei selbst albern und ausgelassen und lächle ihn dabei an,
  • lasse ihn etwas suchen, etwa seinen Futterbeutel oder eine Kaustange,
  • mache mit ihm eine kurze Trainingseinheit, etwa zu den Grundkommandos,
  • lasse ihn etwas Leckeres kauen, benagen oder ausschlecken, wie etwa einen Knochen oder seinen Kong

Ist dein Hund mit solchen, für ihn positiven Dingen beschäftigt,
verknüpft er mit den Geräuschen des Babys schnell ebenfalls etwas Positives.

Baby-Weinen

Stellst du mit steigender Lautstärke, bei deinem Hund, Unruhe und Aufregung fest,
dann verringere die Lautstärke sofort wieder.
Belasse es zunächst wieder bei einem Geräuschpegel, den dein Hund gut erträgt.
Versuche erst an einem anderen Tag wieder, die Lautstärke weiter zu erhöhen. 

Steigere die Lautstärke der CD soweit, bis du die normale Lautstärke von Babyweinen erreicht hast. 

Für dieses Training solltest du dir mindestens drei Wochen Zeit nehmen.

Verhält sich dein Hund, mit der Zeit, bei den Babygeräuschen völlig entspannt,
beginne jetzt deine Aufmerksamkeit und Aktivitäten deinem Hund gegenüber, wieder zu reduzieren.

Grundkommandos jetzt nicht vergessen

Übe, mit den alltäglich gewordenen Babygeräuschen, wieder verstärkt an den Grundkommandos
und schicke deinen Hund zum Beispiel auf seine Decke oder in sein Körbchen bzw. seine Box, wo er bleiben soll.
Denn jetzt ist es wichtig, dass er lernt, dass er keine Aufmerksamkeit erhält,
wenn du dich um das Baby kümmerst.

Gleichzeitig muss dein Hund wissen, daß er auch bei der Geräuschkulisse, deinen Kommandos folgen muss.

Erst wenn er seine Sache gut gemacht hat, bekommt er eine Kuscheleinheit oder ein Leckerchen von dir.

Bleibe jedoch zunächst gedanklich beim Wickeln und Stillen deines Babys.
Erst wenn du damit fertig bist und dein Baby versorgt ist, hast du wieder Zeit, dich um deinen Hund zu kümmern.

Es ist wichtig, dass dein Hund lernt, diese Zeitspanne muss er abwarten. 

Das Baby kommt nach Hause

Bevor das Baby nach Hause kommt, ist es ratsam, sich noch einige Gedanken zur Hygiene zu machen.

Der Standard ist natürlich, das gründliche Hände waschen: 

  • nach jeder Gassi-Runde
  • nach dem Kontakt mit dem Fell des Hundes
  • nach Kontakt mit dem Speichel des Hundes

Außerdem ist es wichtig den Hund, mittels Kotproben, in regelmäßigen Abständen, auf Würmer testen zu lassen.
Denn eine Infektion, etwa mit einem Bandwurm, kann für den Menschen lebensbedrohliche Folgen haben.

Von einer vorbeugenden Entwurmung des Hundes, rate ich ab.
Eine Entwurmung ist immer eine große Belastung für die Darmflora, die dabei nahezu ganz zerstört wird. Besonders bitter ist es dann, für den Hund, wenn gar kein Wurmbefall vorlag.
Daher ist ein Test auf Würmer, mittels Kotprobe weiterhin meine Empfehlung.

Dies sollte natürlich engmaschig erfolgen.
Besprich dich hier mit deinem Tierheilpraktiker oder mit deinem Tierarzt.

Weiter Informationen findest du im Blogbeitrag: „Wurmkur beim Hund“. Klicke dazu „HIER“.
Und für die entsprechende Podcast-Folge: 027 „Wurmkur beim Hund“, klicke bitte „HIER“.

Die Gefahr von Spot-Ons

Auch von der Gabe eines Spot-On-Präparates solltest du, wenn Kindern im Haushalt leben, unbedingt absehen. Diese werden auf das Hundefell aufgetragen.
Solch ein Nervengift gegen Parasiten, wie Zecken oder Flöhe sind für Kinder,
bei der Berührung des Hundefells und wenn sie ihre Finger danach ablecken, sehr schädlich. 

Besprich dich auch hierzu unbedingt mit deinem Tierarzt oder deinem Tierheilpraktiker.

Impfungen

Lasse gegebenenfalls auch Impfungen des Hundes auffrischen.

Besprich dich auch hierüber mit deinem Tierarzt oder Tierheilpraktiker. 

Das Baby ist auf der Welt – bald geht es nach Hause

Ist das Baby auf die Welt gekommen, dann bringe dem Hund einen Strampelanzug mit nach Hause.
Lasse deinen Hund die Witterung aufnahmen, aber nicht allzu nah daran schnuppern. 

Doch so ist der Geruch des Babys für den Hund nicht mehr neu, wenn es schließlich zu Hause ankommt.

Den Hund an einer vollen Windel riechen zu lassen, macht hingegen keinen Sinn.
Für den Hund ist eher der menschliche Eigengeruch wichtig. 

Kommt ihr mit dem Neugeborenen schließlich nach Hause, ist es gut,
den Hund erst einmal ausgiebig zu begrüßen.
Schließlich freut er sich, daß alle wieder zusammen sind.

Und natürlich ist er auch neugierig auf das Neugeborene. 

Klare Grenzen, von Anfang an

Bereits mit eurem Eintreffen zu Hause, solltet ihr eurem Hund klare Grenzen setzen.

Lasse ihn nicht näher kommen, auch wenn er unbedingt am Baby schnuppern will.
Schicke ihn energisch weg. 

Mache deinem Hund bereits in diesem frühen Stadium klar, dass er keine Verantwortung für das Baby hat
und er hat auch nicht die  Aufgabe, sich um den Säugling zu kümmern. 

Nach einigen Tagen, wenn sich zwischen euch, alles ein wenig eingespielt hat, rufe deinen Hund zu dir.
Jetzt darf er kurz am Baby schnuppern, jedoch nie im Bereich des Kopfes. 

Schicke ihn danach auf seine Decke und lasse ihn etwas Leckeres knabbern. 

Durch Regeln zur lebenslangen Freundschaft

Mit diesen ganzen Informationen, kann es losgehen,

 – das Leben mit Kind und Hund –

Du bist auf jeden Fall gut vorbereitet.

Fazit: 

Damit aus einem Kind und einem Hund ein echtes Dream-Team wird, braucht es klare Regeln und Konsequenz. 

Für den kleinen Erdenbürger und für den Hund! 

Welche Regeln es für dich oder euch als Eltern zu beachten und zu integrieren gilt,
haben wir hier ausführlich beleuchtet.
Diese Regeln, mit den daraus resultierenden Konsequenzen, aufzustellen und durchzusetzen, liegt immer in der Verantwortung der Eltern.

Für ein harmonisches Zusammenleben,

für das Dream-Team – Kind & Hund –

ebenso wie für euch als Familie, 

muss immer das einzelne Individuum gesehen werden.

Jeder mit seinen Vorstellungen.
Jeder mit seinen Besonderheiten.

All das muß zusammenfließen und respektiert werden.

Dies fordert von Eltern, viel Engagement!

Doch es lohnt sich!

Für das gemeinsame Vorhaben: 

– F a m i l i e    m i t    H u n d – 

Familie mit Hund

Lass mich wissen, wenn du Fragen hast oder ich dir helfen kann.

Liebe Grüße
Stephanie

 

Diesen Artikel kannst du dir auch kostenlos im Lernpfote-Podcast anhören. Wie?

Klicke einfach „Hier“ für die Folge 051:
„Kind und Hund – Teil 3 – Regeln für ein stressfreies Miteinander“.

Den zweiten Folge des Podcasts  „Kind und Hund“ findest du hier: 
Klicke einfach „Hier“ für die Folge 050:
„Kind und Hund – Teil 2 – Regeln für ein stressfreies Miteinander“.

Zum ersten Teil der Beitragsreihe „Kind und Hund“, geht es hier entlang:
Den ersten Teil des Blogbeitrags „Kind und Hund – Teil 1 – Die besondere Beziehung“ findest du „HIER“.

Für die entsprechende Podcast-Folge 049: „Kind und Hund – Teil 1 – Die besondere Beziehung“, klicke „HIER“.

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