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Wurmkur beim Hund: das heikle Thema Würmer und die Frage Ja oder Nein
Aktualisiert am 1. September 2026. Dieser Artikel ist ursprünglich im Oktober 2019 erschienen. Ich habe ihn überarbeitet, weil der Abschnitt über pflanzliche Wurmmittel nicht mehr dem entspricht, was ich heute verantworten kann. Was ich herausgenommen habe und warum, steht offen im Abschnitt Pflanzliche Mittel: was sie können und was sie nicht können.
Wenn dein Hund Würmer hat, ist das kein Zeichen dafür, dass es ihm bei dir schlecht geht oder dass du ihn unhygienisch hältst. Im Gegenteil: Eine Wurminfektion tritt heute häufiger auf, gerade weil wir unsere Hunde artgerecht halten. Du lässt deinen Hund in den Freilauf, er hat Kontakt zu Artgenossen, du ernährst ihn artgerecht. Genau das schafft Bedingungen, unter denen ein Wurmbefall wahrscheinlicher wird.
In diesem Artikel liest du, mit welchen Würmern du es zu tun hast, wie dein Hund sich ansteckt, wie oft du entwurmen solltest, wo die Grenzen einer Kotuntersuchung liegen und was pflanzliche Mittel leisten können und was nicht.
Mit wem du es bei Würmern eigentlich zu tun hast
Leidet dein Hund unter Würmern, handelt es sich meist um eine dieser Arten:
- Hakenwürmer
- Bandwürmer
- Spulwürmer
- Herzwürmer
Deinen Hund können verschiedene Bandwurmarten und Rundwürmer befallen. Die Bandwürmer nennt man auch Plattwürmer, die Rundwürmer auch Fadenwürmer. Zu den Rundwürmern zählt auch der Spulwurm. Die Namen haben sie aufgrund ihres Aussehens bekommen.
Die meisten Rund- beziehungsweise Fadenwürmer sitzen im Dünndarm. Beim Spulwurm, einer Art des Rund- oder Fadenwurms, kommt eine Besonderheit dazu: Er befällt oft die Lunge und löst dort neben Husten auch allergieähnliche Symptome aus. Hakenwürmer befallen den Darm deines Hundes.
Der Herzwurm kommt in erster Linie in Südeuropa vor. Ist dein Hund mit ihm infiziert, hat das Schäden an den Lungenarterien zur Folge und kann zum Beispiel eine Herzinsuffizienz verursachen.
Wie es zum Wurmbefall kommt
Das Risiko, sich mit Würmern zu infizieren, ist von Hund zu Hund verschieden und hängt vor allem von den Lebensumständen ab:
- Führst du ihn an der Leine aus oder lässt du ihn in den Freilauf?
- Hat er Kontakt zu Artgenossen?
- Hat er Kontakt zu anderen Tieren?
- Geht dein Hund mit auf die Jagd?
- Frisst er den Kot anderer Hunde oder Tiere?
Rohes Fleisch und roher Fisch
Eine Ursache für den Befall mit Bandwürmern ist das Verfüttern von rohen Schlachtabfällen oder das Füttern mit rohem Fleisch oder Fisch. Von den Lebensmittelüberwachungsbehörden wird eine strenge Fleischbeschau durchgeführt, deshalb ist eine Infektion über Fleisch oder Fisch aus dem Handel eher unwahrscheinlich.
Früher kam es allerdings immer wieder zu Skandalen, Stichwort Gammelfleisch. Vollkommen auszuschließen ist eine Infektion auf diesem Weg also nicht. Gefährdet ist auch der Hund, der vom Jäger zur Jagd eingesetzt wird und vor Ort ein Stück der erlegten Beute bekommt. Ebenso bedenklich ist das Verfüttern von selbst gefangenen, rohen Fischen.
Flöhe und Haarlinge als Zwischenwirt
Überwiegend erfolgt eine Infektion mit Bandwürmern über Flöhe und die sogenannten Haarlinge. Haarlinge sind eng mit Läusen verwandt, ernähren sich aber nicht vom Blut, sondern von den Hautschuppen ihres Wirtes. Beide Parasiten dienen dem Bandwurm als Zwischenwirt, das heißt, der Bandwurm hält sich für die Dauer einer bestimmten Entwicklungsphase in ihnen auf.
In den Darm deines Hundes gelangen die Eier des Bandwurms, wenn er sich putzt, dabei einen Floh zerbeißt und ihn herunterschluckt. Das macht es wichtig, deinen Hund von Frühling bis Herbst von Igeln fernzuhalten, denn Igel haben fast immer Flöhe. Und hat dein Hund Flöhe, ist es nicht nur nötig, ihn gegen den Flohbefall zu behandeln, sondern auch gegen Bandwürmer.
Wie du deinen Hund im Sommer insgesamt vor Parasiten schützt, ohne ihn mit Mitteln zu überfrachten, habe ich dir im Artikel über Zecken beim Hund aufgeschrieben.
Wurmeier aus Kot, Aas und Fell
Mit Rundwürmern steckt sich dein Hund durch die Aufnahme von Wurmeiern im Hundekot an. Zu einer Infektion kommt es durch Lecken und Schnüffeln am infizierten Kot.
Dieses „Lesen“ des Hundekots ist für deinen Hund nichts Unnatürliches. Diese Art der Verständigung nennt man olfaktorische Kommunikation: Hunde verständigen sich über den Geruch. Es ist ihre Geruchssprache, damit wird ein Territorium markiert oder es zeigt an, in welchem Hormonstatus eine Hündin ist.
Wälzt sich dein Hund gerne in Aas oder anderem Kot? Egal ob Aas, Pferdeäpfel oder anderer Unrat, so gelangen Wurmeier in sein Fell und bei der Fellpflege von dort in den Magen-Darm-Trakt.
Kannst du dich als Halterin ebenfalls anstecken?
Wenn eine Infektionskrankheit vom Tier auf den Menschen oder vom Menschen auf das Tier übertragbar ist, spricht man von einer Zoonose.
Die Eier des Bandwurms übertragen sich auch auf den Menschen, zum Beispiel wenn sie nach dem Streicheln des Hinterteils in den Mund gelangen. Auch Rundwürmer übertragen sich auf den Menschen, zum Beispiel wenn du deinen Hund nach dem Wälzen in Aas gestreichelt und danach keine hygienischen Maßnahmen eingehalten hast, also weder den Hund gebadet noch die Hände gewaschen.
Würmer sind daher nicht nur für den Hund gefährlich. Aufgenommene Wurmeier befallen auch beim Menschen innere Organe und schädigen den Organismus.
Die Symptome beim Wurmbefall
Je nach Wurmart treten beim Hund unterschiedliche Symptome auf. Anzeichen für einen Befall mit Bandwürmern können sein:
- Durchfall
- Abmagerung
- Juckreiz am After
- struppiges, glanzloses Fell
Hinweise auf Rundwürmer können sein:
- Durchfall
- Abmagerung
- struppiges, glanzloses Fell
- Hauterkrankungen
Alle diese Anzeichen können auch ganz andere Ursachen haben. Durchfall beim Hund ist das beste Beispiel dafür. Ein Wurmbefall gehört zu den Möglichkeiten, die du ausschließen solltest, er ist aber selten die einzige.
Die Entwurmung
Einen Wurmbefall deines Hundes musst du in jedem Fall behandeln. Ein Wurmbefall verursacht ernst zu nehmende Krankheiten und schwächt das gesamte Immunsystem deines Hundes.
Abwägen solltest du dagegen, in welchen Abständen du eine Wurmkur durchführst. Die Angaben in der Fachliteratur zur Häufigkeit der Entwurmung von erwachsenen Hunden sind unterschiedlich. Ausgenommen sind hierbei trächtige und säugende Hündinnen.
Eine Wurmkur kannst du nicht vorsorglich verabreichen, und sie bietet keinen Langzeitschutz. Sie wirkt nur gegen die Parasiten, mit denen dein Hund in diesem Moment infiziert ist. Der Nutzen ist also von kurzer Dauer und keinesfalls prophylaktisch.
Entwurmungsmittel für deinen Hund
Bei einer Wurminfektion erhältst du von deiner Tierarztpraxis ein Entwurmungsmittel. Die Wurmkur gibt es in Form von Tabletten und Pasten, die du deinem Hund unter sein Futter mischen kannst. Außerdem gibt es Spot-on-Präparate. Diese sind flüssig und du trägst sie auf die Haut deines Hundes auf.
Wurmpräparate wendest du für eine feste Zeitspanne an. Die verabreichte Dosis bemisst die Tierärztin nach dem Gewicht deines Hundes. Die Wahl des Mittels hängt davon ab, welche Wurmart bekämpft werden soll. Mit der Anwendung werden die vorhandenen präadulten, also unreifen, und die adulten, also erwachsenen, Parasiten abgetötet.
Das Wurmrisiko abwägen
Das Risiko einer Erkrankung durch Würmer ist sehr unterschiedlich. Deshalb solltest du die Entwurmung deines Hundes individuell festlegen. Ein hohes Ansteckungsrisiko haben Hunde, die:
- häufig Kontakt zu Artgenossen haben
- Mäuse fangen
- bei der Jagd zum Einsatz kommen
- Aas fressen oder sich darin wälzen
- Kot von Artgenossen, Pferden oder Wild fressen oder sich darin wälzen
- rohes Fleisch bekommen, das vorher nicht eingefroren war
Es gibt eine Vereinigung, die dir unabhängige, fachlich fundierte und verständliche Informationen zu Parasiten bei Hunden bietet. Sie heißt ESCCAP Deutschland e.V., die Abkürzung steht für European Scientific Counsel Companion Animal Parasites.
Es gilt nicht nur, deinen Hund gesund zu erhalten. Es geht auch um die Gesundheit anderer Hunde und Katzen und um deine eigene, wegen der möglichen Zoonosen. Auf der Webseite findest du einen kostenlosen Fragenkatalog, mit dem du das Risiko eines Wurmbefalls einschätzen kannst. Zum Fragenkatalog geht es hier.
Wie oft entwurmen?
Beziehst du diese Frage auf einen erwachsenen Hund, gibt es darauf keine pauschale Antwort.
Klar geworden ist sicherlich, dass du Hunde mit einem erhöhten Ansteckungsrisiko öfter entwurmen musst. Häufiger entwurmen solltest du außerdem, wenn dein Hund viel Kontakt zu Kleinkindern hat. Auch Rettungshunde, Assistenzhunde und Therapiehunde werden häufiger entwurmt, ebenso Diensthunde bei Polizei, Zoll oder Bundeswehr.
Machst du mit deinem Hund immer nur kurze Gassirunden und hat er keinen Kontakt zu anderen Artgenossen? Selbst dann bietet eine Wurmbehandlung, die du nur ein- bis zweimal im Jahr durchführst, keinen ausreichenden Schutz.
Kannst du das Ansteckungsrisiko deines Hundes anhand der genannten Faktoren nicht einschätzen, gehe von einem durchschnittlichen Risiko aus. Hier empfiehlt die ESCCAP eine Entwurmung mindestens viermal im Jahr, also alle drei Monate. In Fällen mit hohem Ansteckungsrisiko kann eine monatliche Entwurmung gegen Spul- oder Bandwürmer sinnvoll sein.
Außerdem empfiehlt es sich, alle Hunde und vor allem Welpen vor einer anstehenden Impfung zu entwurmen. Das ist wichtig, weil ein Wurmbefall das Immunsystem so schwächen kann, dass sich kein vollständiger Impfschutz aufbaut.
Besonderheiten bei der Entwurmung von Welpen
Bei Welpen gelten andere Grundsätze als bei erwachsenen Hunden. Bis auf wenige Ausnahmen sind Welpen von Geburt an mit Rundwürmern infiziert.

Denn die Larven bestimmter Rundwürmer verkapseln sich in der Muskulatur der Mutterhündin und verbleiben dort in einem sogenannten Ruhestadium. Unter dem hormonellen Einfluss der Trächtigkeit wird die Larve aktiviert und wandert aus der Muskulatur in die Gebärmutter. So werden die Welpen noch im Mutterleib infiziert.
Nach der Geburt übertragen sich weiterhin Würmer in verschiedenen Entwicklungsstadien mit der Muttermilch. Die Pflege der Welpen setzt dabei einen Kreislauf in Gang: Durch das Auflecken der Fäkalien ihrer Welpen steckt sich die Mutterhündin mit Wurmeiern an, die Welpen stecken sich andersherum neu über die Muttermilch an. Ist die Mutterhündin nicht oder nicht ausreichend entwurmt, tritt diese Situation vermehrt auf. Ein massiver Wurmbefall kann für einen Welpen tödliche Folgen haben.
Medikamente, andere Mittel oder Wirkstoffe nur nach ausdrücklicher Rücksprache mit der Tierarztpraxis verabreichen, um bei der trächtigen Hündin kein Risiko einzugehen. In die Wahl des Präparates und die Dosierung fließen das aktuelle Gewicht der Hündin, der Verlauf der Trächtigkeit, die Wurfgröße und das Geburtsgewicht der Welpen ein.
Die Empfehlung der ESCCAP für Welpen
Die ESCCAP empfiehlt für die Entwurmung von Welpen:
- Das erste Mal entwurmen im Alter von zwei Wochen.
- Anschließend im Abstand von zwei Wochen.
- Bis zwei Wochen nach der Aufnahme der letzten Muttermilch.
Die letzte Muttermilch nimmt ein Welpe ungefähr in der sechsten Lebenswoche auf.
Die Empfehlung der ESCCAP für die Mutterhündin
Der Vollständigkeit halber: Die ESCCAP empfiehlt, säugende Hündinnen gleichzeitig mit der ersten Behandlung ihrer Welpen zu behandeln.
Ein Entwurmungspräparat für trächtige Hündinnen, das eine Wurminfektion der Welpen im Mutterleib verhindert, ist in Deutschland bisher nicht zugelassen.
Risiken einer Entwurmung
Viele Hundebesitzer treibt die Sorge um, dass das Entwurmungsmittel auf den Organismus schlägt und dem Hund schadet. Schaden häufige Entwurmungen dem Hund also mehr, als sie nutzen?
Eine Wurmkur ist ein Medikament, und wie alle Medikamente kann sie Nebenwirkungen hervorrufen. Auch wenn Nebenwirkungen möglich sind, treten sie nicht zwangsläufig auf. Zu den leichteren zählen Durchfall oder Erbrechen. Hier kann es ausreichen, bei der nächsten Entwurmung ein anderes Präparat zu benutzen. Auch kann die Gabe einer Tablette durch Spot-on-Präparate, Pasten, Säfte oder Injektionen ersetzt werden.
Der MDR1-Gendefekt
Es gibt Hunderassen, die gegenüber einigen modernen Entwurmungspräparaten empfindlicher sind als andere. Dazu zählen Collies, Australian Shepherds, Shetland Sheepdogs und der Weiße Schweizer Schäferhund. Betroffen sind aber auch Mischlinge.
Die Ursache ist ein Gendefekt. Durch ihn werden bestimmte Arzneistoffe bis ins zentrale Nervensystem durchgelassen, also ins Gehirn und Rückenmark. Dieser Defekt lässt sich durch einen speziellen und einfachen Bluttest nachweisen oder ausschließen. Eine bloße Inaugenscheinnahme reicht nicht aus. Nähere Informationen findest du auf der Seite der Universität Gießen.
Generell vertragen die meisten Hunde eine Wurmkur gut. Dem Einwand gegen eine regelmäßige Entwurmung stehen die gesundheitlichen Probleme und erheblichen Schäden eines Wurmbefalls gegenüber, dazu das Risiko einer Ansteckung von Menschen oder anderen Tieren.
Kotuntersuchung statt Entwurmung: die Alternative?
Statt deinen Hund regelmäßig über ein Medikament zu entwurmen, kannst du eine Kotuntersuchung durchführen lassen und anschließend nur bei wirklichem Bedarf und gezielt ein Wurmpräparat geben. Frage dabei nach, auf welche Würmer der Kot untersucht wird. Eine Testung auf Giardien musst du unter Umständen extra beauftragen.
Wie eine Kotuntersuchung geht

Für die Untersuchung braucht die Praxis eine Kotprobe deines Hundes. Dafür sammelst du den Kot an drei aufeinanderfolgenden Tagen. Viele Praxen stellen dazu kleine Probenröhrchen zur Verfügung, wie du sie aus der Humanmedizin kennst. Wichtig ist, dass die Probe mindestens vier Gramm wiegt.
Die Präpatenzzeit: warum eine negative Probe nichts beweist
Entwurmst du deinen Hund, wirkt das Mittel nicht wie eine Impfung. Die Entwurmung wirkt nur in dem Moment, in dem du sie anwendest, und tötet nur die Würmer ab, die gerade da sind. Dein Hund kann sich noch am gleichen Tag wieder anstecken.
Menschen und andere Tiere sind dabei nicht sofort in Gefahr. Eine Ansteckung wird erst möglich, wenn der Hund selbst infektiöse Wurmstadien ausscheidet. Zwischen der Aufnahme der infektiösen Eier, der Entwicklung zum erwachsenen Wurm und der Ausscheidung neuer Eier liegt die Präpatenzzeit.
Die Präpatenzzeit ist der Zeitraum von der Infektion durch einen Parasiten bis zum Nachweis seiner Vermehrungsprodukte, also der Eier oder Larven, im Kot oder Urin. Je nach Erreger ist sie unterschiedlich lang.
In dieser Zeit besteht noch keine Gefahr, sich anzustecken. Und genau darin liegt die Gefahr: Dein Hund gibt noch keine Würmer weiter, er ist aber bereits infiziert.
Ein Beispiel macht das deutlich:
- An Tag 1 infiziert sich dein Hund mit einer Wurmart, deren Präpatenzzeit 60 Tage beträgt. Wird innerhalb dieser Zeit eine Kotprobe untersucht, fällt sie negativ aus.
- Du sammelst an Tag 56, 57 und 58 eine Drei-Tages-Kotprobe in ausreichender Menge.
- Die Praxis gibt Entwarnung: kein Wurmbefall. Und das ist völlig korrekt, denn Würmer sind zu diesem Zeitpunkt noch nicht feststellbar. Ein auffälliges Ergebnis gäbe es erst zwei Tage später.
- Trotzdem hat dein Hund einen Wurmbefall. Er schläft weiterhin in deinem Bett, kuschelt mit deinem Kindergartenkind, leckt Besuchern die Hände ab und fährt deiner Mutter mit der Zunge durchs Gesicht.
- Die nächste Kotuntersuchung ist in drei Monaten.
Die Grenzen der Drei-Tages-Sammelprobe
Eine weitere Grenze liegt in der Sammelprobe selbst. Du stellst den Kot deines Hundes stichprobenartig zusammen, dein Hund scheidet Wurmeier aber nicht mit jedem Kotabsatz in gleicher Menge aus. So ist es möglich, dass die Probe keinen Wurmbefall zeigt, obwohl einer vorliegt.
Die Aussagekraft einer Kotuntersuchung ist also begrenzt. Deshalb ist es genauso wichtig, sie regelmäßig durchzuführen, und zwar genauso oft, wie eine Entwurmung empfohlen wäre.
So schätzt du das Risiko deines Hundes ein
Schätze das individuelle Risiko deines Hundes ab, sich mit Würmern anzustecken, und wäge ab. Grobe Anhaltspunkte sind:
- Dein Hund frisst Kot, Mäuse oder Kadaver.
- Du nimmst deinen Hund mit auf die Jagd.
- Du fütterst Innereien und frisches Fleisch oder Fisch.
- Es handelt sich um ein altes Tier.
- Das Immunsystem deines Hundes ist durch eine Grunderkrankung geschwächt.
- Es leben Kleinkinder oder immungeschwächte Personen im Haushalt.
Hilfreich ist hier der kostenlose Entwurmungstest der ESCCAP.
Dazu kommen drei ganz praktische Fragen:
- Ist es dir möglich, alle vier Wochen den Kot von drei Tagen zu sammeln?
- Kannst du die Kosten für die regelmäßige Kotuntersuchung aufbringen?
- Wie schätzt du die Nebenwirkungen einer Wurmkur für deinen Hund ein? Starke Nebenwirkungen sind sehr selten, gelegentlich treten kurzer Durchfall und einmaliges Erbrechen auf.
Hygienemaßnahmen, die immer gelten

- Sammle den Kot deines Hundes auf und entsorge ihn in geschlossenen Beuteln über den Hausmüll. Der wird verbrannt, damit sind die Parasiten sicher vernichtet. Kompostiere Hundekot nicht, dabei werden die Eier nicht sicher abgetötet.
- Wasche Decken und Kissen regelmäßig bei mindestens 60 °C.
- Reinige Böden, Fußmatten und Spielzeug regelmäßig, wenn sie mit Kot in Berührung kommen.
- Säubere Futter- und Trinkgefäße täglich mit kochendem Wasser.
- Wechsle das Frischwasser deines Hundes mehrmals täglich.
- Wasche dir nach dem Umgang mit deinem Hund die Hände.
- Füttere rohes Fleisch oder rohen Fisch nur, wenn es mindestens drei Tage tiefgefroren war.
- Wasche Obst und Gemüse vor dem Verzehr gründlich ab.
- Hat sich dein Hund in Kot gewälzt, bade und shampooniere ihn gründlich und entferne alle anhaftenden Reste.
- Denke bei einem Flohbefall auch an eine Wurmbehandlung.
- Bespreche vor Reisen ins Ausland die Reiseapotheke und eine eventuelle Behandlung mit deiner Tierarztpraxis.
Pflanzliche Mittel: was sie können und was sie nicht können
Vielleicht ist dir beim Lesen der Gedanke gekommen, dass es doch einen sanfteren Weg geben muss als ein Medikament. Ich kenne diesen Gedanken gut, und in einer früheren Fassung dieses Artikels habe ich ihm mehr Raum gegeben, als ich heute verantworten kann.
Deshalb möchte ich an dieser Stelle ehrlich mit dir sein und dir sagen, was sich geändert hat.
Warum das Knoblauch-Rezept nicht mehr in diesem Artikel steht
Hier stand jahrelang ein Rezept für einen Knoblauch-Zitronen-Sud, und dazu die Angabe, dass bei einem 30 Kilo schweren Hund erst rund 350 Knoblauchzehen giftig wären.
Ich habe diese Zahl nachgeprüft, und sie stimmt nicht.
In der einzigen kontrollierten Fütterungsstudie an Hunden bekamen die Tiere umgerechnet 5 Gramm ganzen Knoblauch pro Kilogramm Körpergewicht, und das sieben Tage lang. Bei einem 30-Kilo-Hund sind das rund 150 Gramm am Tag, je nach Größe der Zehen also etwa 30 bis 50 Stück und nicht 350. Bei dieser Menge fanden die Untersucher Veränderungen an den roten Blutkörperchen und einen messbaren Abfall von Hämoglobin und Hämatokrit. Keiner der Hunde wurde schwer krank, aber der Schaden war da, und die Autoren beenden ihre Arbeit mit dem Satz, dass Hunde keine Lebensmittel mit Knoblauch bekommen sollten.
Ich möchte dir gegenüber fair bleiben: Die Menge in dem Rezept, das hier stand, lag deutlich unter dieser Studiendosis. Wer nachrechnet, kommt auf etwa ein Sechzigstel davon.
Der Grund, warum ich das Rezept trotzdem herausgenommen habe, ist ein anderer.
Die Studie hat eine einzige Menge geprüft, und diese Menge hat geschadet. Sie hat nicht geprüft, ab wann nichts mehr passiert, und diese Grenze kennt bis heute niemand. Jede Dosisangabe, die ich dir hier machen würde, wäre damit meine eigene Hochrechnung und kein Ergebnis einer Untersuchung. Dazu kommt ein dokumentierter Todesfall bei einer Menge, die die Autoren selbst als niedrig einordnen, und das heißt, dass sich aus dem Gewicht eines Hundes nicht ablesen lässt, wie empfindlich er reagiert.
Und dem allen steht kein Nutzen gegenüber, denn es gibt keine einzige Untersuchung, die zeigt, dass Knoblauch beim Hund gegen Würmer wirkt.
Ein Risiko, das ich dir nicht beziffern kann, für einen Nutzen, den es nicht gibt: das gebe ich dir nicht mit.
Zwei Punkte dazu, die oft anders erzählt werden. Der schädigende Stoff wurde aus gekochtem Knoblauch gewonnen, Kochen entschärft ihn also nicht. Und getrockneter oder granulierter Knoblauch ist ebenfalls nicht die harmlose Variante, im Reagenzglas war er sogar der wirksamste.
Welche Lebensmittel für Hunde sonst noch heikel sind und wo die Grenzen wirklich verlaufen, liest du in meinem Artikel Was dürfen Hunde nicht essen.
Kürbiskerne und Kokos
Ich barfe meine Labradorhündin Lina, und sie bekommt Kokosflocken und Kürbiskerne unter ihr Futter. Das mache ich weiterhin, und ich sage dir gern, warum und warum nicht.
Bei Kokos habe ich nach Untersuchungen gesucht, die zeigen, dass es gegen Würmer hilft. Es gibt keine, weder beim Hund noch sonst in einer Form, die eine Empfehlung tragen würde. Der Satz „Kokosnüsse enthalten Fette, die abschreckend auf Würmer wirken“, der hier früher stand, hat keine Grundlage, und ich nehme ihn zurück.
Bei Kürbiskernen sieht es etwas anders aus, aber auch nicht so, wie es oft dargestellt wird. Am Hund gibt es keine einzige Untersuchung. Bei Schafen gibt es eine: dreißig natürlich infizierte Auen, ein Teil von ihnen bekam sieben Tage lang Kürbiskernpresskuchen, und bei diesen Tieren ging die Zahl der Wurmeier im Kot um rund die Hälfte zurück, während sie in der Vergleichsgruppe anstieg. Die Autoren selbst nennen das eine mögliche ergänzende Methode und ausdrücklich keinen Ersatz.
Eine halbierte Eizahl ist allerdings nicht dasselbe wie ein wurmfreier Hund. Und was bei Schafen mit Presskuchen in Futtermittelmenge passiert, lässt sich nicht auf eine Handvoll Kerne im Napf eines Hundes übertragen.
Auch der Satz, dass geschälte Kürbiskerne besonders wirksam seien, stand hier. Dafür habe ich ebenfalls keinen Beleg gefunden, denn in keiner der Untersuchungen wurde geschält gegen ungeschält verglichen.
Was das für dich heißt
Ein Wurmbefall ist eine Infektion mit einem Parasiten, der sich in deinem Hund vermehrt, und er verschwindet nicht, weil sein Umfeld unangenehm wird. Er verschwindet, wenn er abgetötet wird, und dafür gibt es kein pflanzliches Mittel, dessen Wirkung beim Hund gezeigt worden wäre.
Das heißt nicht, dass gute Zusätze im Napf sinnlos wären. Es heißt, dass sie eine Wurmkur nicht ersetzen, wenn dein Hund Würmer hat.
Wenn du unsicher bist, ob dein Hund welche hat, ist der Weg nicht das Ausprobieren eines Hausmittels, sondern die Kotuntersuchung mit all den Grenzen, über die du weiter oben gelesen hast, oder das Gespräch mit deiner Tierarztpraxis.
Wurmkur beim Hund: Ja oder Nein?
Ja, wenn dein Hund Würmer hat. Nein, wenn du sie ihm nur vorsorglich alle drei Monate in den Napf legst, ohne sein tatsächliches Risiko anzuschauen.
Zwischen diesen beiden Polen liegt deine Entscheidung, und sie ist bei jedem Hund eine andere. Ein Jagdhund, der Mäuse frisst und mit einem Kleinkind im Haushalt lebt, braucht einen anderen Rhythmus als eine Seniorhündin, die dreimal am Tag um den Block geht.
Was in jedem Fall gilt: Ein Wurmbefall gehört behandelt, eine negative Kotprobe schließt ihn nicht aus, und pflanzliche Mittel ersetzen keine Wurmkur.
Ich wünsche deinem Vierbeiner weiterhin eine stabile Gesundheit und euch beiden eine gute Zeit,
deine Stephanie
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Quellen
Alle sechs Arbeiten wurden am 01.09.2026 einzeln über die PubMed-Schnittstelle abgerufen und daraufhin geprüft, ob ihr Ergebnis das aussagt, wofür sie hier stehen. Über die PMID-Nummer kommst du direkt zur Originalarbeit.
- Lee KW, Yamato O, Tajima M, et al. Hematologic changes associated with the appearance of eccentrocytes after intragastric administration of garlic extract to dogs. Am J Vet Res. 2000;61(11):1446-1450. PMID 11108195
- Yamato O, Sugiyama Y, Matsuura H, et al. Isolation and identification of sodium 2-propenyl thiosulfate from boiled garlic (Allium sativum) that oxidizes canine erythrocytes. Biosci Biotechnol Biochem. 2003;67(7):1594-1596. PMID 12913309
- Yamato O, Kasai E, Katsura T, et al. Heinz body hemolytic anemia with eccentrocytosis from ingestion of Chinese chive (Allium tuberosum) and garlic (Allium sativum) in a dog. J Am Anim Hosp Assoc. 2005;41(1):68-73. PMID 15634869
- Beleć K, Barć J, Lasek O. The effect of the type and concentration of garlic (Allium sativum) on Heinz body concentrations in canine erythrocytes. An in vitro study. Animals (Basel). 2025;15(21):3188. PMID 41227518
- Biasibetti E, et al. Fatal garlic (Allium sativum) toxicosis in a dog: gross and histopathological findings in a rare case of systemic hemolytic injury. Animals (Basel). 2026;16(11):1712. PMID 42278144
- The effect of pumpkin seed cake and ground cloves (Syzygium aromaticum) supplementation on gastrointestinal nematode egg shedding in sheep. Parasite. 2021;28:78. PMID 34870589
- ESCCAP Deutschland e.V., Empfehlungen zur Bekämpfung von Würmern bei Hund und Katze, esccap.de
Hinweis: Kläre gesundheitliche Fragen abschließend mit deiner Tierarztpraxis. Der Inhalt dieses Beitrags dient ausschließlich der Information und stellt keinen Ersatz für professionelle Beratung oder Behandlung durch Tierärzte oder Tierheilpraktiker dar. Er ist auch kein Ersatz für einen Erste-Hilfe-Kurs am Hund. Wenn dein Hund Gesundheitsprobleme hat, suche im Bedarfsfall immer eine Tierarztpraxis auf. Beginne, verändere oder beende keine Behandlung eigenständig. Für Schäden oder Unannehmlichkeiten, die durch den Gebrauch oder Missbrauch dieser Informationen entstehen, kann lernpfote.de nicht zur Verantwortung gezogen werden, weder direkt noch indirekt.
