Wurmkur beim Hund

Das heikle Thema „Würmer beim Hund“
und die Frage, Wurmkur beim Hund: „Ja oder Nein?“

Das Wichtigste vorweg 

 

Bildmaterial mit freundlicher Genehmigung der Bayer Vital GmbH, Leverkusen

Der Wurmbefall deines Hundes, ist kein Zeichen dafür,
dass es dein Hund schlecht bei dir hat oder
du deinen Hund unhygienisch unterbringst.

Eine Wurminfektion, tritt heute häufiger durch unsere artgerechte Hundehaltung auf.
Du läßt deinen Hund heute viel in den Freilauf und ernährst ihn artgerecht.
Das schafft Bedingungen, die einen Wurmbefall fördern.

 

Mit wem hast du es bei „Würmern“ eigentlich zu tun? 

Leidet dein Hund unter Würmern,
handelt es sich dabei meist um folgenden Arten:

  • Hakenwürmer
  • Bandwürmer
  • Spulwürmer
  • Herzwürmer

Deinen Hund können verschiedene Bandwurmarten und Rundwürmer befallen.

Die Bandwürmer nennt man auch Plattwürmer.
Die Rundwürmer, bezeichnet man auch als Fadenwürmer.

Zu den Rundwümer zählt auch der Spulwurm (nicht Spülwurm!).
Die Namen gab man ihnen, aufgrund ihres Aussehens. 

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Die meisten Rund- bzw. Fadenwürmer, befinden sich im Dünndarm.
Bei Spulwürmern handelt es sich um eine Art des Rund- oder Fadenwurms.
Sie befallen oft die Lunge.
Dort lösen sie neben Husten auch allergieähnliche Symptome aus.

Hakenwürmer befallen den Darm deines Hundes. 

Der Herzwurm kommt in erster Linie in Südeuropa vor.
Ist dein Hund mit ihm infiziert, hat das Schäden an den Lungen-Arterien zur Folge
und kann zum Beispiel eine Herzinsuffizienz verursachen.

Wie kommt es zum Wurmbefall? 

Das Risiko eines Hundes, sich mit Würmern zu infizieren, ist individuell unterschiedlich. 

Dies hängt grundsätzlich von den Lebensumständen deines Hundes ab. 

  • führst du ihn an der Leine aus oder entläßt du ihn in den Freilauf?
  • hat er Kontakt zu Artgenossen?
  • hat er Kontakt zu anderen Tieren?
  • geht dein Hund mit auf die Jagd?
  • frisst er den Kot anderer Hund oder Tiere? 

Eine Ursache für den Befall mit Bandwürmern, ist das Verfüttern
von rohen Schlachtabfällen oder
das Füttern mit rohem Fleisch oder Fisch.

Von den Lebensmittelüberwachungs-Behörden wird eine strenge, sogenannte Fleischbeschauung durchgeführt.
Damit ist eine Infektion mit Bandwürmern, durch rohes Fleisch oder Fisch, den du im Handel erwirbst, eher unwahrscheinlich. 

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Früher kam es allerdings immer wieder zu Skandalen.
Stichwort „Gammelfleisch“.
Vollkommen auszuschließen ist eine Infektion mit Bandwürmern auf diesem Wege also nicht.

Gefährdet ist auch der Hund, der vom Jäger zu Jagd eingesetzt wird.
Und zwar dann, wenn er vor Ort ein Stück der erlegten Beute erhält.

 

 

 

Ebenso bedenklich ist das Verfüttern von selbstgefangenen, rohen Fischen. 

Überwiegend erfolgt eine Infektion mit Bandwürmern durch Flöhe und die sogenannten Haarlinge.
Haarlinge sind eng mit Läusen verwandt.
Im Gegensatz zu Läusen, ernähren Haarlinge sich nicht vom Blut, sondern von den Hautschuppen ihres Wirtes.
Beide Parasiten, Flöhe wie Haarlinge, dienen dem Bandwurm als Zwischenwirt.
Das heißt, der Bandwurm hält sich für die Dauer einer bestimmten Entwicklungsphase in ihnen auf. 

Wie gelangt der Bandwurm über den Floh, in den Hund?

In den Darm deines Hundes, gelangen die Eier des Bandwurms, wenn er beim Sich-Putzen einen Floh zerbeißt und ihn herunterschluckt. 

Das macht es wichtig, deinen Hund von Frühling bis Herbst von Igeln fernzuhalten. Igel haben fast immer Flöhe. 

Hat dein Hund Flöhe, ist es nicht nur nötig, ihn gegen den Flohbefall zu behandeln, sondern auch gegen Bandwürmer. 

Weitere Möglichkeiten der Infektion mit Würmern

Mit Rundwürmern steckt sich dein Hund durch die Aufnahme von Wurmeiern im Hundekot an. 

Zu einer Infektion kommt es durch ein Lecken und Schnüffeln am infizierten Hundekot.
Dieses „Lesen“ des Hundekots, ist für deinen Hund nichts Unnatürliches.
Diese Art der Kommunikation nennt man olfaktorische Kommunikation.
Hunde verständigen sich über den Geruch.
Es ist die Geruchssprache, damit wird ein Territorium markiert oder es zeigt an,
in welchem Hormonstatus eine Hündin ist. 

Wälzt sich dein Hund gerne in Aas oder anderem Kot?

Egal ob Aas, Pferdeäpfel oder anderer Unrat,
so gelangen Wurmeier in sein Fell und bei der Fellpflege
gelangen die Eier in den Magen-Darm-Trakt. 

Kannst du dich als Hundehalter ebenfalls mit Würmern infizieren? 

Wenn eine Infektionskrankheit vom Tier auf den Menschen oder
vom Menschen auf das Tier übertragbar ist, spricht man von einer Zoonose. 

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Die Eier des Bandwurms, übertragen sich auch auf den Menschen.
Wenn die Eier zum Beispiel nach dem Streicheln des Hinterteils des Hundes, in den Mund gelangen. 

Auch Rundwürmer übertragen sich auf den Menschen.
Zum Beispiel wenn du deinen Hund nach dem Wälzen in Aas gestreichelt und keine hygienischen Maßnahmen, wie Baden des Hundes und Händewaschen einhältst.  

 

 

 

Würmer sind daher nicht nur für den Hund gefährlich. 

Aufgenommene Wurmeier befallen auch beim Menschen innere Organe
und schädigen den Organismus. 

Die Symptome beim Wurmbefall

Je nach „Wurmart“, treten beim Hund unterschiedliche Symptome auf. 

Anzeichen für einen Befall mit Bandwürmern können sein: 

  • Durchfall 
  • Abmagerung 
  • Juckreiz am After
  • struppiges, glanzloses Fell

Hinweise für Rundwürmer können sein: 

  • Durchfall
  • Abmagerung
  • struppiges, glanzloses Fell
  • Hauterkrankungen 

Die Entwurmung 

Ein Wurmbefall deines Hundes musst du in jedem Fall behandeln. 

Ein Wurmbefall verursacht ernstzunehmende Krankheiten und
schwächt das gesamte Immunsystem deines Hundes. 

Abwägen solltest du, in welchen Abständen du eine Wurmkur
bei deinem Hund durchführst. 

Die Angaben in der Fachliteratur, zur Häufigkeit der Entwurmung,
von erwachsenen Hunden, sind unterschiedlich. 

Ausgenommen sind hierbei trächtige und säugende Hündinnen. 

Wichtig:

Eine Wurmkur kannst du nicht vorsorglich verabreichen und
sie bietet auch keinen Langzeitschutz. 

Eine Wurmkur wirkt nur gegen die Parasiten, mit denen dein Hund momentan infiziert ist. 

Der Nutzen der Wurmkur ist also von kurzer Dauer und keines Falls prophylaktisch.

Entwurmungsmittel für deinen Hund

Bei einer Wurminfektion, erhältst du von deinem Tierarzt ein Entwurmungsmittel.
Die Wurmkur ist in Form von Tabletten und Pasten erhältlich.

Diese kannst du deinem Hund unter sein Futter mischen.

Außerdem gibt es auch Spot-On-Präparate.
Diese sind flüssig und du trägst sie auf die Haut deines Hundes auf.

Bildmaterial mit freundlicher Genehmigung der Bayer Vital GmbH, Leverkusen

 

Wurmpräparate wendest du für eine feste Zeitspanne an.
Die verabreichte Dosis bemisst der Tierarzt nach dem Gewicht deines Hundes.

 

 

 

 

Die Wahl des Entwurmungsmittels, macht der Tierarzt abhängig von der Wurmart, die zu bekämpfen ist. 

Mit der Anwendung werden die vorhandenen präadulten („unreifen“) und
adulten („erwachsenen“) Parasiten abgetötet.

Das „Wurmrisiko“ abwägen

Das Risiko einer Erkrankung durch Würmer ist sehr unterschiedlich. 

Deshalb solltest du die Entwurmung deines Hundes individuell vornehmen. 

Hunde haben ein hohes Anstreckungsrisiko, wenn sie: 

  • häufig Kontakt zu Artgenossen haben
  • Mäuse fangen
  • bei der Jagd zum Einsatz kommen
  • Aas fressen oder sich darin wälzen
  • Kot von Artgenossen, Pferden, Wild etc. fressen oder sich darin wälzen
  • Rohes Fleisch als Futter erhalten, dass nicht vorher eingefroren war

Es gibt eine Vereinigung, die dir unabhängige, fachlich fundierte und
verständliche Informationen zu Parasiten bei Hunden bietet. 

Sie heißt: ESCCAP Deutschland e.V.

Diese Abkürzung steht für „European Scientific Counsel Companion Animal Parasites“.

Es gilt nicht nur deinen Hund gesund zu erhalten,
sondern es geht auch um die Gesundheit anderer Hunde und Katzen.
Ebenso wie um die Gesundheit von dir als Menschen (aufgrund möglicher Zoonosen).
Alle gilt es vor einem Befall mit Parasiten und dessen Folgen zu schützen.

Auf ihrer Webseite findest du einen kostenlosen Fragenkatalog,
um das mögliche Risiko eines Wurmbefalls deines Hundes einzuschätzen. 

Um zu diesem Fragenkatalog zu gelangen, klicke „HIER“. 


Die Frage, die viele Hundehalter umtreibt:

Wie oft denn nun entwurmen? 

Beziehst du diese Frage, auf einen erwachsenen Hund, gibt es auf diese Frage, keine pauschale Antwort! 

Klar geworden ist sicherlich, dass du Hunde mit einem erhöhten Ansteckungsrisiko öfter entwurmen musst.  

Neben den angesprochenen Hunden mit einem erhöhten Ansteckungsrisiko, entwurme deinen Hund häufiger, wenn er einen häufigen Kontakt zu Kleinkindern hat.

Hunde, die als:

  • Rettungshunde,
  • Assistenzhunde oder
  • Therapiehunde im Einsatz sind, 

entwurmt man ebenfalls häufiger.

Diensthunde, die bei der Polizei, dem Zoll oder auch der Bundeswehr eingesetzt sind, entwurmt man auch häufiger. 

Machst du mit deinem Hund immer nur kurze Gassirunden und
hat er keinen Kontakt zu anderen Artgenossen?

Selbst dann, bietet eine Wurmbehandlung, die du nur 1 bis 2 Mal im Jahr durchführst,
keinen ausreichenden Schutz.

Kannst du ein Ansteckungsrisiko deines Hundes nicht durch die genannten Faktoren einschätzen,
gehe von einem durchschnittlichen Risiko aus. 

Hier empfiehlt die ESCCAP:

Die Entwurmung erfolgt mindesten 4 x im Jahr.
Also alle 3 Monate. 

In Fällen, mit einem hohen Ansteckungsrisiko, kann eine monatliche Entwurmung,
gegen Spulwürmer oder Bandwürmer sinnvoll sein. 

Außerdem empfiehlt es sich, alle Hunde und vor allem Welpen vor einer nötigen Impfung zu entwurmen. 

Das ist wichtig, da ein Wurmbefall das Immunsystem eines Hundes so schwächen kann,
dass sich kein vollständiger Impfschutz aufbaut. 

Besonderheiten bei der Entwurmung von Hundewelpen

Bei der Entwurmung von Welpen gelten andere Grundsätze,
als entwurmst du einen erwachsenen Hunden. 

Bis auf wenige Ausnahmen, sind Welpen von Geburt an mit Rundwürmern infiziert.

Bildmaterial mit freundlicher Genehmigung der Bayer Vital GmbH, Leverkusen

Denn die Larven bestimmter Rundwürmer verkapseln sich in der Muskulatur der Mutterhündin.
Dort verbleibt die Larve in einem sogenannten „Ruhestadium“.
Unter dem hormonellen Einfluss der Trächtigkeit, wird die Larve aktiviert und
wandert aus der Muskulatur in die Gebärmutter.
So werden die Hundewelpen noch im Mutterleib infiziert. 

Nach der Geburt der Welpen, übertragen sich weiterhin Würmer,
in verschiedenen Entwicklungsstadien, mit der Muttermilch.  

Denn die Pflege der Welpen, durch die Mutterhündin setzt einen Kreislauf in Gang.
Durch das Auflecken der Fäkalien ihrer Welpen steckt sich die Mutterhündin mit Wurmeiern an.
Die Welpen stecken sich andersherum, neu durch die Muttermilch an.
Ist die Mutterhündin nicht oder nicht ausreichend entwurmt, tritt diese Situation vermehrt auf.
Ein massiver Wurmbefall kann für einen Welpen tödliche Folgen haben. 

Ich weise ausdrücklich darauf hin, Medikamente, andere Mittel oder Wirkstoffe, nur nach ausdrücklicher Rücksprache mit einem Tierarzt zu verabreichen, um bei der trächtigen Hündin keinerlei Risiko einzugehen. 

Dein Tierarzt wird:

  • das aktuelle Gewicht der Hündin,
  • den Verlauf der Trächtigkeit,
  • die Wurfgröße,
  • das Geburtsgewicht der Welpen etc.

bei der Dosierung und der Wahl des Präparates einbeziehen.

Die Empfehlung der ESCCAP für die Entwurmung von Welpen 

  • Welpen entwurme das erste Mal in einem Alter von 2 Wochen. 
  • Anschließend im Abstand von 2 Wochen 
  • bis 2 Wochen nach Aufnahme der letzten Muttermilch 

Die letzte Muttermilch nimmt der Welpe ungefähr mit der 6. Lebenswoche auf. 

Der Vollständigkeit halber sei erwähnt: 

Die ESCCAP empfiehlt für die Entwurmung der Mutterhündin:

  • Säugende Hündinnen behandelt der Tierarzt gleichzeitig mit der ersten Behandlung ihrer Welpen. 

Anmerkung:

  • Ein Entwurmungspräparat für trächtige Hündinnen, um eine Wurminfektion der Welpen im Mutterleib zu verhindern, ist in Deutschland noch nicht zugelassen. 

Risiken einer Entwurmung 

Viele Hundebesitzer treibt die Sorge um, das Entwurmungsmittel, schlägt auf den Hundeorganismus
und fügt dem Hund einen Schaden zu. 

Schaden häufige Entwurmungen dem Hund also mehr, als sie nutzen? 

Eine Wurmkur ist ein Medikament und wie alle Medikamente kann es Nebenwirkungen hervorrufen.
Auch wenn Nebenwirkungen möglich sind, treten sie nicht zwangsläufig bei der Einnahme eines Präparats auf.
Zu leichteren Nebenwirkungen zählen Durchfall oder Erbrechen.
Hier kann es ausreichen, wenn du bei der nächsten Entwurmung deines Hundes, ein anderes Präparat benutzt.
Auch kann die Gabe einer Tablette durch Spot-on Präparate, Pasten, Säfte oder Injektionen variiert werden.

Vorsicht:

Es gibt Hunderassen, die gegenüber einigen modernen Entwurmungspräparaten empfindlicher sind, als andere.
Dazu zählen Collies oder Australian Shepards, Shetland Sheepdogs und der Weiße Schweizer Schäferhund. 

Betroffen sind aber auch Mischlingshunde.

Ursache – Gendefekt:

Diese Empfindlichkeit gegenüber den Entwurmungspräparaten,
hängt mit einem Gendefekt zusammen.
Dadurch werden bestimmte Wirkstoffe von Arzneimitteln bis ins zentrale Nervensystem, also ins Gehirn und Rückenmark, durchgelässen.

Doch dieser Defekt läßt sich durch einen speziellen und einfachen Bluttest nachweisen oder ausschließen. 

Eine bloße Inaugenscheinnahme reicht nicht aus! 

Nähere Informationen zu diesem Thema findest du unter der Webseite der Universität Gießen.
Klicke dazu bitte „HIER“.

Generell vertragen die meisten Hunde eine Wurmkur gut. 

Dem Einwand einer regelmäßige Entwurmung deines Hundes, stehen die gesundheitlichen Probleme und erheblichen Schäden eines Wurmbefalls gegenüber.
Außerdem das Risiko einer Ansteckung des Menschen oder anderer Tiere.
Entwurmst du deinen Hund regelmäßig – beugst du Krankheiten vor!

Kotuntersuchung statt Entwurmung – die Alternative? 

Statt deinen Hund regelmäßig über ein Medikament zu entwurmen, kannst du
eine Kotuntersuchung durch den Tierarzt vornehmen zu lassen. 

Frage deinen Tierarzt, auf welche Würmer er den Kot untersucht.
Eventuell muss du eine Testung auf Giardien extra anweisen! 

Anschließend gibst du nur bei wirklichem Bedarf und gezielt, ein Wurmpräparat. 

Kotuntersuchung – wie geht das? 

Für eine Kotuntersuchung durch deinen Tierarzt, braucht er eine Kotprobe deines Hundes.
Hierfür sammelst du den Kot deines Hundes, an drei aufeinander folgenden Tagen. 

Dazu stellen viele Praxen kleine Stuhlprobenröhrchen, wie du sie aus der humanmedizinischen Diagnostik kennst, zur Verfügung. 

Wichtig ist: 

  • die zu untersuchende Kotprobe muss mindestens 4 Gramm aufweisen.

Ist die Kotuntersuchung wirklich eine Alternative? 

Gefahr der Kotuntersuchung

Entwurmst du deinen Hund, wirkt das Mittel nicht wie eine Impfung prophylaktisch.
Die Entwurnung, wirkt nur in dem Moment in dem du sie anwendest.
Nur in diesem Moment tötet das Medikament in deinem Hund die vorhandenen Würmer ab.
Dein Hund kann sich noch am gleichen Tag, wieder mit Würmern anstecken. 

Menschen und andere Tiere, sind nicht sofort in der Gefahr sich mit Würmern anzustecken.
Eine gefährliche Ansteckung beginnt erst, wenn der Hund beginnt selbst infektiöse Wurmstadien ausscheidet. 

Zwischen der Aufnahme der infektiösen Eier, der Entwicklung zum erwachsenen Wurm und
der Ausscheidung neuer Eier, liegt die Präpatenz-Zeit. 

Zum Verständnis:

Die Präpatenz-Zeit ist der Zeitraum,
von der Infektion durch einen Parasiten, bis zum Nachweis seiner Vermehrungsprodukte im Stuhl oder Urin.
Vermehrungsprodukte wären zum Beispiel: Eier oder Larven.
Je nach Erreger variiert die Präpatenz-Zeit.

Achtung:
Die Präpatenz-Zeit ist entscheidend.

Dies ist die Zeit, in der noch keine Gefahr besteht, sich durch den infizierten Hund anzustecken.

Doch genau in der Präpatenz-Zeit liegt auch die Gefahr!

Denn dein Hund ist zwar noch nicht ansteckend und gibt Würmer weiter,
er ist aber infiziert! 

Ich verdeutliche dir die Gefahr an einem Beispiel: 

  1. Am Tag 1 infiziert sich dein Hund mit einer Wurmart, die eine Präpatenz-Zeit von 60 Tagen hat.
    Wird innerhalb dieser Präpatenzzeit eine Kotprobe untersucht, fällt diese stets negativ aus! 
  2. Du sammelst am 56, 57, 58 Tag eine Drei-Tages-Kotprobe in ausreichender Menge.
  3. Dein Tierarzt gibt Entwarnung – dein Hund hat keine Würmer. 
    Völlig korrekt!
    Würmer sind zu diesem Zeitpunkt noch nicht feststellbar.
    Ein auffälliges Ergebnis gibt es erst in 2 Tagen. 
  4. Trotzdem hat dein Hund einen Wurmbefall.
    Er schläft weiterhin in deinem Bett, kuschelt mit deinem Kindergartenkind,
    leckt die Hände von Besuchern ab und fährt deiner gebrechlichen Mutter,
    mit der Zunge durchs Gesicht. 
  5. …. die nächste Kotuntersuchung ist in 3 Monaten.  

Eine weitere Gefahr liegt in der Drei-Tages-Sammelprobe.
Du stellst den Kot deines Hundes stichprobenartig zusammen.
Dein Hund scheidet Wurmeier jedoch nicht in gleicher Menge mit jedem Kotabsatz aus.
So ist es möglich, dass die Kotprobe deines Hundes keinen Wurmbefall zeigt.

Die Aussage einer Untersuchung des Kots ist also begrenzt.
Deshalb ist es bei der Kotuntersuchung genauso wichtig, diese regelmäßig, durchzuführen!

Dies bedeutet: 

Führe die Kotuntersuchung bei deinem Hund, genauso oft durch,
wie eine empfohlene Entwurmung!

Fazit: 

Schätze das individuelle Risiko deines Hundes ab, sich mit Würmern anzustecken und wäge ab. 

Grobe Anhaltspunkte sind: 

  • Hund frisst Kot, Mäuse, Kadaver.
  • Du nimmst deinen Hund mit auf die Jagd. 
  • Du fütterst deinen Hund mit Innereien und frischem Fleisch oder Fisch.
  • Es handelt sich um ein altes Tier.
  • Das Immunsystem deines Hundes, ist durch eine Grunderkrankung geschwächt.
  • Es leben Kleinkinder und/oder immungeschwächte Personen im Haushalt.

Hilfreich kann hier der Fragebogen von ESCCAP sein. 

Für den kostenlosen Fragebogen, klicke „Hier“.

  • Ist es dir möglich alle 4 Wochen, den Kot von 3 Tagen für eine Kotuntersuchung zu sammeln? 
  • Kannst du die Kosten für die regelmäßige Kotuntersuchung aufbringen?
  • Schätze die Nebenwirkungen einer Wurmkur für deinen Hund ab.
    * starke Nebenwirkungen sind sehr selten.
    * gelegentlich treten kurzer Durchfall und einmaliges Erbrechen auf. 

Folgende Hygiene-Maßnahmen solltest du grundsätzlich einhalten: 

  • Sammle den Kot deines Hundes auf und entsorge ihn in geschlossenen Plastikbeuteln über den Hausmüll. Dieser wird verbrannt. Damit ist eine Vernichtung der Parasiten garantiert.
    Kompostiere Hundekot nicht, da hierbei die Eier nicht sicher abgetötet werden. 
  • Wasche Decken und Kissen regelmäßig bei mindestens 60°C. 
  • Reinige Oberflächen, wie Böden, Fußmatten, Spielzeug etc., die mit Kot in Berührung kommen, regelmäßig. 
  • Säubere Futter- und Trinkgefäße täglich mit kochendem Wasser.
  • Wechsel das Frischwasser deines Hundes mehrmals täglich. 
  • Wasche dir deine Hände nach dem Umgang mit deinem Hund. 
  • Füttere rohes Fleisch oder Fisch nur, wenn es mindestens 3 Tage tiefgefroren war. 
  • Wasche jegliches Obst und Gemüse vor dem Verzehr gründlich ab. 
  • Hat sich dein Hund in Kot gewälzt, bade und shampooniere ihn gründlich und entferne alle anhaftenden Kotreste. 
  • Denke bei einem Flohbefall auch an eine Wurmbehandlung. 
  • Bei Reisen ins Ausland bespreche vorher deine Reiseapotheke und eine eventuelle Behandlung noch vor Reiseantritt mit deinem Tierarzt. 

Pflanzliche Alternativen zur chemischen Wurmkur

Eine von mir sehr geschätzte Tierärztin, ist Frau Dr. med. vet. Jutta Ziegler.
Sie betreibt eine ganzheitliche Tierarztpraxis in Hallein bei Salzburg.
Ihr Spezialgebiet ist die Homöopathie und die Akupunktur.
Sie ist eine gefragte Rednerin auf Fachseminaren und ich durfte sie 2019,
beim Workshop der Firma „Waldkraft“ erleben.
Sie ist auch Autorin und
hat das „Schwarzbuch Tierarzt“ geschrieben:
„Hunde würden länger leben wenn, ….“ *
Darin beschreibt sie ihr Rezept für eine Wurmkur:

ca. 30 Knoblauchzehen
3 Zitronen
1 Bund Petersilie

  • alles kleinschreddern
  • mit 1 Liter Wasser aufkochen
  • und kurz köcheln lassen
  • anschließend abseihen
  • in ein Glas geben 
  • alles abkühlen lassen
  • und im Kühlschrank aufbewahren.

Davon erhält der Hund ca. 2cl.
Entweder direkt ins Maul oder über sein Futter.
Dieser abgefüllte Sud von ca. 1 Liter reicht bei 2 Hunden, ca. 14 Tage.
Für einen Hund ca. 3 Wochen.
Die Kur solltest du 2 mal im Jahr, für ca. 3 Wochen durchführen.

Zur Gabe von Knoblauch:

Das Enzym Glucose-6-Phosphat-Dehydrogenase (G6PD), schützt die Zellwände, der roten Blutkörperchen.
Die enthaltene Sulfurverbindung im Knoblauch, in Zwiebeln und im Barlach, blockieren dieses Enzym.

Ist Knoblauch für Hunde also giftig?
In Anlehnung an die gemachten Studien zur Gabe von Knoblauch,
sind bei einem 30-kg-Hund, 350 Knoblauchzehen toxisch.
Es ist unmöglich, dass es zu einer krankmachenden Veränderung der roten Blutkörperchen bei der obigen, empfohlenen Dosis kommt.
Die gesundheitsfördernde Wirkung des Knoblauchs, in der beschriebenen kleinen Menge, steht im Vordergrund. 

Anmerkung: 

Der Tierarzt, des Wiener Tierparks „Schönbrunn“, verwendet diese Wurmkur ebenfalls bei den Zoo-Tieren. 

Weiter Möglichkeiten 

Ich barfe meine Labrador-Hündin, Lina.
Um Würmer abzuschrecken, bekommt Lina unter ihr Futter,
Kokosflocken (1 EL, bei 20 kg Körpergewicht), auch Kokosöl (1/2 TL, bei 20 kg Körpergewicht)
und Kürbiskerne.

Kokosnüsse enthalten Fette, die abschreckend auf Würmer wirken.
Kokosraspeln haben für den Hund einen hohen Gehalt an Ballaststoffen.
Sie wirken leicht abführend.

Setzt du Kürbiskerne als natürliches Wurmmittel ein, sind die geschälten Kürbiskerne
besonders wirksam.
Du kannst sie mit Buttermilch und etwas Honig pürieren und als Brei füttern.
Diese „Kur“ verabreiche deinem Hund mindestens eine Woche lang.

So wirken die alternativen Wurmmittel

Alle pflanzlichen Alternativen, ob Knollen, Kräuter oder Pflanzenextrakte, sorgen dafür,
dass sich die Würmer im Darm lösen und so natürlich abgeführt werden.

Hier wird der Darm für Würmer einfach unattraktiv und abschreckend.
Anders als mit chemischen Wurmkuren, wird hier der Wurm nicht abgetötet,
sondern das Immunsystem des Hundes wird gestärkt und das Darm-Milieu
für Würmer unattraktiv gemacht.

Wichtig:

Auch nach einer Wurmkur mit pflanzlichen Alternativen, solltest du bei deinem Tierarzt eine Kotuntersuchung durchführen lassen.

So gehst du sicher, dass dein Hund wirklich wurmfrei ist.

Ich wünsche deinem Vierbeiner weiterhin eine stabile Gesundheit und euch beiden eine gute Zeit,

deine Stephanie

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Hinweis: 

Kläre gesundheitliche Fragen abschließend mit deinem Tierarzt.

Der Inhalt dieses Beitrags dient ausschließlich der Information.

Er stellt in keiner Weise einen Ersatz für professionelle Beratungen oder Behandlungen durch Tierärzte oder Tierheilpraktiker dar.

Immer muss das passende Arzneimittel oder die richtige Potenz für das passende Mittel zusammen mit dem Tierarzt oder dem Tierheilpraktiker gefunden werden.

Dieser Artikel ist auch kein Ersatz für einen Erste-Hilfe-Kurs am Hund!

Halter deren Hund Gesundheitsprobleme hat, fordere ich ausdrücklich auf, im Bedarfsfall immer einen Tierarzt aufzusuchen.

Wende dich in Fragen der Gesundheit deines Hundes, an den Tierarzt deines Vertrauens.

Beginne, verändere oder setze keine Behandlung eigenständig ab.

Du darfst und kannst Inhalte dieses Beitrages nicht für die Erstellung eigenständiger Diagnosen oder für die Auswahl und Anwendung von Behandlungsmethoden verwenden.

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Bildmaterial mit freundlicher Genehmigung der Bayer Vital GmbH, Leverkusen.


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