5 Tipps für dein tägliches Hunde-Training zu Hause

5 Tipps für dein tägliches Hundetraining zu Hause

Wenn Übungen vom Hundeplatz, zu Hause nicht funktionieren.

5 Tipps, für deine Trainingsfortschritte zu Hause.

Kennst du das?
Du kommst aus der Trainingsstunde mit deinem Hund und verläßt den Hundeplatz.
Die neue Trainingseinheit lief gut.
Du hast die Übung mit deinem Hund ein paarmal durchgespielt und dein Hund hat prima mitgemacht.
Er war aufmerksam und konzentriert.
Die anderen anwesenden Hunde in der Gruppenstunde haben ihn nicht interessiert.
Die Stimmung war gelöst. Es hat richtig Spaß gemacht.
Der Trainer war zufrieden.
Freudig nimmst du deinen Hund und es geht nach Hause.

Doch oh man!
Du bist noch nicht durch das Tor des Hundeplatzes gegangen, schon wird es schwierig.
Auf dem Platz war alles noch so klar und einfach.

Zu Hause, in heimischer Umgebung, klappt von der Übung dann gar nichts mehr.

Frustriert und mutlos, startest du in eine Woche, in der du gerne mit deinem Hund weitergeübt hättest.
Und dabei hatte es auf dem Hundeplatz so toll funktioniert.
Jetzt ist dein Hund nur noch abgelenkt und du kriegst ihn, aufgeregt wie er ist, nicht mehr auf dich fokussiert.

STOP!
Ich gebe hier mal Entwarnung.
Das liegt in der Regel nicht an deinem Hund, sondern an verschiedenen, anderen Gründen. 

Also, woran liegt es, dass das Hundetraining dann doch nicht die Fortschritte und Verbesserungen bringt,
die du dir als Hundebesitzer eigentlich wünschst?

1. Vielleicht liegt es am Trainer?

Ja, natürlich müssen wir als Hundetrainer auch kritisch mit unserem eigenen Berufsstand umgehen!

Experten schießen gerade wie Pilze aus dem Boden. Auch im Hundetraining.
Ebenso wie scheinbar immer neue Trainingsmethoden.

Die einen garantieren ein Training ohne Gewalt, die anderen setzen auf Strafe und Belohnung.
Vom Clickertraining, über Auslastungs-Modelle bis hin zur reinen Handfütterung,
werden schnelle Erfolge versprochen.

Im Schnupperkurs oder dem Crash- bis hin zum Intensiv-Kurs ist alles möglich,
um dich als Hundebesitzer, mit deinem Hund, glücklich zu machen.

Doch warum funktioniert das Hundetraining dann trotzdem nicht so, wie du es dir wünschst?

Der Hundetrainer hat nicht genug Know-How

Die Lösung im Hundetraining, um dem Hund einen neuen Weg zu zeigen,
vergleiche ich gerne, mit der Arbeit eines Detektivs.
Denn leider lassen sich gemachte Erfahrungen, die ich bei dem einen Hund sammeln durfte,
nicht auf andere Hunde übertragen.
Du kennst sicher die schnellen Tipps aus Hundegruppen oder beim Treffen von Hundehalter:
„Als unsere damals alleine bleiben sollte, hab ich die Zeiten ausgedehnt. Du musst dich einfach mal durchsetzen.“ oder auch
„Nimm doch die Wasserpistole, wenn er rumpöbelt, das hat bei uns Wunder gewirkt!“.

Doch was ist mit dem Hund?

Niemand fragt an dieser Stelle, woher dein Hund kommt:
* Ist es ein Auslandshund?
* Kommt er aus dem Tierheim?
* Bist du bereits der  vierter Besitzer?

Niemand kümmert in diesem Moment, die Rassenzugehörigkeit deines Hundes.
* Wofür wurde er ursprünglich gezüchtet und eingesetzt?

Wie kommt er sonst mit seiner Umwelt zurecht?
Pöbelt er „nur“ an der Leine?
Oder läßt er fremde Besucher nur mit viel Überredungskunst ins Haus?

Verteidigt er seine Spielsachen und seinen Kauknochen?
Ist der Hund eigentlich gesund?
Wie viele Stunden schläft er?
Wie beschäftigst du ihn?
Was erhält er für Futter und verträgt er es gut?
Um dir nur einige Fragen zu stellen, die meine Arbeit als Hundetrainerin & Lösungs-Detektiv ausmachen.

1.000 Einzelheiten sind es, die der Hundetrainer im Blick haben muss, um daraus,
ähnlich dem Bild eines Puzzles, das genaue Bild deines Hundes entstehen zu lassen.

Was ist dein Hund für ein Persönlichkeits-Typ?
Ist dein Hund ängstlich, schüchtern oder selbstbewußt?
Wie reagiert er auf Worte?
Wie auf Körpersprache?
Ist er konzentriert oder schnell ablenkbar?

Der Hundetrainer muss das Verhalten deines Hundes analysieren und
eure spezielle Situation ganz individuell betrachten.

Dazu braucht es nicht nur Trainingstechniken, Trainings-Wissen und
Hunde-Erfahrung, sondern auch menschliches Feingefühl.
Denn immer geht es um die einmalige Mensch-Hund-Beziehung,
mit den Bedürfnissen, Erfahrungen und Herausforderungen aller.

Im Training dann, wird dein Hund lernen wie alle anderen Hunde auch.
Hier greifen festgeschriebene Lerngesetze.
Und doch geht jeder Hund auch hier wieder individuell mit Stress um und jeder Hund braucht eine individuelle Hilfe, damit er umlernen kann.
Hier sollte ich als Hundetrainer wissen, wie ich den Hund auf seinem Weg des Umlernens sicher unterstütze. Und dazu braucht der Trainer Sachkenntnis und Erfahrung in der Praxis.

2. Du trainierst zu wenig

Das ist im Hundetraining ein häufiger Grund, warum der Hund ein Kommando nicht zuverlässig ausführt.

Hundehalter verlassen sich häufig darauf, dass die Stunden im Hundetraining mit dem Trainer ausreichen,
um dem Hund alles beizubringen, damit der Alltag entspannter wird.

Hunde merken schnell, dass sie im Training, auf dem Platz der Hundeschule, gehorchen müssen.
Hier sorgt der Trainer innerhalb der Stunde für Übungssituationen und
Hund und Halter werden konsequent angeleitet, in der Praxis dass Wissen umzusetzen.
Wunderbar – es funktioniert.

Jetzt muss du mit deinem Hund, die Übertragung in deinen Alltag hinbekommen.
Mit all den Herausforderungen, die sich dir ganz individuell stellen.
Konsequent musst du auch außerhalb deiner Hundeschule,
immer weiter die Übungen mit deinem Hund trainieren.
Und zwar alles, was du Neues lernst und auch die alten Inhalte früherer Stunden weiter frischhalten,
bis sie sicher sitzen und dein Hund sie wie selbstverständlich umsetzt.

Aber wie lange wird es denn dann dauern, bis der Hund erzogen ist?

Es ist Wunschdenken, zu glauben, nach dem Besuch eines Erziehungskurses, hättest du einen erzogenen Hund.
In den wenigen Wochen oder Monaten des Trainings, legst du lediglich die Grundlagen für ein gutes Miteinander.

In der Hundeschule wird nicht der Hund trainiert.
Im Training der Hundeschule lernst du, wie du mit deinem Hund im Alltag übst,
damit euer Alltag leichter wird.

Der Alltag mit Hund und die Wünsche eines jeden Hundehalters an seinen Hund und auch an sich selbst,
sehen da unterschiedlich aus.
Der eine möchte einen Kuschelkäfer, der „Sitz“, „Platz“ und lockeres An-der- Leine-laufen kann.
Manche Hundehalter möchten neben knackigen Übungseinheiten,
auch den theoretischen Hintergrund jeder Übung verstehen.
Der andere möchte einen Hund der spurt und auf das entsprechende Kommando,
das gelernte Programm abspult.

Du wirst ein Hundeleben lang mit deinem Hund trainieren.
Und genau wie wir Menschen, lernt ein Hund auch ein Leben lang.
Selbst Hunde im hohen Alter freuen sich noch über neue Herausforderungen.

Ein gut hörender Hund ist eine Dauerbeschäftigung.
Training findet dafür täglich und überall statt.
Aber es ist nichts, was man sich später regelmäßig vornimmt, um es auf jedem Spaziergang
oder im Garten umzusetzen, sondern es wird ein natürliches Vorgehen.

Auch Kinder werden ja nicht jeden Tag 20 Minuten erzogen und dann ist auch wieder gut.
Sondern by-the-way. Also nebenbei.
So sollte ein Training mit dem Hund auch aussehen.

Auf neue Trainingseinheiten muss du dich zunächst konzentrieren.
Du musst selbst das richtige Timing, den richtigen Umgang mit der Situation
und mit deinem Hund lernen.
Doch mit jeder weiteren Übungseinheit wirst du sicherer, dein Hund hat mehr Orientierung an dir
und ihr spielt euch auf einander ein.
Es folgt eine gewisse Routine im Ablauf und automatisch nimmt dieser Ablauf
einen ganz natürlichen Platz in deinem Alltag ein.

Um hier hinzukommen, reicht die eine Trainingsstunde in der Hundeschule, in der Woche, nicht aus.
Ein Hund braucht Hunderte von Wiederholungen, bis er ein Kommando sicher verinnerlicht hat
und es in allen Situationen abrufen und zeigen kann.

3. Die Ablenkung ist zu groß

Hundeplätze sind oft so abgelegen, dass es nicht viele andere Geräusche gibt,
die die Hunde im Training ablenken könnten.

Gleichzeitig lernst du im Training, auf dem Hundeplatz,
oft vor allem den Ablenkungsreiz der anwesenden Hunde kennen.
Besuchst du regelmäßig die Übungsstunden wirst du feststellen, dass die Ablenkung der anderen Hunde,
wenn sie für deinen Hund eine dargestellt hat, mit jedem Zusammentreffen weniger interessant wird.

Es heißt ja auch immer: „Trainiere zuerst reizarm, also ohne Ablenkung.“

Das ist auch zu Anfang gut und richtig.
Jeder Hund lernt neue Herausforderungen am besten, wenn ihn keine anderen,
interessanten Dinge von seiner neuen Aufgabe ablenken.

Hundeschulen bauen nach den ersten Übungsschritten, Ablenkungen gezielt ein.
So wird etwa ein Spielzeug oder Futter ausgelegt, um den Hund von seiner eigentlichen Aufgabe,
etwa dem Rückruf abzulenken.
Die Hunde lernen in diesem sicheren Rahmen sehr schnell die Ablenkung links liegen zu lassen
und sich weiterhin auf die Übung zu konzentrieren.
Denn die Übung bleibt trotz der Herausforderungen von Spielzeug oder Futter weiter überschaubar.
Der Ort ist immer der gleiche, die anderen Mensch-Hund-Teams sind bekannt und die Trainer eben auch.

Echte Herausforderungen, legt jeder Hund selbst fest

Welche Reize der Hund als Ablenkung empfindet, hängt mit zwei Faktoren zusammen.

Der Rassenzugehörigkeit und der Genetik.

Neben der individuellen, körperlichen und mentalen Fitness, ist entscheidend,
welcher Rasse dein Hund angehört.
Die grundlegenden Verhaltensweisen spielen beim Hund eine entscheidende Rolle und sind eng mit dem „Verwendungszweck“ einer Rasse verknüpft.

Ein Jagdhund reagiert meist eher und stärker auf Bewegungsreize, als ein sogenannter Gesellschaftshund.
Bei Hütehunden ist der „Arbeitswille“ stark ausgeprägt.

Diese Verhaltensweisen wurden über eine lange Zeit durch den Menschen stark selektiert
und über die gezielte Zucht herausgearbeitet und damit genetisch festgelegt.
Die Gene des Hundes bestimmen dadurch ebenfalls sein Verhalten und dies ist tief in ihm verankert.
Ein Anzeichen für ein genetisch, vererbtes Verhalten ist zum Beispiel
die Wasser-Affinität des Retrievers oder das Territorialverhalten des Dobermanns.

In der individuellen Ausprägung unterscheidet sich aber jeder einzelne Hund.

Zusätzlich bringt jeder Hund auch seine ganz individuellen Erfahrungen mit.
Ein Hund der in der Stadt lebt, wird den Spaziergang über eine belebte Einkaufsstraße anders meistern, als ein Hund der auf dem Land großgeworden ist und dort sein Zuhause hat.

Daher ist jeder Hund individuell zu betrachten.
Kein Hund paßt exakt in einen Rassestandard, sondern immer liegt es in unseren Händen, was aus dem jeweiligen Hund wird.
Es gibt keine Einheitshunde, die nach einem bestimmten Modell funktionieren.

Damit ist klar, dass Reize, die einen Hund ablenken, von Hund zu Hund unterschiedlich sind.

5 Tipps für dein tägliches Hundetraining zu Hause

Typische Ablenkungen für Hunde sind:

  • Essbares
  • Gerüche
  • Geräusche
  • Menschen
  • Bewegungen
  • Wild

Die Herausforderung in deinem Alltag

Spaziergänge mit deinem Hund werden bei dir zu Hause, trotz der besuchten Übungsstunde auf dem Hundeplatz, völlig anders verlaufen.

Deinem Hund wird es schwerfallen, den fremden Hund zu ignorieren oder in eurer heimischen Umgebung deinem Rückruf oder Pfiff, direkt zu folgen.

Warum eigentlich?

Weil sich die Ablenkungsreize für deinen Hund völlig geändert haben.
Der andere Hund ist deinem völlig fremd.
Es ist nicht mehr seine gewohnte Trainings-Gruppe in der Hundeschule.
Vielleicht tauchte der fremde Hunde zu plötzlich auf.
Der fremde Hund wird kommunizieren.
Denn wenn sie aufeinandertreffen, können sie nicht, nicht-kommunizieren.
Und dein Hund steigt vielleicht darauf ein und antwortet ihm.
Vielleicht wird dein Hund vom anderen bedroht und friert ein oder bewegt sich nur noch verlangsamt,
um die Situation nicht eskalieren zu lassen.
Jetzt erfolgt dein Rückruf. Soll dein Hund jetzt wegrennen und einen Angriff riskieren?

Selbst wenn es gar nicht so dramatisch wird.
Der fremde Hund ist hoffentlich ein „Tut-nix“- oder „Will-nur-spielen“ – Hund.
Auch dann wird es deinem Hund immer noch schwerfallen dir zu folgen.
Du bist mit ihm nicht mehr in der vertrauten Übungs-Umgebung.

Also eine Umgebung in er schon gelernt hat und in der er schon Übungseinheiten verinnerlicht hat.

Es ist alles neu!
Anderes Setting, fremder Hund, fremder Mensch,
…. und du hast vermutlich auch ein anderes T-Shirt an.

Also die Ablenkung ist für deinen Hund viel zu stark, um Neues lernen zu können.

4. Dein Training bleibt langweilig

Dein Hund kann eine neue Übung zunächst auf nichts übertragen.
Ein „Platz“ auf dem Hundeplatz, bleibt erst einmal ein „Platz“ auf dem Hundeplatz.

Wir Menschen wissen automatisch:
Wenn ich mich auf einen Stuhl setzen kann, dann kann ich auch auf einem Hocker sitzen,
auf einer Mauer, einem Schemel, in einem Schaukelstuhl und auf einer Hollywood-Schaukel. 

Hunde lernen völlig anders als Menschen. 

Der Hund kann die neue Übung, die du gerade mit ihm trainierst, nicht übertragen.

Ihm fehlt diese Fähigkeit zur Generalisierung.

Er muss lernen, dass die Übung die du mit ihm trainierst, immer gleich ist.
Egal welche äußeren Faktoren hinzukommen oder sich verändern.

Veränderte Faktoren können sein:

  • veränderte Umgebung
  • fremder Hund oder viele andere Hunde
  • fremder oder viele andere Menschen
  • andere Gerüche
  • andere Geräusche
  • anderes Licht
  • andere Tageszeit
  • andere Wetterbedingungen
  • andere Stimmung von dir etc.
  • Und dies alles auch in allen möglichen Kombinationen.

Dein Hund lernt immer orts- und situationsabhängig.

Die neue Übung ist also für ihn nur mit dieser einen Situation verknüpft und
zwar genauso, wie du sie mit ihm trainiert hast.

Übst du also mit deinem Hund im heimischen Garten, heißt das für ihn nicht,
dass das geübte Kommando, auf eurer Gassirunde, dasselbe bedeutet.
Gleiches gilt auch für ein Üben auf der Gassirunde.
Deinem Hund erschließt sich anschließend nicht, dass du mit deinem Signal im Garten,
die gleiche Ausführung von ihm forderst, wie vorher auf der Gassirunde.

Macht dein Welpe, zum Beispiel, im Wohnzimmer auf dem Teppich schon fein „Sitz“, heißt das nicht,
dass es auch im Garten auf dem Rasen klappt oder auf der Einfahrt mit dem Kiesweg.
Das bedeutet nicht, dass dein Hund stur ist, sondern, dass er es an diesen Orten einfach noch nicht gelernt hat!

Dieses Generalisieren, ist die Herausforderung bei jeder Übung, die du mit deinem Hund trainierst!
Deine Aufgabe besteht also darin, deinem Hund verständlich zu machen:
„Die Übung ist immer die gleiche, egal wie die Ablenkung für dich, mein Hund, auch aussehen mag
und egal an welchen Orten wir sind.“

Das bedeutet für dich, du musst die Ablenkung für deinen Hund immer so wählen,
dass er die gestellte Übung noch ausführen kann und weiter konzentriert bei der Sache bleibt.

Du arbeitest dich also langsam,
über eine geringe Ablenkung,
weiter zu stärkeren Ablenkungsreizen,
bis hin zu richtig starken Störfaktoren für deinen Hund, vor. 

Möglichst so gewählt, dass dein Hund sich anstrengen und konzentrieren muss, die Übung aber noch gut bewältigt.

Die schwierigste Herausforderung

Es ist so leicht gesagt und klingt so einfach:

„Übe am Anfang ohne Ablenkung und dann nimm nach und nach andere Reize hinzu.“

Einzuschätzen wie stark dein Hund auf die einzelnen Ablenkungsreize reagiert, ist deine schwierigste Aufgabe!
Denn das Leben ist bunt und spannend und kein Laborversuch.

Alleine schon die Reizintensität von Gerüchen, bleibt für uns nicht nachvollziehbar.
Wie sollen wir also da vorhersagen, wie groß die Ablenkung für den eigenen Hund ist?

Eine Hilfe für dich ist, auf die Körpersprache deines Hundes zu achten und dich darin zu üben,
diese immer besser zu lesen.
Mit der Zeit lernst du Anzeichen zu erkennen, die dir zeigen, ob dein Hund auf einen Geruch eher neutral reagiert oder ob er aufgeregt wird.  

Hundehaltern hilft es oft, wenn sie sich eine Liste von Dingen machen, die ihren Hund beim Training ablenken
oder gar stören.

Schreibe also gerne alles auf, was dir auf euren Spaziergängen oder im Training,
an Ablenkungen bei deinem Hund, auffallen.

Das kann vom großen Hund, über die davonfliegende Taube, die Mülltonne, Nachbars Katze
oder der knatternde Motorroller alles sein, was deinen Hund ablenkt oder auch richtig stört.

Bringe diese Reize in eine für dich passende Reihenfolge, vom Reiz den dein Hund noch gut toleriert,
weil er vielleicht nur hinschaut, bis zur Ablenkung, bei der er ganz die Konzentration verliert.

Daraus kannst du dir einen Trainingsplan erstellen.

Jede Übungseinheit, die dein Hund können sollte und an der du mit ihm übst, trainierst du nun in den entsprechenden Situationen und mit den von dir ausgemachten Ablenkungen.
Und zwar vom leichtesten Reiz bis zu schwersten Ablenkung auf deiner Liste.
Erst wenn dein Hund dein Kommando zu hundertprozent in der jeweiligen Situation sicher ausführt,
steigerst du die Ablenkung und nimmst dir den nächsten Reiz auf deiner Liste vor.
Achte in deinem Training darauf, so kleinschrittig wie möglich vorzugehen.
Dein Hund muss eine große Chance haben, es richtig zu machen.
Nur wenn er entspannt ist, kann er lernen und versteht, dass er auf dem richtigen Weg ist. 

Für dich bedeutet dies: 

  • Bleibe vor allem gelassen!
    Gebe deinem Hund alle Zeit die er braucht.
    Ohne Druck und Stress, gib ihm immer wieder die Chance sich auszuprobieren und in Ruhe zu lernen,
    was du von ihm möchtest.
    Erkennst du, dass dein Hund häufig den gleichen Fehler macht, gehe einen Trainingsschritt zurück
    und beginne wieder mit einer leichteren Ablenkung.
  • Weite dein Training nach und nach an verschiedene Orte aus.
  • Übe zu verschiedenen Uhrzeiten.
  • Versuche deine Übungen nach und nach zu variieren.
    * Gebe deine Kommandos nicht nur im Stehen, sondern auch mal im Sitzen oder vom Hund abgewandt.
    * Soll er zum Beispiel einen Gegenstand umrunden, lasse ihn von beiden Seiten drumherumlaufen.
    * Anstatt ein „Sitz“ in Ruhe zu verlangen, versuche es aus der Bewegung heraus.

Je mehr du deinen Hund forderst mitzudenken, sich auszuprobieren und du ihm eine Vielfalt an Möglichkeiten gibst mit dir zu trainieren, desto stärker trainierst du auch seine Konzentration und seine Gehirnzellen.
Damit fällt es ihm immer leichter, neue Kommandos später ebenfalls zu generalisieren.
Immer vorausgesetzt, er darf lernen und sich ausprobieren, ohne dass er unter Stress gerät.

5. Die Kraft deines Hundes ist verbraucht

Um ein Kommando von dir auszuführen, muss dein Hund dir im Training konzentriert folgen
und ein von dir gewünschtes Verhalten zeigen.
Das heißt, er muss seine eigenen Wünsche und Bedürfnisse zurückstellen.
Mit jeder Übung lernt dein Hund also nicht nur ein Kommando auszuführen,
sondern auch seine Impulse zu kontrollieren und nicht jeder Ablenkung sofort nachzugeben.

Auch das Sich-Beherrschen-können ist ein Lernprozess.

Diese Selbstbeherrschung oder auch Impulskontrolle genannt, kostet ihn viel Kraft und verlangt ihm viel ab. 

Denn die Verlockung einer Schnüffelspur zu folgen, mit Schwung aus dem Kofferraum zu springen,
sich über die Futterschüssel herzumachen oder einen gesichteten Hasen zu verfolgen, ist groß.

Selbstbeherrschung funktioniert wie ein Muskel und ist irgendwann erschöpft.

Die Impulskontrolle ist also beim Hund nicht unbegrenzt vorhanden, sondern er verbraucht sie im Laufe des Tages. 

Jedes Kommando, dass du deinem Hund also gibst und dass er ausführt, obwohl er vielleicht lieber ein anderes Verhalten umgesetzt hätte, schmälert seine Reserve an Selbstbeherrschung.

Was verbraucht die Impulskontrolle? Denn die Impulskontrolle ist endlich!

Sie wird verbraucht durch: – Einsatz von viel Konzentration – 

  • an der Leine gehen
  • nicht schnuppern dürfen
  • Sexualtrieb nicht ausleben dürfen
  • das, was der Hund gerne tun würde, aber nicht darf.
  • das, was der Hund gerade tun soll, aber eigentlich nicht tun möchte.

Jetzt wird dir vermutlich auch klar, warum dein Hund manchmal scheinbar die Beherrschung verliert,
obwohl er vorher alles noch so gut umgesetzt hat. 

Man könnte fast sagen:
Ist die Tagesration an Impulskontrolle verbraucht, kann dein Hund Situationen nicht mehr meistern,
bei denen er sonst keine großen Schwierigkeiten hat.

Impulskontrolle ist endlich!

Das solltest du bei deinem Training immer im Hinterkopf haben.

Welche Situationen hat dein Hund heute schon gemeistert?

  • Ist er schon an der gruseligen Mülltonne vorbeigegangen?
  • Hat dein Hund nicht zurückgebellt, als der Nachbars-Hund am Gartenzaun rumpöbelte?
  • Ist die Katze bei seinem Anblick geflüchtet und er ist nicht hinterhergehetzt?

Dann hat er sich schon heute mehrmals stark beherrscht und
damit ist seine Energie im „Impulskontroll-Muskel“ verbraucht.

Vielleicht macht jetzt ein weiteres Training keinen Sinn mehr und du verschiebst es besser auf einen passenderen Moment, wenn dein Hund wieder ausgeruht ist und der „Muskel der Selbstbeherrschung“ wieder regeneriert ist.

Dein Hund lernt am besten in kleinen Schritten, dass es sich auszahlt sich zurückzunehmen.
Bei einem entsprechenden Training müssen die Vorteile für deinen Hund, die Nachteile überwiegen.

Hat dein Hund gelernt, dass nur Ruhe ihn zum Erfolg bringt, wird es ihm immer leichter fallen, sich zu beherrschen und er schont seinen „Muskel“ für andere Herausforderungen, in denen er sich ebenfalls zurücknehmen muss. 

Den „Impulskontroll-Muskel“ wieder regenerieren

Du kannst die Impulskontrolle aktiv wieder aufladen!

Der Muskel der Selbstbeherrschung regeneriert sich, wenn:

dein Hund, Dinge tun darf, die er sehr mag.

Zum Beispiel:

  • mit anderen Hunden spielen
  • frei laufen
  • buddeln
  • den Dummy suchen
  • etwas kauen
  • Schnüffelteppich nutzen
  • mit dem Kong oder Futterball spielen
  • Nasen- und Suchspiele ausüben
  • Intelligenzspiele nutzen
  •  ruhen, dösen, schlafen und insgesamt entspannen.

 

 

BlogBeitrag: 5 Tipps für dein tägliches Hundetraining zu Hause

 

Diese fünf Punkte musst du im Blick haben, damit du auch Fortschritte außerhalb jeder Übungseinheit deiner Hundeschule machst: 

  1. es braucht einen erfahrenen Hundetrainer
  2. du musst zu Hause regelmäßig üben und jede Übung zu deiner Trainingsroutine werden lassen, um Fortschritte zu erzielen
  3. Schau, dass die Ablenkungsreize für deinen Hund nicht zu stark sind und er sich noch konzentrieren kann. 
  4. Dein Training muss für deinen Hund gerade so anspruchsvoll sein, dass es ihn herausfordert, aber nicht überfordert und er sich, mit Freude an dir orientiert.
  5. Achte im Training darauf, dass sich der „Impulskontroll-Muskel“ deines Hundes nicht erschöpft. Das macht jedes weitere Training schwieriger.
    Daher vergiß den Spaß für deinen Hund nicht, damit er sich regenerieren kann.

Beachtest du diese 5 Punkte, dann klappt es auch mit den Trainingsfortschritten zu Hause.

Ich wünsche dir viel Freude bei der Umsetzung und bleibt gesund.

Lass mich wissen wenn du Fragen hast oder ich dir helfen kann.
Liebe Grüße

Stephanie

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