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Leinenführung beim Hund – Führst du schon oder folgst du noch?

Leinenführung beim Hund

Leinenführung – der Wunsch des Hundehalters

Die meisten Hundehalter wünschen sich einen Hundespaziergang mit lockerer, durchhängender Leine.
Meist seit Welpenalter an, ausgestattet mit einem schicken Halsband und einer darauf farblich abgestimmten Leine,
beginnt der Hundehalter mit seinem jungen Hund daran zu üben, ihm überall hin zu folgen.
Das Training der Leinenführung beginnt.
Na klar, – mit der Leine als Sicherheit.

Die Wahrheit an der Leine

Auch wenn der kleine Welpe seinen Welpeneltern noch um die ganze Welt folgend würde, wird er bereits jetzt, auch durch die Leine kontrolliert.
Dem jungen Hund körperlich überlegen, passiert es schnell, dass über die Leine, Zug aufgebaut wird um ihn in eine andere Richtung zu bewegen oder es wird geruckt, um den Jungspund zur Ordnung zu rufen.

Der Welpe lernt immer

– ob beim Führen an der Leine oder beim Erlernen der Beißhemmung.
Im Welpenalter wird der Grundstein für eine gute Leinenführung gelegt.
d
Denn der Hund lernt aus Erfahrungen.
Gerade in den ersten Lebenswochen lernt der Hund sehr schnell und speichert sein neugewonnenes Wissen und seine Erkenntnisse aus den Situationen nachhaltig ab.
Ist der Welpe frisch in sein neues Zuhause eingezogen, liegt das Augenmerk der frisch-gebackenen Welpeneltern eher auf der Stubenreinheit und das Erlernen der Beißhemmung. Ein Problem der späteren Leinenführung ist noch gar nicht ausgemacht.

Das schlechte Gewissheit und dem Wunsch alles richtig zu machen.

Immer noch bleibt die unterbewußte Unsicherheit der neuen Halter, ob der Kleine sich auch wirklich wohlfühlt und das schlechte Gewissen,
ihn seiner Mutter entrissen zu haben.
Der kleine Welpe soll sich unter allen Umständen wohlfühlen und es so richtig gut haben.
Aus diesen Gründen erhält der Welpe gleich zu Beginn sehr viele Freiheiten.
So auch in seiner Bewegung.
Ganz im Gegensatz zu dem, was seine Mutter ihm in einer fremden Umgebung zugestehen würde.
Sie würde ihren Welpen schützen und ihn sich nicht entfernen lassen.

Die Probleme mit der Leinenführung beginnen

Mit uns am anderen Ende der Leine lernt der Welpe allerdings nur eins:
„Ich muss nur irgendwo hinziehen, schon habe ich Erfolg und komme genau dahin, wo ich hinmöchte!“
Dieser Lernerfolg festigt sich dann mit jeder weiteren Wiederholung:
„Ich ziehe in eine bestimmte Richtung und schon läßt der Zug der Leine nach.“
Doch eigentlich wollen wir genau diese Verknüpfung mit der Leine nicht herstellen.

Die Leine notwendig oder eher lästiges Übel?

Die Leine ist wohl das wichtigste Hilfsmittel im Zusammenleben zwischen Mensch und Hund.

Der Hundehalter verbindet unterschiedliche Aspekte mit der Leine:

  • die Sicherheit, dass der Hund nicht weglaufen kann
  • Kontrolle über den Hund
  • man nimmt den Hund mit, ohne Wenn und Aber
  • man ist auch Stolz, wenn man so zusammen unterwegs ist
  • und es gibt einem auch das Gefühl von Macht

Viele Hunde hingegen empfinden die Leine als lästiges Übel:

  • Der Hund an der Leine, erfährt einen grundsätzlichen Kontrollverlust, denn er kann die Situation nicht mehr so lösen,
    wie er es vielleicht gerne tun würde. Etwa einen anderen Hund oder Mensch begrüßen.
  • Meist ist der Spaß den der Hund gerade hatte, mit dem Anleinen direkt vorbei.
    Alles Tolle und Aufregende ist in der Regel an der Leine sofort untersagt.
    Folgen soll der Hund und zwar brav, ohne zu murren.
  • Über die Leine wird der Hund in seiner Bewegung eingeschränkt, er kann nicht ausweichen.
  • Die Leinenführung wenn sie noch nicht gut trainiert ist und der Hund weiterhin zieht und der Hundehalter dagegenhält,
    vermittelt dem Hund in diesen Situationen immer wieder Unsicherheit, Unwohlsein und damit Stress.
    Eine andere Lösung, außer Gegendruck aufzubauen, hat der Hund an dieser Stelle noch nicht gelernt.
    Um dem Hund ein besseres Gefühl zu geben, müßen die Umstände der Leinenführung grundsätzlich verändert werden.
  • Und unter der Leinenführung kommt es für den Hund oft zu Schmerzen.
    Etwa wenn zwischendurch immer wieder mit Kraft über die Leine gearbeitet wird und doch, ob bewußt oder unbewußt, ein Ruck durch die Leine geht.

Die Leinenführung trennt Hund und Halter! Oder?

Unterschiedlicher kann die Sicht auf die Leinenführung nicht sein.
Der Halter sehnt sich danach, endlich mit seinem Hund eine gemütliche Gassirunde zu machen und dabei abzuschalten.
Jetzt fällt der Stress ab und wir können endlich unseren Gedanken nachhängen. Für Hundehalter eine heißgeliebte „Auszeit!“

Der Hund sehnt ebenfalls seine Gassirunde herbei.
Allerdings möchte er nicht „auftanken“ und in freier Natur relaxen, sondern endlich Gas geben.
Im fremden Urin von Artgenossen „Zeitung“ lesen, Spuren von Beutetieren nachgehen und nach fremden Hunden Ausschau halten.
Um damit entweder das eigene Territorium vor fremden Hunden freihalten, vielleicht auch sein Herrchen oder Frauchen zu beschützen
oder mit dem besten Hundekumpel, ein wildes Rennspiel zu veranstalten.

Bei so konträren Auffassungen, wie soll es da zu einer durchhängenden Leine kommen?
Das geht gar nicht!

Die Hundeleine – Keine Machtposition, sondern Handreichung

Meine eindringliche Aufforderung an dich ist bei der Leinenführung:

„Führe deinen Hund niemals mit der Leine!“

Was oft als Leinenführung, sehr blumig mit „dem verlängerten Arm des Menschen“ beschrieben wird, wird leider fast immer wörtlich genommen
und führt nur dazu, daß über die Leine am Hund herumgezogen wird.

Leinenführung beim Hund

Doch Leinenführung hat nichts mit Kraft oder Druck zu tun.
Ein auf den Hund ausgeübter Druck, erzeugt lediglich Gegendruck von seiner Seite aus.
Doch meist kennen wir es eher von der anderen Seite, unser Hund zieht an der Leine und schon ziehen wir dagegen.
Vielleicht erst einmal reflexhaft und unwillkürlich.
Allerdings völlig sinnlos, denn sofort erhöht unser Hund den Zug noch etwas mehr auf die Leine und wer hätte es gedacht, auch wir halten eisern dagegen!

Wir folgen lediglich dem newtonschen Gesetz und schon endet es in einem wilden Zerren an der Leine.
Ein Teufelskreis beginnt und mit viel Pech, hast du bald einen Pöbler an der Leine herangezogen.

Raus aus dem Teufelskreis der Leinenführung

Der Grundsatz der Leinenführung den ich dir daher mitgeben möchte, ist:

„Es werden keine Emotionen über die Leine weitergegeben!“

Bei der Leinenführung wird die Leine also nie aktiv eingesetzt.
Weder für ein Lenken des Hundes, noch zu seiner Korrektur.

Leinenführung ist tatsächlich eher ein „An-die-Hand-nehmen“, statt eines „verlängerten Arms“!

So ist es für jeden Hundehalter notwendig, sich in die Rolle einer souveränen Führungspersönlichkeit einzufinden.
Denn nur wenn dein Hund eine klare Orientierung an dir hat und die Sicherheit bei dir findet, dass du Situationen für ihn und
damit natürlich auch für euch beide, gut löst, übernimmt er nicht deine Aufgabe.
Deine Aufgabe als Leiter eures Mensch-Hund-Teams, ist es nämlich, bei Unsicherheit für eine klare Lösung zu sorgen.
Nur du kennst dich in der Menschen-Welt aus.
Dein Hund muss sich an dir orientieren können, weil er die Regeln in unserer Welt nicht kennt und er deshalb dich als Orientierungspunkt
und verläßliche Größe braucht.
Nur so kann dein Hund sich bei dir sicher fühlen und es entsteht ein tiefes Vertrauen zwischen euch.

Leinenführung – Erst führst du dich, dann deinen Hund!

Wenn du jetzt einen abgeklärten Übermenschen vor Augen hast, der jede Situation perfekt beherrscht, liegst du allerdings falsch.

Als Teamleiter, brauchst du Empathie und Verständnis für die Reaktionen deines Hundes und dazu dann eine für deinen Hund klare Haltung.
Das bildet für deinen Hund den Grundstein für eine gute Orientierung und Sicherheit.
In eurem ganzen Zusammenleben und damit natürlich auch bei der Leinenführung.

Bei der Leinenführung geht es also im hohen Maße um deine Kompetenzen in der Führung und Anleitung deines Hundes.

Es braucht für deinen Hund:

  • Klarheit,
  • Verlässlichkeit
  • Konsequenz (was nichts mit Härte zu tuen hat!!)
  • Verantwortungsbereitschaft
  • aber auch Gelassenheit
  • Flexibilität und Veränderungsbereitschaft
  • Kooperation und nicht zu letzt,
  • Vertrauen in deinen Hund

Doch schon bei dem Punkt der benötigten Klarheit in der Kommunikation mit unserem Hund, kommt es zu einer großen Diskrepanz
zwischen der benötigten Anforderung, die uns natürlich sofort klar ist und der eigentlichen Realität in unserem Alltag.

Hunde sind zunächst immer klar in ihrem Ausdruck.
Später wird vielfach der Fehler begangen, dass man ihnen diese klare Kommunikation abtrainiert, etwa weil man nicht zuläßt, dass sie knurren.
Doch diese anfängliche Klarheit in der Hundekommunikation schafft unter Hunden eine vertrauensvolle Basis.
Jeder weiß im Rudel woran er ist.
Klarheit schafft einfach Vertrauen.

Auch wir möchten dieser Anforderung gerne genügen und tuen uns doch grundsätzlich schwer damit.
Die meisten von uns haben viel zu gut gelernt, lieber in unserer Kommunikation unklar zu bleiben, lange um den „heißen Brei“ herumzureden,
als klar zu sagen, was wir wirklich wollen.
Keines Falls möchten wir als unhöflich wahrgenommen werden oder dem anderen respektlos erscheinen.

Dieser Vorteil einer künstlichen Fassade, erschließt sich unserem Hund nicht.
Im Gegenteil, durch solch ein Verhalten würde er es riskieren, aus seinem Rudel ausgeschlossen zu werden.
Dahin wäre seine Sicherheit.
Denn da ist auch das Rudel sehr klar.
Sie werden ihn eher vertreiben, als den Hund als Unsicherheitsfaktor weiter in ihrem Rudel zu dudeln.

Kommunikation ist der Schlüssel – auch bei der Leinenführung

Hunde drücken sich daher in ihrer Kommunikation absolut unmissverständlich aus.
Diese Klarheit schütz vor falschen Annahmen und erstickt bereits im Keim ernsthafte Auseinandersetzungen.

Denn Hunde wollen eigentlich keine Auseinandersetzung und werden erst einmal alles dafür tun, diese zu vermeiden.
Nur diese klare Kommunikation sorgt beim Hund und seinem Rudel für das höchste Maß an Sicherheit, um in Ruhe leben zu können.

Darin liegt für uns Menschen und dich als Halter eine ganz große Chance von ihnen zu lernen.
Denn Hunde sind in der Kommunikation wahre Experten und verstehen es oft schon mit einem minimalem Ausdrucksverhalten
beim Gegenüber für eine entsprechende Reaktion zu sorgen.
Ganz ohne Schärfe, emotionalen Ausbrüchen oder einer hohen Lautstärke.

Wenn also dein Hund so fein, direkt und klar in seinem Feedback ist,
solltest du diese unverfälschte Rückmeldung als Möglichkeit nutzen, dein Handeln zu überprüfen.

Und so geht’s – Führung an der Leine

Deine Qualitäten in der Führung deines Hundes mußt du nicht nur unter Beweis stellen, wenn dein Hund eine gute Bindung zu dir aufbauen soll,
sondern gerade dann, wenn es um ein folgsames Miteinander im Alltag geht.

Doch gerade beim Thema „Leinenführung“ erinnert die Realität eher an einen Wettkampf im Zughundesport.

Eigentlich wünschen sich aber alle Hundehalter einen Spaziergang, der eine gemeinsame Aktivität ist.
Das Zusammensein alleine soll schon die Beziehung stärken, für Entspannung sorgen und beiden Partnern, Hund wie Halter, Spaß und Erholung bringen.

Der Begriff „Leinenführung“ ist aus zwei Worten zusammengesetzt. LEINE und FÜHRUNG.
Was bedeutet es jetzt, an der Leine die Führung zu übernehmen?

Als Führungsperson in eurem Mensch-Hund-Team ist es deine Aufgabe, mit der Abhängigkeit deines Hundes,
die das Gehen an der Leine für ihn bedeutet, sensibel umzugehen.

Ein Rucken, Zerren und Reißen an der Leine, führt bei deinem Hund eher zur Verunsicherung, Angst und das Absprechen deiner Führungskompetenz.
Wenn du der Leiter eures Teams sein möchtest, mußt du dich auch in stressigen, neuen und fordernden Situationen entsprechend
wohlwollend und deinem Hund zugewandt, zeigen.

So bitte nicht!

Ein Chef der herumbrüllt und mit Beleidigungen um sich wirft, wird dieses Verhalten meist wiederholen,
weil es oftmals keine negativen Konsequenzen hat.

Leinenführung - Führst du schon oder folgst du noch?

Im Gegenteil, vielfach reagieren Mitarbeiter mit Gehorsam, Angst, Unterwerfung oder gar Ehrfurcht,
obwohl der Chef das rechtlich, zulässige Maß in seinem Tun überschreitet.
Vom Arbeitsplatz und dem Chef abhängig, werden hier Machtverhältnisse ausgenutzt, in denen Wutausbrüche jederzeit passieren können.

Genauso aber erlebt dich dein Hund, wenn du an der Leine herumzerrst und ihn anschnauzt, wenn etwas gerade nicht so gut klappt.
Ärger, Wut und Machtkämpfe, haben in der Hundeerziehung nichts zu suchen.
Weil es deinen Hund nur verunsichert.

Einem Mitarbeiter wird für solche Situation geraten:

  • Schweige nicht!
  • Setze eine Grenze!
  • Nimm es nicht persönlich!

Was sich hier so gut gemeint und problemlösend liest, wäre als Lösungsansatz für den Hund, eine Katastrophe.
Unser ganzes Verhalten nicht persönlich zu nehmen, ist der Punkt, den der Hund sowieso in unserem täglichen Beisammensein kontinuierlich umsetzt.
Ein Hund, – und dafür lieben wir sie auch so sehr -, bleibt immer wohlwollend und zugewandt.
Da muß schon viel passieren, damit ein Hund sich dem Menschen nicht mehr zuwendet und anschließt.
Allerdings sollte er sich nicht überlegen, das Ganze nicht stoisch zu ertragen, sondern seine Meinung kund zu tun und uns gar eine Grenze zu setzen.

Doch Druck erzeugt Gegendruck und noch mehr Druck, erzeugt noch mehr Widerstand.
Das 3. Newtonsche Gesetz haben wir schon besprochen.
Das gilt ganz allgemein immer für den Umgang miteinander.
Doch wie soll ein entspanntes Laufen an der Leine zustandekommen, wenn der Hund Stress erwartet?
Er kann sich dann nur noch widersetzen, sich „aufsässig“ verhalten oder aber verängstigt regieren.

Am Anfang in der Leinenführung: – Druck raus! –

Jeglichem Stress müssen wir schon mit einer entspannten Grundhaltung begegnen.
Daher ist dein erster Schritt, probiere dich mit dem Gegenteil aus.

Arbeite mit Entspannung, statt mit Druck.

Du wirst bemerken, dass dein verändertes Verhalten in einer Situation, auch eine andere Reaktion bei deinem Hund herbeiführt.
Jedes neue Verhalten an dir, beeinflußt das Gelingen in der Leinenführung.
Denn das ist eine Aufgabe, die ihr nur zusammen lösen könnt.

Also raus aus dem Teufelskreis von Druck und Stress, hin zu Veränderung und Neustart.
In der Praxis bedeutet das für dich in erster Linie, sobald du Spannung auf der Leine spürst, bleibst du stehen und entspannt dich.
Atme ganz bewußt aus. Puuuuuuuuuuuuuhhhhhhh.
Damit bietest du deinem Hund eine erste Orientierung.
Kein hektisches Schnell, Schnell, – nein laß es, – was soll daß? ….
Sondern die Einladung sich zu sammeln und sich in Ruhe auf einander einzustimmen, bevor es weitergeht.

Dein Hund muss sich bei der Leinenführung ganz auf dich einlassen.
Seine Kommunikation mit Artgenossen ist an der Leine eingeschränkt.
Er muss dich also als Leiter eures Teams auch wahrnehmen und deine Kompetenz spüren.
Das heißt du benimmst dich wie ein toller Chef und führst mit Ruhe, Konsequenz und Respekt deinen Hund.
Da haben auch kleinste Einwirkungen über die Leine an seinen Hals oder auch massivere Maßnahmen keinen Platz.
Hier geht es um den Aufbau einer tragendenden, vertrauensvollen Beziehung.

Wo ist denn jetzt der Platz deines Hund bei der Leinenführung?

Wo sollte dein Hund denn nun aber laufen, wenn du mit ihm unterwegs bist?
Hinter dir oder doch eher genau neben dir?
Beziehungsweise darf er auch vorlaufen, wenn die Leine nur nicht auf Spannung gerät?

Wie so oft im Hundetraining läßt sich das nicht pauschal beantworten.
Es hängt ein wenig von dir ab, wie du es gerne hättest und gleichzeitig natürlich auch von deinem Hund,
womit er sich wohlfühlt bzw. wo er gut aufgehoben ist.

Ist dein Hund eher ängstlich und braucht er eine größere Individualdistanz, dann ist er in der Position hinter dir gut aufgehoben,
weil du vorne für ihn alle Situationen im Blick behältst und diese auch gut für deinen Hund lösen kannst.
Gleichzeitig ist die Position direkt neben dir, ihm vielleicht schon zu eng und nah, so dass ihm ein dauerndes „Bei Fuß-gehen“ vermutlich eher schwerer fallen wird.
Er braucht dich als verläßlichen Partner, der im praktisch den Weg freimacht und dem er folgen kann.

Ganz im Gegensatz zu einem Hund der ein stark ausgeprägtes Territorialverhalten zeigt.
Er würde liebend gerne die Position vorne einnehmen, seine Umwelt scannen und die ganze Zeit darauf warten, ob er Situationen lösen muss.
Hier ist es gut den Hund aus der gesuchten „Aufgabe“ herauszunehmen.
Auch seine Position ist hinter dir, denn als Leiter eures Teams, läßt du dir die Aufgabe für Sicherheit zu sorgen, nicht aus der Hand nehmen.

Außerdem gibt es noch die schon angesprochene „Bei Fuß“-Position, bei der dein Hund genau neben die läuft.
An welcher Seite du deinen Hund dabei führst, spielt keine Rolle.
Allerdings solltest du seine Haupt-Laufseite, also die Seite von dir, auf der du deinen Hund dauerhaft laufen lassen willst, einmal festlegen.

Ich arbeite auch noch mit dem offenen Signal „Bei mir“, bei dem der Hund keine besondere Position einnimmt, mir aber folgen muss.

Denn beim Laufen an der Leine ist eins klar, du weißt wie es von A nach B geht und der Hund folgt dir.
Du gibst also den Weg vor und das Tempo. Der Hund schließt sich dir dabei an.

Welche Leine macht das Rennen?

Zum Üben der Leinenführung sollte deine Leine ein Länge von zwei bis drei Metern haben.
Wähle sie nicht zu lang, denn sonst schleift sie oft auf dem Boden und der Hund verheddert sich immer wieder in ihr.
Das hindert deinen Hund daran, dir ungezwungen zu folgen.
Du bist zu oft damit beschäftigt, deinen Hund wieder zu entwirren.
Das macht nur unnötige Unruhe.

Auch eine zu kurze Leine ist ungünstig, denn dein Hund läuft zu schnell in eine gespannte Leine hinein und
immer wieder kommt es dann zu den unangenehmen Einwirkungen an seinem Hals.

Positioniere deinen Hund vor der Leinenführung

Bevor du also mit der Leinenführung bei deinem Hund startest, legst du einmal fest, wo die Position deines Hundes sein wird
und auf welcher Seite von dir, er laufen soll.

Wichtig:
Auch der Hund hat seine Schokoladenseite.
Komme ihm im Training etwas entgegen und lasse ihn zu Beginn auf seiner Lieblingsseite laufen.
So machst du es ihm in der Konzentration auf dich, zu Anfang etwas leichter.
Denn das macht dich als guten Teamleiter aus.
Du mußt nicht immer auf deinem Recht bestehen, sondern entscheidest in der Situation, was für euch beide das Beste ist.

Vom Fleck weg mit der Leinenführung starten?

Direkt ab der Haustüre mit dem Training der Leinenführung zu beginnen, macht wenig Sinn.
Die Ablenkung auf der gewohnten Gassirunde ist für deinen Hund viel zu aufregend und er wird sich nur schwer auf ein Leinenführ-Training mit dir einlassen können.
Viel zu interessant sind die Markierungen der anderen Hunde aus der Nachbarschaft und die spannenden Gerüche von streunenden Katzen,
huschenden Mäusen und die Geräusche der pickenden Vögel.

Auch hier bist du ganz Teamleiter und suchst für deinen Hund eine Umgebung, von der du weißt, dass sie für ihn nicht ganz so aufregend ist.
Vielleicht hast du in deiner Nähe einen Parkplatz, etwa von einem Einkaufsmarkt oder eine andere betonierte Fläche.
Hier kann dein Hund sich viel besser auf das Training mit dir einlassen, weil nichts anderes seine Aufmerksamkeit immer wieder mit Beschlag belegt.
Und du kennst als Chef natürlich dein Teammitglied und weißt, dass du die Reize langsam steigern solltest,
damit er eine Chance hat seine Aufmerksamkeitsspanne zu trainieren und anzupassen.
Du bist souverän genug und läßt deinen Hund so wenig Fehler wie möglich machen.
Mit jeder gelungenen Situation wachst ihr weiter zusammen und untermauert eure Beziehung.
Dazu trägt dein Trainingsplan ganz wesentlich bei.
Ebenso deine positive Verstärkung, die deinem Hund immer wieder signalisiert, dass er auf dem richtigen Weg ist und du dich an seiner gezeigten Leistung freust.
So gut aufgestellt, braucht es keine groben Zurechtweisungen oder ruckartigen Maßregelungen.

Denn sollte es mal nicht so gut laufen, weißt du ja, wie du den Druck rausnimmst.

Früh übt sich – das Training mit deinem Welpen

Natürlich fängt man am besten bereits im Welpenalter an, den Hund mit der Leinenführung vertraut zu machen.
Gerade jetzt lernt er spielerisch.

Ich empfehle dir sowohl mit dem Halsband, als auch mit dem Geschirr zu arbeiten.
Das macht es für deinen jungen Hund leicht den Unterschied zwischen „ich folge an der durchhängenden Leine“
und „ich habe Freizeit und darf die Welt erkunden“ zu erkennen.
Und auch hier kannst du wieder deine Führungsqualitäten unter Beweis stellen.
Denn du schaffst eine klare Kommunikation zwischen euch.
Der Wechsel des Karabiners vom Halsband auf das Geschirr, verknüpft dein Hund sehr schnell mit der lockeren Leine oder seiner Freizeitbeschäftigung.

Leinenführung mit dem erwachsenen Hund

Selbst wenn dein Hund bisher noch nie an lockerer Leine gelaufen ist und bereits schon über längere Zeit zieht,
kann auch er im Erwachsenenalter noch von der Leinenführung profitieren und das „entspannte-dir-Folgen“ immer noch lernen.

Allerdings benötigst du bei einem Training mit einem erwachsenen Hund meistens längere Zeit, denn der Hund hat ja auch über eine lange Zeit gelernt,
dass er mit seinem Ziehen an der Leine zum Erfolg kommt.
Einem Welpen ein neues Verhalten beizubringen, geht meistens schneller, als einem älteren Hund ein falsches Verhalten abzutrainieren.
Denn dein älterer Hund steht jetzt vor der Herausforderung sich zurücknehmen zu müssen und nicht seinen Impulsen nachzugeben.
Gleichzeitig muss er sich bei der Leinenführung nun an dir orientieren und genau auf deine Signale achten.
Das sind am Anfang gleich mehrere Hürden, die er nehmen muss.
Da sich dein erwachsener Hund aber wahrscheinlich schon länger konzentrieren kann als ein junger Welpe,
ist es meist möglich die einzelnen Trainingsschritte schneller zu steigern und auch ablenkende Reize schneller ins Training einzubauen.
Das heißt, mit einem älteren Hund, wirst du vielleicht schneller vom Parkplatz auf die Trainingswiese wechseln können.

Deine allgemeinen Pflichten als Leiter des Teams

  • Du läßt keinen Kontakt zu fremden Hunden an der Leine zu, denn damit gerät dein Hund unter Druck, weil er an der Leine nicht gut kommunizieren kann.
    Die Leine schränkt ihn in seiner Kommunikation erheblich ein.
  • Du läßt keine Situationen zu, in denen du deinen Hund extrem kurz halten mußt, denn das löst bei ihm Stress aus und
    er würde dagegenhalten, was dich zu noch mehr Spannung veranlassen würde.
  • Du hilfst deinem Hund in der Begegnung mit anderen Hunden und entschärfst die Situation, indem du ihn auf die andere Seite nimmst.
  • Du bist sehr aufmerksam und belohnst alles was dein Hund dir an gutem Verhalten zeigt.

Bleibe bei der Leinenführung geduldig

Beim Training der Leinenführigkeit ist dein Üben eine hohe Fleißaufgabe.
Es bietet sich an, bei deinen täglichen Spaziergängen immer mal wieder kurze Trainingseinheiten mit deinem Hund zu üben.
So wirst du schnell erste Erfolge erreichen.
Wichtig ist, dass du bei deinen Trainingseinheiten in der Leinenführung geduldig bleibst und deinem Hund Zeit gibst.

Dein Hund muss gerade bei der Leinenführung viele Punkte beachten:

  • dein Tempo
  • deinen Weg
  • seine Position
  • die durchhängende Leine
  • nicht pieseln und kein Häufchen absetzen
  • kein Schnuppern
  • aufmerksam bleiben
  • Signale richtig deuten
  • seine eigenen Interessen hintenanstellen

Warum dann eigentlich die Leine nutzen?
Denn ohne Leine wäre es nicht passiert!

Du kennst sie sicher auch, diese ganz besonderen Hundebegegnungen.
Hunde die nicht mehr ansprechbar sind und auf zwei Beinen in der Leine hängen und lautstark bellend, ihrem Unmut Ausdruck verleihen.

Dazu Hundehalter die sich mehr als unwohl fühlen, weil sie nicht mehr Herr der Lage sind und sich vom eigenen Hund vorgeführt fühlen.

Ohne Leine dagegen meistern diese Hunde vielfach Begegnungen mit anderen Hunden ohne Probleme.

So hört man dann auch oft die Entschuldigung:
„Ohne Leine ist er ganz anders.“ oder
„Ich habe nur an der Leine immer das Problem“.

Findest du dich gar in diesem Beispiel selbst wieder?
Ist auch dein Hund im Freilauf völlig unproblematisch und rastet bei Hundebegegnungen völlig aus?
Dann hast du einen leinenaggressiven Hund, bei denen man auch vom Leinenrambo oder Leinenpöbler spricht.

Woher kommt die Aggression an der Leine?

Hunde zeigen eine Aggression an der Leine häufig, weil sie in Hundebegegnungen unter einem hohem Stresslevel stehen.
Weil Stress immer gravierende negative Folgen für die Gesundheit des Hundes hat, muss man die Ursachen für das Verhalten des Hundes herausfinden.

Denn erst wenn du die Ursache kennst, kann ein gezieltes Training beginnen.
Deshalb ist es wichtig, zu einem kompetenten Hundetrainer zu gehen.
Er findet mit dir zusammen die Ursache für das Verhalten deines Hundes heraus.
Anschließend wird dann mit dir und deinem Hund daran gearbeitet, dass er entspannt an der Leine mit dir spazieren geht.
Wenn ich dich dabei unterstützten soll, dann melde dich gerne bei mir, unter: lernpfote@web.de

Die möglichen Ursachen einer Leinenaggressionen

Die Angst als Ursache für eine Leinenaggression
Die Emotion „Angst“ kann der Hund sowohl in den Situationen für sich selbst empfinden, aber er kann auch um dich Angst haben.

Seine Angst ist dabei meist von verschiedene Faktoren abhängig.
Und zwar:

  • mangelnde Erfahrung mit anderen Hunden
  • schlechte Erfahrungen mit anderen Hunden
  • schlecht geführte Welpen(spiel)stunden
  • deine eigene Anspannung

Ein Hund ist nicht per se bösartig.
Sein Verhalten beruht auf seinen gemachten Erfahrungen.
Also das was er gelernt hat und was ihn zu einem Erfolg gebracht hat.

Außerdem können Ursachen für eine Leinenaggression sein:

  • Frust
  • rassetypische Veranlagung
  • Einschränkungen an der Leine

All diese Komponenten machen eine entspannte Leinenführung erst einmal aussichtslos, weil der Hund nur noch die Situation für sich klärt.
Leider in einer Art und Weise, wie du sie nicht haben willst und mit der du selbst unglücklich bist.

Schlechte oder mangelnde Erfahrungen mit anderen Hunden

So kann also die mangelnde Erfahrung mit anderen Hunden, etwa weil der Hund lange Zeit abgeschirmt gelebt hat
oder auch schlechte Erfahrungen mit Artgenossen gemacht hat, etwa weil beim Toben mal einige über ihn hergefallen sind,
zur Strategie des Hundes führen:
„Angriff ist die beste Verteidigung.“
„Über lautes Bellen und mit viel Gekeife an der Leine, halte ich mir alles vom Leib.“

Schlecht geführte Welpen(spiel)stunden

Gleiches gilt mit den gemachten Erfahrungen in schlecht geführten Welpenstunden, in denen Welpen
in großen Gruppen mit einander „spielen“, um sie zu sozialisieren.
Meist kommt es hier nur zu ungünstigen Lernerfahrungen.
Kleine, ängstliche oder sensible Hunde lernen, dass sie selbst zusehen müssen, nicht unter die Räder zu geraten,
was oft nur über aggressives Verhalten umzusetzen ist.
Selbstbewußte Hunde, werden nicht selten zu Mobbern.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist, dass bereits im Welpenalter der Hund lernt, andere Hunde sind mit einer hohen Aufregung,
viel Stress, aber auch Angst oder Frust verbunden.
In diesem hohen Erregungslevel nach dem „Spiel“ mit den anderen Welpen, schließt sich dann oftmals in der Welpenstunde noch eine Lerneinheit an.
Zu diesem Zeitpunkt ist der Welpenorganismus angefüllt mit Cortisol (dem Stresshormon), Dopamin und Adrenalin.
Unter Stress kann kein Hund lernen, das wissen die meisten Hundehalter.
Doch dem aufgeregten, jungen Hund wird jetzt noch Konzentration abverlangt.
Es wird also eine Situation geschaffen, in dem der Hund gar nichts aufnehmen und lernen kann.
Das Ergebnis dieser gewählten Trainingssituation zeigt sich meist erst in der Pubertät.
Wenn dann der Hund an der Leine pöbelt, wird die Verbindung zu den schlechten Erfahrungen aus der Welpen(spiel)stunde, nicht mehr hergestellt.

Deine eigene Anspannung ist der Auslöser bei der Leinenaggression

Auch deine eigene Anspannung kann für deinen Hund zum auslösenden Reiz werden.
Hier haben wir es mit deiner Stimmungsübertragung zu tun und die ist ein ganz wesentlicher Faktor.

Man hört sehr viel von der Stimmungsübertragung von uns Hundehalter auf unseren Hund.
Was es damit auf sich hat, wollen wir hier mal beleuchten.
Unsere Gedanken beeinflussen unsere Stimmungen und Gefühle und damit unser Handeln.
Aus diesem Grunde gehen Hundehalter vielfach so ungern mit ihrem an der Leine pöbelnden Hund spazieren
oder trauen sich auf der Gassirunde nicht mehr an Orte, an denen sie andere Hunde treffen könnten.
Sie haben schon an der Haustür, die Gedanken an ihren bellenden Hund an der Leine, vor Augen.
Dem Hundehalter ist bereits zu Beginn seines Spaziergangs mit Hund völlig unwohl und er durch lebt seine Gassirunde
in Anspannung und Sorge, ob er seinen Hund in einer Hundebegegnung noch handeln kann.
Aus diesem Gefühl heraus, beginnt er zu handeln.
Oftmals gar nicht bewußt, fängt er an den Hund schon kürzer zu nehmen, flacher zu atmen und seinen Körper anzuspannen.
Er ist schon in einer „Hab-acht-Stellung“, wenn er von zu Hause losläuft.

Doch es braucht schon viel weniger, als eine kurze Leine, damit dein Hund erkennt, wie es um dich steht.
Forscher haben nämlich herausgefunden, dass Hunde sogenannte Spiegelneuronen besitzen.
Über sie ist es den Hunden möglich, sich durch ein reines Beobachten in Gefühle anderer hineinzuversetzen.
Dein Hund erkennt also jetzt schon deine Gefühle.
Er spürt deine Anspannung und deine Sorge.
Und weil Hunde so emphatisch reagieren, ist er direkt in der gleichen Stimmung, in der du dich befindest.

Daher ist der Tipp vom Anfang so wichtig.
In erster Linie schon einmal lange auszuatmen: Puuuuuuhhhhh, um damit die Anspannung abzubauen.
Gerade wenn für dich Hundebegegnungen eine tägliche Herausforderung sind, ist es wichtig, dass du diesen Stress und deine Anspannung loslassen kannst.
Hier helfen dir verschiedene Atemtechniken und Übungen, um innerlich ruhig zu bleiben,
damit du deinem Hund genügend Sicherheit vermitteln kannst, weil er deine Souveränität spürt und nicht deine Angst und Unsicherheit.

Hier ist dein Hund ein wichtiger Sparringspartner, der dir wohlwollend und zugewandt ist und dem die feine Kommunikation vertraut ist.
Entspannung ist also hier deine effektive Maßnahme, um solche Situationen mit deinem Hund als Team positiv zu verändern.

Frust ergibt frustrierende Situationen auch bei der Leinenführung

Auch beim Thema „Frust“ spielt oft die nicht gut geführte Welpen(spiel)gruppe hinein.
Denn schon hier lernen die Welpen und dann auch bei den Unternehmungen mit ihren Welpeneltern, sie dürfen zu jedem Hund Kontakt aufnehmen.
Welpen lernen eher selten, dass sie ruhig an anderen Hunden vorbeigehen sollen, oder abwarten müssen bis der andere Hund an ihnen vorbeigegangen ist.
Noch ist das alles süß.
Der kleine ist tollpatschig und findet alles, ob Hund ob Menschen einfach toll.
Der Hund wird älter, größer, schwerer.
Langsam beginnen Situationen zu kippen.
Andere Hunde und deren Besitzer finden ihn nicht mehr allzu süß, wenn er sie anspringt oder den unbekannten Hund ständig bedrängt.
Was von Anfang an gefördert wurde, nämlich großes Interesse an Artgenossen zu zeigen, immer wieder Kontakt zu suchen
und mit ihnen wild zu spielen, bekommt der Halter jetzt kaum noch unterbrochen.

Jetzt kommt die Leine ins Spiel.
Der verlängerte Arm des Menschen.
Und anstatt Führung durch seinen Menschen zu erfahren, wird er jetzt durch die Leine vehement daran gehindert, seinen Interessen mit Artgenossen zu folgen.
Schnell ist der Hund völlig frustriert, weil er die Welt nicht mehr versteht.
Je mehr der Halter ihn versucht zurückzuhalten und mit Druck arbeitet, desto mehr entsteht der Gegendruck und der Hund hängt in der Leine.
Nicht selten schlägt dann das Ganze in Aggression an der Leine um.

Rassetypische Veranlagung bringen Probleme bei der Leinenführung mit sich

Leinenführung

Ja, auch das gibt es.
Bei diesen Hunden haben wir Menschen bei der Zucht sehr viel Wert darauf gelegt, dass sie für uns arbeiten.
Sie hatten die Aufgabe Haus und Hof zu bewachen und unsere Herden zu schützen.
Dafür sind die Hunde am besten geeignet, die sehr territorial veranlagt sind, sich als besonders furchtlos erweisen und sehr selbständig sind.
Wie etwa Person und Jack Russel Terrier.
Auf die Verträglichkeit mit Artgenossen wurde in diesem Zusammenhang keinen Wert gelegt.
Diese Hunde lernen sehr schnell, denn sie haben eine schnelle Auffassungsgabe.
Gleichzeitig sind sie leicht erregbar und besitze ein schnelles Reaktionsvermögen.
Sie müssen schließlich Situationen blitzschnell erfassen und selbständig lösen.
Das es vielfach Einzelkämpfer sind, lernen sie daher auch schnell, dass sie sich durch Aggression ihre Artgenossen vom Leib halten können.

Einschränkungen an der Leine, unterbindet gute Kommunikation

Bei einer Begegnung von Hunden an der Leine, können die üblichen Rituale wie:

  • die Demonstration der sozialen Position, etwa durch die Analkontrolle,
  • ein Umeinanderlaufen als Imponiergeste,
  • die daraus häufig resultierenden Sozialspiele, wie etwa ein Rennspiel etc.
    nicht mehr erfolgen.

Die vielleicht nötige Distanz zum Artgenossen, kann kaum noch reguliert werden.
Einer entstehenden sozialen Enge kann der Hund nicht entgehen, weil er nicht ausweichen oder sich zurückziehen kann.

Die Folge daraus, die Stimmung kippt.
Das Klima wird aggressiv, die Folge kann ein Abwehrschnappen bis hin zur Beißerei sein.

Dadurch, dass dein Hund an der Leine nicht mehr gut mit anderen Hunden kommunizieren kann,
lasse keine Situationen entstehen, in denen dein Hund sich stark bedrängt fühlt.
Sonst lernt er schnell, Situationen, die ihm unangenehm sind oder waren,
über ein aggressives Verhalten für sich zu lösen und das immer schneller und immer mehr auch schon auf größere Distanzen.

Das Ziel deines Hundes bei der Pöbelei an der Leine

Durch das Auflisten der möglichen Ursachen von Pöbeleien an der Leine, ist es sicherlich schon klar geworden.
Ziel der ganzen Pöbeleien an der Leine ist

die Abschreckung und eine Distanzvergrößerung zum Artgenossen.

Leinenführung bedeutet daher Sicherheit statt Krafteinsatz

Daher trainiere die Leinenführung angepaßt an das Verhalten deines Hundes
Abhängig von den Verhaltensursachen deines Hundes, mußt du auch unterschiedlich an der Leinenführung arbeiten.
Hier gilt es das Training in den Situationen deines Alltags entsprechend anzupassen.

Damit du für deine verschiedenen Herausforderungen, auch jeweils eine gute Strategie hast.

Erster Trainingsschritt in der Leinenführung

Achte vor allem auf die ersten Stressanzeichen bei deinem Hund.
Es sind diese kleinen Hinweise die dir anzeigen, dass er die Situation als Konflikt ansieht und sie ihn stresst.
Diese feinen Signale solltest du frühzeitig wahrnehmen und sie als wichtige Anzeichen erkennen.

Dein Hund zeigt einen Konflikt an, durch:

  • über die Schnauze lecken
  • Kopfabwenden
  • intensives Schnüffeln
  • Wegdrehen und Ausweichen
  • Stehen bleiben
  • „Einfrieren“, Versteifen,
  • Ersatz-Handlungen: in die Leine beißen, ins Gras beißen, Wälzen, Schütteln
  • Angriff:
    – dazu zählt schon ein Fixieren des Artgenossen,
    – Hinlegen beim Anblick eines anderen Hundes, ist eine Art Jagdverhalten, er lauert dem anderen Hund auf
    – Bellen
    – nach vorne preschen

Jetzt ist deine Reaktion gefragt

Erkennst du an deinem Hund die oben beschriebenen Stresssignale, dann heißt es sofort zu reagieren.
Denn dein Hund hat nur vier Möglichkeiten mit einer Konfliktsituation umzugehen:

  • mit Angriff
  • mit Flucht
  • mit Einfrieren
  • mit „Flirten“ als Deeskalationsverhalten

Nimmst du erst den Angriff deines Hundes wahr, weil er bereits seinen vermeintlichen Kontrahenten fixiert, anbellt oder in die Leine springt,
hast du wertvolle Chancen die Situation mit Bedacht für deinen Hund zu lösen, verstreichen lassen.

Denn der Angriff steht erst am Schluß seines Lösungs-Repertoires.
Davor wird er versuchen den Konflikt immer wieder abzuschwächen:

  • indem er versucht auszuweichen, also zu flüchten versucht,
  • er stehen bleibt, also erstarrt und einfriert
  • er albern versucht, dem Artgenossen seine friedliche Absicht zu demonstrieren,
    etwa in dem er sich über die Schnauze leckt, geschäftigt schnüffelt oder den Kopf abwendet.

Erkennst du an dieser Stelle, die feinen Signale deines Hundes, mußt du reagieren und deine Lösungsstrategien einsetzen.
Je früher du reagierst, desto größer sind die Chancen, dass du ohne eine Eskalation deines Hundes durch die Situation kommst.
Er braucht den nächsten Schritt nicht zu gehen, da du ihn übernimmst.

Hinein in die Trainingssituation für eine gute Leinenführung

Eine Arbeit an der Leinenaggression deines Hundes nimmt viel Zeit in Anspruch.
Denn dein Hund muss eine ganz neue Verhaltensweise erlernen, um mit den für ihn problematischen Situationen neu umzugehen.
Ganz unabhängig davon, welchen Grund er für sein Verhalten hat.

Wie schaffst du jetzt den Einstieg in ein gutes Training?

Zunächst, lasse dich von einem erfahrenen Hundetrainer unterstützen, denn es gilt für dich und deinen Hund einige Herausforderungen zu meistern.

Es ist wichtig, dass du Situationen immer besser bewältigst und du mit deinem Hund Erfolgserlebnisse hast.
Dazu gilt es Hundebegegnungen und deine Spaziergänge gut zu planen, so dass nichts schiefgehen kann.
Dein Trainer sollte dir ein gutes Management für deine Spaziergänge beibringen, damit dein Alltag wieder spürbar leichter wird.
In dem du die Kontrolle über die Situationen mit deinem Hund auf euren Gassirunden wiedererlangst,
beginnt sowohl bei dir, als auch bei deinem Hund ein Umdenken.
Das schafft Sicherheit und baut das gegenseitige Vertrauen wieder auf.

Auch Rückschritte gehören dazu

Lernen ist nie linear.
Immer gibt es nach einem Auf, auch wieder ein Ab, bevor der Hund den nächsten Lernschritt macht.
So wird es auch bei euch mit der Leinenführung sein.
Du wirst mit deinem Hund spazieren gehen und ihr trefft andere Hunde, die sich frei bewegen und euch in eurem Training leider viel zu nahe kommen.
Statt dem gewünschten Erfolgserlebnis gibt es Tränen, weil der Hund schon wieder in der Leine stand und kaum zu bändigen war.
Auch hier heißt es erst einmal wieder Atmen. Verschnaufen, – sich sammeln.

Mein Satz für meine Kunden ist in diesen Situationen immer:

„Einmal ist keinmal! Das nächste Mal ist alles!“

Du kannst nicht immer alle Situationen meistern.
Aber du kannst in der nächsten Situationen wieder dafür sorgen, dass dein Hund eine größere Distanz zum anderen Hund hat.
Vielleicht weil du einen größeren Bogen mit ihm läufst, die anderen Halter frühzeitig darum bittest, ihren Hund an die Leine zu nehmen
oder zu sich zu rufen oder deinen Hund absitzen läßt und den fremden Hund ansprichst und wegschickst.

Und auch das geht:
Du trittst den geordneten Rückzug an, wie ich immer sage.
Du machst einfach auf dem Absatz kehrt, nimmst deinen Hund mit und ihr geht aller Konfrontation einfach aus dem Weg.

Flüchten bei der Leinenführung

Ein geordneter Rückzug hat nichts mit Flucht zu tun.
Im Gegenteil du reagierst so früh und schützt deinen Hund vor einer Situation in dem es ihm nicht gut geht,
dass du sehr verantwortungsbewußt und als gute Führungspersönlichkeit deinem Hund gegenüber auftrittst.

Denn je früher du reagierst und je besser du die Signale deines Hundes, wenn ihm nicht wohl ist erkennst,
desto mehr unterstützt du ihn und tust etwas für sein Vertrauen in dich.

Du zeigst ihm damit unmissverständlich:

  • Ich verstehe dich.
  • Ich nehme deine Bedürfnisse wahr.
  • Ich nehme deine Wünsche ernst.
  • Ich handle zu deiner Sicherheit.
  • Ich löse mit der nötigen Weitsicht, Situationen für dich.

Mit all dem, stärkst du das Vertrauen deines Hundes in dich als Teamleiter.
Und in euren Alltag kommt mehr und mehr die Leichtigkeit und der Spaß zurück.

Wenn du dir jetzt auch wieder mehr Leichtigkeit auf deinen Gassirunden und Entspannung mit der lockeren Leine wünschst,
dann rufe mich gerne an und melde dich bei mir.
Ich nehme mir gerne die Zeit für ein ausführliches Telefonat und wir schauen zusammen, was es braucht, damit dein Alltag wieder Freude macht

Ich wünsche dir und deinem Hund jetzt weiterhin eine wunderbare Zeit.
Lass mich wissen, wenn es Fragen gibt oder ich dir helfen kann, 

deine Stephanie

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Herzliche Grüße Stephanie

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