Können Hunde schneeblind werden?

Hund mit Brille?

Immer öfter sehe ich Hunde, die eine Brille tragen.
Sie sitzen im Sommer mit im Cabriolet oder schauen aus dem Motorrad-Beiwagen heraus
und sehen mit ihrer Brille, schon ziemlich cool aus.

 

 

 

Doch ist das wirklich nötig, dass der Hund bei solchen Ausflügen eine Brille trägt?
Oder ist eine Brille für den Hund doch nur modischer Schnickschnack.

Dem gehen wir jetzt auf den Grund:

Sind wir im Sommer am Meer oder im Winter in den schneebedeckten Bergen,
wird das helle Licht für uns Menschen sehr schnell unangenehm.
Die Meeresoberfläche oder die Schneedecke, reflektieren die ultraviolette Strahlung viel stärker, als sonst auf dem Land oder in der Stadt.
Diese Reflexion, macht die Sonnenstrahlen noch viel heller und intensiver.

Hat eine schneebedeckte Landschaft eine bis zu 16-mal höhere Strahlung,
ist die Reflexion auf unverschmutztem, trockenem Neuschnee um 80 – 90 % erhöht.

Dies gilt übrigens nicht nur für einen wolkenlosen, blauen Himmel.
Selbst bei Nebelsonne ist die empfundene Lichtintensität nur subjektiv geringer.

Doch gerade die Höhenlage macht den entscheidenen Unterschied.
Pro 1.000 Seehöhenmetern nimmt die UVB-Strahlung um fast 20 Prozent zu.

Aufgepaßt:
In den Monaten: Februar, März und April ist die Gefahr für die Augen am höchsten.
Dann steht nämlich die Sonne wieder höher und verursacht
besonders starke Reflexionen im Schnee.

Deshalb steht bei unseren Urlauben, die Sonnen- oder Skibrille immer mit auf der Packliste.

Das Auge:

Da unsere Binde- und Hornhaut besonders empfindlich auf die UV-Strahlen reagiert,
hat meine Sonnenbrille einen 100%igen UV-Schutz.
Ohne diesen geeigneten Sonnenschutz würden die Augen in kürzester Zeit
schmerzen, tränen und sich stark röten.

Unsere Auge hat zwar einen gewissen Selbstschutz, dieser funktioniert aber nur
bis zu einem gewissen Grad.
Um das Innere des Auges zu schützen, absorbiert die Oberfläche der Hornhaut
die schädliche Strahlung weitgehend.
Die Pupille zieht sich beim gesunden Auge zusammen.
So reduziert sie die Blendung durch zu viel Lichteinstrahlung ein Stück weit.
Doch eine hohe UV-Strahlung schädigt das Auge.
Mediziner sprechen von der „Aktinischen Keratophie“.
Skifahrer und Bergsteiger von der „Schneeblindheit“.
„Schneeblindheit“ deshalb, weil der Menschen dann wirklich
eine gewisse Zeit lang nichts mehr sehen kann.

Es ist mit einem zu viel an Sonne auf der Haut zu vergleichen.
Es ist ein „Sonnenbrand“ auf den Augen, weil die Hornhaut „verbrennt“.
Die äußere Hornhautschicht kann sich dabei ablösen,
wodurch die Nervenenden freigelegt werden.
Wie beim Sonnenbrand auf der Haut, gibt es auch beim
„Sonnenbrand auf den Augen“, Alarmsignale.
Leider spürt man diese erst, wenn es schon zu spät ist.
Die Augen tränen, sind geröstet und schmerzen.

Behandlung von Augenentzündungen

Betroffene sollten unbedingt einen Augenarzt aufsuchen.
Denn die Entzündung der Hornhaut können Vernarbungen zur Folge haben,
die das Sehvermögen beeinträchtigen.
Auf jeden Fall brauchen die Augen jetzt unbedingt ein paar Tage Pause von der Sonne.
Oft bekommt der Patient auch eine antibiotische Salbe oder
Tropfen, die schmerzstillend und abschwellend auf die Schleimhäute wirken.
Auch kalte Umschläge können gut tun.

Zukünftig sollten die Augen mit einer guten Sonnenbrillen, mit einem
100%igen UV-Schutz, geschützt werden.

Denn bei längerer und andauernder UV-Einstrahlung auf die Augen,
verliert die Hornhaut ihren natürlichen Schutz und es entstehen bleibende Schäden.
So haben Forscher herausgefunden, dass der Alterungsprozess der Augen sich durch eine intensive Sonneneinstrahlung beschleunigt.

Ebenso kann eine dauerhafte, intensive Sonneneinstrahlung zu Krankheiten, wie dem „grauen Star“ bis hin zu irreparablen Schäden an Horn- und Netzhaut führen,
die im schlimmsten Fall zur Erblindung führen können.

An dieser Stelle sei erwähnt, dass diese Leiden nicht nur durch Sonnenstrahlen,
sondern auslösen können dies auch künstliche Quellen, wie UV-Lampen oder Lichtbogenschweißgeräte.

Ist eine Brille für Hunde sinnvoll?

Ja, denn Brillen für Hunde sind mehr als nur ein modischer Schnickschnack.
Das Hundeauge ist dem menschlichen Auge anatomisch sehr ähnlich.

Die Augen des Hundes entzünden sich ebenfalls, werden sie nicht vor Sonne,
Wind oder Staub geschützt.

Ich höre schon die Argumentation vieler, die anführen, dass Hunde oder

Wölfe in freier Natur auch keine Sonnenbrillen tragen.
Das ist richtig.
Nur welcher Wolf geht hoch auf 2.000 Meter zu irgendeinem Gipfelkreuz,
um nach Nahrung zu suchen?
Unser Hund aber, ist mittlerweile überall dabei.
Ob wir nun zum Wandern im Hoch-Gebirge unterwegs sind
oder einen Segelturn vor Sizilien machen.

 

Da hat es wenig mit Vermenschlichung zu tun, wenn ich über den Sonnenschutz meines Hundes nachdenke.
Der mir nicht mitteilen kann, wenn ihn die grelle Sonneneinstrahlung stört.

Genauso wichtig ist es Hunde mit einer Brille auszustatten, die in der Rettungshundestaffel,
als Lawinenhunde arbeiten.
Um in Schneefeldern verschüttete und vermisste Menschen zu suchen,
sind diese Hunde oft lange Zeit bei der Arbeit.
Irgendwann hätten sie mit den gleichen Augenproblemen zu kämpfen, wie der Mensch, der keine Brille trägt.

Wie kam es zur Hundebrille?

Die Idee zur Hundeschutzbrille kam vom Gasteiner Lawinenhundeführer Gerhard Imlauer.
Sein österreichischer Lawinenhund wurde während einer Skitour schneeblind.

Zusammen mit dem Gasteiner Optiker Reinhold Kreyka
bastelte er eine Hundebrille mit UV-Schutzgläsern, Lüftungsschlitzen gegen Beschlagen
und verstellbarem Kopf- und Kinnriemen für den perfekten Sitz.
Später beauftrage Kreyka eine Firma Hundebrillen herzustellen.
Anfangs verstand man es nur als Modegeck,
schließlich überzeugte es immer mehr Hundehalter.

Heute hat man verstanden,
dass auch Hundeaugen empfindlich sind und
deshalb Hunde-Brillen durchaus Sinn machen.

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Gewöhnung an die neue Brille

Suchen sich Menschen eine neue Brille aus, heißt es im ersten Schritt.
Probieren, probieren, probieren ….
Es gilt viel mit einzubeziehen:
Welche Brillenart?
Welche Fassung?
Welcher Style?

Sind die Gläser schließlich eingeschliffen, muss sich auch der Mensch
oft erst einmal an die neu Brille gewöhnen.
Unserem Hund geht es da nicht anders!
Auch er muss sich an seine Brille gewöhnen.

Achte auf Folgendes bei der Anschaffung der Hunde-Brille:

  • Wähle die passende Größe für deinen Hund aus (Hierzu vermesse deinen Hund.).
  • Brillen-Modelle mit einem Sonnenschutz, sollten einen 100%igen UV-Schutz haben.
  • Die Kopf- und Kinnriemen sind verstellbar, für den optimalen Sitz der Brille.
  • Die Kunststoffgläser sollten schlagfest sein.
  • Das Modell sollte einen in sich, flexiblen Rahmen haben.
  • Die Auflagefläche um die Augen, sollte gepolstert sein.
  • Die Gläser sind nach Möglichkeit austauschbar.
  • Es gibt seitliche Belüftungsschlitze, gegen ein Beschlagen der Gläser.

Tipps zur Eingewöhnung

Entnehme als erstes aus der Brillenfassung, die austauschbaren Gläser, wenn dies möglich ist.
Dein Hund soll sich erst an das Brillengestell gewöhnen.
Erst zum Schluss gewöhne ihn an die getönten Gläser.

Stelle die Haltebänder für Kopf und Kinn, auf deinen Hund optimal ein.
Nach dem Anpassen, solltest du deinen Hund mit einem tollen Leckeren belohnen.
Es ist für ihn eine neue Erfahrung und die muss er erst verarbeiten.

Und dann geht es in 7 Schritten ans Training:

  1. Im nächsten Schritt hälst du deinem Hund die Brille immer wieder kurz vor die Augen.
    Auch das belohnst du sofort mit einem Leckerchen.
  2. Steigere nach und nach die Zeit des „Vor-die-Augen-haltens“.
  3. Klappt das gut, kannst du beginnen die Haltebänder umzulegen.
    Wieder erfolgt deine Belohnung.
  4. Hat sich dein Hund an das kurze Tragen seiner Brille gewöhnt,
    steigere jetzt langsam die Tragezeit.
    Belohne ihn zwischendurch und während des Tragens mit Leckerchen,
    so versüßt du ihm den Einstieg.
  5. Laß deinen Hund so oft wie möglich seine Brille tragen,
    zum Beispiel auf euren Spaziergängen oder während des Fressens.
  6. Klappt alles gut und er hat sich an das Gefühl des Brillengestells gewöhnt,
    setze die Gläser ein.
  7. Soll dein Hund eine Sonnenbrille tragen, muss er sich jetzt an die Tönung der Brillengläser gewöhnen.
    Bei klaren Gläsern, die einen Windschutz für Cabriofahrten, Bootstouren oder überhaupt starken Wind darstellen sollen, ist es meist an dieser Stelle unkompliziert.
    Auch mit getönten Gläsern vergißt er seine Brille schnell und spürt, wie gut sie ihm tut.

Wichtig sind vor allem die kleinteiligen Anfangsschritte zur Gewöhnung!
Hab Geduld und übe keinen Druck auf deinen Hund aus.
Für deinen Hund bedeutet es erst einmal eine Umstellung.
Danach wird es für ihn selbstverständlich, seine Brille zu tragen.

Und die Sorge um eine Augenentzündungen durch Fahrtwind oder durch lange Spaziergänge im Schnee,
brauchst du dir nicht mehr machen!


Hinweis: Kläre gesundheitliche Fragen abschließend mit deinem Tierarzt.


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