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Giardien beim Hund

Lernpfote e.V. , Blogbeitrag: Giardien beim Hund

Die Diagnose „Giardien“, löst bei Hundehaltern oftmals Panik aus.
Zwar ist der Befund „Giardien“ natürlich äußerst unerfreulich, aber trotzdem kein Grund zur Panik.

Was sind eigentlich Giardien?

Giardien sind mikroskopisch, kleine, einzellige Darmparasiten.
Giardien gehören zu den Flagellaten, das sind Geißeltierchen.

Eine einzelne Giardie, ist etwa 10 bis 20 µm (Mikrometer) groß.
Das sind nur 10 bis 20 tausendstel (!) Millimeter. 

Parasiten sind Organismen oder Viren, die sich auf Kosten eines Gastwirtes, also Mensch oder Tier, ernähren.

Die bei Säugetieren und beim Menschen vorkommenden Giardien gehören zur Giardia duodenalis-Gruppe,
(andere Bezeichnung sind auch: Giardia intestinalis, Giardia lamblia).

Giardien befallen den Magen-Darm-Takt des Hundes und lösen vor allem Durchfälle aus.

Giardien kommen weltweit vor, besonders häufig allerdings in südlichen Ländern.
Menschen führen sie aus Urlaubsregionen wie:

  • Indien
  • Ägypten
  • Türkei
  • anderen afrikanischen Ländern, ein.

Als besonders gefährdet gelten Menschen mit einem geschwächten Immunsystem,
wie Schwangere, Kinder, Kranke und ältere Personen.

Bei Hunden, sind es meist Tiere aus dem Ausland, die ohne eine tierärztliche Untersuchung, eingeführt werden.

Hat sich ein Hund mit Giardia lamblia (Giardien) infiziert, spricht man von einer Giardiasis oder Giardiose.

Die Entwicklung von Giardien

Im Lebenszyklus von Giardien existieren 2 Entwicklungsstadien: 

  • die beweglichen Trophozoiten.
    Sie haben einen Stoffwechsel und vermehren sich asexuell.
    Trophozoiten können nicht in der Umgebung überleben.
    Ihr Aussehen ist birnenförmig.
  • die widerstandsfähigen Zysten.
    Sie sind mehrere Monate überlebensfähig.
    Zysten sind inaktiv und stellen die infektiöse Form da.
    Ihr Aussehen ist eiförmig

Giardien werden über das Maul aufgenommen und wandern zunächst zum Dünndarm.

An ihrer Bauchseite befindet sich eine Art Saugnapf, mit ihm heften sie sich an die Dünndarmschleimhaut.
Dadurch wird die Dünndarmschleimhaut geschädigt.

Durch Zweiteilung beginnen sich die Trophozoiten zu vermehren.
Dies läuft rasant schnell ab.
Innerhalb von fünf Stunden kann sich die Zahl der Giardien verdoppeln.

Bevor die Giardien mit dem Kot ausgeschieden werden, entsteht aus jedem Parasit, im Enddarm, eine Zyste.
Dabei umgibt sich der Parasit mit einer schützenden Hülle.

Durch diese Zystenbildung ist der Parasit in der Lage, mehrere Wochen, außerhalb des Darms zu überleben. Hierbei ist die Zyste sehr infektiös.

Widerstandsfähigkeit in der Umgebung

Trophozoiten überleben in der Außenwelt nicht. Sie schrumpfen und sterben ab.

Die Zysten dagegen sind gegen Umweltfaktoren relativ resistent.

Durch diese Zystenbildung ist der Parasit, in kalter und feuchter Umgebung in der Lage,
einige Monate infektiös zu sein.

Zysten können im Wasser, ungefähr 3 Monate infektiös bleiben und in Kot rund eine Woche.

In einer Studie, waren Zysten bei – 4°C,  in der Erde, nach 7 Tagen nicht mehr infektiös.
Allerdings bei einer Temperatur von +4°C, infizierten die Zysten einen Wirt noch für 8 Wochen.

Zysten sind gleichzeitig durch ihre Form sehr widerstandsfähig.
Daher können ihnen herkömmliche Desinfektionsmittel oder andere chemische Mittel nichts anhaben.

Infektionsquellen und Ansteckung

Lernpfote e.V. , Blogbeitrag: Giardien beim Hund

Eine Ansteckung bei Hunden erfolgt über eine Schmutz- oder Schmierinfektion,
durch den Kot eines infizierten Tieres.

Quellen der Ansteckung können sein:

  • unsaubere Hundeauslaufwiesen oder auch  Zwinger, zum Beispiel in Tierheimen
    – hier erfolgt eine Ansteckung: durch infizierten Kot, verunreinigte Erde oder Böden

und auch

  • verseuchte Pfützen
  • infizierte, stehende Gewässer

Und alles was mit einem infizierten Tier in Berührung gekommen ist.
Man denke hier nur an die Stubenfliege.

Hunde infizieren sich häufig über das direkte Aufnehmen von infiziertem Kot,
etwa von anderen Hunden aber auch von Pferden, Schafen, Kaninchen etc.
und natürlich auch über das Ablecken der eigenen Pfoten mit infizierten Rückständen. 

Häufig reicht es auch schon, daß der Hund am Kot eines infizierten Tieres schnüffelt.
Denn für eine Ansteckung reicht bereits die Aufnahme von wenigen Zysten aus.

Danach entscheidet der Zustand des Immunsystems über den Verlauf der Krankheit.

Doch nicht nur Hunde oder Katzen können befallen sein, sondern auch Vögel und Reptilien (wie: Blindschleiche, Chamäleon, Eidechse, Kaiman, Klapperschlange, Königspython, Kornnatter, Kreuzotter, Leguan, Ringelnatter, Schildkröte, Viper, und der Waran) ebenso wie Amphibien (zum Beispiel: Feuersalamander, Frosch, Gecko, Grottenolm, Laubfrosch, Molch, Pfeilgiftfrosch, Teichmolch, Unke und Zauneidechse), und auch Frettchen, Kaninchen oder Chinchillas, außerdem Wildtiere und auch der Igel im Garten. 

Alle können letzt endlich Überträger sein. 

Es reicht bereits aus, dass eine Stubenfliege, Giardien über den Kot, zum Beispiel des Igels oder des Kaninchens etc, aufnimmt und die Zysten in den Futter- oder Wassernapf des Hundes überträgt.
Auch so kann eine Infektion erfolgen.

Sind Giardien auf den Menschen übertragbar?

Giardien werden in verschiedene Gruppen eingeteilt.
Dies ist abhängig von ihrem Genotyp.
Der Genotyp bezeichnet die Gesamtheit aller Gene, die im Zellkern eines Organismus, gespeichert sind. 

7 Giardien-Stämme, wurden bisher entdeckt.

Spezies Genotyp 
Mensch Subspezies A1 und B3
Hund Subspezies A1, B3; C und D
Katze Subspezies A1 und F

Genotyp A – Giardien duodenalis
Genotyp B – Giardien enterica
Genotyp C/D – Giardien canis
Genotyp F – Giardien cati

Der Untertyp des Giardientyps A ist sowohl bei der Katze, dem Hund und auch beim Menschen nachweisbar.
Der Untertyp B, sowohl beim Hund, als auch beim Menschen.

Nach heutigen Informationen, bleiben die Parasitenstämme in ihren Übertragungsgruppe.

Eine Zoonose, also eine Infektionskrankheit, die sowohl vom Tier auf den Menschen, als auch vom Menschen auf Tiere übertragen wird, gibt es daher kaum.
Trotzdem ist eine Anstreckungsgefahr vom Hund auf den Menschen möglich, bleibt jedoch unwahrscheinlich.

Doch wie schon angesprochen, können über Fliegen, Giardien auch auf Lebensmittel übertragen
und Menschen auf diese Weise infizieren.

Die Erkrankung des Menschen durch Giardien (Giardiasis), ob über den Hund oder eine andere kontaminierte Stelle, ist eine meldepflichtige Darmerkrankung.

In Deutschland erkranken jährlich, laut Robert-Koch-Institut, mehrere tausend Menschen.

Sollte also dein Hund an Giardiasis erkrankt sein, solltest du immer davon ausgehen, dass du dich und damit auch die Menschen, die mit euch im Haushalt leben, anstecken kannst.
Auch wenn es praktisch eher in den seltensten Fällen zu einer Übertragung kommt.

Dem entsprechend solltest du also bei der Erkrankung, mit besonderen Hygiene-Maßnahme, die wir noch besprechen werden, arbeiten.

Giardien-Infektionen beim Menschen

Eine Infektion mit Giardien, ist beim Menschen bundesweit, namentlich dem Gesundheitsamt zu melden.

(§§ 6, 7 Infektionsschutzgesetz (lfSG); lfSG-Meldepflicht-Anpassungsverordnung)

Krankheitsanzeichen beim Hund

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Bei gesunden, erwachsenen Hunden bemerken Halter einen Befall mit Giardien oft gar nicht.
Bei ihnen läuft eine Infektion häufig ohne Krankheitssymptome ab, denn nicht immer führt die Aufnahme von Giardien zu einer Erkrankung.

Trotzdem scheiden diese Hunde, Giardien mit dem Kot aus und stecken andere Hund darüber an.

Man nimmt an, dass etwa 15 bis 20 % aller Hunde mit Giardien infiziert sind.

Zu Krankheitsanzeichen kommt es vor allem bei Welpen, jungen oder kranken Hunden, ebenso bei gestressten Hunden.
Dies hängt vor allem mit deren Immunsystem zusammen, das nicht so stark ist, wie bei älteren und gesunden, ausgeglichenen Hunden.

Eine Giardiose tritt häufig auch bei Tieren auf, die in größeren Gruppen gehalten werden, etwa in Zuchtstätten oder Tierheimen. 

Typisch für einen Giardien-Befall sind:

  • schwere, anhaltende oder wiederkehrende Durchfälle
    (chronischer Durchfall),
    – von dünnbreiiger bis wässriger Kotkonsistenz,
  • Durchfall ist oft mit Schleim überzogen oder
    der Kot ist fester und schleimüberzogen,
  • Durchfall der hell, fettig oder gelblich-grün aussieht,
  • der Kot weist Gasbläschen oder Blutbeimengungen auf,
    das Blut im Stuhl, wird durch die Schädigungen an der Darmwand verursacht
  • der Geruch des Kots ist ranzig oder faulig.

Durchfall-Beschwerden treten beim Befall mit Giardien, akut oder chronisch-intermittierend (immer wieder auftretend) auf.

Insgesamt reichen die Durchfall-Beschwerden von leichtem Unwohlsein, über schwere Bauchschmerzen
bis hin zu Krämpfen.

Außerdem leiden die Hunde an:

  • Appetitmangel
    oder sie haben normalen Appetit, nehmen jedoch trotzdem ab.
    (Der Gewichtsverlust ist dann auf eine herabgesetzte Futterverwertung zurückzuführen.)
  • Übelkeit
  • Erbrechen
  • Blähungen
  • Schwäche
  • Gewichtsverlust
  • Fieber
  • Blutarmut
  • Juckreiz/Ekzeme
  • leichtes Fieber

Giardien sind die häufigsten Verursacher von Durchfall und Erbrechen bei Hunden.

Durch den Giardienbefall entzündet sich die Darmwand des Dünndarms.
Ein massiver Befall von Giardien, also bei schweren Fällen, geht mit  der Giardien-Infektion, eine verringerten Nährstoffaufnahme einher, auch Malabsorption genannt.

Hierbei verschlechtert sich der Allgemeinzustand immer mehr.
Der Hund beginnt unter einer mangelnden Gewichtszunahme oder an einem chronischen Gewichtsverlust zu leiden, was bis hin zur Abmagerung gehen kann.
Außerdem wirkt das Fell des Hundes, unter einem hochgradigen Giardienbefall, meist matt und struppig.

Die besondere Situation des Welpen 

Bei Welpen ist gerade eine Durchfallerkrankung unbedingt ernst zunehmen.

Je jünger der Welpe ist, desto gefährlicher kann eine Durchfallerkrankung werden.
Nimmt der Welpe kein Futter oder Wasser mehr auf, kann hierbei schnell ein tiermedizinischer Notfall eintreten.

Hält die Durchfallerkrankung aufgrund des Giardienbefalls länger an, kann es beim Welpen zu Wachstumsstörungen kommen. 

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Der Halter, der mit seinem jungen Hund gerade an der Stubenreinheit trainiert, steht  bei einem Giardienbefall mit seinem Welpen vor einer echten Herausforderung.
Welpen haben noch eine sehr kleine Blase und einen unfertigen Verdauungsapparat,
dadurch müssen sie sich sehr oft erleichtern.
Erst mit ungefähr 14 Wochen kann der junge Hund rein körperlich seinen Blasen- und Darmschließmuskel kontrollieren.

 

Bei einer Giardiose, leidet der Welpe jetzt unter starkem, fortwährendem Durchfall und kann diesen überhaupt nicht kontrollieren.
Dies führt beim jungen Hund nicht nur zu einer großen körperlichen Belastung, sondern belastet ihn auch psychisch schwer.

Seine wichtigste Lebensphase, die seiner Sozialisierung wird durch einen Giardienbefall massiv gestört. 

Sozialisierungsphase beim Welpen

In der Sozialisierungsphase (4. – 16. Lebenswoche) müssen Welpen viele Dinge kennenlernen,
um zu erkennen, dass diese Situationen und Dinge vielleicht aufregend, jedoch nicht beängstigend sind.
Zu dieser Zeit ist es von großem Vorteil, dass der junge Hund, noch sehr neugierig und
unvoreingenommen an alles Neue herangeht.
So kann er lernen, in seiner Umwelt in der er zurechtkommen soll,
in einer geringen Aufregung (niedrigen Erregungsniveau) zu agieren.

Denn durch äußere oder auch innere Einflüsse, etwa andere Hunde und auch Schmerzen oder Hormone
steigt die Aufregung beim Hund gerne an.

Daher ist es wichtig, den Welpen in dieser Phase mit vielen Anforderungen vertraut zu machen.

Welpen sollten also zum Beispiel folgende Dinge kennenlernen: 

  • verschiedene Hunderassen
  • andere Tiere
  • andere Menschen und Menschenansammlungen etwa auf dem Wochenmarkt
  • verschiedene Autos
  • Busse
  • LKWs
  • Straßenbahnen
  • Züge
  • Wasser
  • alle möglichen Geräusche

– um nur Einiges zu nennen.

Um dies alles wahrzunehmen und mit diesen Personen, Tieren und Situationen gelassen umgehen zu lernen, braucht der Welpe Zeit und immer wieder die Möglichkeit sich in Ruhe mit diesen Dingen auseinanderzusetzen.

Doch durch die Infektion mit Giardien, ist der Welpe nun körperlich und seelisch schwer beeinträchtigt. 

Ein Lernen ist aber nur möglich, wenn das Erregungsniveau des Hundes, also seine Aufregung gesenkt bleibt
und er mit seinen Gedanken nicht mit Emotionen wie Unwohlsein, Angst oder Schmerzen etc. beschäftigt ist.
All diese Emotionen setzten den Hund unter Stress und machen sein Lernen unmöglich. 

Außerdem kommen jetzt mit der Diagnose „Giardienbefall“ noch weitere einschneidende Belastungen auf den jungen Hund und seinen Halter zu.

Da Giardien hoch ansteckend sind, muss der Welpe von Stunde an, von anderen Hunden und auch von Menschen ferngehalten werden. Besonders von Kindern, älteren Menschen und Menschen mit Vorerkrankungen, deren Immunsystem geschwächt ist.

Ihnen kann die Ansteckung mit Giardien besonders gefährlich werden. 

Dies bedeutet im Einzelnen: 

  • kein Spielen mehr mit den Kindern
  • kein Streicheln von anderen Menschen
  • kein Kuscheln mit anderen Personen
  • kein Besuch der Hundeschule
  • keine Teilnahme an einer Welpengruppe
  • kein Aufsuchen eines Hundeplatzes
  • keinen Kontakt zu anderen Hunden
  • kein Kennenlernen anderer Tiere etc.

All diese Abgrenzungen und die Isolation führt für den Welpen zwangsläufig, zu Defiziten im Umgang mit Artgenossen, Menschen und den schon besprochenen Umweltreizen.
Später sind diese Defizite kaum noch aufzuholen.
So kann die Diagnose der Giardiose zu einer Entwicklungsstörung führen.

Sollte dein Welpe von einem Giardienbefall betroffen sein, spreche unbedingt mit einem erfahren Hundetrainer, um solch eine Entwicklungsstörung zu vermeiden. 

Solltest du Fragen hierzu haben, schreibe mir gerne eine Mail an: lernpfote@web.de

Entstehung und Entwicklung der Krankheit

Nach der Erkrankung durch Würmer, ist die parasitäre Infektion durch Giardien, die zweithäufigste.

Wie schon beschrieben, bleiben die meisten Infektionen ohne erkennbare Krankheitssymptome.

Die Schwere des Verlaufs einer Giardien-Infektion, hängt ab von:

  • Alter
  • Stress:
    – hierzu zählen sowohl der psychische Stress:
    * von Tierheim- und Auslandshunden,
    * bei Welpen, durch die Trennung von der Mutterhündin
    – als auch ein physischer Stress:
    * wie z.B. bei Schlittenhunden
  • evtl. Doppelinfektion des Darms,
    zum Beispiel:
    – durch eine virale Infektion etwa mit Noroviren
    – durch eine bakterielle Infektion etwa mit Salmonellen
    – durch einen gleichzeitigen Befall von Würmern
  • Veränderung aller im Darm vorhandenen Mikroorganismen (Mikrobiom)
    – etwa bei einer Futterumstellung
    (dies kann zusätzlich auch ein Stressfaktor sein)
  • einer gesunden Darmflora
  • einer kohlenhydratreicher Ernährung
  • Mehrhundehaltung, denn nur ein infizierter Hund kann alle anderen Hunde anstecken

Infektionszeitraum und Inkubationszeit

Der Zeitraum von der Infektion bis zur ersten Ausscheidung der Zysten (die Präpatenz),
beträgt zwischen 4 bis 16 Tagen.

Die Inkubationszeit, also die Zeit, die zwischen der Infektion mit Giardien und dem Auftreten der ersten Symptome vergeht, liegt bei 7 -21Tagen.

Es reichen ungefähr 10 Zysten aus, um infiziert zu werden.

Ein mit Giardien infizierter Hund kann rund 100.000 Zysten / pro Gramm Kot ausscheiden!
Gehen wir davon aus, dass ein Hund zwei Mal am Tag einen Haufen von rund 100 Gramm macht,
kommt man pro Hundehaufen auf 10.000.000 Zysten.

Ist ein Hund infiziert, scheidet er 4 – 5 Wochen Zysten aus.

Bei einem intakten Immunsystem verschwinden die Giardien von selbst wieder.
Steckt sich das infizierte Tier allerdings erneut an, verlängert sich damit auch
die Ausscheidungsphase von Zysten.

Eine erneute Ansteckung kann dabei nicht nur über den Kot von anderen infizierten Tieren erfolgen,
sondern auch über die eigenen Ausscheidungen, die zum Beispiel im Fell der Analregion des Hundes
hängenbleiben und über das Belecken des Hundes wieder aufgenommen werden. 

Diagnose

Wie schon beschrieben, können mit Giardien infizierte Hunde auch ohne, dass sie selbst Symptome zeigen, eine Ansteckungsquelle sein.

Daher ist es sinnvoll, auch einen Hund ohne Symptome regelmäßig auf Giardien testen zu lassen.

Grundsätzlich ist es immer vernünftig und empfehlenswert, Hunde, die unter Durchfällen, egal ob akut oder wiederkehrend, einem Tierarzt vorzustellen.
Dies gilt vor allem bei jungen und alten Hunden, aber besonders eben auch für Welpen.

Sie verlieren, durch eine Durchfallerkrankung, egal durch was sie ausgelöst ist, sehr schnell große Mengen an Flüssigkeit, was in kurzer Zeit lebensbedrohlich werden kann. 

Untersuchung

Wann ist sie sinnvoll

Eine Untersuchung auf Giardien ist immer dann empfehlenswert, wenn der Hund die schon angesprochenen Symptome zeigt, die für eine Infektion mit Giardien sprechen.
Also heftiger, eventuell sogar blutiger Durchfall, Durchfall der länger anhält oder der immer wieder auftritt. 

Leben mehrere Hunde in einem Haushalt, ist es oftmals sinnvoll, bei einer Durchfallproblematik,
alle Tiere testen zu lassen, vor allem wenn Junghunde darunter sind, etwa bei einer Hundezucht.

Es kann hier nämlich durchaus sein, dass ein symptomloser Hund, den akut erkrankten Hund immer wieder ansteckt.

Das gilt ebenso, wenn Katzen oder andere Tiere mit im Haushalt leben.

Außerdem ist es vernünftig alle Tiere testen zu lassen, wenn im Haushalt auch Kleinkinder, alte oder kranke Menschen leben. Denn es ist eine Übertragung von Giardien auf den Menschen nicht ausgeschlossen.

Durchführung

Die Diagnose „Giardien“ wird über die Untersuchung des Hundekots gestellt.
Dafür muss der Kot in den meisten Fällen über mehrere Tage gesammelt werden.

Der Grund ist wie bei der Untersuchung auf Würmer:
Nicht bei jedem Stuhlgang werden auch Giardien ausgeschieden.

Kotprobe

 

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Für eine Untersuchung, musst du daher je nach Labor, den Kot deines Hundes,
an drei aufeinander folgenden Tagen, sammeln.

Du solltest die Proben kühl lagern.

Für die Kotuntersuchung stellen viele Tierarztpraxen kleine Stuhlprobenröhrchen, wie du sie aus der humanmedizinischen Diagnostik kennst, zur Verfügung.

Die zu untersuchende Kotprobe sollte mindestens 4 Gramm aufweisen.

Wichtig:
Da der Kot mit Giardien infiziert sein kann, gehe mit ihm immer besonders hygienisch um, um eine mögliche Ansteckung zu vermeiden!

Methoden

Die Herausforderung in der Giardien-Diagnostik ist, dass kein Test als allgemeingültiger und maßgebender Standard definiert ist.

Es stehen für eine Diagnose verschiedene Verfahren zur Verfügung.

Die Diagnose kann entweder über eine mikroskopische Untersuchung des Kots, einem Schnelltest in der Tierarztpraxis oder eine Untersuchung des Kots in einem externen Labor erfolgen. 

Flotation (mikroskopische Untersuchung)

Bei diesem Verfahren untersucht der Tierarzt den Kot des Hundes mit einem Mikroskop und

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sucht im Kot direkt nach Trophozoiten und Zysten des Erregers.
Mit der Kotflotation wird das Ausmaß der Erkrankung beurteilt.
Ein zusätzlicher Vorteil dieses Verfahrens ist es, dass man so auch Hinweise auf andere Parasiten
und Wurmeier finden kann. 

Da aber der infizierte Hund nicht zu jedem Zeitpunkt Zysten ausscheidet, ist ein Nachweis,
auch über mehrere Kotproben, häufig schwierig.

So wird diese mikroskopische Untersuchung manchmal noch verfeinert.
Dazu wird die Probe konzentriert. So steigt die Möglichkeit Giardienerreger zu finden.

Trotzdem bleibt eine Diagnose mittels mikroskopischer Untersuchung des Kotes schwierig.
Eine wirklich aussagekräftige Diagnose erhält man herbei erst durch einen dreimalig negativen Befund.

Antigentest (immunologischer Nachweis)

Da ein, mit Giardien infizierter Hund, nicht mit jedem Kotabsatz auch Zysten ausscheidet,
ist der Nachweis einer Infektion schwierig.

Durch ein besonderes Verfahren lassen sich aber spezielle Erregeranteile der Giardien in der Kotausscheidung nachweisen.

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Mit einem Schnelltest – ausgenommen der „Pet Check“, kann das Giardien-Antigen im Kot nachgewiesen werden. Dies geschieht mittels Teststreifen und ist als Testverfahren deutlich empfindlicher, als die bloße Untersuchung des Kots unter dem Mikroskop.

Dieses Testverfahren macht sich das Schlüssel-Schloss-Prinzip zu nutze.
Hierbei kann man sich das Antigen als Schlüssel vorstellen.

Die gebildeten Antikörper bilden das Schloss.

Bei diesem Testungsprozess, werden Antikörper benutzt, die die Giardienzysten, also die Antigene, an sich binden. Das Zusammenfinden von Antikörper und Antigen, wird schließlich mit Hilfe einer chemischen Reaktion, farblich auf dem Teststreifen sichtbar und der Nachweis von vorhandenen Giardienzysten ist erbracht.

Der so oftmals durchgeführte Koproantigen-Test, bezieht sich auf das Eiweiß der Giardienzelle. 

Der Nachteile hierbei, liegen klar auf der Hand:

  • Es gibt keinen Indikator über das Ausmaß des Befalls mit Giardien.
  • Giardien müssen im Kot vorhanden sein, damit das Antigen reagieren kann.
    Sind zufällig keine Giardien im Kot, ist das Testergebnis „negativ“, obwohl Giardien im Darm vorhanden sind. Da Giardien, intermittierend, also nicht fortwährend, ausgeschieden werden,
    wird von den Laboren eine Sammelkotprobe verlangt, um den Giardien-Nachweis zu maximieren.
  • Das Antigen reagiert sowohl auf lebende Giardien, als auch auf tote, die im Kot vorhanden sind.
    Daher ist der Test in diesem Fall, auch bei toten Giardien, immer „positiv“.

Was macht die Untersuchung auf Giardien so schwierig? 

  1. Eine Stuhlprobe mit einem negativen Ergebnis auf Giardien,
    hat nur eine Aussagekraft über genau diese Stuhlprobe!
  2. Leider sagt ein negatives Ergebnis nichts über den weiteren Verlauf der Infektion aus.
  3. Auch bei einem negativen Ergebnis können sich noch immer Giardien im Darm befinden.
  4. Es reichen nur 10 Giardien für eine erneute Infektion aus. Daher kommt es oftmals zu einer Reinfektion. 

Fehlerquellen ausschließen

Im Moment kann man nur in 3 Laboren sicher auf Giardien testen lassen.
Nur hier wird auf das nicht zellgebundene Protein (Makromolekül) getestet, dass bei der Teilung lebender Giardien entsteht.
Sind lebende Giardien vorhanden, wird dieses Protein kontinuierlich bei jedem Kotabsatz mit ausgeschieden.

Die Labore sind:

  • Parasitologie Universität Gießen
  • Labor Anicura in Freiburg
  • PetCheck IP des Labor IDEXX.

Und auch nur hier ist es möglich, schon kurze Zeit nach der Behandlung erneut einen Test durchzuführen,
ohne dass der Kot von 3 Tagen, als Sammelprobe, eingesendet wird.
Denn sind Giardien im Darm, findet man unter dem Test auch das Makromolekül.

Was heißt das jetzt für die Behandlung?

Wird bei deinem Hund eine Infektion mit Giardien festgestellt, dann hatte dein Hund bereits die oben beschriebenen Symptome.

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Jetzt ist es zunächst wichtig, deinen Hund tiermedizinisch behandeln zu lassen und seinen Gesundheitsstatus und sein allgemeines Wohlbefinden zu verbessern.
Gleichzeitig muss einer möglichen Mangelernährung und beim Welpen einer Wachstumsstörung entgegengewirkt werden.

Doch langfristig, muss das Immunsystem deines Hundes lernen, die Giardien selbständig im Darm,
unter Kontrolle zu halten und sie zu bekämpfen.

Ziel der Behandlung ist also in erster Linie, eine Symptomfreiheit.
In zweiter Linie eine Verminderung der Giardien, so daß das Immunsystem des betroffenen Hundes damit zurecht kommt. 

Medikamentöse Therapie gegen Giardien

Eine medikamentöse Behandlung erfolgt zunächst mit den Wirkstoffen:

  • Fenbendazol (Panacur)
  • Metronidazol (Metrobactin)
  • Kombination von: Febantel/Pyrantel/Praziquantel (Drontal Plus)

In Deutschland praktizierende Tierärzte sind dazu verpflichtet, zunächst zugelassene Medikamente (siehe oben) einzusetzen, bevor sie „umwidmen“.
Eine Umwidmung, also die Verwendung eines Arzneimittels für eine andere Tierart oder Indikation,
schreibt das Tierarzneirecht, dem Tierarzt in einem genauen Prozess vor. 

Dies wird in Deutschland durch § 56a Abs. 2 des Arzneimittelgesetzes (AMG) geregelt.

Erst nach einem oder mehreren Misserfolgen der Behandlung kann ein sogenannter Therapienotstand erklärt werden.
Erst jetzt darf der Tierarzt zu anderen Wirkstoffen greifen. 

Der Tierarzt hat daher in der Regel keine Möglichkeit auf individuelle Wünsche des Hundehalters einzugehen. 

Demnach stehen dann noch folgende Wirkstoffe zur Verfügung:

  • Tinidazol (Fasigyn) 
  • Ronidazol (Ridzol) (TKK-Tabletten)
    – Behandlung von Tauben gegen Trichomonaden (Parasitenbefall) 
  • Furazolidon 

und 

  • Carnidazol (Gambamix)
    – Behandlung von Brieftauben gegen Gelben Knopf

Es bleibt anzumerken, dass die Mittel „Gambamix“ und TKK-Tabletten, nur apothekenpflichtig sind.
Sie sind also rezeptfrei in der Online-Apotheke erhältlich.
Das macht sie in Facebook-Gruppen sehr populär.
Dazu gibt es allerdings keine medizinische Studien und damit auch keine sichere Herstellerempfehlung zur Dosierung der Mittel beim Hund.

Empfehlungen beruhen hier immer nur auf Erfahrungen Einzelner und nicht auf einem korrekten Zulassungsverfahren der Medikamente in Deutschland.
Bei einer solchen Empfehlung, wird vom Gewicht einer erwachsenen Taube, von 500 g Körpergewicht ausgegangen und eine Tablettengabe für den Hund daran, hochgerechnet.

Beispiel:
Das würde bei einem Körpergewicht, von 20 kg, wie meine Labrador-Hündin Lina es hat bedeuten,
Lina bekäme 40 Tabletten.
Hierbei ist überhaupt nicht klar, wann es zu einer Überdosierung kommen kann.
DAHER – FINGER WEG!

Impfstoff gegen Giardien

Der Vollständigkeit halber möchte ich noch ausführen,
dass es auch einen Impfstoff gegen Giardien gibt, – GiardiaVax.
Der Impfstoffhersteller ist Fort Dodge, mit Sitz in der USA.
Dieser Impfstoff, ist in Deutschland allerdings nicht zugelassen und
eine Einfuhr durch eine internationale Apotheke ist nicht erlaubt.

Insgesamt ist die Wirkungsweise des Impfstoffs, auf Grundlage inaktivierter Giardien-Trophozoiten umstritten.

Behandlungsintervalle

  • In der Regel wird der Hund an 5 aufeinander folgenden Tagen mit dem entsprechenden Medikament behandelt. Es gilt natürlich immer die entsprechende Absprache mit dem Tierarzt.
  • Dann erfolgt eine Pause von 3 Tagen.
  • Daran schließt sich dann eine fünftägige Wiederholung der medikamentösen Behandlung an.
  • Anschließend werden 14 Tage Pause eingehalten und die Behandlung beginnt von vorne,
    um eine mögliche Reinfektion zu vermeiden.

Anschließend wird über eine Kotuntersuchung überprüft, ob die Behandlung den gewünschten Erfolg erzielt hat.
Gegebenenfalls muss die medikamentöse Behandlung erneut durchgeführt werden.

Hier lehnt man sich in der Behandlung einer Giardieninfektion, an das Entwurmungsschema an.
Bei einer Entwurmung wird eine Behandlungspause eingelegt, um in einer nächsten Entwurmung die herangereiften Würmer abzutöten.

Giardien vermehren sich aber fortwährend durch Teilung.
Bei einer Behandlungspause nach 5 Tagen, vermehren sich die verbleibenden Giardien also weiter. 

Daher ist oftmals eine längere, medikamentöse Behandlung zum Beispiel mit Panacur, sinnvoller.

Hygiene-Maßnahmen

Zunächst:
Trage bei allen Maßnahmen, bei denen du mit Kot in Kontakt kommst, – Handschuhe! Entsorge die Handschuhe anschließend!

  • Alles was du entsorgst, zum Beispiel: Handschuhe, Papiertücher, Futterreste, Feuchttücher, Einmal-Putzlappen,
    packe in einen separaten Müllbeutel, den du anschließend fest verschließt.
    Es dürften keine Fliegen an diese infektiösen Dinge kommen.
    Denn sonst würden die Fliegen, über ihre Beine und den Saugrüssel, Giardien auf Nahrungsmittel und in der unmittelbaren Umgebung weiter verbreiten. 
  • Nutze entsprechende Reinigungsmittel, die bei einer Giardieninfektion geeignet sind.

Leider werden von Tierärzten und auch von anderen Hundehaltern immer noch folgende Desinfektionsmittel empfohlen:

  • Sagrotan
  • ViPIBaX
  • GiardienEx
  • Halamid 
  • Danklorix 
  • oder Desinfektionsmittel für die Waschmaschine

Diese Mittel wirken alle nicht bei einer Giardien-Infektion.

Denn zwar enthalten einige Reiniger auch Chlorid, etwa der Reiniger Halamid, in ihm ist Natriumhypochlorid enthalten,
eine Wirksamkeit ist aber NUR bei Chlor-Kresol nachgewiesen.

Orientiere dich daher an der DVG, die deutsche Veterinärmedizinische Gesellschaft.
Sie testet Desinfektionsmittel auf ihre Wirksamkeit gegen verschiedene Erreger und eben auch auf parasitäre Einzeller, wie die Giardien.

Klicke „HIER“ für die Liste, der von der DVG geprüften Desinfektionsmittel.

In der Spalte 8b, zu parasitären Einzellern, findest du entsprechende Desinfektionsmittel die zur Bekämpfung empfohlen werden.
Diese Tests haben ergeben, dass nur Chlor-Kresol gegen Giardien wirksam ist. Leider keine andere Chlorverbindung!

Unter diesem Link, der dich zu den Desinfektionsmitteln leitet, kannst du auch nach Produktnamen wie „Halamid“ suchen.
Ist in Spalte 8b, keine Anmerkung gemacht, dann ist es, wie hier bei „Halamid“ nicht gegen Giardien wirksam.
Stattdessen findest du einen Eintrag unter „Behüllte Viren“ und das entsprechende Gebrauchskonzentrat.

Damit Chlor-Kresol überhaupt effektiv bei einem Giardien-Befall wirkt, muss mindestens 400 ml der Desinfektionslösung
pro m2 aufgetragen werden und 2 Stunden einwirken.

Die angegebene Einwirkungszeit und die Mindestausbringmenge von 400ml Desinfektionsmittellösung pro Quatratmeter, sind grundsätzlich zu beachten,
damit das Desinfektionsmittel seine volle Wirksamkeit entfaltet.

Geeignete Desinfektionsmittel, die von der DVG geprüft wurden, sind unter anderem, noch die folgenden: 

  • ALDOVET KOK von Lysoform Vetfarm GmbH
  • ALDECOC CMK von Ewambo Chemikalien GmbH & Co. KG
  • Ascarosteril AB von Kesla Pharma Wolfen GmbH
  • Bergodes komplett von Bergophor 
  • Calgonid Sterizid von Calvatis GmbH
  • Endosan forte von Schaumann 
  • Germicidan kok / Germizidan kok forte von Anti Germ
  • Hygifarm deseptin pro von BSL (Betriebsmittel Service und Logistik GmbH & Co. KG )
  • Interkokask von Interhygiene GmbH

Eine Reinigung mit Chlor-Kresol in der Wohnung ist damit aber nahezu unmöglich.
Denn die wenigsten Materialien sind so strapazierfähig und belastbar, dass sie eine Anwendung mit Chlor-Kresol unbeschadet überstehen würden.
Daher wird Chlor-Kresol nur in Zwingern und in Stallungen angewandt.

Grundsätzliche Reinigungsmaßnahmen in der Wohnung

  • Sammle und entsorge den Hundekot im geschlossenen Plastikbeutel über den Hausmüll.
  • Reinige alle, mit Kot verunreinigten Oberflächen (sowohl Böden, als auch Wände) regelmäßig und peinlich genau.
  • Verwende Futter- und Wassernäpfe aus Metall.
    Reinige diese täglich mit kochendem Wasser oder bei 70 °C in der Spülmaschine.
  • Wasche Hundedecken und -kissen möglichst täglich,  in der Kochwäsche.
  • Die Transportbox deines Hundes wasche ebenfalls täglich mit möglichst heißem Wasser aus.
  • Hundespielzeug aus Hartplastik, Kautschuk oder ähnlichem, reinige mit kochendem Wasser oder in der Spülmaschine bei 70°C.
    Ist eine entsprechende Reinigung nicht möglich, entsorge das Spielzeug oder packe es in eine Mülltüte und friere das Spielzeug gut verpackt ein.
    (siehe unten)
  • Wasche alle Waschlappen und Handtücher täglich bei 90° C.
  • Ebenso halte Schrubber, Putzeimer und Putzlappen täglich peinlich sauber!
  • Dinge, die nicht entsorgt werden sollen, aber auch nicht entsprechend der besprochenen Reinigungsmaßnahmen zu behandeln sind, lege in die Gefriertruhe.
    Bei -20°C werden Giardien in ca. 10 Stunden abgetötet.
    In der Regel liegt die Temperatur im Gefrierschrank bei – 18°C, so dass du die Anwendung entsprechend verlängern solltest.
  • Das gleiche geht natürlich auch mit Hitze. Besitzt du eine Sauna? Dann heize die Saune auf 80 °C trocken auf und bringe alles dort hinein.
    Anschließend belasse die Gegenstände eine Stunde in der Hitze. 

Wichtig ist bei der Reinigung aller Gegenstände und Oberflächen, dass diese anschließend vollständig abtrocknen!

Die Nutzung eines Dampfreinigers

Vielfach wird auch zur Reinigung der Wohnung, bei einer Giardien-Infektion, ein Dampfreinigungs-Gerät empfohlen.

Denn der Dampf der aus der Düse des Reinigungs-Gerätes kommt liegt meist um 100°C und Giardienzysten sterben in der Außenwelt bei einer Temperatur über 70°C ab.

Allerdings rate ich trotzdem von einer Anschaffung eines Dampfreinigung-Gerätes für diese Zwecke ab.

Auch wenn die Temperatur an der Düse des Gerätes um 100°C liegt, kühlt der Dampf bei dem Kontakt mit Oberflächen sehr schnell ab.

Um Zysten wirklich abzutöten, müßtest du daher jeden Quadratzentimeter einer Oberfläche, lange Zeit mit dem Dampfstrahl bearbeiten,
um zum Beispiel auf Böden eine hohe Temperatur zu erreichen, damit Giardien-Zysten zuverlässig absterben.

Dies ist, wenn überhaupt, nur auf unempfindlichen Oberflächen, wie Fliesenboden umsetzbar.

Eher gefährlich ist auch eine Anwendung auf Gewebeflächen, wie zum Beispiel, Postermöbeln und Teppichböden.
Hier schaffst du mit dem Dampf ein eher feucht-warmes Klima für Giardien, in denen sie besonders lange überleben.

Bekämpfung von Giardien mit Hilfe von Ozon

Bei Menschen löst das Wort „Ozon“ oft erst einmal negative Gefühle aus.
Denn von einer „Ozonbelastung“ wird meist in Zusammenhang von Smog und Luftverschmutzung gesprochen.
Doch dies hängt damit zusammen, dass sich Ozon mit Schadstoffen verbindet und diese neutralisiert. 

Sie zerfallen in Wasser, Schwefel, Kohlendioxid, Stickstoff und Sauerstoff. 

Ozon ist daher eigentlich ein natürlicher Luftreiniger.
Ohne ihn wäre ein Leben auf der Erde gar nicht möglich. 

Ozon ist ein farbloses und instabiles Gas. Es ist eine besondere Form von Sauerstoff, da es drei lose Sauerstoffatome besitzt.
Daher wird Ozon auch als Aktiv-Sauerstoff bezeichnet.

Über ein spezielles Gerät wird Ozon zur Abtötung, Entkeimung und Desinfektion eingesetzt.
Mit Ozon werden unter anderem Giardien, Milben, Viren, Bakterien und Schimmelpilzsporen bekämpft und
das auf Teppichen, Polstern ebenso wie auf Böden, an Wenden und Decken.

Ozon ist das wirksamste Desinfektionsmittel überhaupt. 

Das Gas dringt in jede Ritze und gelangt in den hintersten Winkel, etwa auch hinter Fußleisten.
Daher wird es auch zur Bekämpfung von Flöhen eingesetzt, um Larven und Eier überall in der Wohnung abzutöten.

Durch den Einsatz von Ozon werden alle Räume zuverlässig desinfiziert.
Gleichzeitig natürlich auch alle Oberflächen und Gegenstände die sich im Raum befinden, etwa Liegeplätze (Hundedecke und Hundkörbchen),
Spielzeuge und die Transportbox des Hundes.

Wirkungsweise von Ozon

Ozon kann nicht gelagert oder wie andere Gase in Druckflaschen gekauft werden, da es nach 20 Minuten zu Sauerstoff zerfällt.
So muss Ozon durch einen Ozon-Generator vor Ort aus Sauerstoff- und Stickstoff-Mischungen erzeugt werden.

Ozon durchdringt bei Giardien, Viren etc. die äußere Zellwand und gelangt so ins Innere der Zelle.
Hier schädigt Ozon die DNA und schädigt somit die gesamte Zelle, die schließlich abstirbt.

Auswahl des Ozon-Gerätes

Bei der Anwendung des Ozongenerators gehen die Meinungen hinsichtlich der richtigen Technik auseinander.
Besonders empfehlenswert scheinen Generatoren zu sein, die rein mit UV-C Technik arbeiten.

Arbeiten die Generatoren stattdessen mit Hilfe elektrischer Entladung über Keramikplatten, produzieren sie als Nebenprodukt Stickoxyde. Diese sind krebserregend.
Allerdings muss nach der Ozon-Anwendung entsprechend lange gelüftet werden, so dass eine Stickstoffbelastung nicht besonders ins Gewicht fallen sollte.

Für die Auswahl des richtigen Gerätes ist außerdem noch die Fläche des Raumes entscheidend, die sich auf eine Deckenhöhe von 2,80m bezieht.
Hieran wird schließlich die Einsatzzeit des Ozon-Gerätes im Raum bemessen.

Außerdem muss ein Ozongenerator eine Mindestmenge an Ozon pro Stunde erzeugen, damit eine Desinfektion erfolgreich sein kann.
Diese liegt bei mindestens 5.000mg Ozon pro Stunde.

Vor dem Einsatz des Ozongenerators solltest du die Luftfeuchtigkeit messen.
In Räumen mit einer sehr hohen Luftfeuchtigkeit, also von über 45 % Luftfeuchtigkeit sollte das Ozongerät nicht zum Einsatz kommen,
denn hier können kleinere Mengen Salpeter gebildet werden.

Der Normalwert in Räumen, liegt bei 20 °C in der Regel zwischen 40 – 60 %.
Eine Ozonisierung darf nur bei max. 45% erfolgen. 

Liegt die Raumfeuchtigkeit über dem empfohlenen Wert, sollte der Raum zunächst entfeuchtet werden. 

Messen kannst du die Luftfeuchtigkeit, mit einem Feuchtigkeitsmesser. Für einen entsprechenden Feuchtigkeitsmesser*, klicke „HIER“.

Was du grundsätzlich bei der Anwendung von Ozon beachtet solltest:

  • Das Volumen des Raumes! Nicht nur seine Größe! 
  • die Intensität der Verschmutzungen, etwa durch: Schimmel, Gerüche, Viren, Pilze, Giardien usw.
  • die Raumtemperatur
  • die Luftfeuchtigkeit (max. 45 %)
  • die Materialien im Raum, etwa Holz, Stoff usw.
  • und damit die Saugfähigkeit der Materialien im Raum
  • die Geräteleistung des Ozon-   Generators

Was du noch zur Ozon-Behandlung wissen solltest

  • In dem Raum, der mit Ozon desinfiziert wird, sollten sich keine Menschen, Tiere oder Pflanzen befinden.
  • Ozon hat einen chlorähnlichen Geruch und reizt die Atemwege.
  • Ozon kann kurzzeitig zu:
    Kopfschmerzen und
    Reizungen der Augen
    führen.
  • Daher ist es wichtig, Zeit vergehen zu lassen, bevor du den behandelten Raum wieder betrittst und anschließend solltest du den Raum gut lüften.

So führst du eine Desinfektion in deiner Wohnung durch

  1. Du beginnst im Schlafzimmer.
    Hier öffnest du alle Schubladen und Schränke.
    Die auf Kleiderbügeln hängende Kleidung schiebe auseinander, so dass sie luftig hängt und das Ozon später überall gut hinkommt.
    Alle andere Garderobe hänge so weit es geht ebenfalls auf Bügel.
    Die übrigen Textilien, lege so ab, dass das Ozon sie möglichst ganz umhüllen kann, etwa weil sie auf einem Wäscheständer liegen.
    Auch Teppiche, Matten und Läufer, hänge auf, so dass auch sie ganz vom Ozon eingehüllt werden können.
    Hebe Möbel nach möglich an, sodass du Keile unter sie schieben kannst, damit auch hier das Ozon überall hingelangen kann.
  2. Anschließend stelle eine Leiter in die Mitte des Raumes und stelle das Ozon-Gerät darauf. Ozon ist schwerer als Luft.
    Ozon sinkt also zu Boden. Daher erfolgt eine Konzentration von unten nach oben.
    Hilfreich kann hier zusätzlich auch die Nutzung eines Ventilators sein, der das Ozon im Raum besser verteilt.
    Nutze ebenfalls eine Zeitschaltuhr, die du nach der Raumgröße programmierst.
    So schaltet sich das Gerät selbständig ab und du kannst die „Ruhezeit“ nach der Anwendung entspannt einhalten,
    ohne den Raum während des Gebrauchs zu betreten, um den Ozon-Generator auszuschalten.
    Schalte nun das Ozon-Gerät ein und verlasse den Raum.Meist ist es nicht nötig, Fenster, Türschlitze und Schlüssellöcher der Tür abzukleben.
    Das wäre nur sinnvoll, wenn eine Luftzirkulation, das übliche Maß überschreiten würde, etwa weil Türschlitze einen größeren Spalten bieten, als üblich.
  3. Bei einer Raumtemperatur von 20 °C liegt die Halbwertzeit von Ozon bei etwa 30 Minuten.Die Halbwertzeit gibt an, in welcher Zeit sich die Anfangskonzentration, hier von Ozon, genau um die Hälfte verringert hat.
    Daher ist es wichtig, dass du mindestens 30 Minuten wartest, bevor du den ozonisierten Raum wieder betrittst.
    Erst dann hat sich Ozon wieder zur Hälfte in Sauerstoff umgewandelt.
    Nach diesen 30 Minuten gehen keine Gefahren mehr für Menschen oder Tiere vom Ozon aus.Gerade empfindliche Personen, sollten nachdem die Anwendung beendet ist, besser ca. 1 1/2 Stunden warten, bevor sie den Raum betreten.
    In dieser Zeit, baut sich das Ozon fast vollständig ab.Achte hier auch auf die Angaben und Hinweise des Herstellers deines Ozon-Generators.
  4. Nach der Ruhezeit, kannst du den Raum wieder betreten.
    Der chlorähnliche Geruch den du jetzt vielleicht noch wahrnimmst, ist ungefährlich. Dieser verfliegt nach ausgiebigem Lüften.
    Dabei tut auch der Ventilator noch einmal gute Dienste.
  5. Jetzt gilt es den Hund einmal im Badezimmer gut zu säubern und gegebenenfalls zu duschen.
    Nutze hierfür am Besten chlor hexidindigluconathaltige Produkten, wie zum Beispiel dieses Shampoos für Haustiere: Klicke „Hier“: Clorexyderm Sh 4% 250, von I.C.F.*
    Anschließend rubbel oder föne deinen Hund gut trocken.
    Lasse ihn noch einen Moment im Badezimmer, bis du selbst gereinigt bist.
  6. Jetzt entkleide dich und bringe deine Kleidung in den nächsten Raum, der desinfiziert wird.
    Jetzt dusche ausgiebig und wasche dir auch die Haare
  7. Danach hole dir aus dem desinfizierten Schlafzimmer deine frische Kleidung und bringe deinen Hund hier hinein.
  8. Nun desinfizierst du weiter jeden Raum. Denke hierbei auch an deinen PKW und die Garage.

Diese Desinfektion solltest du viermal mit der ganzen Wohnung und deinem Auto durchführen. 

Ist dein Hund erfolgreich behandelt worden und der Giardien-Kontroll-Test negativ, solltest du noch einmal die oben beschriebene Desinfektion, viermalig durchführen.

Die Firma „Medical Ozon“ bietet auf ihrer Homepage Leih-Ozongeräte an. Zur Webseite geht es mit einem Klick „Hier“ entlang.

Ebenso die Firma: „Shop tierisch-gute-Luft“. Zur Webseite geht es mit einem Klick „HIER“ entlang.

Und die Firma: Klimaplus, verleiht ebenfalls Ozongeräte. Zur Webseite geht es mit einem Klick „HIER“ entlang.

Bitte lasse dich vor der Bestellung eines Leih-Ozon-Generators entsprechend beraten. 

Hygienemaßnahmen im Garten

Gerade bei Welpen in der Sauberkeitserziehung wird gerne der eigene Garten für dieses Training genutzt.
Doch auch der ältere Hund ist es vielleicht gewohnt, sich im Garten hin und wieder zu lösen.

  • Sammle auch hier den Hundekot ein und entsorge ihn, im geschlossenen Kot-Beutel über den Hausmüll.
  • Um eine Reinfektion zu vermeiden, übergieße die Kotstelle anschließend entweder mit heißem Wasser oder bestreue die Stelle mit Kalk aus dem Baumarkt.
  • Hunde nehmen Giardien häufig durch verschmutztes Trinkwasser auf.
    Daher entsorge abgestandenes Wasser, zum Beispiel aus Gießkannen, Trinkschalen für Vögel oder Igel, sorgfältig.
    Gleichzeitig mache Stellen im Garten, in denen Wasser länger steht, etwa in Pfützen oder Tümpeln, für deinen Hund unzugänglich.

Hygienemaßnahmen beim Welpen

Bespreche dich im Falle einer Giardieninfektion deines Welpen, unbedingt mit einem erfahrenen Hundetrainer.
Wenn ich dir helfen kann, schreibe mir gerne an: lernpfote@web.de 

Dann schauen wir gemeinsam, wie wir die Entwicklung deines Welpens, trotz der besonderen Situation, optimal fördern.
Denn trotz der penibel einzuhaltenden Hygienmaßnahmen braucht der Welpe einen ausreichenden, liebevollen Kontakt zu dir als Halter und anderen Hunden.

Hygienemaßnahmen beim Hund

  • Reinige den Po deines Hundes, nach jedem Stuhlgang mit feuchten Tüchern.
    Zum Beispiel mit Feuchttüchern für Babys.
    Diese verpacke nach der Nutzung in einen Müllbeutel und verschließe ihn gut, so daß keine Fliegen an die infektiösen Tücher kommen.
    Durch das Sauberhalten des Hundepos verhinderst du eine Reinfektion über den eigenen Hundekot, durch Belecken.
  • Ist der Po deines Hundes oft verunreinigt, was häufig bei langhaarigen Rassen vorkommen kann, schneide das Fell im Analbereich kurz. 
  • Ist dein Hund noch von Durchfällen geplagt, solltest du ihn öfter baden und shampoonieren.
    So reinigst du sein Fell regelmäßig von Kotresten, auch damit vermeidest du eine Reinfektion, über das Belecken des eigenen Fells.
    Nutze hierfür am Besten chlorhexidindigluconathaltige Produkten, wie zum Beispiel dieses Shampoos für Haustiere: Klicke dafür „HIER“ Clorexyderm Sh 4% 250, von I.C.F.*
  • Schaffe mehrere Futter- und Wassernäpfe für deinen Hund an, die du im Wechsel nutzt. So können die einen immer vollständig abtrocknen und die anderen kannst du sofort wieder nutzen.
  • Wechsel mehrmals täglich das Trinkwasser.

Vorsichtsmaßnahmen im Hundekontakt

  • Auf den Gassirunden mit deinem Hund, lasse ihn nicht zu anderen Hunden und warne auch andere Hundebesitzer davor ihren Hund näherkommen zu lassen.
    Direkter Hundekontakt ist bis auf weiteres nicht erlaubt.
    Hier kann eine Schmierinfektion die Giardien immer weiter verbreiten. 
  • Auch ein Besuch der Hundeschule, dem Hundeverein oder der Welpenstunde, ebenso wie der Besuch von Hundewiesen, muss erst einmal ausgesetzt werden.
    Bietet deine Hundeschule ausschließlich ein Hundetraining vor Ort an, melde dich gerne bei mir, denn ich biete auch Hundetraining über alle Grenzen hinweg an.
    Schreibe mir dazu einfach eine Mail an lernpfote@web.de .
  • Geht dein Hund tagsüber in die Hundetagesstätte oder nutzt du regelmäßig eine Hundepension, bespreche den weiteren Besuch, mit dem Personal vor Ort.
  • Ist dein Hund in einem festen Rhythmus beim Hundefriseur, kläre auch mit ihm, die weiteren Besuche zum Trimmen oder der Fellpflege, ab.
  • Bist du mit deinem Hund unterwegs, benutze keine Wassernäpfe, an denen andere Hunde ebenfalls ihren Durst stillen.
    Etwa vor Supermärkten, Boutiquen oder an Raststätten und in Restaurants.

Beim Giardienbefall, füttere bitte keine Karottensuppe!

Oftmals wird die Mororsche Karottensuppe zur unterstützenden Behandlung bei einer Giardieninfektion empfohlen.

In einer Studie aus dem Jahre 2009, führte die Therapie von Durchfällen bei antibiotika-resistenten Bakterien, mit der Karottensuppe, zu einem großen Therapieerfolg.
Eine Behandlung von Durchfall-Bakterien, läßt sich auf eine Infektion mit Giardien aber nicht übertragen.
Denn die Struktur von Giardien ist eine völlig andere, als die Struktur von Bakterien.

Durchfallbakterien haben Rezeptoren, die an die Zuckermoleküle andockt, die bei dem langen Kochen von Möhren entstehen.
Sind die Rezeptoren besetzt, können die Durchfallbakterien nicht mehr an der Darmwand andocken und hier Toxine freisetzen.

Anders verhält es sich mit Giardien. Sie besitzen eine birnenförmige Struktur mit Auslegern, die wie Fäden oder Linien aussehen.
Giardien werden daher auch Flagellaten oder Geißeltiere genannt.

Giardien können mit ihren Auslegern nicht statt an der Darmwand, an die Zuckermoleküle der Karottensuppe andocken.
Daher bleibt die Moro-Suppe bei einer Giardien-Infektion wirkungslos.

Mit der Karottensuppe erreichst du bei einem Giardienbefall eher das Gegenteil, nämlich eine Verschlimmerung.
Weil Karotten viele Kohlenhydrate enthalten.
Über das lange Kochen für die Moro-Suppe, sind diese auch noch sehr aufgespalten, damit sie besser verdaut werden können
und der entsprechende Effekt bei den Durchfallbakterien eintritt.

Der Effekt bei Giardien ist jetzt nicht ein Andocken an die Zuckermoleküle und ihr Abtransport, sondern von den Zuckermolekülen ernähren sich Giardien.

Denn, Giardien verwenden die Glukose (Traubenzucker) aus den Kohlenhydraten für ihr Wachstum und zur Fortpflanzung.
Sie treffen also bei der Fütterung der Moro-Suppe, auf ein wahres Schlaraffenland.

Darum ist es wichtig, deinen Hund bei einer Infektion mit Giardien, auf eine kohlenhydratarme Ernährung umzustellen.

Quelle:

http://kritische-tiermedizin.de/ernaehrung/karotten.htm

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC45341/

Möglichkeiten der Ernährung bei einer Giardiose

Es ist gut, den Hund bei einer Giardiose, auf Frischfutter umzustellen.
Weil Giardien ihre Energie aus Kohlehydraten ziehen, ist Trockenfutter als Futtermittel jetzt ungeeignet.
In Trockenfutter ist herstellungsbedingt immer eine bestimmte Menge an Kohlenhydraten enthalten, um die Pressung des Futters zu gewährleisten.

Zum Verständnis:

  • Kohlenhydrate meint: pflanzliche Einfach-, Doppel- oder Mehrfachzucker
  • Stärke ist Kohlenhydrat-Einfachzucker

Kohlenhydrate sind in:

  • Getreide: wie Reis, Mais, Weizen, Hirse, Roggen, Gerste und Hafer
  • Pseudogetreide: wie Amarant, Buchweizen, Quinoa und Chiasamen.
  • Getreideprodukten: wie Hunde-Kekse, Nudeln, Haferflocken etc.
  • Obst: besonders in Banane, Apfel, Birne,
  • Gemüse: Kartoffeln und Süßkartoffeln, Hülsenfrüchte, Tapioka (Manko) und Zuckerrüben.

Neben der Deklaration „Getreide“, findest du auf dem Etikett auch andere Beschreibungen, etwa:
Cerealien, Getreideflocken, Getreidemehl, Getreideprotein, gemahlenes Getreide, Vollkorngetreide, Getreidemehl aus geschälter Saat, Getreidefuttermehl, Getreideschälkleie, Getreidegrieß, Getreideklebermehl, Getreidegrütze, Getreidekeimfutter ,Getreidekleberfutter, Getreidegrießkleie, Getreidekleie, Getreideschrot, Getreidestärke, Getreidefaser, Getreidekleber, Getreide (geschält), Getreidemalzmehl, hydrolisierte Stärke.

Auf dem Etikett von Hundefutter muss kein Hinweis auf die enthaltenen Kohlenhydrate deklariert werden.

Aus der Stärke wird im Dünndarm deines Hundes aber das Enzym Amylase, – also Zucker. 

Dosenfutter

Erhält dein Hund Futter aus der Dose, – dann sei auch hier achtsam, denn teilweise ist der Anteil der Stärke in diesem Futter ebenfalls hoch. 

Berechnung des Kohlenhydrat-Anteils im Futter

Du kannst den Kohlenhydrat-Anteil deines Futters auch selbst berechnen.

Dazu nutze folgende Formel:

(Rohprotein % + Rohfett % + Rohasche % + Feuchtigkeit %)n – 100 % = Kohlenhydrate %

Ist beim Trockenfutter die Feuchtigkeit nicht angegeben, kannst du von einem 7 % – Anteil ausgehen.

Gut ist anschließend ein errechneter Wert an Kohlenhydraten, der unter 10 % liegt.

 

Giardien lassen sich zwar durch die Reduktion von Kohlenhydraten nicht aushungern, allerdings wird die eigentliche Behandlung damit sehr unterstützt.

Grundsätzlich empfiehlt sich unter einer Behandlung der Giardiose eine leicht verdauliche, selbstgekochte Schonkost oder die Umstellung auf BARF.

Hierbei ist es natürlich wichtig, auf stärkehaltige Lebensmittel zu verzichten.

Allgemeine Ernährungsempfehlungen bei Giardiose

Studien zeigen, dass bestimmte Flavonoide sehr gut gegen Giardien helfen.

Flavanole sind Pflanzenstoffe, die in vielen pflanzlichen Lebensmitteln enthalten sind.

Hier sollte man Sorten wählen, die einen geringen Anteil an Kohlenhydraten aufweisen.

Flavonoidreich und kohlenhydratarm ist: 

  • Feldsalat
  • Lollo Rosso
  • Endiviensalat
  • Kopfsalat
  • Radicchio
  • Eichblattsalat
  • Chicorée
  • Eisbergsalat
  • Römersalat
  • Mangold
  • Brennnesseln
  • Sellerie
  • Blattspinat
  • Brokkoli
  • Ruccola
  • Fenchel
  • Borretsch

Zusätzlich unterstützen die Darmflora: Pansen oder Blättermagen.

Kräuter, die bei einer Giardien-Infektion besonders wirksam sind: 

  • Minze
  • Brunnenkresse
  • Basilikum
  • Rosmarin
  • Knoblauch
  • Oregano
  • Majoran
  • Dill
  • Petersilie
  • wilder Thymian
  • Thymian
  • Nelken
  • Grapefruitkernextrakt

Folgende Fleisch- und Fischsorten sind empfehlenswert:

  • Lamm
  • Kaninchen
  • Kalbfleisch
  • Pute
  • Hühnchen
  • Seelachs
  • Kabeljau
  • Zander
  • Sprotte

Obst:
Wie schon beschrieben, solltest du nach Möglichkeit auf Kohlenhydrate verzichten.
Daher biete deinem Hund, Obst nur in Maßen an.
Etwa:

  • Blaubeeren
  • Himbeeren
  • Brombeeren
  • Boskoop Äpfel

Öl:

Die Zubereitung 

Bei Darmproblemen, wie sie unter der Infektion von Giardien auftreten, solltest du, Gemüse, Fisch und Fleisch, immer garen oder kochen.
Gekochtes Fleisch ist für den Hund bekömmlicher, weil die Eiweiße im Fleisch hierbei schon durch die Verarbeitung, also das Kochen oder Garen,
in ihrer Struktur aufgeschlossen werden.

Die Futterrationen halte klein und füttere lieber sechs kleine Mahlzeiten, die du gut pürierst!
So machst du es dem Magen- und Darmtrakt deines Hundes leichter, alles zu verdauen, ohne ihn zu überlasten. 

Kohlenhydratarm – nicht allgemein gültig!

Leidet dein Hund akut an schwerem Durchfall mit einem hohen Flüssigkeitsverlust, muss zunächst sein Stoffwechsel aufrechterhalten werden.

Denn mit dem Verlust an Flüssigkeit, verliert der Hund auch wichtige Nährstoffe, wie etwa Kalium.
Kalium reguliert unter anderem den Herzschlag.

Häufige Durchfälle sind für alle Tiere sehr belastend, besonders betrifft es aber Welpen und Seniorhunde.
Hier ist es oft notwendig über Kohlenhydrate den Allgemeinzustand des Hundes zu verbessern und zu stabilisieren.

Ist dein Hund sehr dehydriert, also ausgetrocknet, weil er immer wieder wässrigen Durchfall hat,
muss der hohe Flüssigkeitsverlust über eine Elektrolytlösung ausgeglichen werden.

Eine Dehydrierung, also Austrocknung erkennst du an:

  • Müdigkeit
  • Schwäche
  • Abgeschlagenheit
  • Kopfschmerzen
  • Schwindel
  • bis hin zur Ohnmacht.

Hier liefert Zucker, Energie die schnell zur Verfügung steht, um einen kritischen Zustand des Hundes zu verbessern.  

Es würde eine fertige Glucoselösung aus der Apotheke helfen.
Diese kannst du rezeptfrei erwerben.
Die fertige Lösung wird nur in Wasser eingerührt. 

Anmerkung:
Es gibt keine bestimmte Elektrolytlösung* für Hunde. Hier verwendet man die, die auch der Mensch erhalten würde.

Elektrolytlösung selbstgemacht

Eine Elektrolytlösung kannst du auch selbst herstellen. 

Zutaten:

  • 1 Liter Wasser 
  • 1 gestrichener Teelöffel Kochsalz
  • 8 Teelöffel Zucker (gut wäre hier Traubenzucker)

– alles mit einander vermischen, so daß das Salz und der Zucker gut aufgelöst sind.

Möchte dein Hund die Lösung nicht trinken, kannst du sie ihm auch mittels einer Einwegspritze ohne Nadel, direkt ins Maul gebe.
Spritze hier die Lösung in seine Wangentasche und nicht direkt auf die Zunge oder in den Rachen, damit er sich nicht verschluckt.

Besprich dich in Fragen der Gesundheit deines Hundes immer mit deinem Tierarzt oder mit einem erfahrenen Tierheilpraktiker.
Gerade wenn es um eine Durchfallerkrankung bei deinem Hund geht, weil hierunter der Gesundheitszustand schnell kritisch werden kann.

Vielleicht ist das Thema „Durchfall beim Hund“, für dich ebenfalls interessant. Dann findest du weitere Informationen hier:
Die Podcast-Folge 037: „Durchfall beim Hund“, dafür klicke „HIER“.
Für den entsprechenden Blogbeitrag: „Durchfall beim Hund“, klicke „HIER“.

 

Ernährung durch BARF

BARF steht für biologisch, artgererechte Rohfütterung.
Diese Ernährungsform wird von vielen Besitzern kohlenhydratarm gefüttert und kann auch bis hin zur kohlenhydratfreien Ernährung reichen.

Hier kann die Fütterung individuell an die Umstände und den Gesundheitszustand des Hundes angepaßt werden,
weil die einzelnen Komponenten, Fleisch, Gemüse, Obst und Fett etc., selbst zusammengestellt werden. 

Wurde der Hund über lange Zeit mit Trockenfutter gefüttert, können bei der Umstellung auf BARF Verdauungsprobleme auftreten.
Denn zum einen muss sich der Magen in der Produktion der Magensäure auf die neue Fütterung einstellen, zum anderen quillt im Magen kein Futter mehr auf.
Außerdem muss sich auch die Bauchspeicheldrüse umstellen.
War sie bisher mit der Verstoffwechselung von Kohlenhydraten aus dem Fertigfutter beschäftigt, ist dies unter BARF, in diesem Umfang nicht mehr nötig.

Denn es soll bei der Erkrankung an einer Gardiose, weitgehendst auf Kohlenhydrate verzichtet werden. 

Berechnung der richtigen Futtermenge 

Die optimale Futtermenge deines Hundes sollte 2% bis 4 % seines Körpergewichtes entsprechen.
Die Futtermenge ist immer abhängig vom Alter deines Hundes, seiner Größe und natürlich auch von seiner Aktivität.

Bei meiner erwachsenen Labrador-Hündin Lina mit 20 kg Körpergewicht, wären das bei einer Futtermenge von 3% ihres Gewichtes: 600 g pro Tag. 

Rechnung:

20 kg : 10 = 2 x 3 = 6 x 100 = 600 g Futtermenge pro Tag.

Möchtest du den ungefähren Futterbedarf für deinen Hund mal erreichen, dann setze sein Körpergewicht und je nach Aktivität etc, den Prozentsatz, in die folgende Formel ein:

? kg/Körpergewicht  : 10 = ? x  (%) = ? x 100 = ? g Futtermenge pro Tag

Umstellung auf BARF

Zunächst solltest du dem Organismus deines Hundes die Möglichkeit geben, die Mahlzeiten des Trockenfutters ganz zu verstoffwechseln,
um dann mit der neuen biologisch, artgerechten Rohfütterung zu beginnen.
Dafür ist es sinnvoll, den erwachsenen Hund vor der Gabe des neuen Futters, einen halben bis einen ganzen Tag fasten zu lassen.
So ist sichergestellt, das der Magen-Darm-Trakt leer ist.

Anders sieht es bei einem Welpen aus, auch da ist natürlich eine Umstellung möglich.
Doch ein Fasten ist bei Welpen nicht nötig. Beim Welpen, läßt du einfach die letzte Mahlzeit weg, bevor er das neue Futter erhält. 

Erhält dein Hund dann sein neues Futter, beginnst du zunächst mit magerem Fleisch, dass du entweder in kleine Stücke schneidest oder im gewolft anbietest.
Erst nach und nach kommen kleine Mengen an Fett hinzu.
Denn an Fett muss sich dein Hund in dieser Form erst gewöhnen.

Erst nach und nach werden die Fleischstücke größer und es kommen weitere Variationen hinzu,
wie etwa Pansen oder etwas Herz oder Leber, verschiedene Gemüsesorten, Öle und Zusätze.

Eine ausführliche Beschreibung wie man seinen Hund auf diese Fütterungsart umstellt, sprengt an dieser Stelle den Rahmen.

Bitte besprich dich hier mit einem erfahrenen Ernährungsberater in Sachen BARF.

Wenn du dich an dieser Stelle näher mit dem Thema BARF auseinander setzen möchtest, dann empfehle ich dir meine Podcast-Kollegin Ute Wadehn.
Ute Wadehn ist Ernährungsberaterin und Expertin für BARF, gleichzeitig Tierheilpraktikerin und schreibt einen Blog, klicke „HIER“ für den „BARF-Blog“,
den ich dir zu diesem Thema wärmstens empfehlen kann.
Und sie betreibt einen Podcast genau zu diesem Thema, mit dem Namen: „BARF-GUT – Der Podcast“, den findest bei iTunes und auch bei Spotify.

Ihre Kontaktdaten sind:

Ute Wadehn | Barf-Gut
Müllers Weg 4
26810 Westoverledingen

Tel.: +49. (0) 1520-3032781
E-Mail: info@barfgut.de

Weitere Möglichkeiten der Unterstützung bei einer Gardiose

Probiotika 

Unter einem Giardienbefall verändert sich immer auch die Darmflora. Und das – negativ!

Denn unter der Gabe des Antibiotikums werden nicht nur die Giardien abgetötet, sondern unter dem Antibiotikum, werden auch nützliche Darmbakterien vernichtet
oder zumindest so stark minimiert, dass es zu einem ungesunden Verhältnis der Darmbakterien kommt und damit gleichzeitig zu einer Veränderung der Darmflora.

Diese Unter- oder Überbesiedelung kann sowohl im Dickdarm, als auch im Dünndarm auftreten.

Um dies bereits unter der Antibiotika-Behandlung aufzufangen, kann man einer Fehlbesiedelung, mit der Gabe von Probiotika entgegensteuern.

Probiotika Gabe 

Das bedeutet, du solltest zeitgleich mit der Gabe eines Antibiotikums mindestens 14 Tage besser noch bis zu 4 Wochen, deinem Hund ein Probiotika geben,
um direkt nützliche Darmbaktierein zuzuführen.

Denn unter der Gabe von Probiotika lässt sich die Darmflora in gewissen Grenzen beeinflussen. 

Hierbei ist es wichtig, die Bakterien über mangensaftresistente Kapseln zu verabreichen.
Lösen sich die Kapseln schon im Magen auf, gelangen nicht genügend Bakterien in den Darm, wo sie eigentlich hin sollen. 

Leider enthalten viele Probiotika eine große Menge an (Trauben-)Zucker oder Stärke; wieder Kohlenhydrate, die die Nahrung für Giardien bilden.

Daher achte darauf, Produkte zu wählen, die so wenig Kohlenhydrate wie möglich enthalten.

Dabei setzt man häufig auf Synbiotika.
Dies ist eine Kombination aus Präbiotika, das sind unverdauliche Nahrungsbestandteile und Probiotika, das sind lebende Mikroorganismen.

Um einen wirklichen Wiederaufbau der Darmflora zu bewirken, solltest du deinem Hund, ein Synbiotika am besten über mindestens 4 Wochen verabreichen.

Meine Empfehlung ist hier: 

Das Präparat enthält sechs hochdosierte Milchsäurebakterien-Kulturen, die auch die Magenpassage überleben.

Vivomixx ist ein Nahrungsergänzungsmittel mit lebenden Milchsäurebakterien in hohen Konzentration.

Lasse dich bei einer gezielten Sanierung der Darmflora deines Hundes von einem Tierheilpraktiker mit dem Schwerpunkt „Darmflora“ unterstützen.

Kolostrum

Bei einem Befall mit Giardien hat sich bei Welpen und Junghunden, ebenso wie bei älteren Hunden, eine Gabe von Kolostrum* bewährt.

Kolostrum – was ist das?

Kolostrum, ist die erste Muttermilch (Erstmilch) nach der Geburt eines Kuhkälbchens.

Die besonderen Inhaltsstoffe des Kolostrum, versorgen das Jungtier mit einer hohen Konzentration an verschiedenen Stoffen,
wie den Immunglobulinen, sogenannten Antikörpern und auch mit Proteinen.
Sie alle spielen eine wichtige Rolle bei der Ausbildung des noch unreifen Immunsystem und dem Wachstum des Jungtieres.

Bei Wikipedia heisst es: „Das Kolostrum ( lat. colostrum) ist die Erstmilch für Säugetiere, die von der weiblichen Milchdrüse produziert wird, um das Neugeborene in den ersten Tagen optimal zu ernähren. Es wird auch als Vormilch, Kolostralmilch, Biestmilch (bei Kühen) oder Erstmilch bezeichnet und besteht aus Proteinen, Enzymen, Vitaminen, Mineralien, Wachstumsfaktoren, Aminosäuren und Antikörpern. Auf diese Weise wird die Stärkung und die Immunabwehr des Jungtieres unterstützt.“

Wofür ist das Kolostrum gut?

Die im Kolostrum enthaltenen Substanzen tragen dazu bei, das Immunsystem zu unterstützen.

Das Kolostrum enthält weiße Blutkörperchen, auch Leukozyten genannt.
Diese bilden Antikörper gegen Viren und Bakterien und schützen so das Neugeborene.

Dies scheint damit die wichtigste Aufgabe von Kolostrums zu sein.
Kolostrum liefert die gesamte Abwehrerfahrung der Mutter in Form dieser fertigen Antikörper. 

Im Kolostrum wurden Antikörper gegen:

  • Salmonellen,
  • Cryptosporidien,
  • Kolibakterien,
  • Shigella,
  • Streptococcus mutans,
  • Streptococcus pneumonia, und
  • Clostridien nachgewiesen.Untersuchungen belegen außerdem, dass Kolostrum Infektionen verhindert, von:
  • Enteroviren,
  • Rotaviren,
  • Haemophillus influenza und
  • Respiratory syncytial.

Das bedeutet, mit der Gabe von Kolostrum, geht das Immungedächtnis der Mutter, sofort auf den Säugling über.
Damit verlaufen Abwehrreaktionen, beim Baby oder Jungtier, rasch und präzise. 

Außerdem schützt es die Darmwand, fördert die Darmfunktion und unterstützt die Darmflora,
weil Kolostrum reich an „guten Bakterien“ wie Lactobacillus bifidus, ist.

Kolostrum enthält unter anderem:

  • langkettige Fettsäuren
  • Vitamine:
    * B1 (Thiamin),
    * B2 (Riboflavin),
    * B6 (Pyrodoxin),
    * B9 (Folsäure),
    * B12 (Cobalamin),
    * D3 (Cholecalciferol)
    * E (Tocopherol)
    * C (Ascorbinsäure)
    * A (Retinol),
    * Q10 (Ubichinon)
  • Mineralien und Spurenelemente, wie:
    * Zink,
    * Kupfer,
    * Kalzium,
    * Kalium
    * Magnesium
    * Selen
    * Eisen
    * Chrom
    * Natrium
  • Aminosäuren:
    * Alanin
    * Arigin
    * Citrulin
    * Cystin
    * Glutamin
    * Leicin
    * Prolin
    * Taurin
    * Tryptophan etc.
    – um nur einige zu nennen.

Gabe von Kolostrum

Von dem flüssigen LR Colostrum* erhält der Hund täglich 1/3 Teelöffel pro 10 kg Körpergewicht.

Möchtest du deinen Hund mit Kolostrum unterstützten, kannst du flüssiges Kolostrum
portionsweise in Eiswürfelformen oder Eiswürfeltüten einfrieren.
Außerdem kannst du auch Einwegspritzen mit der Tagesmenge aufziehen und diese einfrieren. 

Eingefroren ist Kolostrum 6 – 9 Monate haltbar.

Im Kühlschrank hält sich das aufgetaute Kolostrum anschließend 24 Stunden.
Nach dem Auftauen, bitte nicht wieder einfrieren!

Möchtest du deinem Hund statt des flüssigen Kolostrums lieber Kapseln oder Tabletten geben,
achte zunächst darauf, dass sie magensaftresistent sind, damit die wertvollen Inhaltsstoffe auch im Darm ankommen. 

Von dem Kolostrum Pulver muss dein Hund meist, die 4fache Menge des flüssigen Kolostrums erhalten. 

Anmerkung:

Solltest du deinen Hund noch mit Kolloidalem Silberwasser und MSM nach Swanie Simon gegen den Giardienbefall behandeln,
wie es weiter unten noch beschrieben wird, dann füttere das Kolostrum mit 2 Stunden Abstand zu diesen Mitteln.
Werden kolloidales Silberwasser und MSM gegen den Giardienbefall eingesetzt, dann hemmen sie den Bakterienwachstum und
unterscheiden dabei nicht zwischen guten und schlechten Bakterien.

Der naturheilkundliche Ansatz

Die Tierheilpraktikerin, Hundetrainerin und Autorin Swanie Simon, setzt bei der Behandlung von Giardien auf die Naturheilkunde.

Sie arbeitet mit:

Um heftige Durchfälle zu vermeiden, weil der Hundeorganismus sich auf diese Mittel erst einstellen muss, wird jedes Mittel eingeschlichen
und in einer möglichst niedrigen Dosierung verabreicht, so daß der Körper sich daran gewöhnen kann.

Trotzdem kann es unter einer Abtötung der Giardien, zu einer Erstverschlimmerung und damit zu Durchfall kommen.

Dosierung:

Kolloidales Silberwasser (KS)

Kolloidales Silberwasser darf nicht mit Metall in Berührung kommen.
Verwende daher immer einen Löffel oder einen Messbecher aus Kunststoff, Porzellan, Holz oder Glas.
Außerdem kannst du natürlich eine Plastik-Spritze ohne Nadel (Metall) verwenden.

  • Steigere KS von einem halben Teelöffel auf einen Teelöffel pro 10 kg Körpergewicht und Mahlzeit.
  • bzw. in der Umrechnung 1 Eßlöffel = 3 Teelöffel auf
    2 – 3 x täglich, 1 Eßlöffel KS

Das Kolloidale Silberwasser wird später im Wechsel mit dem Synbiotika verabreicht.
An einem Tag KS, am Folgetag Synbiotika.

Nach 4 Wochen minimiere die Menge des Kolloidalen Silberwassers wieder auf das Minimum, mit dem du begonnen hast.
Führe die Behandlung anschließend noch für mindestens 4 Wochen und nicht länger als 8 Wochen durch. 

MSM – organischer Schwefel

MSM verabreiche deinem Hund täglich.

Auch MSM solltest du zunächst einschleichen. Hierzu beginnst du mit der Hälfte der angegebenen Menge.

Der Abstand zum Synbiotika sollte zwei Stunden betragen.
MSM hemmt den Bakterienwachstum, kann aber nicht zwischen guten und schlechten Bakterien unterscheiden.
Daher ist es gut, wenn MSM zunächst vom Körper verarbeitet wird, bevor du das Synbiotika verabreichst.

Da du das Kollidiale Silberwasser und das Synbiotika in den Tagen versetzt gibst, schalten sich diese beiden Mittel, gegenseitig in ihrer Wirkung nicht aus.

Dosierung

  • 1/4 Teelöffel MSM pro 10 kg Körpergewicht des Hundes / pro Mahlzeit bzw. 2 – 3 x täglich.

Synbiotika

Auch das Synbiotika schleiche ein und zwar mit der Hälfte der angegebenen Menge ein.

Tagesdosis:

  • bei 10 kg Körpergewicht: 1 Messlöffel
  • bei mehr als 10 kg Körpergewicht: 2 – 3 Messlöffel

Teile die Dosis auf 2 Mahlzeiten auf und mische sie in das Futter.

Du kannst aber auch die Dosis mit etwas Wasser mischen und deinem Hund über die Einwegspritze ohne Nadel, direkt ins Maul geben.
Wie das geht, hatte ich schon beschrieben.
Beachte hier jedoch:
Im Darm kommt von den Bakterien am meisten an, wenn du sie über magensaftresistente Kapseln verabreichst.
Hierfür kannst du Leerkapseln selbst befüllen.
Allerdings eignen sich Leerkapseln nur zum Befüllen von Pulver, denn in Verbindung mit einer Flüssigkeit, löst sich die Kapsel auf. 

Klicke „Hier“ für eine Empfehlung zu entsprechenden Leerkapseln.*

Zu deren Befüllung arbeitet man, dann mit einem Kapselfüller.

Das entsprechendes Produkt eines Kapselfüllers*, findest du „HIER“. 

Wichtig bei der Selbstbefüllung von Kapseln:

  • Achte auf die Größe der Kapseln, sie sollten schluckbar sein
  • Die Kapsel muss die entsprechende Menge des Präparates aufnehmen, was du verfüllen möchtest.
    Ansonsten müßtest du deinem Hund mehrere Kapseln verabreichen, damit er auf die empfohlene Menge kommt.

Eine Video-Anleitung wie man Kapseln selbst befüllt, findest du „Hier“:


Quelle zu Tierheilpraktikerin, Hundetrainerin und Autorin Swanie Simon:
Für ihre Webseite „Drei-Hunde-Nacht“, klicke bitte „HIER“.

Die Kräuterbuttermilch – gegen den Giardienbefall

Als unterstützende Maßnahme, wird bei einem Giardienbefall, vielfach von Hundehaltern auch eine Kräuterbuttermilch empfohlen.

Häufig sollen aber bei der Gabe von Antibiotika, etwa Panacur keine Milchprodukte gefüttert werden
und oft werden Milchprodukte auch schlecht vertragen.
Gleichzeitig enthält Buttermilch oder auch Kefir, Milchzucker, der bei einem Giardienbefall ja eher kritisch zu sehen ist. 

Möchtest du die Kräuter gegen Giardien doch einsetzen, dann kannst du diese auch mit Fencheltee ansetzen. 

Für das Rezept „Anti-Giardien-Fenchel-Kräuter-Tee“ brauchst du:

  • 500 ml Fencheltee
  • 3 – 4 Eßlöffel Oregano (bio)
  • 3 – 4 Eßlöffel Thymian (bio)
  • 3 – 4 Eßlöffel Majoran (bio)

Alle Kräuter kannst du getrocknet verwenden oder kaufe sie im Blumentopf und trockne sie selbst.

Gebe die Kräuter in den halben Liter Fencheltee.
Vermenge alles und lasse ihn über Nacht im Kühlschrank gut durchziehen.
Seihe am nächsten Tag alles ab und bewahre den Fenchel-Kräuter-Tee im Kühlschrank auf.

Anwendung: 

  • Große Hunde, ab 20 kg Körpergewicht erhalten etwa 200 ml Tee pro Tag.
  • Mittelgroße Hunde, ab 10 kg Körpergewicht erhalten 100 ml – 150 ml pro Tag.
  • Kleine Hunde, erhalten zwei Eßlöffel, Fenchel-Kräuter-Tee pro Tag.

Sollte dein Hund den Tee nicht gerne trinken, dann kannst du ihm diesen auch über eine Einmalspritze ohne Nadeln ins Maul geben.
Wie das geht, ohne dass sich dein Hund verschluckt, hatte ich ja oben schon beschrieben. 

Was macht eine Kräutergabe so wertvoll?

Neben Oregano, Thymian und Majoran, kann man noch Kräuter anwenden, wie Bartflechte, Berberitzen, Langer Schwarzer Pfeffer und auch Dost.
Sie alle bekämpfen Einzeller wie Giardien und Kokzidien.

Die Wirkungsweise der Kräuter im Einzelnen: 

Oregano: 

  • wichtige Inhaltsstoffe: ätherische Öle, Vitamin C, B und K, Eisen, Magnesium und Zink
  • Wirkung: desinfizierend, antibakteriell, entzündungshemmend 

Thymian: 

  • wichtige Inhaltsstoffe: ätherische Öle, Gerbstoffe, Bitterstoffe, Vitamin C und Eisen, Flavonoide, Saponine
  • Wirkung: desinfizierend, antibakteriell, pilztötend

Majoran:

  • wichtige Inhaltsstoffe: ätherische Öle, Bitterstoffe, Gerbstoffe, Vitamin C und Zink
  • Wirkung: desinfizierend, antibakteriell, krampflösend,

Endlich giardienfrei 

Ist dein Hund durch einen Labortest, zuverlässig negativ getestet, darf er wieder Kontakt zu anderen Hunden haben.
Beachte jedoch, dass das Immunsystem deines Hund angegriffen und daher noch eine Zeitlang anfälliger für Infekte ist.

Du solltest jetzt auch unbedingt dafür sorgen, dass dein Hund nicht mehr aus Pfützen trinkt oder Kot von Pferden, Schafen, Rindern, Kaninchen etc. frisst.
Wenn ich dir beim Training helfen kann, melde dich gerne bei mir über die eMail-Adresse: lernpfote@web.de

Um sicher zu gehen, dass dein Hund die Infektion wirklich hinter sich gelassen hat, lasse noch 3 mal, im Abstand von 4 Wochen seinen Kot auf Giardien testen.

Eine Kontrolle auf Giardien und Würmer solltest du dann im wiederkehrenden Rhythmus, über eine Kotprobe, alle 3 Monate vornehmen lassen.

Wenn du gerne noch mal in das Thema „Würmer beim Hund“ einsteigen willst, empfehle ich dir den entsprechenden Blogbeitrag.
Für den BlogBeitrag: „Wurmkur beim Hund“ klicke bitte „HIER“.
Für die entsprechende Podcast-Folge, „027 Wurmkur beim Hund“, klicke bitte „HIER“.

Weitere Informationen  zur

  • Darmgesundheit 
  • Prophylaxe gegen die Giardiose
  • Stimulierung des Immunsystems und klar auch 
  • dessen Stärkung 
  • Und es wird noch mal spannend, wenn es um die möglichen Folgeerkrankungen nach einer Giardien-Infektion geht,

folgen!

Lass mich wissen, wenn du Fragen hast oder ich dir helfen kann.

Liebe Grüße
Stephani

Diesen Artikel kannst du dir auch kostenlos im Lernpfote-Podcast anhören. Wie?

Für den ersten Teil der Reihe, klicke einfach „Hier“ für die Folge 052 „Giardien beim Hund Teil 1“.

Klicke „HIER“ für den zweiten Teil, die Folge 053 „Giardien beim Hund Teil 2.“

Klicke „HIER“ für den dritten Teil, die Folge 054, „Giardien beim Hund Teil 3.“

Hast du Fragen oder Anregungen?

Dann schreibe mir gerne eine Email an lernpfote@web.de oder ein private Nachricht über die social Media Kanäle: Facebook oder Instagram und auch auf LinkedIn.

 

Dieser Blogbeitrag wurde veröffentlicht am 29. September 2020.
Erweitert und bearbeitet am 13. Oktober 2020 und 27. Oktober 2020.


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