INHALTSVERZEICHNIS
Das Wichtigste in Kürze
- Schnee wirft bis zu 80 Prozent der UV-Strahlung zurück. Für das menschliche Auge ist die Belastung über einer Schneedecke rund 16-mal so hoch wie ohne Schnee.
- Ein Sonnenbrand der Hornhaut ist beim Hund möglich. Als eigener Krankheitsfall beschrieben ist er in der Fachliteratur aber nicht.
- Gut belegt ist eine andere Augenerkrankung, bei der Sonnenlicht eine Rolle spielt: der Pannus.
- Kneift dein Hund nach einem Schneetag die Augen zusammen, tränt stark oder reibt sich, gehört er noch am selben Tag zur Tierärztin. Tropfen aus dem eigenen Schrank können dann mehr schaden als nützen.
- Eine Schutzbrille ist für Hunde mit Hornhauterkrankungen sinnvoll und für lange Touren im Hochgebirge überlegenswert. Der gesunde Hund beim Winterspaziergang im Flachland braucht keine.
Der erste richtige Skitag ist vorbei. Dein Hund ist stundenlang neben dir durch den Pulverschnee getobt, die Sonne stand hoch, und der Himmel war so blau, dass du selbst ohne Sonnenbrille keine fünf Minuten ausgehalten hättest. Am Abend in der Hütte liegt er auf seiner Decke, blinzelt, und eines seiner Augen tränt. Und dann kommt die Frage, die dich vielleicht hierher geführt hat: „Kann das von der Sonne kommen?“
Wölfe tragen in freier Natur keine Sonnenbrillen, und trotzdem ist die Frage berechtigt. Ein Wolf läuft nicht stundenlang über einen Gletscher, nur weil sein Mensch dort Ski fährt. Unsere Hunde begleiten uns in Höhen und auf Schneefelder, die sie sich selbst nie aussuchen würden.
In diesem Artikel erkläre ich dir, was Schnee mit dem Licht macht, wie du die Augen deines Hundes schützen kannst, was über Hundeaugen wirklich bekannt ist und was nicht. Du erfährst, woran du Augenprobleme erkennst, was du bis zur Tierarztpraxis tust und was du lieber lässt. Und weil ich auch Hundetrainerin bin, zeige ich dir am Ende, wann eine Hundebrille sinnvoll ist und wie dein Hund lernt, sie gern zu tragen.
Können Hunde schneeblind werden?
Die ehrliche Antwort hat zwei Teile. Möglich ist es: Die Hornhaut deines Hundes ist wie unsere eine dünne, klare Schicht, und starke ultraviolette Strahlung kann ihre oberste Zellschicht schädigen. Beschrieben ist ein solcher Fall beim Hund in der Fachliteratur aber nicht. Ich habe danach gesucht und keinen einzigen Fallbericht und keine Studie gefunden, die zeigt, wie oft das bei Hunden vorkommt, ab welcher Strahlenmenge es passiert oder wie es verläuft.
Gut belegt sind dagegen zwei andere Dinge: wie stark Schnee die Strahlung verstärkt, und eine Erkrankung des Hundeauges, bei der Sonnenlicht nachweislich eine Rolle spielt. Beides schauen wir uns jetzt an. Für dich heißt das schon an dieser Stelle: Augenbeschwerden nach einem Schneetag sind ernst zu nehmen, aber nicht automatisch ein Sonnenschaden.
Warum Schnee das Licht für die Augen so stark macht
Rasen und Asphalt schlucken den größten Teil des Sonnenlichts. Frischer Schnee dagegen wirft bis zu 80 Prozent der UV-Strahlung zurück (WHO). Das Licht trifft die Augen also nicht nur von oben, wo Stirn und Augenbrauen ein wenig Schatten geben, sondern auch von unten.
Wie viel das ausmacht, haben Forscher in Innsbruck für das menschliche Auge berechnet. Über einer geschlossenen Schneedecke ist die Strahlung, die eine Hornhautentzündung auslösen kann, rund 16-mal so hoch wie über schneefreiem Gelände (Blumthaler et al., 1985; Blumthaler et al., 1987). Für Hundeaugen hat das niemand gemessen. Dein Hund steht aber auf demselben Schnee wie du.
Höhe, Jahreszeit und Wolken
Mit jedem Höhenmeter wird die Luftschicht dünner, die einen Teil der Strahlung abfängt. Die WHO rechnet mit etwa 10 Prozent mehr Strahlung pro 1.000 Höhenmeter. Für den Anteil, der die Hornhaut reizt, sind es im Sommer zur Mittagszeit sogar 16 Prozent (Blumthaler et al., 1985), für die langwellige UV-A-Strahlung 8 bis 9 Prozent (Schmalwieser et al., 2019). Ein Tag auf 2.500 Metern ist für die Augen also etwas anderes als ein Spaziergang im verschneiten Stadtpark.
Dazu kommt die Jahreszeit. Mittags ist die Strahlung, die die Hornhaut reizt, im Sommer rund 17-mal so stark wie im Winter (Blumthaler et al., 1985). Am stärksten wird es deshalb, wenn im späten Winter und Frühjahr die Sonne schon hoch steht und in den Bergen noch Schnee liegt. Genau dann sind viele von uns mit ihren Hunden im Skiurlaub.
Und auf Wolken solltest du dich nicht verlassen. Dünne oder helle Wolken halten wenig ab und können die Strahlung durch Streuung sogar erhöhen (WHO).
Was bei einem Sonnenbrand der Hornhaut im Auge passiert
Beim Menschen ist die Schneeblindheit gut beschrieben. Ärzte nennen sie Photokeratitis, im Grunde ein Sonnenbrand der Hornhaut. Die Augen schmerzen, tränen, sind gerötet und lichtempfindlich, und viele haben das Gefühl, Sand im Auge zu haben. Wie beim Sonnenbrand auf der Haut merkt man den Schaden meist erst lange, nachdem er entstanden ist, und nach ein bis zwei Tagen klingen die Beschwerden in der Regel wieder ab (American Academy of Ophthalmology, 2026).
Für deinen Hund ist dieser zeitliche Abstand die wichtigste Information, auch wenn er nur vom Menschen bekannt ist: Ein Auge, das draußen noch völlig unauffällig war, kann am Abend tränen und zugekniffen werden. Dein Hund kann dir nicht sagen, dass es brennt. Du siehst es nur an seinem Verhalten.
Ist das Hundeauge anders als unseres?
Ja, in einem Punkt, der hier wichtig ist. Unsere Augenlinse filtert den größten Teil der ultravioletten Strahlung heraus, bevor sie die Netzhaut erreicht. Die Linse des Hundes tut das deutlich weniger. Das zeigen zwei Messstudien: Bei einem Vergleich von 38 Säugetierarten ließen Hundelinsen spürbar UV-A-Licht durch (Douglas & Jeffery, 2014), und in einer Untersuchung an 18 Hundeaugen gehörten Hunde zusammen mit Katzen zu den Tieren, bei denen am meisten Strahlung bis nach hinten ins Auge gelangt, während das menschliche Auge am wenigsten durchließ (Himebaugh et al., 2023).
Was das für die Augengesundheit deines Hundes bedeutet, ist nicht untersucht. Dass Sonnenlicht beim Hund grauen Star oder Schäden an der Netzhaut verursacht, ist nicht belegt. Ich erwähne die Messungen trotzdem, weil sie eine Vorstellung geraderücken: Das Hundeauge ist kein Menschenauge in klein, und was wir über unsere Augen wissen, lässt sich nicht einfach übertragen, weder in die eine noch in die andere Richtung.
Was ist Pannus beim Hund?
Jetzt kommen wir zu der Augenerkrankung, bei der Sonne nachweislich eine Rolle spielt. Sie hat drei Namen, die alle dasselbe meinen: Pannus, Überreiter-Syndrom nach dem Wiener Tierarzt, der sie zuerst beschrieben hat, oder Schäferhundkeratitis, weil Deutsche Schäferhunde so häufig betroffen sind. Fachlich ist es eine chronische oberflächliche Keratitis, also eine dauerhafte Entzündung der Hornhaut, an der das Immunsystem beteiligt ist.
Bei einem Pannus wachsen Blutgefäße und braunes Pigment in die eigentlich klare Hornhaut ein, meist vom äußeren Rand des Auges her. Die Hornhaut wird trüb, und unbehandelt bleiben Narben und Pigment zurück, die das Sehen dauerhaft einschränken. Heilen lässt sich die Erkrankung nicht, aufhalten lässt sie sich in den meisten Fällen sehr wohl, vor allem wenn die Behandlung früh beginnt. Die Behandlung läuft lebenslang, und schon kurze Pausen können einen heftigen Rückfall auslösen (Sigle, ACVO, 2026). Welche Medikamente dein Hund bekommt, legt die Tierärztin oder der Tieraugenarzt fest.
Woran erkennst du einen Pannus?
Schau dir das Auge deines Hundes bei gutem Tageslicht an. Ist die Hornhaut an einer Stelle milchig oder trüb? Siehst du feine rote Äderchen oder einen braunen Belag, der vom Rand her in das klare Auge hineinwächst? Ist die Nickhaut, also das dritte Augenlid im inneren Augenwinkel, verdickt oder hat sie helle Stellen bekommen? Oft sind beide Augen betroffen, nicht unbedingt gleich stark. Ein Pannus beginnt schleichend und tut anfangs oft nicht weh. Gerade deshalb lohnt sich der genaue Blick.
Warum Sonne, Höhe und Veranlagung zusammenkommen
Die bekannteste Studie dazu stammt aus Colorado. Ausgewertet wurden die Akten von 595 Hunden mit Pannus und fast 73.000 Hunden ohne. Hunde, die auf über 2.100 Metern Höhe lebten, hatten ein 7,75-fach höheres Risiko als Hunde in 900 bis 1.500 Metern Höhe, und Hunde zwischen vier und sieben Jahren waren häufiger betroffen als jüngere (Chavkin et al., 1994). Überdurchschnittlich oft erkrankten Belgische Tervueren, Deutsche Schäferhunde, Border Collies, Greyhounds, Siberian Huskies und Australian Shepherds.
Interessant ist ein Detail aus derselben Arbeit: Die Häufigkeit hing eng mit der Höhe zusammen, aber nicht mit den Werten zur Sonneneinstrahlung, die die Forscher verglichen haben. Dass UV-Licht der Grund für den Zusammenhang ist, gilt unter Tieraugenärzten als wahrscheinlich, bewiesen ist es nicht. Und ohne Veranlagung geht es nicht: Bei Greyhounds wurde eine Stelle im Erbgut gefunden, die vor der Erkrankung schützt (Karamatic et al., 2022). Deshalb bekommt nicht jeder Hund, der viel in der Sonne ist, einen Pannus, und ein Schäferhund aus dem Flachland kann trotzdem einen bekommen.
Welche Hunde im Schnee besonders aufpassen sollten
Für einen gesunden Hund, der bei dir im Flachland durch den Schnee tobt, sehe ich keinen Grund zur Sorge. Bei diesen Hunden würde ich genauer hinschauen:
- Hunde mit Pannus oder einer anderen bekannten Hornhauterkrankung. Bei ihnen raten die Fachtierärzte ausdrücklich dazu, starke Sonne zu meiden (Sigle, ACVO, 2026). Du erkennst einen solchen Hund daran, dass er Augentropfen oder Salben gegen eine Hornhauterkrankung bekommt oder dass die Praxis dir das bei einer Untersuchung gesagt hat.
- Hunde der Rassen aus der Pannus-Studie, also Schäferhunde, Border Collies, Windhunde, Huskys und Australian Shepherds, vor allem wenn sie zwischen vier und sieben Jahre alt sind und oft in den Bergen unterwegs sind. Hier hilft der regelmäßige Blick auf die Hornhaut, wie oben beschrieben.
- Hunde mit kurzer Nase und vorstehenden Augen, etwa Mops und Französische Bulldogge. Ihr Körperbau macht die Augenoberfläche empfindlicher (Sebbag & Sanchez, 2023). Ein brauner Belag auf der Hornhaut ist bei ihnen allerdings meist eine Folge dieses Körperbaus und kein Schneeschaden: In Großbritannien hatten 91,9 Prozent von 210 untersuchten Möpsen eine solche Pigmentierung (Maini et al., 2019).
- Hunde nach einer Augenoperation, solange die Praxis Schonung vorgibt.
- Hunde, die viele Stunden am Stück im Hochgebirge auf Schnee unterwegs sind, bei Skitouren, Bergtouren oder als Lawinen- und Rettungshunde.
Woran erkenne ich Augenprobleme bei meinem Hund?

Ein schmerzendes Auge zeigt dein Hund meist durch kleine Veränderungen, die man leicht übersieht:
- Er kneift ein Auge oder beide zusammen oder blinzelt auffällig oft.
- Das Auge tränt deutlich mehr als sonst, oder der Ausfluss wird schleimig.
- Die Bindehaut ist gerötet.
- Er reibt sich mit der Pfote über das Auge oder schiebt den Kopf über den Boden oder das Sofa.
- Die Hornhaut sieht milchig, bläulich oder trüb aus.
- Er meidet helles Licht, zieht sich zurück oder läuft plötzlich unsicher, als würde er schlechter sehen.
Achte auf diese Zeichen auch am Abend nach einem Schneetag und am nächsten Morgen, nicht nur unterwegs. Und denk daran, dass dieselben Zeichen ganz andere Ursachen haben können: ein Schneekristall, ein Ästchen oder Splitt im Auge, eine kleine Verletzung der Hornhaut, trockene Augen nach kaltem Wind oder ein erhöhter Augeninnendruck. Von außen lässt sich das nicht unterscheiden.
Wann muss mein Hund zum Tierarzt, und was tue ich bis dahin?
Zeigt dein Hund eines der Zeichen oben, gehört er noch am selben Tag in die Praxis. Bei einer trüben Hornhaut, bei starken Schmerzen oder wenn er plötzlich schlechter sieht, würde ich nicht bis zum nächsten Morgen warten. Augenverletzungen und manche Augenerkrankungen können innerhalb von Stunden schlimmer werden, und je früher die Tierärztin draufschaut, desto mehr lässt sich retten.
Ich weiß, wie hilflos man sich fühlt, wenn der eigene Hund mit zugekniffenem Auge in der Ecke liegt und man nichts für ihn tun kann. Bis zur Untersuchung tust du mehr, als es sich anfühlt, wenn du diese drei Dinge machst:
- Bring deinen Hund aus dem grellen Licht in einen ruhigen, eher dunklen Raum.
- Verhindere, dass er sich am Auge reibt oder kratzt. Hast du einen Halskragen zu Hause, kann er jetzt helfen.
- Schreib auf, wann dir die Beschwerden zuerst aufgefallen sind und wo ihr unterwegs wart.
Eines lässt du bitte: Gib keine Augentropfen oder Salben aus deiner eigenen Hausapotheke, auch nicht die, die dein Hund beim letzten Mal bekommen hat. Viele davon enthalten Kortison, und Kortison darf bei einer verletzten Hornhaut nicht gegeben werden, weil es die Heilung behindert. Ob die Hornhaut verletzt ist, sieht die Tierärztin erst mit einem Farbtest, bei dem ein gelbgrüner Farbstoff jede wunde Stelle sichtbar macht (Whelan, MSD Veterinary Manual, 2024). Auch Kamillentee und selbst gemischte Spülungen gehören nicht an ein schmerzendes Auge, solange die Hornhaut nicht untersucht ist.
Braucht dein Hund eine Hundebrille oder Sonnenbrille?

Eine Hundebrille, oft auch Hundeschutzbrille, Schneebrille, Skibrille oder Sonnenbrille für Hunde genannt, ist ein Schutz für Hundeaugen gegen Licht, Wind, Schnee und kleine Fremdkörper. Viele Hunde tragen sie erstaunlich gelassen, wenn sie sie in Ruhe kennenlernen durften. Ob dein Hund eine braucht, hängt aber von ihm und von eurem Alltag ab.
Wann eine Hundesonnenbrille sinnvoll ist
Sinnvoll ist sie für Hunde mit Pannus oder einer anderen Hornhauterkrankung, die durch Sonnenlicht schlimmer werden kann. Die amerikanische Fachgesellschaft der Tieraugenärzte nennt sie dafür als mögliche Hilfe, mit Modellen wie Rex Specs und Doggles als Beispielen (Fischer, ACVO, 2025; Sigle, ACVO, 2026). Bei einem solchen Hund ist die Brille ein Teil der Behandlung, die weiterläuft.
Damit du das richtig einordnen kannst, gehört eine Studie aus München dazu. Dort trugen 26 Hunde mit Pannus sechs Monate lang auf einem Auge eine Kontaktlinse, die UV-Licht abhält, das andere Auge diente zum Vergleich, und alle bekamen ihre normale Behandlung weiter. Ein Vorteil für das Auge mit Linse ließ sich nicht nachweisen (Denk et al., 2011). Eine Kontaktlinse ist keine Brille, und die Studie widerlegt die Brille nicht. Sie zeigt aber, dass der Nutzen von Sonnenschutz beim Pannus bisher eine fachliche Empfehlung ist und kein gemessenes Ergebnis.
Überlegenswert ist eine Brille für Hunde, die viele Stunden im Hochgebirge auf Schnee unterwegs sind, bei Skitouren, langen Wanderungen und anderen Outdooraktivitäten in großer Höhe, und für Hunde, die im Cabrio, im Fahrradanhänger oder im Beiwagen Fahrtwind und Insekten abbekommen.
Nicht nötig ist sie für den gesunden Hund beim Winterspaziergang im Flachland. Dass eine Brille einen gesunden Hund vor einem Sonnenbrand der Hornhaut bewahrt, hat niemand untersucht, und eine Brille, die er nur widerwillig erträgt, verdirbt ihm den schönsten Schneetag.
Was du statt einer Brille tun kannst
Für Hunde mit Pannus raten die Tieraugenärzte, starke UV-Belastung zu meiden. Für alle anderen ist das eine vernünftige Vorsicht, die nichts kostet: Plane lange Touren auf Schnee so, dass ihr die Mittagsstunden nicht auf der offenen Schneefläche verbringt, gönn deinem Hund Pausen im Schatten von Bäumen oder Hütten, und begrenze die Zeit, die er bei hoher Sonne im gleißenden Schnee verbringt.
Worauf du beim Kauf einer Hundebrille achtest
Wenn du dich für eine Brille entscheidest, kommt es weniger auf die Farbe als auf Schutz und einen guten Tragekomfort an. Denn nur wenn sie gut sitzt, trägt dein Hund die Brille viele Stunden am Stück.
- Ein echter UV-Filter. Eine dunkle Scheibe sagt nichts über den UV-Schutz aus, sie nimmt nur die Blendung. Achte auf einen ausgewiesenen UV-A und UV-B Schutz, am besten mit der Angabe UV400. Sie bedeutet, dass die Scheibe Strahlung bis 400 Nanometer abhält, also genau den Bereich, den die Hundelinse besonders gut durchlässt.
- Ein verstellbares Gurtsystem mit Kopf- und Kinnband, damit die Brille beim Rennen und Spielen nicht verrutscht. Dein Hund sollte damit fressen, trinken und bellen können.
- Bruchsichere Scheiben aus Kunststoff und einen flexiblen Brillenrahmen, der bei einem Sturz nachgibt.
- Komfort durch gepolsterte Auflageflächen und Platz für Fell und Tasthaare. Drückt der Rand auf die Tasthaare oder scheuert er am Fell, wird dein Hund die Brille immer wieder abstreifen wollen.
- Seitliche Lüftung, zum Beispiel über Schlitze oder Einsätze aus Meshgeweben, damit die Scheiben nicht beschlagen.
- Austauschbare Scheiben, getönt für Sonne und Schnee, klar für Wind und Regen.
- Die passende Größe. Miss vor dem Kauf deinen Hund aus, denn eine gute Brille sitzt individuell für die Kopfform. Wie du die Bänder auf Kopfform und Größe deines Hundes einstellst, beschreiben die Hersteller unterschiedlich. Tragekomfort zählt hier mehr als jedes andere Merkmal.
Hat dein Hund eine Hornhauterkrankung, sprich die Wahl der Brille vorher mit deiner Tierarztpraxis ab.
So gewöhnst du deinen Hund an die Brille

Kaum ein Hund findet es von Anfang an toll, wenn ihm etwas auf die Augen gesetzt wird. Mit kleinen Schritten und viel Geduld lernt er aber, dass die Brille etwas Angenehmes ankündigt. In sieben Schritten geht es ans Training:
- Halte die Brille kurz vor die Augen deines Hundes und belohne ihn sofort mit einem Leckerli.
- Steigere nach und nach die Dauer, die du die Brille vor seine Augen hältst.
- Klappt das entspannt, legst du die Halteriemen um und belohnst wieder.
- Verlängere die Tragezeit langsam und belohne zwischendurch und während er die Brille trägt.
- Lass deinen Hund die Brille so oft wie möglich tragen, zum Beispiel auf euren Spaziergängen oder während des Fressens.
- Hat er sich an das Gestell gewöhnt, setzt du die Gläser ein.
- Bei einer Sonnenbrille gewöhnst du ihn zum Schluss an die Tönung. Klare Gläser als Windschutz sind meist unkompliziert.
Schüttelt dein Hund den Kopf, versucht er die Brille mit der Pfote abzustreifen, erstarrt er oder weicht er dir aus, war der Schritt zu groß. Geh dann einen Schritt zurück, und mach dort weiter, wo er noch entspannt war. Bevor ihr damit in den Schnee geht, sollte er sich mit Brille sicher bewegen und seine Umgebung gut wahrnehmen können.
Das Schneefressen ist übrigens die zweite Wintergefahr, an die viele beim Toben nicht denken. Was dahintersteckt, liest du in meinem Artikel zur Schneegastritis beim Hund. Und wie du die Pfoten deines Hundes vor Eis, Salz und Splitt schützt, erfährst du in meinem Artikel zur Hundepfoten-Pflege im Winter. Hast du einen kleinen Hund, lohnt sich außerdem mein Artikel, warum Bodenfrost für kleine Hunde gefährlich ist.
Häufige Fragen zu Hundeaugen im Schnee
Kann ein Hund durch Sonne blind werden?
Dass Sonnenlicht bei einem gesunden Hund zu Blindheit führt, ist nicht belegt. Bei einem Pannus kann die Sonne aber zu einer Erkrankung beitragen, die unbehandelt Narben auf der Hornhaut hinterlässt und das Sehen stark einschränkt, bis hin zur Erblindung. Das ist einer der Gründe, warum betroffene Hunde ihre Behandlung lebenslang bekommen.
Schützen Wolken die Augen meines Hundes?
Nur wenig. Dünne oder helle Wolken lassen viel UV-Strahlung durch und können sie durch Streuung sogar verstärken (WHO). Ein grauer Tag im Hochgebirge ist für die Augen nicht automatisch harmlos.
Braucht jeder Hund im Skiurlaub eine Skibrille?
Nein. Eine Skibrille ist sinnvoll für Hunde mit Hornhauterkrankungen und überlegenswert für Hunde, die viele Stunden auf Schnee in großer Höhe unterwegs sind. Ein gesunder Hund, der mit dir zur Hütte wandert und mittags im Schatten liegt, kommt gut ohne aus.
Hilft jede dunkle Hundebrille gegen schädliche UV-Strahlen?
Nein. Die Tönung nimmt nur die Blendung, den eigentlichen Schutz leistet der Filter in der Scheibe. Darauf achtest du beim Kauf.
Warum brauchen Lawinenhunde manchmal eine Schutzbrille?
Lawinen- und Rettungshunde arbeiten oft stundenlang auf Schneefeldern in großer Höhe, bei Wind und aufgewirbeltem Schnee. Gut sitzende Schutzbrillen schützen die Augen dabei vor Licht, Wind und Eiskristallen. Ob diese Hunde ohne Brille häufiger Augenprobleme bekommen, ist nicht untersucht.
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Wenn du nicht mehr weiterweißt
Manchmal ist es nicht das eine Auge nach dem Skitag, sondern ein Hund, der gleich an mehreren Stellen Beschwerden zeigt: hier die Augen, dort die Haut, und der Bauch macht auch nicht mehr richtig mit. Dann bringt dich kein weiterer Ratgeber voran, sondern ein Gespräch, in dem wir gemeinsam auf deinen Hund schauen.
Du hast mit mir noch nicht kostenlos über deinen Hund gesprochen? Dann ist jetzt ein guter Moment, es nachzuholen.
Dieser Artikel ordnet ein und gibt dir Orientierung. Er ersetzt keine tierärztliche Untersuchung und stellt keine Diagnose. Wenn dein Hund Schmerzen am Auge hat, ist der Weg in die Tierarztpraxis immer richtig.
Quellen
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- Blumthaler M, Ambach W, Daxecker F (1987). On the threshold radiant exposure for keratitis solaris. Investigative Ophthalmology & Visual Science 28(10): 1713-1716. pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/3654145
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