INHALTSVERZEICHNIS
Insektenfutter für Hunde: Hypoallergene Alternative oder nur ein Trend?
Insektenfutter ist längst mehr als eine ungewöhnliche Idee für besonders experimentierfreudige Hundehalter:innen. Wenn du dich intensiver mit Hundegesundheit, Verträglichkeit, Allergien und Ernährung beschäftigst, kommst du an diesem Thema kaum noch vorbei. Gleichzeitig lohnt es sich, nüchtern hinzuschauen: Was davon ist wirklich sinnvoll für deinen Hund, was ist gut belegt, und wo braucht es einen differenzierten Blick? Gerade bei der Hundegesundheit bringt dir Schwarz-Weiß-Denken wenig. Es gibt nicht die eine perfekte Fütterungsform für jeden Hund. Aber es gibt gute Fragen. Woher stammt das Protein im Napf? Wie gut ist es verdaulich? Wie verträglich ist es für sensible Hunde mit Futterallergien oder empfindlichem Darm? Genau an dieser Stelle wird Insektenfutter spannend. Nicht als Heilsversprechen. Nicht als Dogma. Sondern als ernstzunehmende Option, vor allem für Hunde, die sensibel reagieren, unter Futtermittelunverträglichkeiten leiden oder eine Ausschlussdiät brauchen.Warum Insektenfutter überhaupt zum Thema geworden ist
Viele Hundehalter:innen achten heute deutlich mehr auf Training, Bindung und Gesundheit als früher. Gleichzeitig landet beim Futter oft einfach das, was gut beworben wird, praktisch erscheint oder auf der Verpackung hochwertig aussieht. Genau dort beginnt das Problem. Bei klassischem tierischem Protein ist für viele gar nicht transparent, woher es tatsächlich stammt. Eine ansprechende Verpackung sagt noch nichts darüber aus, wo das Tier aufgezogen wurde, welche Transportwege dahinterstanden und unter welchen Bedingungen die Rohstoffe verarbeitet wurden. Für die Hundegesundheit ist aber nicht in erster Linie die Herkunftsfrage entscheidend. Wichtiger ist, ob der Eiweißbaustein gut verwertbar ist, ob Hunde ihn vertragen und ob sich damit eine vollwertige Ernährung umsetzen lässt, gerade bei Hunden, die auf klassische tierische Proteine bereits reagiert haben. Genau deshalb ist Insektenprotein inzwischen nicht mehr nur Nischenfutter, sondern Gegenstand veterinärmedizinischer und ernährungsphysiologischer Untersuchungen. Wie Fütterung insgesamt gezielt zur Gesundheit deines Hundes beitragen kann, dazu findest du einen umfassenden Überblick in meinem Grundlagenartikel zur Hundeernährung. → Hier findest du den Grundlagenartikel zur HundeernährungWas Insektenfutter aus ernährungsphysiologischer Sicht interessant macht
Bei einem guten Insektenfutter geht es nicht darum, einfach Fleisch durch irgendein exotisches Pulver zu ersetzen. Die zentrale Frage lautet: Bekommt dein Hund alle Nährstoffe, die er braucht, in einer Form, die sein Körper auch nutzen kann? Insektenprotein, allen voran aus der Larve der Schwarzen Soldatenfliege (Hermetia illucens), gilt als gut verdaulich, weitgehend hypoallergen und wird von vielen Hunden gut vertragen. Das ist nicht nur ein Eindruck aus der Praxis, sondern inzwischen auch wissenschaftlich untersucht, im Labor und am lebenden Tier. Insektenlarven zählen zu den kleinen, hochwertigen Proteinlieferanten der Hundeernährung: Sie liefern essenzielle Aminosäuren in einer Zusammensetzung, die klassischen Fleischsorten in nichts nachsteht, und sind damit ideal für Hunde mit hohem Eiweißbedarf. Welches Fleisch für deinen Hund im Vergleich am besten abschneidet, erfährst du in diesem Artikel zu den verschiedenen Fleischsorten für Hunde. → Mehr dazu findest du im Artikel zu den verschiedenen Fleischsorten für HundeProteinqualität im Labor: Was die Studienlage zeigt
In einer In-vitro-Studie der Wageningen University (Bosch et al., 2014) wurden verschiedene Insektenmehle auf Proteingehalt, Aminosäurezusammensetzung und Verdaulichkeit untersucht. Hermetia-illucens-Larvenmehl zeigte dabei eine in-vitro-Stickstoffverdaulichkeit von 89,7 Prozent, vergleichbar mit Geflügelmehl (87,9 Prozent) und über dem Wert von Fischmehl (85,7 Prozent). Wichtig für die Einordnung: Das ist ein Laborwert, kein Ergebnis am lebenden Hund. Er zeigt aber, dass die Proteinqualität von Insektenmehl grundsätzlich mit etablierten tierischen Proteinquellen mithalten kann.Verdaulichkeit im Fütterungsversuch: Was der Beagle-Test zeigt
Ob sich das auch am lebenden Tier bestätigt, hat eine Fütterungsstudie mit Beagles geprüft (Abd El-Wahab et al., 2021). Die apparente Proteinverdaulichkeit von Hermetia-illucens-Larvenmehl lag dort bei 82,3 Prozent und damit leicht über der von Geflügelmehl (80,5 Prozent). Die Kotkonsistenz blieb in beiden Gruppen vergleichbar, ein relevantes Signal für Hunde mit empfindlichem Verdauungstrakt. Laborwerte und Fütterungsversuche zeigen hier also in dieselbe Richtung: Insektenprotein ist nicht nur theoretisch, sondern auch praktisch eine ernstzunehmende Proteinquelle. Wichtig ist trotzdem, dass das fertige Futter sauber formuliert ist. Ein Alleinfuttermittel muss den Bedarf an Protein und Aminosäuren, Fettsäuren, Vitaminen, Mineralstoffen, Spurenelementen und energiegebenden Komponenten zuverlässig abdecken. Das klingt selbstverständlich, ist aber der Punkt, an dem sich gute Produkte von bloßen Marketingideen unterscheiden.Warum synthetische Zusätze nicht automatisch schlecht sind
Ein Thema, das immer wieder emotional diskutiert wird, sind zugesetzte Vitamine und Konservierungsstoffe. Viele wünschen sich ein Futter, das nur aus „natürlichen“ Zutaten besteht und trotzdem alles abdeckt. Das ist in der Praxis deutlich komplizierter, als es klingt. Welche Zusatzstoffe im Hundefutter tatsächlich sinnvoll sind und wo Vorsicht angebracht ist, liest du ausführlich in meinem Artikel über Zusatzstoffe im Hundefutter. → Alle wichtigen Informationen dazu findest du in meinem Artikel über Zusatzstoffe im Hundefutter Wenn du ein Trockenfutter herstellst, das lagerfähig sein soll und gleichzeitig den Nährstoffbedarf eines Hundes deckt, kommst du meist nicht ohne gezielt zugesetzte Vitamine und Mineralstoffe aus. Das ist kein Qualitätsmangel, sondern oft schlicht notwendig, um die Versorgung sicherzustellen. Für deinen Hund zählt am Ende nicht, ob etwas auf dem Etikett besonders naturromantisch wirkt, sondern ob das Produkt funktioniert: gut vertragen wird und den Organismus zuverlässig versorgt.Vor- und Nachteile von Insektenfutter für Hunde im Überblick
Bevor du dich für oder gegen Insektenfutter entscheidest, lohnt sich ein nüchterner Blick auf beide Seiten. Die wichtigsten Vor- und Nachteile von Insektenfutter für Hunde im Überblick: Vorteile:- Insektenprotein gilt als weitgehend hypoallergen, weil die meisten Hunde noch keinen Kontakt damit hatten
- gute Verdaulichkeit, wissenschaftlich sowohl im Labor als auch am lebenden Tier belegt
- die Insekten brauchen kaum Platz und wenig Wasser in der Aufzucht, ihre CO2-Bilanz ist deutlich besser als bei klassischer Fleischproduktion
- interessante Proteinquelle bei Futtermittelunverträglichkeit und für Hunde mit empfindlichem Magen
- viele Hundebesitzer:innen müssen erst eine Hemmschwelle gegenüber Insekten überwinden
- die Auswahl an geprüften Alleinfuttermitteln ist noch überschaubarer als bei herkömmlichem Hundefutter
- nicht jedes Produkt ist bedarfsdeckend formuliert, die Qualität schwankt zwischen den Herstellern
- ersetzt keine tierärztliche Abklärung bei echten gesundheitlichen Beschwerden
Sensible Hunde mit Verdauungsthemen
Wenn dein Hund schnell auf Futterwechsel reagiert, zu weichem Kot neigt oder einen empfindlichen Magen-Darm-Trakt hat, kann eine gut verträgliche alternative Proteinquelle hilfreich sein. Natürlich reagiert nicht jeder Hund gleich. Aber gerade bei empfindlichen Hunden lohnt sich der Blick auf übersichtliche Rezepturen und leicht verdauliche Proteine, wie die oben beschriebenen Studien sie für Insektenprotein zeigen.Hunde mit Verdacht auf Futtermittelunverträglichkeit
Viele Hunde haben im Lauf ihres Lebens wiederholt Kontakt mit Huhn, Rind, Pute oder Lamm. Wenn klassische Proteinquellen nicht gut vertragen werden, kann Insektenfutter als neue Proteinbasis eine Option sein. Dabei gilt: Eine echte tierärztliche Abklärung gehört immer in fachkundige Hände. Nicht jedes Hautproblem und nicht jeder Juckreiz ist automatisch eine Futterallergie. Insektenprotein eignet sich besonders als Basis für eine Eliminationsdiät, weil eine allergische Reaktion voraussetzt, dass das Immunsystem das Protein bereits kennt. Da die meisten Hunde in ihrem Leben kaum oder keinen Kontakt mit Insektenprotein hatten, ist das allergene Potenzial entsprechend gering. Das macht Insektenfutter zu einer der wenigen echten Novel-Protein-Quellen, die heute noch zuverlässig für Ausschlussdiäten eingesetzt werden können.Hunde in Phasen erhöhter Belastung
Stress beeinflusst den Stoffwechsel. Das gilt auch für Hunde. In belastenden Phasen kann sich der Bedarf an bestimmten Nährstoffen verändern. Das allein macht Insektenprotein nicht zur Therapie. Aber eine gut abgestimmte, gut verträgliche Ernährung kann den Organismus in solchen Phasen unterstützen, statt ihn zusätzlich zu belasten. Weißt du, ob die aktuelle Fütterung wirklich zu deinem Hund passt?Ist jede Allergie wirklich eine Allergie?
Im Alltag wird sehr schnell von Allergie gesprochen. Nicht selten steckt aber etwas anderes dahinter. Bei Hunden mit Hautproblemen, Verdauungsbeschwerden oder wiederkehrender Empfindlichkeit kann zwar eine Futtermittelreaktion vorliegen, aber eben nicht zwingend. Ähnliche Beschwerden können auch durch Stressbelastung, einen überforderten Stoffwechsel, Darmdysbalancen oder allgemeine organische Belastung entstehen. Das ist keine Randnotiz: Wenn ein Hund dauerhaft angespannt ist oder unter Strom steht, zeigt er nicht selten auch körperliche Reaktionen. Manche Tiere wirken plötzlich futtersensibel, reagieren mit Hautthemen oder bekommen Verdauungsprobleme, obwohl die Ursache nicht allein im Napf liegt. Deshalb ist es so wichtig, nicht vorschnell jedes Symptom als reine Allergie einzuordnen, sondern sauber abzuklären. Manche Hunde profitieren bereits davon, wenn man die Fütterung vereinfacht und belastende Faktoren reduziert. In anderen Fällen ist eine konsequente Ausschlussdiät nötig. Insektenfutter kann dabei je nach individueller Situation eine praktische Lösung sein, weil es eine echte alternative Proteinquelle darstellt.Der ethische und ökologische Aspekt von Insektenfutter
Auch wenn du in erster Linie an der Gesundheit deines Hundes interessiert bist, lässt sich die ethische Frage kaum ausblenden. Was im Futter landet, hat eine Vorgeschichte: Hinter herkömmlichen tierischen Rohstoffen stehen oft lange Transportwege und problematische Haltungsbedingungen. Für den Hund ändert das zunächst nichts an der unmittelbaren Nährstoffaufnahme, für dich als Halter:in kann es aber ein entscheidender Faktor sein. Insektenfutter bietet hier einen interessanten, nachhaltigen Ansatz, weil die Produktionsbedingungen anders gelagert sind als in der klassischen Nutztierhaltung: geringerer Platzbedarf, kürzere Transportwege und teils regionale Produktionsketten, wenn Insektenzucht und Futtermittelherstellung räumlich nah beieinanderliegen. Für die Hundegesundheit ist Regionalität allein zwar kein Nährstoff, aber je transparenter und kontrollierbarer die Produktionskette, desto besser lässt sich die Qualität einschätzen, und das ist bei jeder Form von Hundefutter ein Pluspunkt.Kann Insektenfutter ein Standardfutter für Hunde werden?
Die Idee dahinter ist provokant und gleichzeitig nachvollziehbar: Warum nicht Insektenfutter als normale Basis für viele Hunde etablieren und klassische tierische Proteine gezielter dort einsetzen, wo sie aus medizinischen Gründen oder im individuellen Fall sinnvoll sind? Ob sich das langfristig durchsetzt, lässt sich heute nicht sicher sagen. Klar ist: Futtergewohnheiten ändern sich langsam, und viele Menschen müssen zuerst ihre eigene Hemmschwelle gegenüber Insekten überwinden, obwohl es beim Hund gesundheitlich durchaus plausibel sein kann. Für deinen Hund zählt am Ende nicht, ob du die Proteinquelle emotional gewöhnungsbedürftig findest. Sein Körper fragt nicht nach kulturellen Gewohnheiten, sondern nach Verwertbarkeit und Verträglichkeit.Was du bei der Auswahl von Insektenfutter beachten solltest
Nicht jedes Insektenfutter ist automatisch hochwertig. Wenn du es für deinen Hund ausprobieren möchtest, achte auf einige Grundpunkte:- Alleinfuttermittel oder Ergänzungsfutter: Für die dauerhafte Fütterung ist der Unterschied entscheidend.
- Klare Deklaration: Du solltest nachvollziehen können, was enthalten ist.
- Saubere Rezeptur: Je übersichtlicher die Zusammensetzung, desto leichter lässt sich die Verträglichkeit beurteilen.
- Bedarfsdeckung: Das Futter sollte ernährungsphysiologisch sinnvoll aufgebaut sein.
- Verträglichkeit im Einzelfall: Entscheidend ist, wie dein Hund darauf reagiert.
Nassfutter, Trockenfutter oder Snack: In welcher Form gibt es Insektenfutter?
Insektenfutter für Hunde gibt es inzwischen in fast jeder gängigen Form: als Trockenfutter, als Nassfutter oder als Snacks für zwischendurch. Für welche Form du dich entscheidest, hängt vor allem davon ab, wofür du sie einsetzen willst. Trockenfutter mit Insektenproteinen eignet sich gut als tägliches Basisfutter, gerade wenn du eine dauerhafte Ausschlussdiät fährst. Nassfutter kann sinnvoll sein, wenn dein Hund wenig trinkt oder eine sensible Verdauung hat. Snacks auf Insektenbasis sind eine gute Möglichkeit, auch beim Training oder zwischendurch bei der hypoallergenen Proteinquelle zu bleiben, statt versehentlich ein anderes, potenziell problematisches Protein zu füttern. Wichtig ist in jeder Form dasselbe: Achte auf eine klare Deklaration und darauf, dass Insektenproteine tatsächlich in einem relevanten Anteil enthalten sind, nicht nur als kleine Beimischung.Wie du Insektenfutter im Alltag sinnvoll einsetzt
Du musst deinen Hund nicht ideologisch füttern. Das ist vielleicht der wichtigste Punkt überhaupt. Viele gesunde Hunde profitieren von einer klaren Grundstruktur, vertragen aber trotzdem Abwechslung im Alltag. Einige Hunde bekommen ein festes Basisfutter und dazu gelegentlich andere Komponenten, sofern sie diese gut vertragen. Entscheidend ist immer, dass es zum Hund passt und nicht zu Beschwerden führt. Ein sinnvoller Mittelweg ist meist am alltagstauglichsten: ein gut verträgliches Grundfutter, saubere Beobachtung, individuelle Anpassung und bei Problemen fachliche Begleitung.Warum Fütterung nie losgelöst vom ganzen Hund betrachtet werden sollte
Wenn du die Gesundheit deines Hundes wirklich verbessern möchtest, reicht es nicht, nur das Etikett zu studieren. Ernährung ist ein wichtiger Baustein, aber eben nur einer. Gerade bei Hunden mit chronischen Themen brauchst du den Gesamtblick: Stresslevel, Training und Alltag, Schlaf und Regeneration, Bewegung, Verdauung, organische Belastungen und passende Ernährung. Ein Hund kann auf dem Papier hochwertig ernährt sein und trotzdem nicht ins Gleichgewicht kommen, wenn der Rest seines Lebens dauerhaft gegen ihn arbeitet. Umgekehrt kann eine kluge Futterumstellung, etwa auf Insektenfutter, durchaus ein wichtiger Hebel sein, wenn sie Teil eines stimmigen Gesamtkonzepts ist.Was du nicht erwarten solltest
Insektenfutter ist keine Wunderlösung. Es macht aus einem gestressten Hund keinen ausgeglichenen Hund. Es ersetzt keine Diagnostik. Es ersetzt keine Ursachenforschung. Und es ersetzt auch kein passendes Training. Was es aber leisten kann: eine gut verträgliche, gut verdauliche Proteinquelle bieten, eine Alternative bei sensiblen Hunden und Futterallergien sein, für manche Hunde eine sinnvolle Basisfütterung darstellen und ethische sowie logistische Vorteile gegenüber klassischen Proteinquellen mitbringen. Genau so solltest du es auch betrachten: weder als Hype noch als Heilsversprechen, sondern als ernsthafte Möglichkeit. Wenn dein Hund sensibel reagiert und du nicht sicher bist, ob das Futter der Auslöser ist, dann ist eine individuelle Einschätzung oft der schnellste Weg zur Klarheit. → Buche dir hier deine kostenfreie EinschätzungFazit: Insektenfutter verdient einen sachlichen Platz in der Hundeernährung
Insektenfutter wird in der modernen Hundeernährung immer beliebter, und das nicht ohne Grund. Insektenfutter ist für die Hundegesundheit ein Thema, das deutlich mehr Aufmerksamkeit verdient, als es oft bekommt. Nicht weil jetzt plötzlich alles andere schlecht wäre, sondern weil es eine Option ist, die ernährungsphysiologisch belegbar interessant, für viele Hunde nachweislich gut verträglich, weitgehend hypoallergen und dazu ökologisch nachhaltig ist. Wenn du einen gesunden, unauffälligen Hund hast, musst du nicht zwanghaft alles umstellen. Wenn dein Hund aber sensibel ist, auf klassische Proteine problematisch reagiert oder du eine Ausschlussdiät in Erwägung ziehst, kann Insektenfutter sehr sinnvoll sein. Wichtig bleibt, dass du deinen Hund als Individuum betrachtest. Nicht die Ideologie füttert deinen Hund. Nicht Trends heilen ihn. Was zählt, ist Beobachtung, Fachwissen, ehrliche Einschätzung und die Bereitschaft, Dinge wirklich zu hinterfragen. Genau dort beginnt verantwortungsvolle Hundegesundheit.FAQ zu Insektenfutter für Hunde
Ist Insektenfutter für Hunde überhaupt artgerecht?
Wenn ein Insektenfutter als vollwertiges Alleinfuttermittel formuliert ist und den Bedarf deines Hundes deckt, kann es eine artgerechte Ernährungsoption sein. Entscheidend ist, ob dein Hund die enthaltenen Nährstoffe gut verwerten kann und das Futter verträgt.Ist Insektenfutter gut für Hunde oder eher ein Trend?
Insektenfutter ist mehr als ein kurzlebiger Trend: Insektenprotein gehört in der Tierernährung zu den am besten untersuchten neuen Proteinquellen und wird bei immer mehr Hunden gut vertragen. Ob es für deinen Hund gut passt, hängt trotzdem vom Einzelfall ab, nicht jeder Hund braucht eine Futterumstellung.Ist Insektenfutter allergisch unbedenklich oder eher hypoallergen einzuordnen?
Insektenprotein gilt als weitgehend hypoallergen, weil die meisten Hunde in ihrem bisherigen Leben keinen Kontakt damit hatten. Allergisch reagieren kann grundsätzlich trotzdem jeder Hund auf jedes Protein, deshalb ersetzt das keine tierärztliche Abklärung bei bestehenden Beschwerden.Eignet sich Insektenfutter bei Allergien?
Es kann geeignet sein, besonders als hypoallergene Novel-Protein-Quelle bei Verdacht auf Futtermittelunverträglichkeit. Allerdings sollte nicht jedes Haut- oder Verdauungsproblem vorschnell als Allergie eingeordnet werden. Wenn dein Hund wiederholt Durchfall oder Hautrötungen zeigt, ist der Weg zur Tierärztin oder zum Tierarzt der richtige erste Schritt, nicht das eigenständige Ausprobieren verschiedener Futtersorten.Kann ich Insektenfutter dauerhaft füttern?
Ja, sofern es sich um ein bedarfsdeckendes, nährstoffreiches Alleinfuttermittel handelt und dein Hund es gut verträgt. Beobachte dabei Gewicht, Fell, Kot, Energie und allgemeines Wohlbefinden.Sind zugesetzte Vitamine in Insektenfutter problematisch?
Nicht grundsätzlich. In industriell hergestelltem Hundefutter sind zugesetzte Vitamine oft notwendig, um eine verlässliche Nährstoffversorgung sicherzustellen. Entscheidend ist die sinnvolle Gesamtzusammensetzung, nicht ein romantisches Naturbild auf dem Etikett.Welche Insekten stecken überhaupt in gutem Insektenfutter?
Am häufigsten werden Larven der Schwarzen Soldatenfliege und Mehlwürmer verarbeitet, teils auch andere Insektenarten. Achte darauf, dass Herkunft und Aufzucht transparent deklariert sind, im Idealfall in Deutschland hergestellt oder zumindest in der EU.Ist Insektenfutter nachhaltiger als klassisches Hundefutter?
Oft ja, vor allem wenn die Produktionskette gut organisiert ist und Transportwege kurz gehalten werden. Insektenzucht gilt allgemein als ressourcenschonende und damit nachhaltige Proteinquelle, die auf deutlich weniger Ressourcen angewiesen ist als klassische Fleischsorten. Für viele Hundehalter:innen ist das ein zusätzlicher Vorteil neben der guten Verträglichkeit Wenn du keine gesundheitlichen Themen rund um deinen Hund mehr verpassen willst, trag dich hier für meinen Newsletter ein. → Jetzt Newsletter abonnierenQuellen:
- Bosch, G., Zhang, S., Oonincx, D. G. A. B. & Hendriks, W. H. (2014). Protein quality of insects as potential ingredients for dog and cat foods. Journal of Nutritional Science, 3, e29. DOI: https://doi.org/10.1017/jns.2014.23
- Abd El-Wahab, A. et al. (2021). Insect Larvae Meal (Hermetia illucens) as a Sustainable Protein Source of Canine Food and Its Impacts on Nutrient Digestibility and Fecal Quality. Animals, 11(9), 2525. DOI: https://doi.org/10.3390/ani11092525
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MERA Tiernahrung GmbH (2019). „Insektenprotein sorgt für eine besonders hohe Verträglichkeit“, veröffentlicht am 04.04.2019. Achtung: Herstellerbeitrag mit einer Aussage der als „unsere Ernährungsexpertin“ bezeichneten Dr. Anika Thyrock, keine unabhängige wissenschaftliche Publikation. Ersetzt die ursprünglich zitierte Quelle auf wir-sind-tierarzt.de (2014), deren Domain mittlerweile inaktiv/geparkt ist und für die auch über die Wayback Machine keine erreichbare Archivversion mehr existiert. Diese Quelle dient im Artikel ausschließlich als Beleg dafür, woher die Novel-Protein-Argumentation ursprünglich stammt, nicht als wissenschaftlicher Beleg für die Aussage selbst, dieser wird durch Böhm et al. 2018 und Premrov Bajuk et al. 2021 eingeordnet.
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Ich nenne dieses Futter, weil ich es in meiner Praxis einsetze und die Deklaration nachvollziehbar finde. An dieser Einschätzung ändert die Provision nichts, und sie ändert auch nichts daran, dass Insektenfutter nicht für jeden Hund die richtige Wahl ist. Was dafür und was dagegen spricht, steht weiter oben im Artikel.
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