Hand hält Hundefutterpackung mit Zutatenliste und E-Nummern neben geöffneter Dose – Zusatzstoffe im Hundefutter lesen und verstehen von Lernpfote e. V.

Zusatzstoffe im Hundefutter: Was wirklich drin steckt und warum es den Darm betrifft

Was Zusatzstoffe im Hundefutter überhaupt sind

Du drehst eine Dose Hundefutter um und liest die Zutatenliste. Fleisch steht ganz oben, das klingt gut. Dann kommen Begriffe, die du nicht zuordnen kannst: Natriumtripolyphosphat, E321, ernährungsphysiologische Zusatzstoffe. Du legst die Dose wieder hin und greifst zur nächsten. Ähnliches Bild.

Viele Halterinnen, die zu mir kommen, haben diesen Moment hinter sich. Sie haben angefangen, Etiketten zu lesen, und festgestellt: Je genauer sie hinschauen, desto mehr Fragen entstehen. Nicht weil sie übertreiben, sondern weil auf einer Heimtierfutter-Dose tatsächlich Substanzen stehen, die erklärungsbedürftig sind.

Dieser Artikel gibt dir diese Erklärung. Was sind Zusatzstoffe im Hundefutter, welche davon sind ernährungsphysiologisch sinnvoll, welche technologisch notwendig, welche völlig überflüssig, und bei welchen ist Vorsicht angebracht? Und was hat das alles mit dem Darm deines Hundes zu tun?

Zusatzstoffe im Hundefutter: Definition und rechtlicher Rahmen

Zusatzstoffe sind Substanzen, die Futtermitteln bewusst zugesetzt werden — aus technologischen Gründen oder um den Nährstoffgehalt zu ergänzen. Sie sind nicht als eigenständige Rohstoffe gedacht, sondern erfüllen bestimmte Funktionen im Herstellungsprozess oder im Körper des Tieres. In der Fachliteratur werden sie in verschiedene Kategorien eingeteilt, je nachdem, welchem Zweck sie dienen.

In der EU gilt für Futtermittelzusatzstoffe das sogenannte Verbotsprinzip mit Erlaubnisvorbehalt: Nur Substanzen, die ausdrücklich zugelassen sind, dürfen eingesetzt werden. Die zugelassenen Stoffe sind in der Verordnung (EG) Nr. 1831/2003 geregelt und werden von der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) bewertet. Jeder einzelne Zusatzstoff durchläuft dabei ein eigenes Bewertungsverfahren, bevor er zugelassen wird.

Das bedeutet: Das Vorhandensein eines Zusatzstoffs im Napf bedeutet nicht automatisch, dass er schädlich ist. Es bedeutet, dass er ein Genehmigungsverfahren durchlaufen hat. Wie sorgfältig dieses Verfahren im Einzelfall war, und was Langzeitstudien in der Praxis zeigen, ist eine andere Frage, auf die wir noch eingehen werden.

Die vier offiziellen Kategorien: Was im Hundefutter steckt und warum

Die EU unterscheidet vier Hauptkategorien von Futtermittelzusatzstoffen. Diese Einteilung ist wichtig, weil sie dir zeigt, mit welchem Ziel eine Substanz zugesetzt wurde.

Ernährungsphysiologische Zusatzstoffe

Das sind Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente und Aminosäuren. Ernährungsphysiologische Zusatzstoffe sollen sicherstellen, dass das Tier alle lebensnotwendigen Nährstoffe bekommt — auch dann, wenn die Rohstoffe durch Verarbeitung an Nährstoffgehalt verloren haben. Bei der Extrusion von Trockenfutter werden Rohstoffe auf mehrere hundert Grad erhitzt, dabei gehen hitzeempfindliche Vitamine teilweise verloren. Jeder Mineralstoff, der dabei verloren geht, muss aktiv ergänzt werden.

Vitamin E und Vitamin C (Ascorbinsäure), B-Vitamine, Zink, Selen, Aminosäuren wie Taurin: Diese Stoffe sind für den Hund unverzichtbar und werden deklariert, weil der Hersteller sie aktiv ergänzt hat.

Synthetische Vitamine sind hier keine Schwäche, sondern eine notwendige Ergänzung. Wenn dein Hund Trockenfutter bekommt, erhält er seinen Vitamin-Bedarf größtenteils über diese zugesetzten Formen. Müssen ernährungsphysiologische Zusatzstoffe deklariert werden? Ja — diese Nährstoffzusätze müssen vollständig auf der Packung angegeben werden. Wenn du „Vitamin E (als Tocopherol)“ liest, ist das transparent und in Ordnung.

Technologische Zusatzstoffe

Diese Kategorie dient der Haltbarkeit und Verarbeitbarkeit von Heimtierfutter. Dazu gehören Konservierungsstoffe, Antioxidantien und Bindemittel.

Konservierungsstoffe

Konservierungsstoffe verhindern, dass Fette ranzig werden und Mikroorganismen die Ration zersetzen — damit das Futter nicht verdirbt oder den Hund sogar krank macht. Ohne irgendeinen Konservierungsschutz wäre Trockenfutter innerhalb weniger Wochen ungenießbar.

Die entscheidende Frage ist nicht „Konservierungsstoffe ja oder nein“, sondern welche Art.

Hier unterscheiden sich Produkte erheblich

Synthetiche Konservierungsmittel

Synthetische Konservierungsmittel wie BHA (Butylhydroxyanisol, E320) und BHT (Butylhydroxytoluol, E321) sind seit Jahrzehnten im Einsatz. Beide stehen im Verdacht, in hohen Mengen die Leber zu belasten, und werden von der Internationalen Agentur für Krebsforschung (IARC) als „möglicherweise krebserregend“ eingestuft (Gruppe 2B). Die Datenlage basiert hauptsächlich auf Tierversuchen mit hohen Dosen; ob die Mengen im Hundefutter tatsächlich problematisch sind, ist wissenschaftlich nicht abschließend geklärt.

Ethoxyquin

Ethoxyquin (E324) ist ein weiteres synthetisches Antioxidans, das im Humanbereich stark eingeschränkt wurde. Es findet sich häufig als Rückstand in Fischmehl, auch wenn es nicht aktiv zugesetzt wurde. Die EFSA hat die zulässigen Höchstmengen in Heimtierfutter zuletzt gesenkt.

Natürliche Alternativen wie gemischte Tocopherole (Vitamin E, E306-309), Ascorbinsäure (Vitamin C) und Rosmarinextrakt erfüllen dieselbe Funktion bei kürzerer Haltbarkeit und gelten als unbedenklich. Ein Produkt, das „konserviert mit gemischten Tocopherolen“ ausweist, macht in diesem Punkt vieles richtig.

Emulgatoren verbinden Wasser und Fett und geben Nassnahrung ihre Konsistenz. Lecithin ist hier die unbedenklichste Variante. Carrageen (E407), ein Polysaccharid aus Rotalgen, ist weiter verbreitet und aus wissenschaftlicher Sicht deutlich kritischer zu betrachten: Mehrere Studien an humanen Darmzellkulturen zeigen, dass Carrageen pro-inflammatorische Reaktionen in der Darmschleimhaut auslösen kann. Ob dieser Mechanismus beim lebenden Hund relevant ist, ist nicht abschließend belegt. Für Hunde mit bereits vorhandenen Darmproblemen ist es dennoch sinnvoll, diesen Emulgator zu meiden.

Sensorische Zusatzstoffe

Farbstoffe und Aromastoffe fallen in diese Kategorie. Und hier ist die ehrliche Einordnung wichtig: den sensorischen Zusatzstoffen geht es fast ausschließlich darum, das Hundefutter ansprechender wirken zu lassen — für die Person am Regal, nicht für den Hund.

Hunde sehen Farben deutlich eingeschränkter als wir. Ein satt rotes Stück Fleisch in der Dose ist kein Kaufargument für deinen Hund. Die optische Gestaltung macht das Produkt für die Person ansprechend, die an der Kasse entscheidet.

Synthetische Farbmittel wie Tartrazin (E102) oder Allurarot (E129) stehen beim Menschen in Zusammenhang mit allergischen Reaktionen und wurden in einer Studie von 2007 (McCann et al., Lancet) mit verstärkter Hyperaktivität bei Kindern in Verbindung gebracht.

Ob vergleichbare Effekte beim Hund auftreten, ist nicht gut untersucht. Was klar ist: Farbzusätze dieser Art haben jedoch keinen ernährungsphysiologischen Nutzen und sind aus Sicht deines Hundes vollständig verzichtbar. Im Hundefutter sind sie in geringen Mengen vorhanden — aber selbst das ist zu viel, wenn sie keinen Nutzen haben.

Aromastoffe, darunter hydrolysiertes Protein und MSG (Mononatriumglutamat), sollen die Ration für den Hund attraktiver machen. Wenn ein Produkt seinen Geschmack hauptsächlich über solche synthetischen Zusätze erhält, ist das oft ein Hinweis auf mindere Qualität des eigentlichen Rohstoffs.

Zootechnische Zusatzstoffe

Diese Kategorie ist am wenigsten bekannt, aber für die Verdauung direkt relevant. Zootechnische Zusatzstoffe umfassen Substanzen, die die Verdauung und Verdaulichkeit von Futtermitteln verbessern sollen oder die Darmflora gezielt beeinflussen, darunter Probiotika, Präbiotika und Verdauungsenzyme.

Wenn eine Ration mit „Fructooligosacchariden“ oder „Lactobacillus acidophilus“ deklariert ist, sind das zootechnische Zusatzstoffe. Zootechnische Zusatzstoffe sind also durchaus nützlich — vorausgesetzt, die eingesetzten Mengen und Stämme sind tatsächlich wirksam, was nicht immer der Fall ist.

Welche Zusatzstoffe tatsächlich problematisch sind und warum sie problematisch sein können

Die Kategorien oben zeigen: Nicht alle Zusatzstoffe sind gleich zu bewerten. Konkret stehen im Verdacht:

BHA und BHT: Mögliche krebserregende Wirkung in Tierversuchen, Leber- und Nierenschäden bei Dauerexposition in hohen Dosen. Im Hundefutter in der Regel unter den erlaubten Höchstmengen, aber bei langfristiger täglicher Aufnahme akkumuliert die Exposition.

Ethoxyquin: In der Humanernährung weitgehend verboten, im Tierfutter noch zugelassen. Steckt häufig als unsichtbarer Rückstand in Fischmehl, ohne auf dem Etikett zu erscheinen.

Carrageen (E407): Entzündliches Potenzial an der Darmschleimhaut, wie in In-vitro-Studien gezeigt. Besonders relevant bei Hunden mit empfindlichem Darm oder chronischen Verdauungsproblemen.

Was eine gereizte Darmschleimhaut langfristig bedeutet und wie sie sich zeigt:

Leaky Gut Syndrom beim Hund

Synthetische Farbmittel: Kein ernährungsphysiologischer Nutzen, potenziell allergische Reaktionen auslösend, besonders bei empfindlichen Tieren.

Eine direkte Verbindung zwischen den üblichen Mengen in handelsüblichem Hundefutter und konkreten Erkrankungen ist wissenschaftlich kaum belegt. Was die Forschung aber zeigt: Das Mikrobiom von kibble-gefütterten Hunden unterscheidet sich messbar von dem frisch gefütterter Hunde (Bermingham et al., 2017, PeerJ), und frisch gefütterte Hunde weisen signifikant niedrigere Serumspiegel von Advanced Glycation Endproducts auf (Wernimont et al., 2024, PMC). Wie viel davon auf Zusatzstoffe zurückgeht und wie viel auf die Verarbeitungsart selbst, lässt sich nicht trennen. Der Gesamtkontext zählt.

Deklaration: Was im Hundefutter angegeben werden muss und wie du es liest

Die EU-Deklarationspflicht schreibt vor, dass die Deklaration von Zusatzstoffen im Hundefutter auf der Verpackung vollständig angegeben werden muss, entweder mit chemischem Namen oder E-Nummer. Es gibt jedoch Spielräume, die Hersteller nutzen.

Was du auf dem Etikett siehst

Zutaten werden in absteigender Reihenfolge nach Gewicht angegeben. „Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse“ ist eine Sammelbezeichnung, die alles von hochwertigen Innereien bis zu Schlachtabfällen umfassen kann. Hersteller, die die Qualität des Futters transparent kommunizieren, nennen konkrete Fleischsorten und Prozentzahlen.

E-Nummern auf einen Blick

  • E100-E199: Farbstoffe
  • E200-E299: Konservierungsstoffe
  • E300-E399: Antioxidantien (hier auch Vitamin E und C)
  • E400-E499: Binde- und Verdickungsmittel, Stabilisatoren
  • E500-E599: Säureregulatoren
  • E600-E699: Geschmacksverstärker

Nicht jede E-Nummer ist ein Warnsignal. E306 (gemischte Tocopherole) oder E300 (Ascorbinsäure) sind natürliche Antioxidantien, die sinnvoll eingesetzt werden.

Zusatzstoffe nicht deklariert: Wenn ein Produkt eine lange Haltbarkeit hat, aber kein Konservierungsmittel ausweist, ist Vorsicht angebracht. Manche Konservierungsstoffe gelangen als Rückstand über verarbeitete Rohstoffe (z.B. Fischmehl mit Ethoxyquin) in die Ration, ohne aktiv zugesetzt zu werden — Zusatzstoffe auf der Verpackung erscheinen so nicht, obwohl sie im Hundefutter eingesetzt werden. Deklariert werden müssen nur aktiv zugesetzte Stoffe. Das ist rechtlich korrekt, aber aus Informationssicht problematisch.

Kurz: Pestizide auf Gemüse und Obst in der Hundeernährung

Für alle, die BARF füttern oder ihrem Hund Obst und Gemüse geben: Pestizide auf der Oberfläche von Früchten und Gemüse lassen sich durch Waschen teilweise entfernen.

Eine Studie von Yang et al. (2017, Journal of Agricultural and Food Chemistry) zeigt, dass eine Natron-Lösung (10 mg/ml Wasser) Oberflächenrückstände von Thiabendazol und Phosmet auf Äpfeln bei 12 bis 15 Minuten Einweichzeit vollständig entfernt. Natron war dabei deutlich wirksamer als Leitungswasser oder Chlorbleiche.

Essig (Essigsäure) zeigt in Studien ebenfalls eine Wirkung, die Effekte variieren jedoch stark je nach Pestizidrückstand und Konzentration. Die Kombination von Natron und Essig klingt intuitiv besser, ist aber chemisch kontraproduktiv: Säure und Base neutralisieren sich gegenseitig. Das Ergebnis ist Salzwasser, kein verbessertes Reinigungsmittel.

Die Empfehlung für die Praxis: 15 Minuten in Natron-Lösung einweichen, dann mit klarem Wasser abspülen. Das ist das Beste, was Studien für Oberflächenrückstände belegen. Pestizide, die bereits ins Fruchtfleisch eingedrungen sind, lassen sich durch kein Haushaltsmittel entfernen.

Braucht dein Hund unbedingt ein Futter ohne Zusatzstoffe?

Diese Frage höre ich oft, und die ehrliche Antwort ist: Das ist nicht die richtige Frage.

Wer die Wahl des richtigen Futters auf „null Zusatzstoffe“ reduziert, sucht nach einem Etikett, das in der Praxis kaum existiert und nicht das einzige Qualitätsmerkmal ist.

Ein realistischeres Ziel: Verstehen, welche Zusatzstoffe in welcher Kategorie stehen, und bewusst zwischen notwendigen und entbehrlichen Stoffen unterscheiden. Vitamine, Mineralstoffverbindungen und Spurenelemente sind in industriell hergestelltem Hundefutter oft unverzichtbar. Synthetische Konservierungsmittel wie BHA und BHT lassen sich durch natürliche Alternativen ersetzen. Farbmittel ohne Nährwert haben im Napf nichts zu suchen.

Frischfutter und BARF kommen ohne den Großteil dieser Zusätze aus und können die Darmgesundheit positiv beeinflussen. Das gilt besonders bei der täglichen Fütterung mit frischen, unverarbeiteten Zutaten. Das zeigt die Forschung deutlich: Frisch gefütterte Hunde haben bessere lokale Immunmarker im Darm und niedrigere Spiegel von Entzündungsbotenstoffen als Trockenfutterhunde (Hiney et al., 2024, Frontiers Veterinary Science).

Aber: Auch im industriellen Bereich gibt es relevante Unterschiede. Ein Trockenfutter mit konkreten Fleischbezeichnungen, natürlichen Konservierungsstoffen und ohne synthetische Farbstoffe ist nicht dasselbe wie ein Produkt mit Sammelbezeichnungen und langer Zusatzstoffliste.

Wenn dein Hund gesund ist und die Ration gut verträgt, ist das die wichtigste Information. Wenn er trotz mehrfachem Futterwechsel immer wieder Verdauungsprobleme, Hautprobleme oder andere Beschwerden hat, lohnt der genaue Blick auf das, was er täglich bekommt.

Welche Fütterungsformen es gibt und wie sie sich in der Praxis unterscheiden, erklärt dieser Artikel:

Warum das, was du deinem Hund fütterst, über Gesundheit oder Krankheit entscheidet

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Häufige Fragen zu Zusatzstoffen im Hundefutter

Sind Zusatzstoffe im Hundefutter grundsätzlich schädlich?

Nein. Der Begriff „Zusatzstoff“ umfasst sehr unterschiedliche Substanzen. Zugesetzte Vitamine und Mineralien sind für industrielles Futter oft notwendig. Kritisch sind bestimmte synthetische Konservierungsmittel und Farbmittel — nicht die Kategorie als Ganzes.

Was bedeutet E321 auf dem Etikett?

E321 ist BHT (Butylhydroxytoluol), ein synthetisches Antioxidans gegen Ranzigkeit. Es steht im Verdacht, in hohen Dosen leberschädigend zu wirken, und wird von der IARC als möglicherweise krebserregend eingestuft. Natürliche Alternativen wie Tocopherole (E306-309) erfüllen dieselbe Funktion.

Müssen alle Zusatzstoffe im Hundefutter deklariert werden?

Nicht vollständig. Deklariert werden müssen nur aktiv zugesetzte Stoffe. Substanzen, die als Rückstand über verarbeitete Rohstoffe ins Futter gelangen, müssen nicht angegeben werden. Ethoxyquin in Fischmehl ist das bekannteste Beispiel.

Was ist Carrageen und warum ist es problematisch?

Carrageen (E407) ist ein Verdickungsmittel aus Rotalgen, häufig in Nassnahrung. In-vitro-Studien zeigen entzündungsfördernde Effekte an Darmzellkulturen. Bei Hunden mit empfindlichem Darm empfehle ich, Produkte mit Carrageen zu meiden.

Was eine gereizte Darmschleimhaut langfristig bedeutet und wie sie sich zeigt:

Leaky Gut Syndrom beim Hund: Symptome, Ursachen & der löchrige Darm

Ist schädliche Wirkung von Zusatzstoffen beim Hund belegt?

Eine direkte Verbindung zwischen den üblichen Mengen in Heimtierfutter und konkreten Erkrankungen ist kaum belegt. Was belegt ist: Das Mikrobiom und die Immunmarker von frisch gefütterten Hunden unterscheiden sich messbar positiv von denen kibble-gefütterter Tiere.

Wenn eine Zutatenliste nicht mehr ausreicht

Das Lesen von Etiketten ist ein guter Anfang. Es ist aber kein Diagnosewerkzeug.

Wenn dein Hund trotz ausgewogener Fütterung und bewusster Auswahl immer wieder dieselben Symptome zeigt, liegt das Problem meistens nicht auf dem Etikett. Es liegt im Körper deines Hundes: im Zustand seiner Darmschleimhaut, in seiner individuellen Reaktion auf Futtermittel, in einer zugrundeliegenden Erkrankung oder in einer kombinierten Belastung, die Schritt für Schritt aufgebaut wurde.

Das ist der Punkt, an dem eine individuelle Einschätzung mehr bringt als jeder Artikel über Tiernahrung. Ich schaue mir dann konkret an, was dein Hund frisst, wie sein Verdauungssystem reagiert, und wo die tatsächliche Ursache liegt. Nicht nach Schema, sondern für diesen Hund.

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Quellen

[1] Bermingham EN et al. Raw Meat Based Diet Influences Relative Abundance of Faecal Microbiota in a Differential Manner in Dogs and Cats. PeerJ. 2017. https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC5337088/

[2] Wernimont SM et al. Dietary Habits and Nutrient Intake in Dogs Are Associated with Plasma Maillard Reaction Products. PMC. 2024. https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC12566208/

[3] Hiney KM et al. Effect of Diet on Local and Systemic Immunity in Healthy Adult Dogs. Frontiers in Veterinary Science. 2024. https://www.frontiersin.org/journals/veterinary-science/articles/10.3389/fvets.2024.1328513/full

[4] Yang T et al. Effectiveness of Commercial and Homemade Washing Agents in Removing Pesticide Residues on and in Apples. Journal of Agricultural and Food Chemistry. 2017. https://pubs.acs.org/doi/abs/10.1021/acs.jafc.7b03118

[5] McCann D et al. Food additives and hyperactive behaviour in 3-year-old and 8/9-year-old children in the community. The Lancet. 2007. https://www.thelancet.com/journals/lancet/article/PIIS0140-6736(07)61306-3/abstract

[6] IARC Working Group. Some Chemicals That Cause Tumours of the Kidney or Urinary Bladder in Rodents. IARC Monographs Volume 73. 1999.

[7] Verordnung (EG) Nr. 1831/2003 über Zusatzstoffe zur Verwendung in der Tierernährung. https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/?uri=CELEX%3A32003R1831

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