Hund kratzt sich mit der Hinterpfote am Hals, während seine Besitzerin ihn beobachtet, typisch für Juckreiz beim Hund Bild zum Blogbeitrag Juckreiz beim Hund von Lernpfote e. V.

Juckreiz beim Hund: warum er sich ständig kratzt

Juckreiz beim Hund: warum sich dein Hund ständig kratzt

Es ist abends, kurz nach elf. Im Wohnzimmer ist längst Ruhe eingekehrt, und dann fängt es wieder an. Dieses rhythmische Kratzen an der Decke, das Schmatzen beim Lecken an der Pfote, das Schütteln, bei dem die Ohren klatschen. Du liegst im Bett und hörst zu und denkst zum wahrscheinlich hundertsten Mal: Warum kratzt sich mein Hund ständig, und warum finde ich einfach nicht heraus, was ihm fehlt.

Wenn du das kennst, bist du in guter Gesellschaft. Die Haut ist bei Hunden das Organsystem, das in Tierarztpraxen am häufigsten Anlass zur Behandlung gibt, und Juckreiz ist dabei das Zeichen, mit dem die meisten Halterinnen kommen. Das Problem ist selten, dass niemand hinschaut. Das Problem ist, dass Juckreiz ein Symptom ist und kein Befund. Dein Hund kratzt sich ständig, und damit sagt er dir erst einmal nur eines: Irgendetwas stimmt an seiner Haut nicht. Dahinter können viele Ursachen stecken, und von außen sehen sie einander erstaunlich ähnlich.

In diesem Artikel gehe ich mit dir durch, was hinter dem Kratzen stecken kann, wie du die möglichen Auslöser für Juckreiz beim Hund sortierst, statt sie der Reihe nach durchzuprobieren, und wann ein Besuch beim Tierarzt keinen Aufschub duldet. Er ist bewusst breit angelegt. Wenn sich am Ende der Verdacht auf eine Allergie verdichtet, findest du die ganze Tiefe dazu in meinem Artikel über Allergien und Unverträglichkeiten beim Hund.

Wenn dein Hund sich ständig kratzt: welche Symptome zum Tierarzt gehören

Jeder Hund kratzt sich. Nach dem Aufstehen, wenn ein Grashalm im Fell hängt, wenn das Halsband gedrückt hat. Das ist normal und braucht dich nicht zu beschäftigen. Auffällig wird es erst, wenn dein Hund plötzlich deutlich häufiger kratzt als sonst, wenn das Kratzen den Tagesablauf deines Hundes bestimmt, wenn es ihn beim Schlafen unterbricht oder wenn es über Wochen nicht mehr aufhört.

Es gibt Situationen, bei denen ich dir nicht raten würde abzuwarten, sondern zeitnah einen Termin beim Tierarzt zu machen:

  • Dein Hund kratzt sich blutig oder es sind offene, nässende Stellen entstanden
  • Der Juckreiz hat plötzlich und heftig begonnen, ohne erkennbaren Anlass
  • Die Haut riecht unangenehm, süßlich oder ranzig, oder es tritt gelbliches Sekret aus
  • Es bilden sich haarlose Stellen, Krusten oder Pusteln
  • Die Haut hat sich dunkel verfärbt oder fühlt sich verdickt und ledrig an
  • Dein Hund hat gleichzeitig wiederkehrende Ohrenentzündungen
  • Der Juckreiz geht mit Müdigkeit, Fieber, Durchfall oder Gewichtsverlust einher

Der letzte Punkt ist mir besonders wichtig. Ein Vierbeiner, dessen Juckreiz zusammen mit Symptomen aus anderen Körperregionen auftritt, hat selten ein reines Hautthema. Und anhaltender Juckreiz macht die Sache mit jeder Woche schwieriger. Je länger ein Hund unter Juckreiz leidet, desto schwerer wird es, die ursprüngliche Ursache überhaupt noch zu erkennen, weil die zerkratzte Haut inzwischen eigene Probleme macht.

Was Juckreiz beim Hund auslösen kann: die häufigsten Ursachen

Hier kommt der Teil, für den du wahrscheinlich gekommen bist. Und hier ist auch der Punkt, an dem die meisten Ratgeber und ehrlich gesagt auch viele Halterinnen einen Denkfehler machen. Häufige Ursachen für Juckreiz zählen sie brav auf, springen dann aber sofort zur Allergie.

Das ist verständlich, denn Allergien sind ein großes Thema. Aber die Zahlen sagen etwas anderes. In einer systematischen Auswertung der verfügbaren Studien lag der Anteil der Hunde mit einer echten Futtermittelreaktion unter allen juckenden Hunden im Median bei etwa 18 Prozent, mit einer Spanne von 9 bis 40 Prozent (Olivry & Mueller, 2017). Anders gesagt: Bei ungefähr vier von fünf juckenden Hunden ist das Futter nicht der Auslöser. Wer sofort das Futter umstellt, hat also in den meisten Fällen daneben gegriffen und dabei Wochen verloren.

Mögliche Ursachen für Juckreiz gibt es einige, deshalb gehen wir sie der Reihe nach durch. Es sind viele verschiedene Ursachen, und mehrere davon können bei demselben Hund gleichzeitig eine Rolle spielen.

Diese Reihenfolge ist nicht meine Erfindung. Auch die aktuelle Leitlinie der American Animal Hospital Association aus dem Jahr 2023 sieht in der Abklärung denselben gestuften Weg vor: erst Parasiten und Sekundärinfektionen abarbeiten, dann das Futter prüfen, und erst danach die Umweltallergie (Miller et al., 2023).

Parasiten: Flöhe, Milben und der Fehler, den fast alle machen

Parasiten stehen aus gutem Grund am Anfang jeder Abklärung. Sie sind häufig, sie sind behandelbar, und sie werden regelmäßig übersehen.

Flöhe sind dabei nicht deshalb ein Problem, weil sie beißen, sondern weil viele Hunde auf den Flohspeichel überempfindlich reagieren. Ein einziger Biss kann bei einem sensibilisierten Hund tagelangen Juckreiz auslösen. Und das Tückische daran: Wenn dein Hund sich intensiv leckt und knabbert, entfernt er die Flöhe dabei selbst, sodass du beim Durchsuchen des Fells nichts mehr findest. Kein sichtbarer Floh bedeutet also nicht, dass keine Flöhe im Spiel waren. Und wenn dein Hund Flöhe hatte, kann der Juckreiz noch Tage anhalten, nachdem der letzte längst verschwunden ist. Das macht sie zu einer Ursache für den Juckreiz, die man besonders leicht übersieht.

Noch deutlicher wird das bei der Räudemilbe, Sarcoptes scabiei. Sie kann starken Juckreiz verursachen, oft mit Betonung an Ohrrändern, Ellenbogen und Bauch. Der entscheidende Punkt für dich: Die Sensitivität eines Hautgeschabsels liegt bei nur etwa 20 Prozent (ESCCAP, 2022). Ein negatives Geschabsel schließt Milben also keineswegs aus. Es findet sie in vier von fünf Fällen schlicht nicht. Wenn dein Tierarzt bei starkem Juckreiz eine probeweise Behandlung gegen Räude vorschlägt, obwohl das Geschabsel unauffällig war, ist das kein Herumprobieren, sondern gute Medizin.

Die Demodexmilbe verhält sich anders. Sie gehört zur normalen Hautbesiedlung und verursacht in unkomplizierten Fällen üblicherweise gerade keinen starken Juckreiz. Der entsteht meist erst dann, wenn zusätzlich eine bakterielle Hautentzündung dazukommt.

Trockene Haut und Fellwechsel

Nicht jeder juckende Hund ist krank. Zwischen Februar und Mai und noch einmal im Herbst sehe ich in meiner Praxis regelmäßig Hunde, deren Haut im Fellwechsel schlicht überfordert ist. Dazu kommt trockene Heizungsluft im Winter, zu häufiges Baden, ein Shampoo, das den Fettfilm der Haut wegwäscht, oder eine Wohnung, in der die Luftfeuchtigkeit dauerhaft unter dreißig Prozent liegt.

Bei trockener Haut und Juckreiz ist das Muster meist ein anderes als bei den ernsteren Ursachen. Der Juckreiz ist mäßig, er ist über den Körper verteilt statt an bestimmten Stellen konzentriert, die Haut schuppt, aber sie ist nicht gerötet und nicht entzündet. Und er verschwindet wieder, wenn der Fellwechsel durch ist. Tritt der Juckreiz dagegen scharf begrenzt an einzelnen Stellen auf, passt das nicht mehr ins Bild.

Ich nenne das hier so ausführlich, weil ich immer wieder Halterinnen erlebe, die im März eine Eliminationsdiät beginnen und im Mai überzeugt sind, das Futter sei das Problem gewesen. Dabei war einfach der Fellwechsel vorbei.

Allergien und Futterunverträglichkeiten

Allergien gehören selbstverständlich in diese Liste, sie sind bei chronischem Juckreiz sogar die wichtigste Gruppe. Nur eben nicht die einzige und nicht die erste, an die man denken sollte. Und wenn dein Hund allergisch reagiert, heißt das noch lange nicht, dass nur ein einziger Auslöser dahintersteckt.

Grob unterscheidet man drei Wege: die Reaktion auf Flohspeichel, die Reaktion auf Umweltallergene wie Pollen, Gräser oder Hausstaubmilben, und die Reaktion auf Futterbestandteile. Bei Hunden mit atopischer Dermatitis, also der Umweltallergie, liegt der Anteil derer, die zusätzlich auf Futter reagieren, im Median bei etwa 29 Prozent (Olivry & Mueller, 2017). Beides schließt sich also nicht aus, im Gegenteil.

Ein hilfreiches Unterscheidungsmerkmal im Alltag ist der Jahresverlauf. Umweltallergien zeigen sich anfangs oft saisonal, Futterreaktionen laufen das ganze Jahr durch. Diese Faustregel wird allerdings unzuverlässig, je länger die Erkrankung besteht, weil viele Hunde mit der Zeit auf mehrere Auslöser reagieren.

Wenn du an diesem Punkt weiterlesen willst, geht es in meinem Artikel über Allergien und Unverträglichkeiten beim Hund deutlich tiefer weiter, inklusive Diagnostik und Therapieaufbau. Hier bleibe ich bewusst bei der Einordnung.

Hefepilze und bakterielle Infektionen der Haut

Malassezien sind Hefepilze, die zur normalen Hautflora eines gesunden Hundes gehören (Bond et al., 2020). Sie können ebenfalls Juckreiz auslösen, aber erst dann, wenn sich die Bedingungen auf der Haut ändern, etwa in feuchtwarmen Hautfalten, in den Pfotenzwischenräumen oder überall dort, wo dein Hund leckt und nicht mehr damit aufhört. Typisch ist ein süßlicher, muffiger Geruch und eine fettig wirkende, oft gerötete Haut.

Dasselbe gilt für Staphylococcus pseudintermedius, den häufigsten Erreger bakterieller Hautentzündungen beim Hund. Die internationale Leitlinie zur atopischen Dermatitis formuliert das sehr klar: Die Pyodermie ist in den meisten Fällen ein sekundäres Problem, das auf einer zugrundeliegenden juckenden Erkrankung aufsitzt (Hensel et al., 2015).

Für dich hat das eine praktische Folge, die ich für einen der nützlichsten Gedanken in diesem ganzen Artikel halte: Solange die Sekundärinfektion nicht behandelt ist, kannst du gar nicht beurteilen, wie stark die eigentliche Grunderkrankung juckt. Erst wenn Hefen und Bakterien weg sind und der Hund trotzdem noch kratzt, weißt du, womit du es wirklich zu tun hast.

Hormonelle Erkrankungen

Weitere mögliche Ursachen liegen dort, wo kaum jemand zuerst hinschaut. Bei Hunden, deren Juckreiz sich schleichend über Monate entwickelt und bei denen sich gleichzeitig das Fell verändert, lohnt der Blick auf den Hormonhaushalt. Relevant sind vor allem die Schilddrüsenunterfunktion, die Hypothyreose, und das Cushing-Syndrom.

Hier ist eine Präzisierung nötig, weil sie in Ratgebern regelmäßig falsch steht: Beim Hund ist die Unterfunktion die relevante Schilddrüsenerkrankung. Die Überfunktion, die Hyperthyreose, ist beim Hund selten und tritt fast nur im Zusammenhang mit einem Schilddrüsentumor auf (Barber, 2007). Häufig ist sie bei der Katze, nicht beim Hund.

Und noch etwas ist wichtig: Die Hypothyreose selbst macht typischerweise gerade keinen Juckreiz. In einer Auswertung von 66 Fällen standen Schuppenbildung mit 39 Prozent, Haarausfall mit 26 Prozent und Hautentzündungen mit 11 Prozent im Vordergrund, während Juckreiz unter den häufigen Zeichen gar nicht auftauchte (Panciera, 1994). Der Juckreiz entsteht bei diesen Hunden meist erst über den Umweg der Sekundärinfektion, weil die geschwächte Haut anfälliger für Bakterien und Hefen wird. Ein hormonell bedingter Juckreiz ist also fast immer ein doppelt vermittelter Juckreiz.

Stress, Langeweile und psychische Ursachen

Zwei Hunde können dasselbe Bild zeigen und dabei ganz unterschiedliche Ursachen haben. Es gibt Hunde, bei denen die Haut in Ordnung ist und trotzdem geleckt wird. Meist an einer Vorderpfote, meist abends, meist in Situationen, in denen der Hund allein ist oder nichts zu tun hat. Aus dem Lecken wird eine Gewohnheit, aus der Gewohnheit wird eine wunde Stelle, und ab da juckt es tatsächlich.

Ich sage bewusst nicht, dass Juckreiz psychisch ist. In den allermeisten Fällen ist er es nicht, und die Verhaltensdeutung wird viel zu schnell zur Ausrede, wenn die Diagnostik nicht weiterkommt. Aber Stress kann eine bestehende Hauterkrankung deutlich verstärken, und der Zusammenhang zwischen Cortisol, Darm und Entzündungsgeschehen ist gut untersucht. Wie das im Körper zusammenhängt, habe ich in meinem Artikel über Stress beim Hund und die Wirkung von Cortisol auf die Darmgesundheit beschrieben.

Wenn das Kratzen den Juckreiz am Leben hält

Egal, womit es angefangen hat: Chronischer Juckreiz entwickelt eine eigene Dynamik. Die Hautbarriere wird durchlässiger, dadurch dringen Allergene und Erreger leichter ein, das löst neue Entzündung aus, die Entzündung verstärkt den Juckreiz, der Hund kratzt mehr, und die Barriere wird noch durchlässiger.

Das ist der Grund, warum eine reine Ursachensuche bei einem Hund, der seit einem halben Jahr kratzt, oft nicht ausreicht. Man muss den Kreis an mindestens einer Stelle unterbrechen, damit die Haut überhaupt wieder in einen Zustand kommt, in dem man sie beurteilen kann.

Vier Ebenen: die Ursache für Juckreiz bei Hunden sortieren statt raten

Bis hierhin hast du eine lange Liste möglicher Auslöser. Das Problem an solchen Listen ist, dass sie alles nebeneinander stellen, als wäre jeder Punkt gleich wahrscheinlich und gleich wichtig. Genau daran scheitern die meisten Halterinnen, und ehrlich gesagt auch manche Behandlung.

In der Tiermedizin gibt es dafür ein Ordnungsschema, das die Tierdermatologin Dr. Kerstin Wildermuth so beschreibt: Man unterscheidet vier Ebenen.

Primär ist das, was den Juckreiz ursprünglich ausgelöst hat. Die Allergie, die Räudemilbe, der Flohbefall.

Sekundär ist das, was sich später dazugesellt hat und selbst juckt. Die Malassezien in der feuchten Hautfalte, die bakterielle Entzündung in der zerkratzten Haut.

Prädestinierend ist alles, was den Hund von vornherein anfälliger macht. Hängeohren mit feuchtwarmem Klima, Hautfalten, eine Rasseveranlagung, eine Vorerkrankung wie die Hypothyreose.

Perpetuierend ist das, was das Problem am Laufen hält, obwohl die eigentliche Ursache vielleicht längst behandelt wurde. Die verdickte, umgebaute Haut. Die Leckgewohnheit. Der chronisch entzündete Gehörgang.

Was bringt dir diese Einteilung im Alltag? Sie erklärt zwei Dinge, an denen sonst viele verzweifeln. Erstens, warum eine Behandlung anschlägt und der Juckreiz trotzdem zurückkommt: Weil sie auf der primären Ebene gewirkt hat, während die perpetuierenden Faktoren unberührt geblieben sind. Zweitens, warum es sinnvoll sein kann, zuerst die Sekundärinfektion anzugehen, bevor man überhaupt anfängt, nach der Grundursache zu suchen. Der Grund für den Juckreiz und das, was ihn heute noch aufrechterhält, sind eben nicht zwangsläufig dasselbe.

Wenn du beim nächsten Praxisbesuch eine einzige Frage stellen willst, dann diese: Auf welcher dieser vier Ebenen setzt die Behandlung an, die wir gerade machen.

Juckreiz beim Hund lindern: von Hausmitteln bis Kortison

Kein Hund muss warten, bis die Ursache gefunden ist. Den Juckreiz zu lindern gehört zügig angegangen, weil jeder Tag Kratzen die Haut weiter schädigt. Die Frage ist nur, womit du deinem Hund helfen kannst und mit welcher Erwartung. Denn die Behandlung von Juckreiz und die Behandlung seiner Ursache sind zwei verschiedene Aufgaben.

Was Hausmittel leisten und was nicht

Zu Kokosöl, Apfelessig, Quarkauflagen, Aloe vera und Schwarzteeumschlägen findest du im Internet unzählige Empfehlungen. Ich will das nicht pauschal abtun. Eine kühle Auflage mit abgekühltem Kamillentee oder klarem Wasser kann die gereizte Stelle beruhigen und den Juckreiz für eine halbe Stunde spürbar dämpfen, und das ist für einen Hund, der seit Tagen nicht zur Ruhe kommt, mehr wert, als es klingt.

Was diese Mittel nicht können, ist ebenso wichtig: Sie beeinflussen keine der vier Ebenen. Sie machen die Milbe nicht weg, sie behandeln die Hefen nicht, und für keines dieser Hausmittel gibt es beim Hund eine belastbare Wirksamkeitsstudie. Kokosöl auf entzündeter Haut kann sogar kontraproduktiv sein, weil Malassezien sich in einem fettigen Milieu wohler fühlen als in einem trockenen.

Meine Haltung dazu: als kurzfristige Beruhigung in Ordnung, als Behandlungsplan nicht.

Kortison, Apoquel und Cytopoint: was die Medikamente können

Kortison wirkt bei Juckreiz zuverlässig und schnell, und es gibt Situationen, in denen es genau richtig ist. Bei einem Hund, der sich blutig kratzt und nicht mehr schläft, ist eine kurze Kortisongabe kein Versagen, sondern eine Entlastung.

Der Haken ist die Dauerlösung. Kortison greift in den Zuckerstoffwechsel, in die Wasserregulation und in die Immunabwehr ein. Typisch sind vermehrter Durst, häufigerer Harndrang auch nachts, Gewichtszunahme und bei längerer Anwendung eine Haut, die dünner und infektanfälliger wird. Damit macht es die Sekundärinfektionen wahrscheinlicher, die den Juckreiz ohnehin schon unterhalten.

Ich vergleiche Kortison gern mit einer Krücke. Eine Krücke ist großartig, wenn das Bein gebrochen ist. Sie wird zum Problem, wenn man sie zehn Jahre benutzt, ohne je zu prüfen, ob das Bein inzwischen geheilt ist.

Bei chronischem Juckreiz ist Kortison inzwischen ohnehin selten das erste Mittel. Zwei andere Medikamente haben ihm diesen Platz abgenommen, und wenn dein Hund schon länger juckt, kennst du vermutlich mindestens eines davon.

Apoquel mit dem Wirkstoff Oclacitinib ist eine Tablette. Sie setzt an der Signalweiterleitung innerhalb der Zelle an und bremst dort mehrere Botenstoffe aus, die Juckreiz und Entzündung melden, darunter Interleukin-31, den wichtigsten Juckreizbotenstoff des Hundes (Gonzales et al., 2014). Der Effekt kommt schnell, bei den meisten Hunden innerhalb weniger Stunden. Gegeben wird zunächst zweimal täglich für höchstens zwei Wochen, danach einmal täglich. In der EU ist Apoquel seit 2013 zugelassen, und es ist in der internationalen Leitlinie zur Behandlung der atopischen Dermatitis aufgeführt (Olivry et al., 2015).

Cytopoint mit dem Wirkstoff Lokivetmab ist eine Spritze unter die Haut. Dahinter steckt ein Antikörper, der nur diesen einen Botenstoff abfängt, bevor er an der Nervenzelle ankommt. Eine Gabe wirkt je nach Hund vier bis acht Wochen (Michels et al., 2016). Zugelassen ist Cytopoint in der EU seit 2017, als erstes Antikörpermedikament überhaupt, das für Tiere auf den Markt kam. In der Leitlinie von 2015 taucht es deshalb noch nicht auf.

Damit du die beiden nebeneinander siehst:

Apoquel Cytopoint
Wirkstoff Oclacitinib Lokivetmab, ein Antikörper
Form Tablette Spritze unter die Haut
Wo es ansetzt in der Zelle, an der Signalweiterleitung außerhalb der Zelle, am Botenstoff selbst
Wie viele Botenstoffe mehrere gleichzeitig, darunter Interleukin-31 nur Interleukin-31
Wirkeintritt meist innerhalb weniger Stunden meist innerhalb des ersten Tages
Wie oft zwei Wochen lang zweimal täglich, danach einmal täglich alle vier bis acht Wochen
Übrige Immunabwehr wird mit gedämpft bleibt unberührt
Laut Fachinformation zu beachten Infektionen und Demodexmilben können häufiger auftreten, nicht bei Tumorerkrankung, nicht für Hunde unter zwölf Monaten keine breite Immundämpfung bekannt
In der EU zugelassen seit 2013 2017
Was es nicht tut die Ursache beseitigen die Ursache beseitigen

Die Zeile zur Immunabwehr ist der Grund, warum Cytopoint oft bei Hunden zum Einsatz kommt, für die Apoquel nicht infrage kommt. Wenn dein Tierarzt dir das eine oder das andere vorschlägt, ist das meist der Punkt, an dem sich die Entscheidung entschieden hat. Du darfst danach fragen.

Die Zeile zur Fachinformation ist dabei keine Formalie. Weil Apoquel mehrere Botenstoffe gleichzeitig dämpft, dämpft es auch einen Teil der Abwehr mit. Der Hersteller weist deshalb darauf hin, dass Infektionen und Demodexmilben unter der Behandlung häufiger auftreten können und dass Hunde mit einer Tumorerkrankung das Mittel nicht bekommen sollen. Das ist kein Grund zur Panik. Es ist ein Grund, bei einem Hund, der ohnehin immer wieder Hautinfektionen hat, im Behandlungszimmer genau danach zu fragen.

Die letzte Zeile ist die wichtigste. Beide unterbrechen die Meldung, nicht das, was gemeldet wird. Wenn du sie absetzt und sich an der Ursache nichts geändert hat, kommt der Juckreiz zurück. Das ist kein Versagen des Medikaments, sondern genau das, wofür es gebaut wurde.

Meine Haltung dazu ist unaufgeregt. Ich sehe in der Praxis regelmäßig Hunde, für die Apoquel oder Cytopoint eine echte Erleichterung waren, und ich rate niemandem, ein wirksames Medikament abzusetzen. Stutzig macht mich etwas anderes. Wenn ein Hund seit zwei Jahren alle vier Wochen seine Spritze bekommt und in diesen zwei Jahren nie jemand die vier Ebenen durchgegangen ist, dann ist der Juckreiz zwar leiser geworden, die Frage nach dem Warum aber nie gestellt.

Ein praktischer Punkt geht dabei oft unter. Beide Medikamente nehmen den Juckreiz so zuverlässig weg, dass sie die Diagnostik überdecken. Wenn dein Hund unter Cytopoint steht und ihr gleichzeitig eine Eliminationsdiät beginnt, kannst du am Ende nicht sagen, wer den Juckreiz genommen hat, das Futter oder die Spritze. Das spricht nicht gegen die Medikamente. Es spricht dafür, Diät und Medikation miteinander zu planen statt nebeneinander, und das gehört ins Gespräch mit deinem Tierarzt.

Omega-3-Fettsäuren: was die Leitlinie wirklich sagt

Omega-3 wird bei juckenden Hunden so oft empfohlen, dass es fast schon zum Standard gehört. Umso interessanter ist, wie zurückhaltend die maßgebliche Leitlinie selbst formuliert.

Sie hält fest, dass Fettsäuren bei akuten Schüben nicht geeignet sind, weil ein möglicher Effekt schlicht zu lange braucht, und dass sie in der Dauerbehandlung allenfalls einen kleinen Nutzen bringen, der so begrenzt ist, dass eine alleinige Gabe nicht sinnvoll erscheint. Ein Wirkeintritt ist frühestens nach etwa zwei Monaten zu erwarten (Olivry et al., 2015).

Das heißt nicht, dass Omega-3 nutzlos ist. Für die Hautbarriere und das Entzündungsgeschehen halte ich es weiterhin für einen sinnvollen Baustein, und ich setze es in meiner Praxis auch ein. Aber es ist ein Baustein und kein Mittel gegen Juckreiz, und wer nach zwei Wochen Lachsöl enttäuscht ist, hatte die falsche Erwartung. Mehr dazu findest du in meinem Artikel über Omega-3-Fettsäuren für Hunde.

Welches Futter bei juckender Haut

Kommen wir zu der Frage, die mir am häufigsten gestellt wird. Und zu der Antwort, die niemand gern hört: Es gibt kein Futter gegen Juckreiz.

Was es gibt, ist ein Futter, das als diagnostisches Werkzeug funktioniert. Wenn der Verdacht auf eine Futtermittelreaktion besteht, ist die Eliminationsdiät weiterhin der Goldstandard, und zwar mit einer Eiweißquelle, die dein Hund nachweislich noch nie bekommen hat. Zur Dauer gibt es klare Daten: Nach fünf Wochen sind über 85 Prozent der betroffenen Hunde symptomfrei, nach acht Wochen über 90 Prozent. Die Empfehlung lautet deshalb, mindestens acht Wochen konsequent durchzuhalten (Olivry et al., 2015).

Das Wort konsequent ist dabei entscheidend. Ein einziges Leckerli beim Training, ein Rest vom Teller, ein Kauartikel aus der Schublade, und die acht Wochen waren umsonst. Das ist keine Übertreibung. In einer Untersuchung, in der betroffene Hunde nach erfolgreicher Diät gezielt wieder ihr altes Futter bekamen, zeigten sie im Mittel schon nach knapp fünf Tagen wieder Symptome, und bei einem Teil der Hunde genügte dafür ein einziger Teelöffel (Tinsley et al., 2024). Ich habe schon Hunde erlebt, bei denen die dritte Eliminationsdiät endlich Klarheit brachte, weil erst da wirklich alle Beteiligten mitgezogen haben.

Es liegt dabei nicht immer an den Menschen im Haushalt. Eine Auswertung von 17 Untersuchungen zu handelsüblichem Futter fand im Median 45 Prozent Produkte, die tierische Bestandteile enthielten, die nicht auf der Verpackung standen. Bei genau den Sorten, die als Ausschlussfutter verkauft werden, lag dieser Anteil je nach Untersuchung zwischen 33 und 83 Prozent (Olivry & Mueller, 2018). Wenn eine Eliminationsdiät kein klares Ergebnis bringt, kann das also schlicht daran liegen, dass im Napf etwas anderes war als auf der Tüte.

Unabhängig von der Diagnostik gibt es einen zweiten Weg, auf dem die Fütterung mitspielt. Eine Haut, die eine Entzündung durchstehen und sich danach wieder aufbauen soll, braucht Baumaterial. Wenn dich interessiert, wie das Futter das Entzündungsgeschehen im Körper beeinflusst, habe ich das in meinem Artikel über entzündungshemmende Ernährung für Hunde ausführlich beschrieben.

Ich bin an dieser Stelle bewusst vorsichtig. In der Naturheilkunde wird der Zusammenhang zwischen Darm und Haut gern zur Erklärung für alles gemacht, und dann steht plötzlich die These im Raum, chronischer Juckreiz komme vom Darm. So einfach ist es nicht, und die Forschung ist sich hier selbst uneins. Eine Untersuchung fand tatsächlich Unterschiede in der Darmflora allergischer und gesunder Hunde (Rostaher et al., 2022). Eine neuere Arbeit an West Highland White Terriern, einer Rasse, die besonders häufig von allergischer Haut betroffen ist, verglich dieselbe Frage innerhalb einer einzigen Rasse und fand keinen bedeutsamen Unterschied, weder in der Vielfalt der Bakterien noch in ihrer Zusammensetzung (Felten et al., 2025).

Genau diese Uneinigkeit ist der Punkt. Wer aus einer solchen Datenlage ableitet, jeder juckende Hund habe eine kranke Darmflora, die man nur sanieren müsse, geht deutlich über das hinaus, was die Forschung hergibt.

Die Allergie ist die Allergie, und keine Fütterung der Welt macht eine Sarcoptesmilbe weg. Was die Ernährung leisten kann, ist die Grundlage zu verbessern, auf der die Behandlung stattfindet. Das ist weniger spektakulär, aber es stimmt.

Wenn du dir unsicher bist, ob bei deinem Hund hinter dem Juckreiz auch ein Thema im Darm steckt oder ob die Haut allein betroffen ist, kann mein kostenloses Quiz ein hilfreicher erster Schritt sein.

In nur 2 Minuten zeigt es dir, wie es dem Darm deines Hundes aktuell wirklich geht und was ihm jetzt am meisten hilft.

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Juckreiz beim Hund vorbeugen

Juckreiz vorbeugen klingt bei einem Hund, der bereits kratzt, erst einmal wie ein Thema für später. Ist es aber nicht, denn die meisten Maßnahmen, die einen ersten Schub verhindern, verhindern auch den nächsten.

Der wirksamste Punkt ist ein lückenloser Parasitenschutz. Nicht weil Parasiten die häufigste Ursache wären, sondern weil sie die einzige größere Gruppe sind, die du zuverlässig ausschließen kannst. Ein Hund mit sauberem Parasitenstatus vereinfacht jede weitere Abklärung.

Der zweite Punkt betrifft die Hautpflege, und zwar vor allem im Sinne von weniger. Weniger baden, milderes Shampoo, nach dem Schwimmen und nach dem Regen wirklich trocknen, besonders in den Pfotenzwischenräumen, in den Hautfalten und an den Ohren. Feuchte Wärme ist die zuverlässigste Einladung, die man Hefen aussprechen kann.

Der dritte Punkt ist der, den ich am meisten unterschätzt sehe: Schreib mit. Wann kratzt dein Hund, wie stark, an welchen Stellen, was war an dem Tag anders. Der Juckreiz deines Hundes hat fast immer ein Muster, du siehst es nur nicht, solange es nirgends steht. Nach sechs Wochen hast du dieses Muster in der Hand, das keine noch so gute Untersuchung ersetzen kann, weil ich in der Praxis immer nur einen Ausschnitt sehe und du den ganzen Verlauf. Wie so ein Protokoll aussehen kann, habe ich in meinem Artikel über das Hundetagebuch beschrieben.

Und der vierte Punkt: Behandle Ohrenentzündungen und wunde Stellen früh und vollständig. Der halb ausbehandelte Infekt ist der Grund, warum aus einem Zwischenfall ein Dauerthema wird.

Häufige Fragen zum ständigen Kratzen

Wieso kratzt sich mein Hund ständig, obwohl er keine Flöhe hat?
Weil Flöhe nur eine von vielen möglichen Ursachen sind und weil man sie oft nicht findet, selbst wenn sie beteiligt waren. Dein Hund entfernt sie beim Lecken selbst. Kratzt sich der Hund weiter, obwohl der Parasitenschutz lückenlos ist, kommen vor allem Allergien, Hefen, bakterielle Hautentzündungen und in selteneren Fällen hormonelle Erkrankungen als Ursache von Juckreiz beim Hund infrage.

Was sind die ersten Anzeichen für Juckreiz beim Hund?
Meist nicht das Kratzen selbst, sondern das, was drumherum passiert. Vermehrtes Lecken an den Pfoten, Schütteln des Kopfes, Reiben der Schnauze am Sofa, Unruhe am Abend. Das offensichtliche Kratzen kommt oft erst später dazu. Wer diese frühen Zeichen übersieht, merkt es meistens erst, wenn sie zu handfestem Juckreiz führen.

Was hilft gegen Juckreiz beim Hund?
Kurzfristig helfen kühle Auflagen und, bei starkem Juckreiz, ein tierärztlich verordnetes Medikament. Dauerhaft hilft nur, die Ursache zu finden und die Sekundärinfektionen konsequent zu behandeln. Alles, was den Juckreiz lindert, ohne an einer der vier Ebenen anzusetzen, verschafft Zeit, löst das Problem aber nicht.

Was ist der Unterschied zwischen Apoquel und Cytopoint?
Apoquel ist eine Tablette, die täglich gegeben wird und mehrere Botenstoffe gleichzeitig bremst. Dadurch wirkt sie auch auf die Immunabwehr, weshalb Infektionen und Demodexmilben darunter häufiger vorkommen können. Cytopoint ist eine Spritze, die alle vier bis acht Wochen gegeben wird und nur einen einzigen Juckreizbotenstoff abfängt, ohne die übrige Abwehr zu berühren. Welches der beiden für deinen Hund passt, entscheidet dein Tierarzt anhand von Vorerkrankungen, Alter und bisherigem Verlauf.

Mein Hund bekommt Apoquel, aber der Juckreiz kommt beim Absetzen sofort wieder. Was heißt das?
Dass das Medikament genau das tut, wofür es gemacht ist. Es unterbricht das Juckreizsignal, es beseitigt aber nicht, was dieses Signal auslöst. Wenn der Juckreiz beim Absetzen zurückkehrt, ist das kein Zeichen dafür, dass etwas schiefläuft, sondern dafür, dass die Ursache noch da ist. Es ist der Moment, in dem sich die Frage nach den vier Ebenen wirklich lohnt.

Hilft Kokosöl gegen Juckreiz beim Hund?
Es gibt keine belastbare Studie, die das für den Hund zeigt. Auf trockener, schuppiger Haut kann es kurzfristig angenehm sein. Auf entzündeter, feuchter oder von Hefen besiedelter Haut würde ich davon abraten, weil das fettige Milieu Malassezien begünstigt.

Helfen Globuli, Schüßler-Salze oder Bachblüten bei Juckreiz?
Für keines dieser Mittel gibt es beim Hund eine Wirksamkeitsstudie zu Juckreiz. Ich arbeite naturheilkundlich und setze durchaus Verfahren ein, die man nicht in jeder Leitlinie findet. Aber ich empfehle nichts, was ich nicht begründen kann, und bei einem Hund, der sich blutig kratzt, halte ich es für riskant, damit Zeit zu verlieren.

Wie lange dauert es, bis sich die Haut erholt?
Rechne in Monaten, nicht in Wochen. Eine Eliminationsdiät braucht acht Wochen bis zur Aussage, Fettsäuren brauchen etwa zwei Monate bis zu einem möglichen Effekt, und eine chronisch veränderte Haut braucht darüber hinaus Zeit zum Umbau. Diese Geduld ist der schwierigste Teil der ganzen Sache.

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Wenn dein Hund weiter kratzt und du nicht weiterkommst

Es gibt einen Punkt, an dem ein Artikel aufhört zu helfen. Meistens ist das der Moment, in dem du alles Vernünftige probiert hast, in dem drei verschiedene Behandlungen jeweils ein bisschen geholfen haben, und in dem du nicht mehr sagen kannst, was davon eigentlich gewirkt hat und was nur Zufall war.

Genau dafür nehme ich mir 30 Minuten Zeit für euch. Wir schauen uns gemeinsam an, was bei deinem Hund bisher passiert ist, auf welcher der vier Ebenen die bisherigen Behandlungen angesetzt haben und wo eine Lücke geblieben ist. Manchmal ist das Ergebnis, dass ihr auf einem guten Weg seid und nur Geduld braucht. Manchmal fällt dabei auf, dass ein ganzer Bereich nie untersucht wurde.

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Quellen

  1. Olivry T, DeBoer DJ, Favrot C, Jackson HA, Mueller RS, Nuttall T, Prélaud P (2015): Treatment of canine atopic dermatitis: 2015 updated guidelines from the International Committee on Allergic Diseases of Animals (ICADA). BMC Veterinary Research 11:210. https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC4537558/
  2. Hensel P, Santoro D, Favrot C, Hill P, Griffin C (2015): Canine atopic dermatitis: detailed guidelines for diagnosis and allergen identification. BMC Veterinary Research 11:196. https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC4531508/
  3. Olivry T, Mueller RS (2017): Critically appraised topic on adverse food reactions of companion animals (3): prevalence of cutaneous adverse food reactions in dogs and cats. BMC Veterinary Research 13:51. https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC5311844/
  4. Olivry T, Mueller RS, Prélaud P (2015): Critically appraised topic on adverse food reactions of companion animals (1): duration of elimination diets. BMC Veterinary Research 11:225. https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC4551374/
  5. Bond R, Morris DO, Guillot J, Bensignor EJ, Robson D, Mason KV, Kano R, Hill PB (2020): Biology, diagnosis and treatment of Malassezia dermatitis in dogs and cats: Clinical Consensus Guidelines of the World Association for Veterinary Dermatology. Veterinary Dermatology 31(1):27. https://doi.org/10.1111/vde.12809
  6. ESCCAP (2022): Control of Ectoparasites in Dogs and Cats. ESCCAP Guideline 03, Seventh Edition. https://www.esccap.org/uploads/docs/cgqtqpf1_0720_ESCCAP_GL3__English_v19_1p.pdf
  7. Panciera DL (1994): Hypothyroidism in dogs: 66 cases (1987–1992). Journal of the American Veterinary Medical Association 204(5):761–767. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/8175472/
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