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Was das richtige Hundefutter wirklich ausmacht
Du stehst vor dem Regal im Zoofachhandel, und die Auswahl ist überwältigend. Trockenfutter in zwanzig Varianten, Nassfutter in Dosen und Beuteln, tiefgefrorenes Rohfleisch, gefriergetrocknetes Rohkostfutter. Dazu kommen Foren, Instagram-Posts und gut gemeinte Empfehlungen von Bekannten, von denen jede in eine andere Richtung zeigt. Und wer sich wirklich einliest, landet schnell in einem Lagerdenken, das weniger mit dem Hund vor dir zu tun hat als mit der Überzeugung seiner Verfechterinnen.
Wie du deinen Hund fütterst, hat direkten Einfluss auf Verdauung, Immunsystem und Langzeitgesundheit. Und genau deshalb lohnt es sich, diese Entscheidung nicht dem Zufall zu überlassen.
Die Frage nach dem richtigen Hundefutter hat für jeden Hund eine etwas andere Antwort. Nicht weil das unbefriedigend klingt, sondern weil es biologisch stimmt. Ein Hund, der gut verdaut, keine Vorerkrankungen hat und bei einer Halterin lebt, die Zeit für Frischkost hat, hat andere Voraussetzungen als ein Tier mit empfindlichem Darm, das zu einer Familie kommt, die sechs Werktage im Büro verbringt.
Dieser Artikel gibt dir einen sachlichen Überblick über alle gängigen Fütterungsformen, ihre echten Stärken, ihre tatsächlichen Grenzen und die Frage, nach der du wirklich entscheiden solltest.
Welche Fütterungsformen gibt es für Hunde?
- Es gibt kein universell bestes Hundefutter, solange die Ration bedarfsdeckend, verträglich und für den einzelnen Hund passend ist
- Rohkost kann sehr nährstoffreich sein, ist aber aufwendiger und fehleranfälliger als viele annehmen
- Trockenfutter ist praktisch, hat im Durchschnitt aber niedrigere Verdaulichkeitswerte als frisch zubereitete Kost
- Gefriergetrocknetes Futter ist qualitativ besser als durchschnittliches Trockenfutter, aber kein gleichwertiger Ersatz für frische Rohkost
- Mischfütterung ist für die meisten Hunde problemlos möglich
- Der größte Fehler bei jeder Fütterungsform: davon ausgehen, dass die Nährstoffversorgung schon stimmt, ohne es zu prüfen
- Bei kranken Hunden oder Hunden mit Unverträglichkeiten gelten andere Anforderungen als bei gesunden Tieren
Hundefutter im Überblick: Welche Formen gibt es?
Bevor es um Vor- und Nachteile geht, lohnt sich ein klarer Überblick. Denn schon die Begriffe werden nicht immer einheitlich verwendet.
Trockenfutter für Hunde: Praktisch, aber hitzebehandelt
Die Fütterung mit Trockenfutter ist die am weitesten verbreitete Form. Es ist einfach zu lagern, lange haltbar und schnell portioniert. Hergestellt wird es meist durch Extrusion, ein Verfahren, bei dem eine Rohstoffmischung unter hohem Druck und Hitze zu einem formbaren Produkt verarbeitet wird. Das Ergebnis ist praktisch, enthält aber je nach Rezeptur 30 bis 60 Prozent Kohlenhydrate, und die intensive Verarbeitungshitze verändert Rohstoffe und einige ihrer natürlichen Begleitstoffe.
Nassfutter: Mehr Feuchtigkeit, große Qualitätsspanne
Nassfutter enthält deutlich mehr Feuchtigkeit und ist für viele Hunde schmackhafter. Es gibt eine sehr große Spannbreite in der Qualität, von gut deklarierten Produkten mit klar benannten tierischen Bestandteilen bis hin zu stark verarbeiteten Varianten mit unklarer Rohstoffbasis. Allein der Name Nassfutter sagt noch nichts über die Qualität des Inhalts.
BARF: Rohkost individuell zusammenstellen
BARF steht für Biologisch Artgerechte Rohfütterung. Die Ration wird individuell aus frischen, meist rohen Zutaten zusammengestellt: Muskelfleisch, Innereien, Knochen oder Calciumalternativen, Obst und Gemüse sowie gezielte Ergänzungen. Was auf den ersten Blick natürlich und überschaubar wirkt, erfordert in der Praxis Fachwissen, weil eine selbst zusammengestellte Ration nicht automatisch vollständig ist.
Gefriergetrocknetes Hundefutter und Trockenrohkost
Gefriergetrocknetes Futter und Trockenrohkost sind eine neuere Kategorie. Dabei wird frisches Rohkostmaterial durch Trocknung oder Gefriertrocknung haltbar gemacht. Das Produkt lässt sich ohne Kühlung lagern, was Handhabung und Transport vereinfacht. Die Qualität ist im Vergleich zu normalem Trockenfutter in der Regel besser, weil keine Extrusion stattfindet. Trotzdem ist es ein verarbeitetes Produkt, das zwar nahe am Rohkost-Gedanken liegt, aber nicht gleichwertig mit frischer Rohkost ist.
Selbst gekochtes Hundefutter: Frisch ohne Rohkost
Selbst gekochtes Futter kommt für Hundebesitzer in Frage, die frische Zutaten einsetzen möchten, aber auf Rohkost verzichten wollen, zum Beispiel aus hygienischen Gründen oder weil Haushaltsmitglieder zur Risikogruppe für Lebensmittelkeime zählen. Frisch zubereitetes Futter hat eine gute Verdaulichkeit und lässt sich sehr individuell auf den Hund abstimmen. Ohne Kenntnis des tatsächlichen Bedarfs entstehen hier aber genauso leicht Lücken wie bei schlecht geplanter Rohkost.
Mischfütterung: Trockenfutter und Nassfutter kombinieren
Mischfütterung bedeutet, verschiedene Fütterungsformen zu kombinieren, morgens Trockenfutter, abends Nassfutter, oder ein Teil Rohkost in Kombination mit einem Fertigprodukt. Das ist weit verbreiteter als viele denken und für die meisten Hunde vollkommen unproblematisch, solange die Gesamtversorgung stimmt.
Was Verdaulichkeit wirklich bedeutet und warum sie zählt
Ein Begriff, der im Zusammenhang mit Fütterungsformen immer wieder auftaucht, aber selten wirklich erklärt wird, ist Verdaulichkeit. Er beschreibt, wie viel eines Nährstoffs der Körper aus der Nahrung tatsächlich aufnehmen und verwerten kann. Das ist eine andere Frage als: Wie viel Protein steht auf der Verpackung?
Eine Vergleichsstudie der University of Illinois zeigte, dass frisch zubereitetes und schonend gegartes Fleisch eine Eiweißverdaulichkeit von über 90 Prozent erreicht, während extrudiertes Trockenfutter auf Getreidebasis durchschnittlich bei etwa 81 Prozent lag [1]. Das klingt nach einem kleinen Unterschied, wirkt sich aber auf Dauer aus, besonders bei Hunden, deren Verdauungssystem ohnehin unter Druck steht.
Was das praktisch bedeutet: Die rechnerische Nährstoffmenge im Hundefutter ist nur ein Teil der Wahrheit. Wie gut der Körper diese Menge tatsächlich aufnehmen kann, hängt von der Quelle, der Verarbeitung und dem Zustand des Verdauungstrakts ab. Ein Hund mit geschwächter Darmschleimhaut oder eingeschränkter Enzymproduktion wird selbst aus einem sorgfältig ausgewählten Futter weniger herausholen als ein Tier mit stabiler Verdauung.
Warum der Darm dabei eine so zentrale Rolle spielt und was ihn aus dem Gleichgewicht bringt, erklärt der Zentralartikel dieser Serie:
Hundeernährung: Hund gesund und artgerecht füttern
Rohfütterung: Was wirklich dahintersteckt
Rohfütterung ist nicht falsch. Aber sie ist auch nicht das, was viele darunter verstehen, wenn sie anfangen.
Der Grundgedanke ist überzeugend: frische, rohe Zutaten, keine langen Verarbeitungsketten, individuell auf den Hund abgestimmt. Das kann funktionieren, und es tut es bei vielen Hunden sehr gut. Das Problem liegt nicht in der Idee, sondern in einer häufigen Vereinfachung: dass rohes Fleisch mit etwas Gemüse schon ausreichen würde.
Wichtige Vitamine und Spurenelemente beim Barfen
Eine Rohkostration besteht im Grundprinzip aus Muskelfleisch, Innereien, einer Calciumquelle, Gemüse und Ölen. Dazu kommen Ergänzungen, die Nährstofflücken schließen, die sich sonst schleichend aufbauen. Besonders wichtige Vitamine wie Jod, Vitamin D und bestimmte Spurenelemente sind bei selbst zusammengestellten Rationen häufig unterversorgt, wenn nicht gezielt darauf geachtet wird. Wer anfängt zu barfen, unterschätzt oft, wie viel Fachwissen eine bedarfsdeckende Ration tatsächlich erfordert.
Darüber hinaus gibt es hygienische Aspekte, die ernst genommen werden sollten. Rohes Fleisch kann Keime enthalten, die nicht nur für den Hund, sondern auch für Menschen im Haushalt relevant sind. Für Haushalte mit Schwangeren, Kleinkindern oder immungeschwächten Personen ist das kein theoretisches Risiko.
Diese Fütterungsform ist kein Selbstläufer. Sie braucht Zeit, Fachwissen und regelmäßige Überprüfung.
Gefriergetrocknetes Hundefutter: Praktischer Kompromiss oder reines Marketing?
Gefriergetrocknetes Futter und Trockenrohkost sind in den letzten Jahren deutlich populärer geworden. Die Idee ist einfach: die Vorteile frischer Rohkost in einem Produkt, das sich ohne Kühlung lagern lässt.
Was steckt wirklich dahinter? Bei guten Produkten dieser Art werden frische Rohkostzutaten durch Trocknung oder Gefriertrocknung haltbar gemacht, ohne das Verfahren der Extrusion. Verglichen mit normalem Trockenfutter für Hunde ist die Zusammensetzung oft besser, weil keine Stärke als Bindemittel nötig ist und keine extreme Hitzebelastung stattfindet.
Trotzdem ist gefriergetrocknetes Futter verarbeitetes Hundefutter. Es ist keine frische Rohkost, und es verkauft sich zum Teil gut, weil der Name Assoziationen weckt, die nicht immer der Realität entsprechen. Ein ehrlicher Anbieter schreibt das selbst: „Trockenfutter neu gedacht“ trifft die Sache besser als die Behauptung, das sei gleichwertiger Rohkost-Ersatz.
Die Qualitätshierarchie sieht in der Praxis so aus: frische Rohkost liegt ganz oben, darunter tiefgefrorenes Rohfleisch, dann gefriergetrocknetes Futter, dann qualitativ gutes Nass- oder Trockenfutter. Das bedeutet nicht, dass eine niedrigere Stufe automatisch schlechte Ernährung ist. Es bedeutet, dass die Anforderungen an die Planung und Ergänzung mit jeder Stufe steigen.
Für wen ist gefriergetrocknetes Futter sinnvoll? Vor allem für Reisen, Urlaub oder Situationen, in denen Frischkost schwer zu handhaben ist. Als Alltagsernährung für den gesunden Hund ist es eine solide Wahl, wenn die Zusammensetzung stimmt und die Flüssigkeitszufuhr sichergestellt ist. Denn Trockenrohkost braucht ausreichend Wasser. Das ist keine Randnotiz, sondern eine Grundbedingung für die Verdauung.
Nassfutter oder Trockenfutter: Und warum Mischfütterung für die meisten Hunde kein Problem ist
Eine der hartnäckigsten Behauptungen rund um die Fütterungsform ist die Warnung vor Mischfütterung. Man dürfe Trockenfutter und Nassfutter nicht kombinieren, weil die Verdauungszeiten unterschiedlich seien. Rohkost und Trockenfutter gleichzeitig würden den Darm durcheinanderbringen.
Diese Behauptungen sind in ihrer pauschalen Form wissenschaftlich nicht haltbar. Hunde haben einen leistungsfähigen Verdauungstrakt, der mit sehr unterschiedlichen Mahlzeiten umgehen kann. Trocken- und Nassfutter lassen sich in vielen Fällen problemlos kombinieren, vorausgesetzt, dass der Hund die jeweilige Zusammensetzung gut verträgt. Viele Tiere werden seit Jahren mit gemischten Rationen gefüttert.
Nassfutter im Test: Was unabhängige Prüfungen zeigen
Wer Nassfutter vergleicht, findet ein breites Qualitätsspektrum. Unabhängige Tests zeigen regelmäßig, dass günstige Produkte gut abschneiden können und teure enttäuschen. Das passende Futter für deinen Hund muss nicht das teuerste sein, es muss vollständig deklariert und bedarfsdeckend sein.
Was in der Praxis zählt, ist die individuelle Verträglichkeit. Manche Hunde reagieren empfindlich auf schnelle Wechsel oder bestimmte Kombinationen, andere nicht. Das ist kein Argument gegen Mischfütterung grundsätzlich, sondern ein Argument dafür, das eigene Tier zu beobachten.
Was bei Mischfütterung wirklich wichtig ist: die Gesamtversorgung muss stimmen. Wer morgens Trockenfutter gibt und abends Nassfutter, muss wissen, was beides zusammen tatsächlich liefert. Wer Rohkost mit Fertigfutter kombiniert, sollte die Bedarfe beider Anteile kennen. Nicht die Kombination ist das Risiko, sondern das ungeplante Zusammenwürfeln ohne Überblick.
Alleinfutter oder Ergänzungsfutter: Ein Unterschied, der zählt
Auf vielen Futterpackungen steht entweder „Alleinfuttermittel“ oder „Ergänzungsfuttermittel“. Dieser Unterschied ist nicht Beiwerk, er ist gesetzlich geregelt und hat praktische Konsequenzen.
Ein Alleinfuttermittel ist so zusammengesetzt, dass es alle Nährstoffe enthält, die ein Hund täglich braucht. Es kann allein als Fütterungsgrundlage dienen. Ein Ergänzungsfuttermittel ist das nicht. Es deckt bewusst nur Teile des Bedarfs ab und ist dazu gedacht, eine bereits bestehende Ration zu ergänzen.
Viele Produkte, die nach Rohkost, nach Natur oder nach Frischküche aussehen, sind Ergänzungsfuttermittel. Das ist nicht automatisch schlecht, es bedeutet aber: Wenn du ausschließlich dieses Produkt fütterst, entstehen Lücken. Wer das nicht weiß, bemerkt es oft erst, wenn sich über Monate ein schleichender Mangel entwickelt hat.
Der Blick auf die Packungsaufschrift lohnt sich also immer.
Deklarationen lesen: Wo die echte Qualität steckt
Woran erkennst du, ob ein Hundefutter wirklich hält, was es verspricht? Nicht am Bild auf der Packung und nicht am Preis allein, sondern an der Zutatenliste. Nicht alle Lebensmittel für Hunde sind gleich deklariert, und genau hier liegt oft der entscheidende Unterschied.
Je konkreter die tierischen Bestandteile benannt sind, desto transparenter der Anbieter. „Hühnchen“ ist aussagekräftiger als „Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse“. „30 % Huhn“ ist noch klarer. Besonders hochwertige Produkte erkennst du daran, dass echte Fleischbestandteile namentlich aufgeführt sind und Sammelbezeichnungen fehlen.
Je weiter vorne in der Zutatenliste eine Zutat steht, desto größer ihr Anteil. Wenn Stärke oder Getreide auf den ersten Plätzen stehen, ist das eine Information, keine Katastrophe, aber ein Hinweis auf eine andere Schwerpunktsetzung als bei fleischbetonten Rationen.
Synthetisch zugesetzte Vitamine und Mineralstoffe sind kein Qualitätsmerkmal, aber auch kein automatisches Warnsignal. Bei stark verarbeiteten Produkten sind sie oft nötig, weil die Verarbeitung natürliche Begleitstoffe verändert hat. Bei gut zusammengesetzter Frischkost sollte der Bedarf weitgehend über die Rohstoffe selbst gedeckt werden.
Unabhängige Tests, etwa vom Stiftung Warentest, bestätigen regelmäßig: Preis und Qualität korrelieren bei Hundefutter weniger als viele annehmen. Was du nicht beurteilen kannst, solltest du nicht als hochwertig voraussetzen.
Welches Hundefutter passt zu deinem Hund?
Es gibt keine Fütterungsform, die automatisch die beste ist. Was es gibt, sind Faktoren, die die Entscheidung erleichtern.
Ist dein Hund gesund oder hat er bestehende Probleme? Ein gesunder Hund mit stabiler Verdauung hat viel mehr Spielraum als ein Tier, das bereits auf bestimmte Proteine reagiert, Verdauungsprobleme hat oder chronisch erkrankt ist. Allergien beim Hund grenzen die Futterauswahl von vornherein ein und erfordern eine gezieltere Herangehensweise als bei gesunden Tieren. Bei Hunden mit Futtermittelunverträglichkeiten gelten zusätzliche Einschränkungen, die jede Entscheidung von vornherein eingrenzen.
Was dahintersteckt und wie du echte Allergien von Unverträglichkeiten unterscheidest, erklärt dieser Artikel:
Allergien & Unverträglichkeiten beim Hund erkennen – alle Fakten
Wie stabil ist der Darm deines Hundes? Ein Hund mit gesunder Darmflora und intakter Schleimhaut kann Rohkost, Trockenfutter und alles dazwischen meist gut verarbeiten. Ein Hund mit chronischen Verdauungsproblemen braucht oft erst eine Stabilisierung, bevor eine Ernährungsform wirklich greift. Was dein Hund aus dem Futter machen kann, hängt also nicht nur vom Futter ab, sondern vom Zustand des Systems, das es verarbeitet.
Was ist für dich im Alltag wirklich machbar? Frische Rohkost ist nährstoffreich, wenn sie sorgfältig geplant wird. Ein hochwertiges Fertigfutter, das du konsequent gibst, schlägt eine schlecht geplante Rohkostration aber jeden Tag. Das richtige Futter ist das, das du langfristig konsequent und gut umsetzen kannst.
Passende Hundefutter für besondere Fälle
Was zeigt dein Vierbeiner? Kotqualität, Gewicht, Fellzustand, Energie und Hautbild sind verlässliche Hinweise, ob ein Futter passt. Manche Hunde brauchen ein sehr spezifisches, passendes Hundefutter, das auf ihre individuelle Situation abgestimmt ist. Übergewichtige Hunde beispielsweise brauchen eine angepasste Kalorienmenge, die sich nicht allein am Packungshinweis orientieren sollte. Für erwachsene Hunde in der Erhaltungsphase ist der Nährstoffbedarf stabiler, schwankt aber je nach Aktivität und Gesundheitszustand. Dein Hund zeigt dir ziemlich deutlich, ob etwas stimmt oder nicht.
Futtermenge und Nährstoffbedarf: Was dein Hund braucht
Egal welche Form du wählst: Es gibt einen Punkt, den keine von ihnen umgehen kann. Die Ration muss den tatsächlichen Bedarf deines Hundes an Eiweiß, Fetten, Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen decken.
Futtermenge für Welpen, kleine Hunde und Senior-Hunde
Die richtige Futtermenge lässt sich nicht pauschal festlegen. Der Energiebedarf deines Hundes hängt von Alter, Gewicht und Aktivität ab, und er verändert sich im Laufe des Lebens. Junge Hunde und Welpen haben einen deutlich höheren Energiebedarf als ausgewachsene Hunde. Welpenfutter ist deshalb auf die Wachstumsphase ausgelegt und nicht gleichwertig mit Futter für erwachsene Tiere. Kleine Hunde haben im Verhältnis zum Körpergewicht oft einen höheren Energiebedarf als große Rassen und brauchen entsprechend angepasste Mengen für Hunde ihrer Größenklasse.
Futter für erwachsene Hunde: Was sich im Laufe des Lebens verändert
Ausgewachsene Hunde haben einen stabileren Bedarf, der sich aber mit zunehmendem Alter und veränderter Aktivität wieder verschiebt. Futter für ältere Hunde ist oft kalorienärmer und enthält angepasste Mineralstoffmengen. Das gilt es beim Wechsel zu berücksichtigen.
Bei einem guten Alleinfutter-Fertigprodukt ist die Nährstoffabdeckung rechnerisch eingebaut, wenn der Hersteller sorgfältig arbeitet. Bei Rohkost, selbst gekochtem Futter und Mischkost liegt die Verantwortung bei dir. Das bedeutet nicht, dass du Ernährungswissenschaftlerin werden musst. Aber es bedeutet, dass eine gut gemeinte Ration ohne Überprüfung keine ausreichende Grundlage ist.
Regelmäßige Blutuntersuchungen sind bei selbst zusammengestellten Rationen keine Vorsichtsmaßnahme für überängstliche Halterinnen.
Warum Blutuntersuchungen gerade bei individuellen Rationen so wichtig sind und was sie konkret zeigen, erklärt dieser Artikel:
Warum Blutuntersuchungen der Schlüssel zur Gesundheit deines Hundes sind
Sie sind ein sinnvolles Instrument, um zu sehen, ob das, was du fütterst, wirklich ankommt. Eine ausgewogene Ernährung ist wichtig und sie zeigt sich nicht nur im Appetit deines Hundes, sondern in Blutbild, Fellzustand und Vitalität über Monate.
Die richtige Ernährung ist kein starres Konzept. Sie passt sich an den Hund an, nicht umgekehrt.
Wie gut kommt dein Hund gerade mit seiner Ernährung zurecht?
Manchmal liegen die Hinweise auf dem Tisch: der Kot ist nicht fest, das Fell glänzt nicht, die Energie fehlt. Manchmal zeigt sich ein Ernährungsproblem aber auch über Umwege, über die Haut, das Verhalten oder wiederkehrende Beschwerden, die nicht sofort nach Futterreaktion aussehen.
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Häufige Fragen zur Fütterungsform beim Hund
Darf ich Rohkost und Trockenfutter mischen?
Für die meisten Hunde ist das kein Problem. Die verbreitete Warnung vor inkompatiblen Verdauungszeiten ist wissenschaftlich nicht belegt. Entscheidend ist, ob der Hund die Kombination verträgt und ob die Gesamtversorgung beider Anteile zusammen stimmig ist.
Ist teures Futter automatisch besser?
Nein. Preis und Qualität korrelieren im Tierfuttermarkt nicht so zuverlässig wie viele hoffen. Es gibt gut zusammengesetzte Mittelpreisprodukte und fragwürdige Premium-Angebote. Die Zutatenliste und die Art der Deklaration sagen mehr als der Preis.
Welches Hundefutter ist empfehlenswert?
Das lässt sich pauschal nicht beantworten, weil es vom individuellen Hund abhängt. Als Orientierung gilt: Je klarer die Deklaration, je höher der Fleischanteil und je geringer die Verarbeitungstiefe, desto besser die Ausgangsqualität. Das richtige Hundefutter zu finden braucht manchmal etwas Geduld und Beobachtung.
Kann ich meinen Hund dauerhaft nur mit Nassfutter füttern?
Ja, wenn es sich um ein vollständig deklariertes Alleinfuttermittel handelt, das alle nötigen Nährstoffe enthält. Nicht jedes Nassfutter ist ein Alleinfutter. Der Blick auf die Packungsaufschrift klärt das.
Wie lange sollte eine Futterumstellung dauern?
Die meisten Empfehlungen gehen von einem schrittweisen Wechsel über sieben bis vierzehn Tage aus, bei dem das neue Futter langsam eingemischt und der Anteil stetig erhöht wird. Das gibt dem Verdauungstrakt Zeit, sich anzupassen und die Verdauungsenzyme auf die neue Zusammensetzung einzustellen. Bei empfindlichen Hunden kann ein längerer Übergangszeitraum sinnvoll sein.
Was mache ich, wenn mein Hund auf scheinbar alle Futterarten reagiert?
Das ist ein Hinweis darauf, dass das Problem nicht die Fütterungsform ist, sondern möglicherweise etwas Tieferliegendes. Eine Eliminationsdiät kann helfen, echte Unverträglichkeiten von anderen Reaktionen zu unterscheiden.
Was ist mit veganer Hundeernährung?
Veganes Hundefutter stellt eigene Anforderungen an die Nährstoffversorgung und ist nicht mit einer normalen pflanzlichen Mischkost gleichzusetzen.
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Quellenangaben
[1] Algya KM et al. (2018). Apparent total-tract macronutrient digestibility, serum chemistry, urinalysis, and fecal characteristics, metabolites and microbiota of adult dogs fed extruded, mildly cooked, and raw diets. Journal of Animal Science. → https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC6127788/
Description
Welches Hundefutter passt zu deinem Hund? BARF, Nassfutter oder Trockenfutter ehrlich verglichen. Faktenbasiert, mit Verdaulichkeitsstudie.
