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Zecken beim Hund Teil 1 – Zeckenarten und Krankheiten

Frühlingszeit – Zeckenzeit!

Zecken – nicht nur lästig,
sondern auch gefährlich für deinen Hund.

Wir genießen die ersten sonnigen Tage, die ersten Blumen blühen,
… der Frühling ist da.
Sobald das Leben erwacht und wir die nasse und kalte Zeit hinter uns lassen, ist sie da – die Zecken-Zeit.

Am häufigsten treten Zecken von Februar bis Ende Oktober auf.

Doch mit der Erderwärmung und den immer längeren, wärmeren Wetterperiode, sind die Zecken auch immer mehr bis November/Dezember aktiv.

Zecken sind zäh!

Gerade milde Winter fördern den Zeckenbestand.

Zum einen, weil die Zecke selbst auf mehr Nahrungsquellen stößt, zum Beispiel auf Rehwild oder Mäuse, Füchse oder Maulwürfe.

 

Zum anderen fühlen sich Zecken in milden Wintern besonders im feuchten Laub und Tannennadeln wohl, weil sie hier die für sie überlebenswichtige hohe Luftfeuchtigkeit finden und dort gut geschützt sind.

Gleichbleibende Temperaturen ab 6 Grad Celsius genügen, damit die Zecken wieder aktiv werden oder gar nicht erst in ihre Winterstarre fallen. 

Damit sind Zecken zunehmend ganzjährig aktiv. 

 

Das bestätigte auch die Universität Hohenheim, in einer Studie in rund 100 Gärten aus dem Großraum Stuttgart. Für die Studie, klicke bitte „HIER“.

Gleichzeitig scheint es auch noch so zu sein, dass die Zecken, die die Krankheitserreger in sich tragen, auf die ich später ja noch zu sprechen komme, Kälte aber auch Hitze besser überleben, als Zecken, die nicht infiziert sind.

Daher gehen Wissenschaftler davon aus, dass in sehr kalten oder sehr trockenen und warmen Monaten, mehr infizierte Zecken zu finden sind, als bisher angenommen.
Einfach weil diese Zecken in sich besser geschützt sind und daher eine höhere Überlebenschance haben. 

Genau das, macht die Zecke über das ganze Jahr gefährlich für unsere Hunde.

Warum überleben Zecken immer besser?

Sie überleben besser, weil sie

  1.  mehr Nahrungsquellen finden,
  2. das milde Klima genießen und
    – damit die Luftfeuchtigkeit die sie für ihr Überleben
    brauchen,
    – sie fallen deshalb auch nicht in eine Winterstarre und
  3. infizierte Zecken haben einen Schutz durch die Krankheitserreger. 

Spätestens mit den ersten frühlingshaften Temperaturen, treibt Hundehalter daher wieder die Frage um:
„Wie schütze ich jetzt meinen Hund?“

Lass uns zunächst die Frage klären:

Was sind Zecken?

Zecken gehören zu den Spinnentieren und zählen weiter zur Unterklasse der Milben.

Zu erkenne ist die Zecke an ihrem dreiecksförmigen Körper, acht Beinen und einem kleinen Kopf mit Mundwerkzeugen.

Zwischen den „Zangen“ des Mundwerkzeugs, liegt das eigentliche Stechwerkzeug, dass zusätzlich mit winzigen Scheren ausgestattet ist.
Mit diesen Scheren ritzt die Zecke eine kleine Grube in die Haut. Jetzt sticht die Zecke mit ihrem, mit Wiederhaken versehenen „Stechrüssel“ zu.
In dieser Einstichstelle sammelt sich Blut, den die Zecke immer wieder aufsaugt.

Damit das Lebewesen, wie zum Beispiel unser Hund, den Stich der Zecke nicht bemerkt, obwohl der Stachel der Zecke viel dicker ist, als der Stachel einer Stechmücke, gibt die Zecke mit ihrem Speichel, ein Betäubungsmittel ab, wenn sie zusticht.

Außerdem verbindet sie sich nicht nur über ihre Wiederhaken die an ihrem Stechrüssel sitzen, fest mit dem Lebewesen,
sondern 5 – 30 Minuten nach dem Stich, erzeugt sie eine Art Klebstoff und verhindert dadurch, dass sie einfach abgekratzt werden kann.

Die Zecke nutzt also 2 Mechanismen:

  • einmal die Widerhaken am Stechrüssel und
  • gleichzeitig noch eine Art Klebstoff,

um sich fest mit der Haut des Lebewesens zu verbinden. 

Die einzelnen Gruppen von Zecken 

Weltweit gibt es über 900 verschiedene Zeckenarten.
In Deutschland kommen ungefähr 20 Zeckenarten vor.

Man unterscheidet zwei Kategorien:

  • Lederzecke und
  • Schildzecke

Lederzecken

In Deutschland spielt die Taubenzecke, als Lederzeckenart, die größte Rolle.

Wie der Name schon sagt, leben Taubenzecken in der Nähe der Brutplätze von Tauben und deren Nestern.
Hier sind sowohl die verwilderten Haustauben, als auch Felsentauben und Zuchttauben betroffen. Taubenzecken verbergen sich in Ritzen und Spalten.
Tagsüber sind sie nicht zu sehen, denn Taubenzecken sind nachtaktiv.
Daher überraschen sie ihren Wirt während des Schlafs.

Finden sie keine Tauben als Nahrungsquelle, stechen sie auch andere Vögel oder Geflügel, in großen Ausnahmefällen auch Mensch.

Die besondere Eigenschaft von Lederzecken besteht darin, bis zu 20 Jahre lang, ohne Nahrung auszukommen.

Schildzecken

Die in Deutschland am weitesten verbreitetste und bekannteste Zeckenart, die zur Kategorie der Schildzecken zählt, ist der „Gemeine Holzbock“.
Zu den Schildzecken zählen noch die Igelzecke, die Auwaldzecke, die Schafszecke, Fuchszecke, Hirschzecke und die braune Hundezecke, um nur einige zu nennen.

Die wichtigsten Zeckenarten

Der „Gemeine Holzbock“

Der „Gemeine Holzbock“ ist etwas größer als die „Braune Hundezecke“.

Der „Gemeine Holzbock“ überträgt die:

  • Borreliose, die
  • Frühsommer-Meningoenzephalitis (kurz FSME) oder auch Hirnhautentzündung
  • Anaplasmose.

Anmerkung:
Hunde erkranken sehr selten an der Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME), also der Hirnhautentzündung.

Die häufigste Erkrankung, die die Zecke in unseren Breitengraden überträgt, ist die Borreliose.

Vorkommen

Diese Zecke, der „Gemeine Holzbock“, lebt vor allem in Laub- und Mischwäldern.
Aber man trifft auch in Parks, Gärten und an hochbewachsenen Wegrändern auf sie. 

Diese Zeckenart ist für viele Zeckenstiche beim Menschen verantwortlich.

Wirte

Erklärung:
Unter dem Wirt bei Parasiten, ist immer der Organismus gemeint, der den Parasiten, z.B. mit Nahrung versorg.
Der Parasit ist hier die Zecke. Sie braucht eine Blutmahlzeit.
Von welchem Organismus bekommt sie die?

Der gemeine Holzbock hat eine ganze Reihe von Wirten.

So findet man ihn auf Schafen, Vieh, Hunden, Rehen, Pferden & Menschen.
Gleichzeitig aber auch auf Mäusen und anderen Nagetieren, sowie Kaninchen, Vögel und Reptilien, wie etwa Eidechsen. 

Krankheiten

Der „Gemeine Holzbock“ infiziert Hunde mit den Erregern der Borreliose, Anaplasmose und in sehr seltenen Fällen mit der Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME)/Hirnhausentzündung. 

Inzwischen geht man davon aus, dass in Deutschland,

  • 10 – 30% aller Holzböcke Borreliose-Erreger,
  • 1 – 4% aller Holzböcke Anaplasmose-Erreger, 

und in Risikogebieten,

  • 1 – 5% FSME-Erreger in sich tragen.
    (In Bayern sogar bis 20%, als Hochrisikogebiet!))

Die wichtigsten Krankheiten für den Menschen, die durch den „Gemeinen Holzbock“ entstehen, sind:

  • Borreliose
  • Hirnhautentzündung (FSME)

Die Auwaldzecke

Die Auwaldzecke ist etwas größer als der „Gemeine Holzbock“.
Sie ist gut an ihrem weißen, marmorierten Rückenschild zu erkennen, dessen Außenrand rötlich-orange gefärbt ist.

Vorkommen

In gemischten Wäldern, aber auch in Parks, Gärten, auf Weiden und im Grasland. 

Wirte

Die Auwaldzecke findet man auf Schafen, Rindern, Rehe Pferden, Schweine, Hunden und kleinen Nagetieren, wie Mäusen.

Wichtig: 
Menschen werden sehr selten gestochen und können auch nicht mit einer Babesiose, auch Hundemalaria genannt, infiziert werden. 

Krankheiten

Die Auwaldzecke ist der wichtigste Überträger der caninen Babesiose. Sie wird auch Hundemalaria genannt.

Ursprünglich war die Babesiose eine „Mittelmeerkrankheit“.
Heute treten die Erreger auch in

  • Deutschland,
  • Polen,
  • der Schweiz und
  • den Niederladen auf.

Wichtiger Hinweis: 
Wird diese Erkrankung nicht behandelt, verläuft sie oft kurz und tödlich.

Die „Braune Hundezecke“

Vorkommen

Im Gegensatz zu unseren heimischen Zeckenarten, wie dem „Gemeinen Holzbock“, kommt die „Braune Hundezecke“ ursprünglich aus Afrika.
Wie die Auwaldzecke kam auch die „Braune Hundezecke“ durch den Hundetourismus nach Deutschland.
Heute ist die „Braune Hundezecke“ in ganz Südeuropa beheimatet.

Wirte

Wie der Name der Zecke schon sagt, ist der bevorzugte Wirt der „Braunen Hundezecke“, der Hund.

Doch man findet diese Zeckenart auch auf Schafen, Rindern, Ziegen, Schweinen, Katzen und Hasen oder Kaninchen.

Das Besondere an der „Braunen Hundezecke“

Im Gegensatz zu anderen Zeckenarten, ist die „Braune Hundezecke“ in der Lage, sich in Innenräumen anzusiedeln.

Alle anderen Zeckenarten brauchen eine hohe Luftfeuchtigkeit zum Überleben.
Doch die „Braune Hundezecke“ kann die Trockenheit in der Wohnung gut überstehen.

Vermehrt sich die „Braune Hundezecke“ erst einmal in der Wohnung, kann sie zu einer regelrechten Plage werden.
Denn die Zecke kriecht in kleinste Spalten und Ritze oder in dunkle Ecken hinter Möbeln, in denen die Weibchen die Eier ablegt.
Innerhalb von 20 Tagen kann ein Weibchen bis zu 5.000 Eier ablegen.

Menschen werden sehr selten von der „Braunen Hundezecke“ gestochen.
Am Häufigsten ist das der Fall, bei einem Massenbefall in der Wohnung.

Krankheiten

Die Braune Hundezecke kann den Erreger der

  • Caninen Ehrlichiose,
  • Anaplasmose und
  • Babesiose

übertragen.

Beim Hund ist die Ehrlichiose auch als „Zeckenfieber“ oder „Mittelmeerkrankheit“ bekannt.

Die Bakterien befallen die weißen Blutkörperchen des Hundes.
Hier blockieren sie das Immunsystem, dass dann nicht mehr gegen die Bakterien vorgehen kann.

Entwicklungsstadien der Zecke

Zecken durchlaufen drei Entwicklungsstadien:

  • Larve
  • Nymphe
  • erwachsene Zecke

Was macht Entwicklungsstadien der Zecke wichtig?

Eine Zecke erreicht die nächste Entwicklungsphase nur, wenn sie eine Blutmahlzeit bekommt.
Nur dann entwickelt sie sich weiter.
Gleichzeitig aber, kann sie in jedem Stadium ihrer Entwicklung überwintern. Also auch schon als Larve und auch als Nymphe.
Sie muss für ein Überleben nicht erwachsen werden.
Das macht Zecken, damit besonders überlebensfähig. 

Gleichzeitig hat die Zecke mit einer Blutmahlzeit auch keine Eile und kann ohne Probleme eine lange Zeit ohne Nahrungsaufnahme auskommen.
Sie ist ein wahrer Hungerkünstler und kommt 99% ihrer Lebenszeit ohne einen Wirt aus.

Der „Gemeine Holzbock“ entwickelt sich zum Beispiel, über zwei bis sechs Jahre, je nachdem wann er eine Blutmahlzeit einnehmen kann.

Wie kommt die Zecke auf den Hund oder den Mensch?

Mythos – Zecke – 

Der weitverbreitete Glaube, Zecken fallen von den Bäumen oder springen aus dem Gras, ist falsch.
Aber diese Annahme hält sich nach wie vor hartnäckig.

Fakten

Lederzecken haben keine Augen.

Die Augen von Schildzecken, wie der weitverbreitete „Gemeine Holzbock“, haben kaum Seekraft.

Zecken warten auf ihr Opfer, meist in Knie- oder Hüfthöhe, auf Gräsern oder Büschen.
Um ihr Opfer auszumachen, nutzt die Zecke ein ganz besonderes Organ.
Das ist ihr Hallersches Organ.

Benannt wurde es nach dem deutschen Apotheker G. Haller (1853 – 1886) der dieses Sinnesorgan entdeckte.

Das Hallersche Organ

Mit diesem Sinnesorgan, erkennt die Zecke ihre Beute am Geruch.
Man vermutet, dass die Zecke Kohlendioxid, Schwefelwasserstoff und eine Vielzahl organischer Verbindungen, die im Atem ihrer Wirte vorkommen oder im Schweiß, hier wären es zum Beispiel Buttersäure und Ammoniak, wahrnehmen, also riechen.

Und wahrnehmen kann sie das alles,  bereits auf große Entfernungen von 10 – 15 Metern.
Ebenso reagieren Zecken auf deren Körperwärme, Luftbewegung, Veränderungen von Lichtverhältnissen und Vibrationen des Untergrundes.

Die Zecke wartet auf ihren Wirt

Mit den hinteren Beinen hält sich die Zecke an den Grashalmen oder Blättern fest und streckt die Vorderbeine in die Höhe.
Dann beginnt sie sich hin und her zu schwenken, um mit Hilfe ihres Hallerschen Organs einen Wirt auszumachen. 

Geht nun zum Beispiel ein Hund direkt an der Zecke vorbei, lässt sich der Parasit abstreifen und heftet sich an ihn.

Anschließend geht sie auf die Suche nach einer geeigneten Einstichstelle. 

Bei einer Blutmahlzeit kann eine Zecke, dass circa das bis zu 100fache Gewicht des eigenen Körpers, an Blut aufnehmen.
Es gibt auch Zeckenarten, die nach dem Blutsaugen, sogar um das 600fache schwerer sind.

 

Die aktive Jagd einer Zecke nach einem Wirt

Die „Braune Hundezecke“, geht dagegen aktiv auf die Jagd.
Sie sucht gezielt nach Opfern und wandert umher. 

Mit Glück und unter Nutzung ihres Hallerschen Organs, macht sie ihren Wirt aus und klettert auf ihn.
Anschließend sucht sie ebenfalls eine geeignete Stelle um zu Stechen.

Bevorzugte Stichstellen von Zecken beim Hund

Hat sich eine Zecke an den Hund geheftet, beginnt sie auf ihm herumzukrabbeln, um eine geeignete Stelle in die sie stechen kann.

Eine Studie der Veterinärmedizinischen Universität Wien zeigt, dass sich Zecken nicht lange auf die Suche nach einer geeignete Stelle machen.
Sie stechen, aufgrund des dichten Fells des Hundes, meist sofort an der Stelle, an der sie auf den Hund gelangt sind.

Trotzdem findet man Zecken grundsätzlich überall auf dem Körper des Hundes.
Besonders  Körperstellen die dünn beharrt sind oder auch Stellen an denen die Haut sehr dünn ist, sind besonders betroffen und werden von Zecken bevorzugt.

Häufig findest du Zecken daher in folgenden Bereichen:

  • Kopf
  • Hals
  • Nacken
  • Schulter
  • Brust
  • Schnauze
  • Ohren, auch die Ohrinnenseiten und die Ohrränder
  • Achseln, also Ellbogenfalten
  • Leistengegend
  • Bauch
  • Genitalbereich
  • zwischen den Zehen

Entdeckst du an deinem Hund eine Zecke, dann entferne sie sofort.

Denn wann eine infizierte Zecke über ihren Speichel, Krankheitserreger überträgt, ist nach wie vor unklar.
Doch je länger eine Zecke in der Haut deines Hundes sitzt, desto höher ist das Risiko der Übertragung von Krankheitserregern.

Nach einem Stich kann es Stunden bis Tage dauern, bis es zur Übertragung mit den Krankheitserregern kommt.
Daher ist es wichtig, Zecken sofort auszumachen und zu entfernen. 

Was macht die Zecke so gefährlich?

Die Zecke lebt von der Blutmahlzeit.
Eine weibliche Zecke kann erst schwanger werden, wenn sie genug gefressen hat.
Wird sie dann von einem Männchen befruchtet, liegt sie 4.000 Eier und mehr.

Die Zecke saugt mithilfe ihres Stechrüssels, Blut aus ihrem Wirt.
Hierbei teilt sie das Blut in seine festen und flüssigen Bestandteile.

Die festen Blutbestandteile werden von der Zecke verdaut.
Die flüssigen Bestandteile werden während des  Saug-Vorgangs wieder an den Wirt zurückgegeben.
Dabei werden mögliche Krankheitserreger aus dem Darm der Zecke, an den Organismus des Wirts übertragen.
Zusätzlich können aber Viren oder Bakterien auch durch den Speichel der Zecke überragen werden.
Denn der Speichel der Zecke verhindert den Verschluss der Wunde und ein Schmerzempfinden des Wirtes. 

Die gesundheitliche Gefahr durch die Zecke

Die wichtigsten Krankheiten die von Zecken auf den Hund übertragen werden: 

  • Borreliose 
  • Babesiose
  • Anaplasmose
  • Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME)
  • Ehrlichiose
  • Hepatozoonose

Borreliose

Die häufigsten, durch Zecken übertragene Krankheiten beim Hund, ist die Borreliose.
Der Hauptüberträger der Borreliose, ist der „Gemeine Holzbock“.

Die Inkubationszeit, also die Zeit zwischen der Ansteckung und dem Ausbrechen einer Infektionskrankheit, beträgt zwischen 3 und 30 Tagen.

Die Borreliose wird über Bakterien (Borrelien) übertragen.

Diese sitzen im Darm der Zecke.
Erst nach dem Zeckenstich werden die Erreger durch die Blutmahlzeit aktiviert.
Denn während der Blutmahlzeit gibt die Zecke unverdaute Blutreste aus ihrem Darm in die Wunde des Hundes wieder ab.

Zu den Symptomen gehören:

  • ringförmige Rötung der Haut um den Zeckenbiss 
  • Schmerzen in Muskeln und Gelenken
  • Lahmheit
  • neurologische Ausfälle
  • Fiber
  • Lymphknotenschwellung
  • Lethargie
  • Appetitlosigkeit
  • Abmagerung
  • teilweise hohes Fieber bis
    40,5 °C

Babesiose

Noch bis vor einigen Jahren galt diese Erkrankung als typische Reisekrankheit.
Das heißt, es erkrankten nur Hunde an der Babesiose, die zu Urlaubsreisen ans Mittelmeer mitgenommen wurden oder als Auslands-Tierschutz-Hunde aus diesem Gebiet nach

  • Deutschland,
  • Polen,
  • den Niederladen und
  • der Schweiz

kamen und so mit der Auwaldzecke Kontakt hatten. 

Diese Hunde brachten die Auwaldzecke und ebenso die Krankheitserreger nach Deutschland, wo sie mittlerweile verbreitet ist.

Zunächst war die Babesiose daher auch als „Mittelmeerkrankheit“ bekannt und man sprach zu Beginn des Auftretens der Babesiose, von einer Reisekrankheit.

Heute erkranken jedes Jahr etwa 3.000 – 4.000 Hunde, die nicht im Ausland waren.

Der Krankheitserreger der Babesiose, nennt sich Babesia canis.
Er lebt in den roten Blutkörperchen und zerstört diese nach und nach.

In Anlehnung an die Symptome bei der Malaria des Menschen, sprich man bei der Babesiose auch von der „Hundemaleria“.

Die Inkubationszeit, beträgt zwischen 1 – 3 Wochen.

Die Symptome sind zu beginn unspezifisch.
Zu den Symptomen gehören: 

  • malariaähnlich:
  • Fieber
  • Auflösung der roten Blutkörperchen, damit verbunden eine Anämie (Blutarmut)
  • Gerinnungsstörungen
  • Apathie
  • Appetitlosigkeit
  • später Durchfall und Erbrechen, gefolgt von akutem Nierenversagen
  • „Cola-farbener“ Urin, denn er enthält Zerfallsprodukte der zerstörten Blutkörperchen
  • Hund leidet unter Atemnot und hustet

Anaplasmose

Auch die Anaplasmose wird durch den „Gemeinen Holzbock“ übertragen. 

Bei der Anaplasmose befallen die Erreger einen Teil der weißen Blutkörperchen und vermehren sich in ihnen.

Die Inkubationszeit, beträgt zwischen 4 und 20 Tagen.

Ist der Hund akut erkrankt, hat er meist folgende Symptome:

  • hohes Fieber (daher wird die Anaplasmose auch umgangssprachlich „Zeckenfieber“ genannt)
  • Teilnahmslosigkeit
  • Appetitlosigkeit und damit einhergehend Gewichtsverlust

Hinzu kommen:

  • Gelenkentzündungen
  • Lahmheit

sowie:

  • schwere Blutungen, aus den Körperöffnungen
    – Nasenbluten
    – Zahnfleischbluten
  • Einbluten in die äußere Haut und Schleimhäute

Auf eine akute Phase folgt eine Zeit, in der der Hund gesund erscheint.
Allerdings kann der Hund erneut Krankheitssymptome zeigen, wenn sein Immunsystem geschwächt wird.
Hier können die Auslöser, sowohl andere Erkrankungen, aber auch Stress sein.

Warnung:
Die Anaplasmose ist eine Zoonose und verursacht beim Menschen die Humane Ehrlichiose.

Bei einer Zoonose, kann eine Infektionskrankheit, vom Tier auf den Menschen oder  auch vom Menschen auf Tiere übertragen werden.

 

Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME)

Die FSME ist nach dem bisherigen Kenntnisstand beim Hund eher selten.

Die Frühsommer-Meningoenzephalitis, kommt nicht überall in Deutschland vor.
Der Erreger ist vor allem in den südlichen Bundesländern und in Mittel- und Osteuropa verbreitet. 

Die Frühsommer-Meningoenzephalitis wird durch den „Gemeinen Holzbock“ übertragen.

FSME ist allerdings eine besonders gefährliche Viruserkrankung für den Menschen.
Denn hier bleiben die durch die FSME, ausgelösten schwerwiegenden, neurologischen Symptome meist dauerhaft bestehen. 

Derzeit untersucht eine Studie der Universität Leipzig, ob sich anhand der Daten von Hunden, ein Erkrankungsrisiko für Menschen genauer bestimmen lässt.
Denn nach Angaben des Robert-Koch-Instituts tragen bereits
etwa 1 – 5 Prozent der Zecken, in den Risikogebieten, den FSME-Erreger in sich.

In Deutschland kommt das FSME-Virus vor allem  in den Risikogebieten:

  • Bayern
  • Baden-Württemberg

aber auch in

  • Hessen
  • Rheinland-Pfalz und
  • Thüringen vor.

Infiziert sich der Hund doch mit einer FSME , verläuft die Krankheit bei ihm schwer und endet häufig mit dem Tod des Hundes, bzw. mit seiner Einschläferung.

Die Inkubationszeit, beträgt zwischen 4 und 28 Tagen.

Typische Symptome einer FSME beim Hund sind: 

  • Fieber
  • Schwindel
  • Muskelzittern
  • Lähmungserscheinungen
  • Überstreckung des Rumpfs und der Vorder- und Hinterläufte

In der Behandlung von FSME werden nur die Symptome gelindert.  

Ehrlichiose

Die Ehrlichiose ist eine häufige Krankheit bei Hunden, aus der Mittelmeerregion bzw. eine typische Reisekrankheit von Hunden, die dorthin mitgenommen wurden.
Die Ehrlichiose wird durch die „Braune Hundezecke“ übertragen. 

Ist ein Hund an der Ehrlichiose erkrankt, befallen die Bakterien die weißen Blutkörperchen des Hundes.
So gelangt der Erreger auch in 

  • Lymphknoten
  • Milz und
  • andere Organe. 

Hier blockieren die Krankheitserreger das Immunsystem,
dass dann nicht mehr gegen die Bakterien vorgehen kann. 

Ein bis drei  Wochen nach der Ansteckung kommt es zum Krankheitsausbuch. 

Zu den Symptomen gehören: 

  • wiederkehrendes Fieber
  • Appetitlosigkeit, damit einhergehend Gewichtsverlust
  • Apathie 
  • Atemnot
  • Anämie/Blutarmut, zu erkennen an blassen Schleimhäuten
  • Blutungen
  • Milz- und Lymphknotenschwellungen
  • Abnahme der weißen Blutkörperchen

Hepatozoonose

Achtung:
Der Name der Erkrankung „Hepatozoonose“ ist irreführend.
Bei dieser Erkrankung handelt es sich nicht um eine Zoonose.

Bei einer Zoonose, kann eine Infektionskrankheit, vom Tier auf den Menschen oder  auch vom Menschen auf Tiere übertragen werden.

Dies ist bei einer Hepatozoonose nicht so!
Eine Übertragungs-Gefahr auf den Menschen besteht nicht!

Die Hepatozoonose wird durch die „Braune Hundezecke“ übertragen.

Die Hepatozoonose tritt vor allem bei Hunden auf, die aus

  • Portugal
  • Südspanien oder
  • von den Kanarischen Inseln, also:
    – Gran Canaria,
    – La Palma,
    – Fuerteventura,
    – Lanzarote,
    – Teneriffa,
    – La Gomera oder
    – El Hierro

zu uns kommen.

Mittlerweile kommt die Erkrankung der Hepatozoonose in ganz Europa vor, auch in Deutschland. 

Das hängt mit der Ausbreitung von Füchsen zusammen.
Füchse sind immer mehr mit den Erregern infiziert. 

Der Hund infiziert sich mit dem Erreger durch das Fressen bzw. Verschlucken einer „Braunen Hundezecke“.

Der Erreger durchdringt die Darmwand und befällt schließlich die inneren Organe, wie

  • Lunge
  • Milz
  • Leber

Außerdem befällt die Hepatozoonose,

  • das Lymphsystem,
  • die Muskulatur,
  • das Knochenmark und
  • das Zentrale Nervensystem (kurz ZNS)

Zu einem Ausbruch der Infektion kommt es meißt, wenn der Hund sich gleichzeitig mit den Erregern der Ehrlichiose oder Babesiose infiziert hat.

Die Inkubationszeit, beträgt zwischen 2 – 4 Wochen. 

Ist der Hund akut erkrankt, hier spricht man von bis zu 3 Monaten, zeigt er

Symptome wie: 

  • Fieber
  • Lymphknotenschwellungen
  • Durchfälle
  • Erbrechen
  • Anämie (Blutarmut), zu erkenne an blassen Schleimhäuten
  • Nasen- und Augenausfluss

Bei einem chronischen Verlauf (länger als 3 Monate), kommen evtl. folgende Symptome hinzu:

  • Muskelentzündung,
    – daher Muskelschmerzen und steifer/unsicherer Gang
  • befallene Organe wie Milz und Leber sind geschwollen
  • befallene Muskeln, Organe und Lymphknoten sind berührungsempfindlich und schmerzen
  • Beeinträchtigung des Zentralen Nervensystems
  • Epilepsie-ähnliche Krampfanfälle

Zusammenfassung: 

Übertragbare Krankheiten durch Zecken auf den Hund

 Erkrankungen Inkubationszeit        Symptomatik   Diagnose   Therapie
– durch den Parasiten hervorgerufen:
Babesiose

– die von der Auwaldzecke übertragenen Krankheitserreger (Babesien)

1 – 3 Wochen malariaähnlich
(Fieber, Auflösung der roten Blutkörperchen, Gerinnungsstörungen)

  • daher auch die Bezeichnung „Hundemalaria“
  • Apathie
  • Appetitlosigkeit
  • später Durchfall und Erbrechen, gefolgt von akutem Nierenversagen
  • „Cola-farbener“ Urin
  • Hund leidet unter Atemnot und hustet
  • Herz schlägt schneller
Nachweis der Erreger durch einen Bluttest. 

– nicht immer eindeutiger Nachweis möglich.

Chinin + Clindamycin,

Azithromycin + Atovquon

– bakteriell hervorgerufen:
Borreliose

– Hauptüberträger der durch Bakterien (Borrelien) verursachten Erkrankung, ist der „Gemeine Holzbock“

3 – 30 Tage
  • ringförmige Rögung der Haut um den Zeckenbiss 
  • Schmerzen in Muskeln und Gelenken
  • Lahmheit
  • neurologische Ausfälle
  • Fiber
  • Lymphknotenschwellung
  • Lethargie
  • Appetitlosigkeit
  • Abmagerung
  • teilweise hohes Fieber bis
    40,5 °C
– Untersuchung des Blutserums auf Antikörper – spezielle Antibiotika:

Amoxicillin,

Doxycyclin, Cephalosporin, Tetrazykline

Anaplasmose

  • wird vom „Gemeinen Holzbock übertragen

Warnung:

Die Anaplasmose ist eine Zoonose und verursacht beim Menschen die Humane Ehrlichiose.

4 – 20 Tage Symptome ähnlich der Borreliose.

  • hohes Fieber
  • Lethargie
  • Appetitlosigkeit
  • Lahmheit
  • Gelenkentzündungen
  • schwere Bluttungen aus den Körperöffnungen- Nasenbluten
    – Zahnfleisch-
    bluten
  • Einblutungen in die äußere Haut und Schleimhäute
  • Blutausstrich
  • Untersuchung des Blutserums auf Antikörper
  • Gabe von Antibiotika:
  • Doxycyclin
Ehrlichiose

(auch „Zeckenfieber“
genannt)

– Übertragung des Bakteriums Ehrlich Canis, durch die braune Hundezecke

– sie trifft häufig mit Co-Infektionen wie Babesiose und Anaplasmose auf.

4 – 18 Tage
  • wiederkehrendes Fieber
  • Appetitlosigkeit
  • Atemnot
  • Nasenbluten
  • Zahnfleischbluten
  • Milz- und
  • Lymphknotenschwellungen
  • später dauerhafte Blutarmut

– Deutsche Schäferhunde scheinen besonders anfällig für diese Erkrankung zu sein.

  • Untersuchung des Blutserums auf Antikörper
  • Blutausstrich
  • Knochenmarkausstrich
  • Gabe von Antibiotika:
  • Doxycyclin
– Viral, durch einen Virus verursacht:
Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME)
– Hirnhautentzündung
– Übertragung durch den „Gemeinen Holzbock“
   4 – 28 Tage 
  • Hunde erkranken im Gegensatz zum Menschen nur sehr selten
  • Entzündung der Hirnhäute und des Gehirns:
    – starkes Schmerzempfinden auf Berührungen im Kopf- und Halsbereich
  • eingeschränkte Reflexe
  • Fieber
  • Schwindel
  • Muskelzittern
  • Lähmungen
  • zusätzliche muss eine Immunschwäche durch andere Infektionen bzw. Erkrankungen vorliegen.
– Untersuchung von Flüssigkeit aus dem Rückenmark und/oder dem Gehirn.

– Antikörper-nachweis im Blut

Die Therapie beschränkt sich auf die Behandlung der Symptome.
Heratozoonose

  • Übertragung durch die „Braune Hundezecke“
  • bzw. Igelzecke
2 – 4 Wochen 
  • Fieber
  • Lymphknotenschwllungen
  • Durchfälle
  • Erbrechen 
  • Anämie/Blutarmut
    – zu erkennen an blassen Schleimhäuten
  • Nasen- und Augenausfluss
  • Muskelentzündung
  • steifer Gang
-Erregernachweis im Blut

– Blutausstrich

Die Therapie beschränkt sich auf die Behandlung der Symptome. Durch die Gabe von Antibiotika etc. 

Wichtiger Hinweis:

Doxycyclin ist ein Breitbandantibiotikum.
Es bekämpft mehrere Arten von Bakterien und wird unteranderem daher auch häufig zur Behandlung von Borreliose, Anaplasmose und Ehrlichiose eingesetzt. 

Der Wirkstoff, Doxycyclinhyclat, führt zu schweren Schleimhautreizungen.
Daher gebe deinem Hund die Tablette nie auf nüchternen Magen.
Zum Schutz der Speiseröhre, verabreiche deinem Hund die Tablette zusammen mit seinem Futter oder
verstecke die Tablette in einer Fleischtasche oder einem Hühnerherz.  

Besonderheiten in deinem Haushalt

Leben Hund und Katze unter einem Dach

Lebt in deinem Haushalt neben deinem Hund auch noch eine Katze, sollten ausschließlich Medikamente verwendet werden,
die für beide Tierarten verträglich sind. Besprich dich hier unbedingt mit deinem Tierarzt.

Ist ein Trächtigkeit wirklich ausgeschlossen?

Willst du auf Nummer sicher gehen, besprich mit deinem Tierarzt die Gabe eines Präparats,
dass für tragende und später säugende Hündinnen geeignet ist.

Außerdem sollte das Präparat auch für Welpen verträglich sein.

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Wie?
Klicke einfach „Hier“ für die Folge: „041 Zecken beim Hund Teil 1 – Zeckenarten und Krankheiten!“

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Genauso spannend geht es mit den beiden weiteren Teilen weiter:

Den zweiten Teil zu Zecken beim Hund findest du hier:

Klicke „HIER“ für den Blog-Artikel: „Zecken beim Hund Teil 2 – Vorbeugen – entfernen – Schutz“

Für die entsprechende Podcastfolge: „o42 Zecken beim Hund Teil 2 – Vorbeugen – entfernen – Schutz“, klicke „HIER“.

Den dritten Teil zu Zecken beim Hund findest du hier:

Klicke „Hier“ für den Blog-Artikel „Zecken beim Hund Teil 3 – Die Basis – natürliche Zeckenmittel – die Lösung“.

Klicke „Hier“ für die entsprechende Podcast-Folge 043 „Zecken beim Hund Teil 3 – Basis – natürliche Zeckenmittel – Lösung“

 

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Hier findest du alle Podcast-Folgen, aber auch die Möglichkeit mir direkt Fragen zu stellen. Sogar als Sprachnachricht mit Audioskript.
Auf die ich dann direkt eingehen kann.
Alles sehr leicht und unkompliziert.
Lade dir da also gerne die App „UpSpeak“ auf dein Handy.


Folge der „Lernpfote“ und mir, als dein Mentor für Hundetraining, Hundegesundheit und Coach für eine gute Mensch-Hund-Bindung.
Ich freue riesig, dort von dir zu hören oder zu lesen.

Herzliche Grüße Stephanie